mittlere Anomalie und Abweichungen der Mondphasentermine

astrokluegler

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Hallo Forum, Stern- und Mondfreunde,

die drei Abbildungen und der begleitende längere Text befassen sich mit den Terminabweichungen wahrer Mondphasen von den mittleren und mit der himmelsgeometrischen Hauptursache "wahre Anomalie" von Sonne und Mond.

Ich entwickelte ca. 2013/14 einen Mondkalender, in dem alle Tagesanfänge Nr. 1 der Monate um einen geeignet gewählten Betrag gegenüber dem Vormonat verschoben sind und dadurch alle mittleren Phasentermine graphisch senkrecht übereinander bringen. Da sich die Länge der mittleren Lunation in einem Jahrhundert um gerade einmal 0,0003 Tage ändert, kann sie hier konstant genommen werden und man braucht nur mehr zwischen Normal- und Schaltjahren differenzieren.

Bei Betrachtung eines derartigen Mondkalenders werden die Abweichung der wahren Phasentermine von den mittleren als Schlangenlinie augenfällig. Ist die Form der Krümmung immer gleich? In welchem Jahr sind die Krümmungsausschläge maximal?

Die entscheidenden geometrischen Maßzahlen für die Abweichung der wahren von den mittleren Terminen sind die mittlere Anomalie der Sonne (M) und die des Mondes (M´) zum Phasenzeitpunkt. Alle anderen der zahlreichen Störungen der Mondbahn verursachen kleinere Ausschläge und brauchen hier nicht betrachtet werden. Um eine maximale Verspätung des wahren gegenüber dem mittleren Termin zu erreichen, müssen M 90° und M´ 270° betragen, um eine maximale Verfrühung zu erreichen umgekehrt M 270° und M´ 90°. Siehe Schema.
manomali_a_6.JPG
Das Perihel der Erde ist nur säkular (in Jahrhundert oder -tausenden) veränderlich und ein Betrag von M damit säkular an eine Jahreszeit gebunden: M = 90° gibt es momentan nur ca. 10 Tage nach dem Frühlingsäquinoktium, M = 270° ca. 10 Tage nach dem Herbstäquinoktium. Das Perigäum des Mondes ist demgegenüber stark veränderlich und kurbelt sich in knapp 9 Jahren einmal herum (H.U. Keller, Astrowissen: Drehung der Apsidenlinie in 8,8479 Jahren, Vorrücken des Perigäums 40°41´ pro Jahr - was auf das gleiche hinausläuft).

M = 90° bedeutet Terminverspätung um ca. +0,17d (momentan nur um den Monatswechsel MRZ/APL). Um einen dazu passenden maximal positiven Beitrag von M´ (+0,41d) zu bekommen, muss M´ 270° betragen. Umgekehrt im Herbst: M = 270° bedeutet Terminverfrühung um ca. -0,17d (momentan nur um den Monatswechsel SPT/OKT). Für einen maximal negativen Beitrag von M´ (-0,41d) brauche ich M´ = 90°.

Ich nutze Mondlauftabellen, wo man drei Termine (Jahrhundert jul./greg., Jahr, Phase) addiert und die Summe um zwei weitere korrigiert, die sich aus den aufgelaufenen Summen von M und M´ ergeben. Ich kann diese Tabellen quasi gegen den Strich lesen, Jahrhundert und Phase vorwählen (Neu- oder Vollmond zu geeigneter Jahreszeit - s.o.), und in der Tabelle mit den Jahren eine Zeile mit geeignetem M´ suchen.

Ich überprüfe meine Wahl durch Addition der M- und M´-Teilbeträge: NM oder VM im Frühjahr, Sum(M) ca. 90° und Sum(M´) ca. 270°: Treffer - maximale Verspätung. NM oder VM im Herbst, M ca. 270° und M´ ca. 90°: Treffer - maximale Verfrühung! Die eingangs erwähnten Schlangenlinien haben, erzwungen vom M-Verhalten, immer ein Maximum nach rechts (Verspätung) ca. MRZ/APL und eines links (Verfrühung) ca. SPT/OKT.

Ich zeige Mondkalender zweier Jahre des 19. Jahrhunderts, die ich mit dem beschriebenen Verfahren fand. 1801 hat maximale Abweichungen der Vollmondtermine, markiert als breiter, blauer Farbkorridor, dem logischerweise ein ungewöhnlich schmaler, roter Neumond-Terminkorridor gegenübersteht. 1832 ist es umgekehrt: NM maximal, VM minimal.
lukal1801_m_marken_a_3.JPGlukal1832_m_marken_a_2.JPG
Meine Mondkalender geben zu allen Phasen die ekliptikale Länge und Breite und das auf Präzession korrigierte, astronomisch verstandene Tierkreis-Sternbild. Zwischen den Phasen kann man die ekliptikale Länge des Mondes interpolieren mit 1 Tag = 13°, 2 Tage = 26°, 3 Tage = 40° und 4 Tage gleich 53°. Hat man diese, kann man graphisch oder mit Taschenrechner umsetzen auf äquatoreal (RA, DEC) und horizontal (Höhe, auf-/unter usw.).

Bis auf den graphischen Kalendariums-Umbau sind meine genannten Verfahren massiv beeinflusst von oder direkt entnommen aus den Broschüren, Seminarpapieren usw. des 2019 mit weit über 80 verstorbenen Wiener Astronomieprofessors H. Mucke. Ob diese Infos im Netz oder papiergebunden heute noch erhältlich sind, frage man den Österreichischen Astronomischen Verein. Ich gebe aus urheberrechtlichen Bedenken z.B. die Tabellen hier NICHT!

Ralf
 
Guten Tag,

wenn du bitte mal ausführen könntest, wie dein Kalender genau funktionieren soll?

• Startpunkt z.B. Neumond am 6.1.2000, 18:13:31 UTC?
• Die mittlere Lunation ist 29,530589 d?
• Zwischenphasen geviertelt?

Dann könnte man das mit den wahren Daten vergleichen.

cs,
harald
 
Hallo,

die mittleren Lunationen dienten mir seinerzeit dazu, den GRAPHISCHEN Offset der Monatsanfänge zu bestimmern: Ich wählte einen willkürlichen Termin Mitte JAN (etwa 20.), addierte mittlere Lunationen und notierte, wo man auf diese Weise im Folgemonat landet. Daraus ergibt sich Monat für Monat der Offset, die Breite des Einrückens, die nötig ist, damit die mittleren Termine genau übereinander stehen. Führt zu einer Liste von cm-Beträgen für jeden Monat im Normal- bzw. Schalltjahr - 1 Tag = 1 cm, was man dann skalieren kann.

Die Phasen, die ich dann tatsächlich einzeichne sind natürlich WAHRE Termine und die ordnen sich in Schlangenlinien an. Bei geeigneter Jahreswahl kommt es zu maximalen Schlangenlinienausschlägen nach rechts so um den MRZ/APL herum und im Herbst nach links. In den graphisch wie üblich aufgebauten Kalendarien mit gleichen Tagen unter- oder nebeneinander wandern die Phasentermine schräg durchs Bild und man sieht die Schlangenlinie nicht oder höchstens, wenn man ein Lineal anlegt.

Mittlere Lunation nach Meeus (US-Original von 1991, S. 319): 29,530588853 d. Höhere Terme ignoriert, Zwischenphasen geviertelt: "0,25 gives a First Quarter" usw..

Was meinst Du mit "Kalender funktionieren?" Ich sehe ihn halt an und erfahre auf ein paar Stunden hin oder her, wann Neumond ist. Ich verwende übrigens Weltzeit (eigentlich: DT!), aber die ein oder zwei Stunden Unterschied gehen bei mir graphisch unter. In Japan müsste ich genauer rechnen.

Ralf
 
Hallo Ralf,

sorry, aber irgendwie kapiere ich das nicht. Im Kapitel 47 der "Astronomical Algorithms" (1st ed. 1991) steht Folgendes:

»
The times of the mean phases of the Moon, already affected by the Sun’s aberration and by the Moon's light-time, are given by

JDE = 2451550.09765 + 29.530588853*k
+ 0.0001337*T²
− 0.000000150*T³
+ 0.00000000073*T

where an integer value of k gives a New Moon, an integer increased
by 0.25 gives a First Quarter,
by 0.50 gives a Full Moon,
by 0.75 gives a Last Quarter.
Any other value for k will give meaningless results!

«

Lässt man mal die Zeit-Terme weg, zumal selbst bei T = ±1 (1900 bzw. 2100) die Abweichung 11.6 Sekunden beträgt, was hier vernachlässigbar ist, haben wir für die mittleren Phasen

JDE = 2451550.09765 + 29.530588853*k (Meeus 1991)
JDE = 2451550.09766 + 29.530588861*k (Meeus 1998)

Du schreibst
»Ich wählte einen willkürlichen Termin Mitte JAN (etwa 20.), addierte mittlere Lunationen und notierte, wo man auf diese Weise im Folgemonat landet.«

Ja OK, aber warum "Mitte Januar" (was ja eher der 15.1. oder 16.1. wäre)? Läuft man da nicht eher von einem Neumondtermin los, z.B. dem ersten NM-Termin des Jahres und baut darauf dann einen "gemittelten" Phasenkalender auf?

cs,
harald
 
Ja OK, aber warum "Mitte Januar" (was ja eher der 15.1. oder 16.1. wäre)? Läuft man da nicht eher von einem Neumondtermin los, z.B. dem ersten NM-Termin des Jahres und baut darauf dann einen "gemittelten" Phasenkalender auf?

Hallo,

Gerade a + b*x. a verschiebt die Gerade nur nach oben oder unten und ist für die Konstruktion des Kalendariums belanglos. b ist die Steigung der Gerade, hier die mittlere Lunation. Ich brauche a (JD) und x (k) erst, wenn ich einen Termin TATSÄCHLICH (dann aber auch mit Störungen) ausrechne. Für x, hier für k stehend, sind nur Vielfache von 0,25 zugelassen: -589,75 ist ein erstes Viertel (!), 108,5 ein Vollmond. Meeus in Sperrschrift: k = 0,35997 ist sinnlos!

Ich wähle Mitte JAN, damit ich gegen Jahresende nicht aus den Monaten "herauslaufe". Es gibt in jedem Jahr mindestens einen Monat mit zwei gleichartigen Phasenterminen. In diesem Monat hüpfen die Termine graphisch nach rechts und bleiben bis Jahresende dort. Vor ihm ist das Blatt rechts oben, nach ihm links unten eigentlich terminfrei.

Um der graphischen Klarheit willen führe ich die Marken trotzdem durch diese Leer-Dreiecke und unterdrücke nur die Beschriftung. Im Leerfeld rechts oben stehen also beispielsweise ein NM-Termin am 35. JAN oder ein erstes Viertel am 31. FEB, links unten sind Termine am -1. SPT (= 30. AUG) oder -6. DEZ (=24. NOV).

Ralf
 
Nochmal Hallo,

man warf mir schon Weitschweifigkeit vor, aber man redet trotzdem aneinander vorbei und trifft den anderen nicht: Bevor ich meinen Mondkalender baue, liegen mir natürlich alle (WAHREN) Phasentermine des Jahres vor. Mein Kalender soll diese graphisch so arrangieren, dass ein Maximum an Information rüberkommt, wozu akkurat übereinanderstehende Monatserste nichts beitragen, als senkrechte Linie vorstellbare MITTLERE Termine aber viel.

Das Erstellen meiner Graphiken stellt mich vor unüberwindliche EDV-technische Probleme: Das ist extrem kompliziert und von mir nicht automatisierbar. Es endet meistens mit einem EDV-generierten, papiergebundenen Datensatz, den ich mit konventionellen Schreib- und Zeichengeräten graphisch umsetze. Aber so ein Kalenderbild an der Wand bringt mir mehr als eine trockene Notiz wie hier im redaktionellen Teil des Forums, dass am soundsovielten um sounsvoviel Uhr erstes Viertel ist, Präzision hin oder her.

Ralf
 
Und das ganze machst du nur dafür, dass auf dem "Kalenderblatt" alle Phasen(-tage) immer genau untereinander stehen, dafür werden die Einrückungen der "Monats Start-Tage" entsprechend immer weiter nach rechts geschoben?
OK, kann man machen. Aber was bringt die Darstellung aller Phasen im Jahreslauf genau untereinander, wenn dann manche wie du schreibst auszucken und auf den "35. JAN" oder "−6. DEZ" fallen? Da sehe ich den Benefit nicht?
 
Hallo,

Benefit ganz allgemein solcher Diagramm: Längerfristige Zusammenhänge veranschaulichen. Dagegen ist Planetariumssoftware der hochpräzise Blick auf einen Momentanzustand.

Benefit 1: die Phasen-Säulenkopfe sind eindeutig zuorden- und bezeichenbar. Die Phasen ordnen sich eben zu Säulen und nicht zu schrägen Linien mit Sprüngen.

Benefit 2: die Störungen in der Mondbewegung werden als Schlangenlinie augenfällig.

Ralf
 
Hallo Ralf,

OK, Phasen untereinander, schön und gut.

Und welche Phase soll als erstes erscheinen? Diejenige, die im Jahr X als erstes auftaucht?

In deinen Bildern oben sieht man

LV => NM => 1V => VM => 1V

und dann wieder

NM => 1V => VM => LV => NM => 1V

An welcher Phase orientiert sich die Einrückung, NM oder VM? Weil diese in deinen Darstellungen untereinander stehen.

Was bedeuten die Zahlen wie "227 -3" oder "324 -4", und warum sind da die Tierkreiszeichen notiert?

cs,
harald
 
Hallo,

Und welche Phase soll als erstes erscheinen?
Immer die erste im Jahr, egal welcher Art sie ist.

An welcher Phase orientiert sich die Einrückung, NM oder VM? Weil diese in deinen Darstellungen untereinander stehen.
An keiner bestimmten. Nimm 1 d = 1 cm. Nimm JAN20 00h, addiere 29,5306 (29,530588853) und erhalte 49,5306. D.h. eine mittlere Lunation später tritt ein am 49. JAN 0,5306d. Das ist gleichbedeutend mit 18. FEB 0,5306d (49-31=18). Damit der Zeitpunkt 18,5306ter FEB graphisch genau unter den 20,00ten JAN kommt, muss der FEB graphisch am Punkt 20cm - 18,5306cm = 1,4694cm beginnen. 20 +2* 29,5306 = 79,0612. Das ist der 79, 0612te JAN. Ziehe 28 für den FEB und 31 für den JAN ab und erkenne, dass es der 20,0612te MRZ ist. Damit der 20,0612te MRZ genau unter JAN20,0 liegt, muss der MRZ graphisch bei 20cm - 20,0612cm = -0,0612cm beginnen. Und so weiter - das hierher gesagte gilt für alle Normaljahre. Beim Schaltjahr muss man im 2. Schritt eben 29 für den FEB und 31 für den JAN abziehen.

Meine vorberechneten Werte NJ: 0 _ 1,4694 _ -0,0612 _ 1,4082 _ 1,8776 _ 3,3471 _ 3,8165 _ 5,2859 _ 6,7553 _ 7,2247 _ 8,6941 _ 9,1635 Zwölf Monatsanfänge in cm.
Meine vorberechneten Werte SchaltJ: 0 _ 1,4694 _ 0,9388 _ 2,4082 _ 2,8776 usw. Ab APL wie NJ um 1cm vermehrt.

Mit diesen Monatsanfängen und den zugehörigen Monatslängen baue ein leeres Schema NJ und eines Schaltjahr.

Ende APL gibt es eine wahre Mondphase (egal welcher Art) am 27. um 18h, also 27,75ter APL. Wir haben immer noch 1 d = 1 cm. Also liegt die Phase graphisch bei 1,4082cm (Offset APL im NJ) + 26,75cm = 28,1582cm. Ich schrieb oben bewusst immer ...ter FEB usw. Tagesbeginn 1ter FEB ist 0cm, 2ter FEB 1cm - man muss immer 1 abziehen (vergleiche die Wirtschaft mit den "...ten Jahrhunderten"....)

Was bedeuten die Zahlen wie "227 -3" oder "324 -4", und warum sind da die Tierkreiszeichen notiert?

Ekliptikale Länge und Breite des Mondes zum Zeitpunkt der Phase, dazu die astronomisch verstandenen 13 TK-Sternbilder (12 plus Ophiuchus). Ein Mondphasentermin ist DT, meine ekliptikalen Längen und Breiten sind Äquinoktium des Datums. Der ekliptikale Mondort ist also "yyyy.0" (genauer als ein ganzes Jahr braucht es hier nicht) und die STERN-Bildgrenzen korrigiere ich mit dem folgenden Verfahren auf dieses Datum hin.

(Nach H. Mucke) folgende Werte TK-Zeichenbeginn (1950.0): Fische 350,9 Widder 28,0 Stier 52,7 Zwillinge 89,4 Krebs 117,3 Löwe 137,3 Jungfrau 173,1 Waage 217,1 Skorpion 240,3 Oph 246,9 Schütze 265,5 Steinbock 299,0 Wassermann 326,8. Korrektur auf Präzession wie folgt: yyyy (Zieljahr) - 1950 = t (wenn yyyy < 1950 ist t also negativ); Länge 1950.0 (siehe Sternbildanfänge oben) + 0,01396 * t = Länge yyyy.0.

Das Symbol Oph dachte ich mir selbst aus, die anderen findest du irgendwo im Netz. Eine Phase bei (yyyy.0) 105° liegt in den Zwilllingen. Die ekliptikale Breite nehme ich als von der Präzession unberührt.

1 d = 1 cm führt zu einer Graphik-Breite JAN00,0 bis DEZ31,9999 von 40,2cm (Schaltjahr 41,2cm). Das ist sogar für DINA-3 zu groß. DINA-3 braucht ca. Skalenfaktor 0,9, DINA-4 etwas über 0,5. Es wird natürlich ALLES und GLEICH skaliert: (Offset + Tageswert im Monat -1) * Skalenfaktor

Ich habe das jetzt alles aus meinen Unterlagen gezogen und größtenteils abgeschrieben. Das System sollte klar sein, rechne aber lieber die Zahlen selbst nach. Beim Abschreiben so vieler Zahlen macht man Fehler.... Es ist gleich 22h40.

Ralf
 
Hallo,

ich reiche zur Illustration einen meiner Jahreskalender mit allen Mondphasen eines Jahres nach. Jeder Phasentermin entsteht nach Meeus durch mittleren Termin + alle Störungen (wobei ich einige am betragskleinen Ende oft weglasse) - gut 50 im Jahr. Die Anordnung der Phasen im Jahr folgt Mustern, je nach dem, wie die erste Phase im JAN reinkommt. Mit fallender Häufigkeit: 1 Monat mit 2 gleichen Phasen (also 5 insgesamt). 2 Monate mit 2 gleichen Phasen. JAN und MRZ haben 2 (5), der FEB dazwischen nur (3). Und ganz selten JAN (4) FEB (3) und MRZ 2 (5) - z.B. 1773 oder 1934. Das EDV-mäßig einzufangen, fiel mir nicht leicht, denn mittlerweile kann ich eine Grundgraphik mit altertümlichen Methoden und meinen TabCalc-Programmen im PC erzeugen. Ansonsten arbeite ich händisch und baue alle Phasen des Kalenders in das o.e. Leerschema ein.

Ralf
 

Anhänge

Hallo Ralf, ich habe eben mal kurz in deine Tabelle für die laufenden Mondphasen reingeschaut, kann aber keine Übereinstimmung mit den öffentlichen Kalenderdaten finden.

Deine Phasen für Juli erscheinen um 2 Tage nach vorne verschoben:

HTML:
Mondphasen im Juli 2026

                VM    lV   NM   eV   VM
               
Ralf                   5   12   19   26
 
tatsächlich            7   14   21   29

Des weiteren, was ist die Bedeutung der auf der rechten Seite deiner Tabelle angegebenen Uhrzeiten, insbesondere, wenn diese Werte größer als 24h annehmen, wie z.B. 29.14.6h für den Vollmond im Juli? Vermutlich verschiebt sich das Datum dann auf den folgenden Tag?

Beim Abschreiben so vieler Zahlen macht man Fehler.... Es ist gleich 22h40.
Vielleicht ist das die Ursache?

Nichts für ungut,
Gruß, Peter
 
Hallo P_e_t_e_r,

der zentrale Datenblock hat 12 Zeilen, für jeden Monat eine, und ist in Spalten oder Säulen organisiert. Links beginnend JD des "Nullten" um 12h (damit der Nachkommateil verschwindet), Monatsname,

Sonntagskalendarium (alle Sonntage - aus Gründen der Lesbarkeit sind Monatszeilen, wo der erste SO der 5. des Monats oder später ist, nach rechts gerückt),

ekliptikale Sonnenlänge am "Nullten" (pro Tag 1° addieren; am OKT25 hat die Sonne 187+25=212 Grad),

vier Hauptstellungen der Sonne (Tag und Uhrzeit DT) und zuletzt

der Mondphasenblock (Tag und Uhrzeit DT, Art der Phase im Spaltenkopf genannt). Wenn Du in der JUL-Zeile dort hingehst, findest Du am 07. um 19,5 Uhr ein letztes Viertel, am 14. um 09,7 Uhr einen Neumond usw. Dann stimmt es mit Deiner Info überein.

2026 zeigt das zweithäufigste der von mir oben erwähnten Phasen-Verteilungsmuster: Im MAI und im DEZ gibt es 5 Phasen, d.h. ich brauche 6 Spalten, weil 2 in einem Monat doppelt erscheinen. Mehr als 6 sind es aber nie und nur der FEB kann weniger als 4, nämlich 3 abbekommen.

Ralf
 
der Mondphasenblock (Tag und Uhrzeit DT, Art der Phase im Spaltenkopf genannt). Wenn Du in der JUL-Zeile dort hingehst, findest Du am 07. um 19,5 Uhr ein letztes Viertel, am 14. um 09,7 Uhr einen Neumond usw. Dann stimmt es mit Deiner Info überein.
Für den Juli lese ich aus deiner Tabelle ein letztes Viertel am 05. um 07:19 Uhr, einen Neumond am 12. um 14:09 Uhr, usw.

Ralfs Mondphasen 2026.jpg


was alles zwei Tage zu früh ist.

Und nochmal die Frage: was ist der Sinn von Uhrzeiten wie 29:14.6h ?

Gruß, Peter
 
Hallo PETER,

Am 5., 12., 19., und 26. ist Sonntag. Am 07. um 19,5h ist letztes Viertel, am 14. um 09,7h is Neumond. Mit der Info 05 und 12 = SO weiß ich, dass beide Phasentermine auf einen DI fallen. Links oben Litt. Dom. = D bedeutet Sonntagsbuchstabe D und das bedeutet, dass der erste SO im JAN auf den 04. fällt. Der Sonntagskalender ersetzt das sperrige bürgerliche Vollkalendarium mit allen Tagen und liefert doch mit minimaler Kopfrechnung den Wochentag zu jedem fraglichen Termin.

Ralf
 
Hallo Ralf nochmal, also habe ich die Bedeutung der angegebenen Tage und Uhrzeiten in deiner Tabelle völlig missverstanden. Was ohne die von dir nachgeschobenen Erklärungen wohl auch kaum zu verstehen ist. Wer außer dir selbst würde denn in einem Mondphasenkalender eine Auflistung der Sonntage erwarten?

Aber genug der Kritik, solange du Spass daran hast, erfüllt es jedenfalls für dich seinen Zweck. Für ein darüber hinausgehendes allgemeines Verständnis wäre aber eine bessere Erklärung wünschenswert.

Gruß, Peter
 
Sodele, hier mal zum Vergleich meine Berechnungen für die Mondphasen eines bestimmten Jahres.

Mondphasen für ein Jahr

Die Einstellungen sollten kar sein, mit dem Slider kann man schnell durch die Jahrhunderte zappen. Jahr eintippen + ENTER geht auch. Entfernte Daten wegen ΔT natürlich mit Vorsicht zu genießen.

Die Tabelle, an der alle Neumond-Termine untereinander stehen habe ich noch nicht, das ist etwas tricky.


cs,
harald
 
Hallo hcgreier,

die Terminübersicht gefällt mir. Hier mein fertiger Mondkalender 2026, wie ich ihn mit EDV-Hilfe (Verfahren b.) erstelle. DINA-3 zum an die Wand hängen ist, abgesehen von der Datenbasis, ohne passenden Drucker reine Handarbeit (Verfahren a.).

lukal2026_a_1.JPG


Verfahren a.: 60% der Arbeit ist das Leerkalendarium!! Durch die Offsets kann man da nicht mit Geodreieck rein, sondern muss jeden Monat Tag für Tag malen. Basislinie ist eine Senkrechte links am Rand (oder die Papierkante). Von dieser ab wird nach rechts gemessen und gezeichnet: (Evt. graphischer Offset, damit man die Senkrechte später abschneiden kann + Monatsoffset + Tag + Tag + Tag usw. )*Skalierungsfaktor führt zum Leerkalendarium. (Graphischer Offset + Monatsoffset + Phasentermin)*Saklierungsfaktor platziert die Mondphasen.

Verfahren b.: Das Leerkalendarium ist im PC als Graphik abgelegt (man braucht nur zwei: Normal- und Schaltjahr). Mit meinen TabCalcs und den fertigberechneten Terminen erzeuge ich eine weitere Graphik mit den Terminmarken. Das kann tricky sein, wie Du schreibst, wegen der verschiedenen Muster je nach Art und Lage der ersten Phase im Jahr. Manchmal 1 Monat mit 5, manchmal 2 mit 5, manchmal JAN 5, FEB 3, MRZ 5 Termine und so weiter. Die Terminmarkengraphik enthält außerdem ein Sternchen "JAN01,00" und eines "DEZ31,999999". Diese Terminmarkengraphik lege ich digital über das Leerkalendarium und skaliere durch Schieben und Ziehen an den Rändern, bis die Sternchen richtig liegen. Das TabCalc erzeugt mir auch eine dritte Graphik mit den richtig angeordneten (von rechts oben nach links untern schräg durchlaufenden) Sonntagszahlen, die ich zuletzt über die beiden ersten Graphiken lege und so hinziehe, dass die Zahlen in die richtigen Tagesfelder kommen. Alles zusammen als Graphik exportieren und ausdrucken.

Beide Verfahren: Fertigstellen mit Handschreibgeräten. Mondort aus dem Rechner dazuschreiben. Tierkreissternbildgrenzen auf Präzession korrigieren, auf Blatt Papier aufschreiben, den Mondort einem Sternbild zuordnen (in Nähe der Sternbildgrenzen kann es Zweifel geben, ob der Mondort da oder dorthin gehört), Symbol einzeichnen.

Das alles ist mit den Worten eines deutschen Zugbegleiters angesichts einer papiergebunden Fahrkarte "old school": Er musste lange in seiner Tasche wühlen, bis er den guten alten Fahrkartenzwicker aus Stahl gefunden hatte.

Ralf
 
Ich habe jetzt unter der Textarea mit den berechneten Daten mal ein weiteres Feld generiert, dass mir die Phasentage im HTML DOM ausgibt. Man listet die Monate einfach untereinander und übernimmt von der oberen Berechnung die Tage der Phasen.

• Jene Monate, die 5 Phasen haben, werden vorne rot markiert, und der Februar, der manchmal nur 3 Phasen abbekommt, wird blau. Das wird übrigens 2031 wieder der Fall sein.

• Die Maus-Tooltips funktionieren ebenfalls, bei einem "normalen Tag" steht nur "14.01.2026", bei einem Tag mit Phase steht z.B. "Neumond - 18.01.2026, 19:52:05".

Allerdings verzichte ich auf eine horizontale "Einrückung" der einzelnen Monatslinien, nur um (z.B.) alle Neumonde in eine Vertikale zu bekommen, nicht weil ich nicht will oder kann, sondern weil ich den Mehrwert nicht sehe, sorry. Ich finde diese Übersicht auch so ganz schön.

Mondphasen für ein Jahr

cs,
harald
 
Hallo Sternfreund hcgreier,

Du stelltest fest, dass 2031 das nächste Jahr sein wird, in dem der FEB nur 3 Phasen abbekommt. Das widersprach meinen papiergebundenen Quellen und meinem schon länger ausgedruckten Mondlaufkalender. Du hattest recht und ich fand einen Fehler in beiden Papieren:

Die papiergebundene Quelle hatte das erste Viertel am MRZ01 als FEB29 (den es in diesem Jahr gar nicht gibt) erklärt, in meinem Kalender hatte ich die erste nicht zu unterdrückende Phase falsch gewählt, so dass diese Phase ebenfalls auf den FEB29 wanderte.

Das ungewöhnliche am Mondlauf 2031 ist, dass das dem MRZ01 entsprechende erste Viertel zwei Monate früher auf den späten DEZ31 des Vorjahres fällt. D.h. über dem MRZ01 steht nichts - der JAN-Anfang ist leer. Das ist selten, kommt aber vor und löste meine falsche Wahl aus.

Ich gebe den Mondlaufkalender 2031 in dem Herstellungszustand, den ich im PC erstellen kann. Die Zuordnung der Phasen zu einem Tierkreissternbild übernehme ich vom falschen Vorgänger und trage sie mit Handschreibgeräten nach.

lukal_2031_a.jpg

Ralf
 
Hallo hcgreier,

jetzt wird es Tag - der Kalender unterdrückt die letzten Phasen im Jahr! Da muss ich noch mal tiefer rein, was ich da vor Jahren einmal zusammenschrieb. Die Struktur 2031 ist so ungewöhnlich, dass ich diese Möglichkeit damals nicht berücksichtigte. Der Kalender stimmt, aber die fehlenden Marken am Jahresende sind faul.

Ralf
 
Hallo Sternfreund hcgreier,

ich konnte mein TabCalc korrigieren und gebe den vollständigen Kalender.

lukal_2031_a.jpg

Seit ich mich mit den Mondlaufkalendern und den von den mittleren Anomalien von Sonne und Mond zum Phasentermin ausgelösten Schlangenlinien darin befasse war mir klar, dass es folgenden Fall geben muss: Die letzte Phase des Vorjahrs fällt in die zweite Tageshälfte des DEZ31; zwei Lunationen später schieben die Anomalien den wahren Termin um über einen halben Tag nach rechts und sorgen dafür, dass er als erste Phase im MRZ01 des Folgejahrs auftaucht.

2031 sieht das mit den k-Werten der ersten Phase im Monat so aus: 383,50 (VM, JAN) 384,50 (VM, FEB) 385,25 (!!, 1. Viertel, MRZ) 386,50 (VM, APL) usw. bis einschließlich SPT. Ab OKT ist die erste Monatsphase ein letztes Viertel.

Der beschriebene Sonderfall ist NUR möglich im MRZ mit seinem negativen graphischen Offset und auch NUR im Normaljahr; im Schaltjahr hat der MRZ ein graphisches Offset, das viel zu stark positiv ist als dass die Vorphase vom DEZ31 des Vorjahres ihn noch erreichen könnte.

Damit sind wir wieder beim Thema des Fadens: mittlere Anomalie und die Folgen.

Ralf
 
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