UV/IR Cut Filter - Größe und Dicke

BetaTobi

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Hallo zusammen,

ich bin noch Anfänger in der Astrofotografie und habe daher noch eine Verständnisfrage zum Thema Filter.

Derzeit verwende ich folgendes Equipment:
  • Skywatcher Teleskop N 200/1000 PDS Explorer
  • Skywatcher Montierung EQ-6 Pro
  • Baader MPCC Mark III - Multi Purpose Newton Coma Correktor
Bisher hatte ich eine Canon EOS 600D als Hauptkamera, aber die ist jetzt leider defekt.
Daher habe ich mir als neue Kamera die "ZWO Kamera ASI 533 MC Pro Color" besorgt.

Praktischerweise wird die ASI 533 direkt mit den passenden Verlängerungshülsen geliefert, damit ich den Backfokus vom Baader MPCC von 55mm genau einstellen kann.
Das ist schon mal super :)

Allerdings benötige ich jetzt ja auch noch einen UV/IR-Cut Filter.

Und da habe ich derzeit folgendes im Auge:
Die ZWO-Filterschublade hätte eine optische Baulänge von 21 mm.
Damit kann ich diese 1:1 ersetzen mit einer der mit der ASI 533 mitgelieferten Verlängerungshülsen (da gibt es eine, die hat auch genau 21 mm).
Und ich könnte die Filterschublade dann auch unmittelbar vor die Kamera setzen (die Filter sollten ja möglichst nah an den Kamera-Chip, richtig?).

Und der Filter wurde mir mal empfohlen (aber ich hab ja keine Ahnung..).
Die Dicke vom Filterglas beträgt hier 2 mm.
Ist das "OK"?
Muss ich diese 2 mm Filterdicke eigentlich beim Backfokus berücksichtigen?
Ich glaube nicht, oder?

Was haltet ihr davon?
Macht das Sinn bzw. ist das gut oder schlecht?

Freue mich über jede Rückmeldung.

Viele Grüße,

Torben
 
Hallo Torben,

Der Filter geht in die optische Weglänge ein, wenn Du ihn nach dem Koma-Korrektor verbaust. Als Faustformel rechnet man mit 1/3 der physischen Dicke, Du müsstest also rechnerisch ~0,7mm beilegen. Der Baader MPCC ist aber mit +/-1mm Auflagetoleranz bemaßt, sodass ich das erstmal ohne testen würde.

SVBony UV/IR Cut tut es übrigens auch ;)

CS, Ralf
 
Danke!
Rückfrage wegen der angesprochenen ~0,7 mm.
Theoretisch müsste ich also (wegen der 2mm Filterdicke) den Backfokus auf 55,7 mm verlängern, also noch ein paar dünne Distanzhüllen zusätzlich einbauen, korrekt?

Nicht, dass ich später in die falsche Richtung korrigiere, wenn ich eigentlich (theoretisch) 54,3 mm bräuchte :-D

Und ansonsten würdet ihr sagen, dass das so funktionieren müsste?
Und ggf. ein günstigerer Filter auch ok wäre :)
 
Der Lichtweg zum Fokuspunkt wird, wie von Ralf beschrieben, durch den Filter verlängert. Entsprechend muss auch die Distanz per Spacer vergrößert werden. Nicht verringert! :) 55,7mm müssten grob passen, aber das muss man am Himmel austesten.

Ich frage mich allerdings, wofür die die Filterschublade brauchst. Der MPCC hat ein Filtergewinde, sodass du jegliche 2"-Filter vorne drauf schrauben kannst. Es sei denn, du möchtest während der Session den Filter wechseln, dann wäre die Schublade das richtige.

Filter sollten nach meinem Dafürhalten möglichst weit weg vom Sensor verbaut werden. Also z.B. vor dem Komakorrektor. Und zwar deshalb, weil der Schattenwurf etwaiger Staubkörner oder Verschmutzungen auf dem Filter sich auf dem Sensor umso stärker bemerkbar macht, je näher der Filter am Sensor ist.

Dasselbe gilt für Halos bei Schmalbandfiltern. Diese entstehen durch Spiegelung des Lichts vom Sensor, das dann wiederum vom Filter auf den Sensor zurückgespiegelt wird. Je weiter der Filter vom Sensor entfernt, desto geringer ist der Halo um den Stern.
 
Perspektivisch ist die Schublade schon gut. Ich würde z.B. zusätzlich einen Dual Narrowband, wie den SV220 3nm zukaufen, so kann mit der Farbkamera Schmalbandfotografie betrieben werden und der Arbeitsabstand des Korrektors passt. Für Breitband (Galaxien, Reflexionsnebel, RGB-Sterne als Ergänzung zur Schmalbandaufnahme) ist dann der UV/IR Cut drin und hält den Arbeitsabstand.

Distanzringe für T2 gibt es u.a. hier.

Es braucht dann aber einen zweiten 2" Schub um das Umschrauben des Filters zu vermeiden. Alternativ ist vor dem Komakorrektor aber auch ein guter Platz für den Filter.

CS, Ralf
 
Okay, alles klar.
Dann werd ich den Weg verlängern (falls überhaupt nötig).

Wegen der Filterschublade:
Also ich würd jetzt gern mit der neuen Kamera erstmal starten und warm werden.
Wenn dann alles passt, würd ich gern noch Aufnahmen mit einem Dualband Schmalbandfilter machen (vom gleichen Objekt).
Und genau dafür, also für den schnellen Wechsel von UV/IR-Cut auf Dualband hatte ich an die Filterschublade gedacht.
Der Gedanke ist: Wenn ich das später eh brauche, dann kauf ich direkt jetzt passend.

Nur die Sache mit der Position der Filterschublade verwirrt mich jetzt :-D
Ich meine, dass ich an vielen Stellen gelesen habe, dass die Filter so nah wie möglich am Sensor sein sollten (um genau ein paar optische Fehler zu vermeiden).
Jetzt schreibst du, dass es genau andersrum ist :-D
Argh :-D
Jetzt bin ich verwirrt :)

Meine Optionen sind:
  • Direkt VOR dem Koma-Korrektor, aber dann müsste ich beim Filterwechsel alles auseinander bauen und umschrauben, und das möchte ich eigentlich vermeiden.
  • Direkt NACH dem Koma-Korrektor. Das würd gehen mit der Filterschublade, hier wäre der Filter dann weiter weg vom Sensor.
  • Direkt VOR dem Sensor. Das würd auch gehen mit der Filterschublade. Das wäre dann die Option mit der kürzesten Distanz zum Sensor.
Viele Grüße,

Torben
 
Und genau dafür, also für den schnellen Wechsel von UV/IR-Cut auf Dualband hatte ich an die Filterschublade gedacht.
Ergibt auch Sinn.
Ich meine, dass ich an vielen Stellen gelesen habe, dass die Filter so nah wie möglich am Sensor sein sollten (um genau ein paar optische Fehler zu vermeiden).
Da würde mich die Argumentation interessieren, ich lasse mich gerne korrigieren.
Mach es einfach so, wie es mit der Filterschublade am einfachsten umzusetzen ist. Wird schon passen ;) Direkt nach dem Korrektor klingt für mich am besten.
 
Man macht die Filter nah an den Chip, damit möglichst kleine (und damit günstigere) Filter ausreichen. Bei 2" Filtern ist es dann aber egal, da diese eh deutlich größer als der Chip sind.
Die Optionen:
- VOR dem KK: Der Image-Train muss aus der Klemme entnommen werden und vorn am KK der Filter gewechselt
- NACH dem KK = VOR dem Sensor, funktioniert genau so gut

CS, Ralf
 
Da würde mich die Argumentation interessieren, ich lasse mich gerne korrigieren.
Jetzt hab ich nochmal etwas rumgesucht und das einzige, das ich auf die Schnelle gefunden hab war, dass die UV/IR und Dualband-Filter Interferenzfilter sind und diese am besten mit einem parallelen Strahlengang arbeiten können. Man sollte die also da einbauen, wo die Winkelstreuung gering ist (möglichst nah am Sensor).

Aber ehrlicherweise ist das bei meinem Setup wohl total untergeordnet.
Bei dem anvisierten 2" Filter ist der freie Durchlass wohl auch kein Thema --> also für "mein Setup" egal.
Ich hab nämlich gleichzeitig auch ungleich mehr Infos gefunden, wo beschrieben wird, dass man bei Halos oder Staubeffekten eher den Abstand zum Sensor vergrößern sollte.

Da sieht man mal wieder, der Teufel steckt im Detail :)

Danke auf jeden Fall für eure Tipps.
Ich bestell mir mal die Filterschublade und werde dann mal alles austesten
:)

Viele Grüße,

Torben
 
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