K.Bahr
Aktives Mitglied
Moin,
Aus Sicht der Bildbearbeitung gehört Barnard 145 für mich eher zu den undankbareren Zielen am Nachthimmel.
Auf meiner Festplatte liegen einige Aufnahmen solcher Objekte, die eigentlich ausreichend belichtet wurden,
deren Endergebnis mich aber dennoch nie wirklich überzeugen konnte. Wahrscheinlich liegt das daran,
dass die Schmalbandanteile deutlich weniger ausgeprägt sind als bei den bekannten Standardobjekten
und die Dunkelnebel zudem eher diffus und wenig strukturiert wirken.
Dabei sind diese Objekte aus astronomischer Sicht ausgesprochen interessant.
Der Umriss von Barnard 145 wird häufig mit einem nach links laufenden Vogel verglichen.
Deshalb habe ich mich für den Titel „Der Roadrunner“ entschieden.
Barnard 145 ist ein langgestreckter Dunkelnebel im Sternbild Schwan (Cygnus),
der sich unweit des bekannten Crescent-Nebels (NGC 6888) befindet.
Mit einer scheinbaren Ausdehnung von etwa 40 Bogenminuten hebt sich diese dichte Staubwolke abrupt
von der extrem sternreichen Kulisse der Milchstraße ab.
Der östliche Teil des Nebels wird zudem von den schwachen Emissionen von LBN 189 und LBN 190 überlagert,
was die Region zu einer hochkomplexen Mischung aus Dunkel- und Leuchtstrukturen macht.
Die Aufnahmen, die ich im Netz zu diesem Objekt finden konnte, zeigen meistens etwas weniger OIII als
meine eigenen Rohdaten. Während der Bearbeitung war ich mir deshalb lange unsicher,
ob ich das richtige Farbverhältnis getroffen habe. Mein Optolong L-Ultimate Schmalbandfilter hat hier jedoch
ein überraschend starkes OIII-Signal isoliert und das wollte ich im fertigen Bild natürlich nicht zu kurz kommen lassen.
Ein Teil der Aufnahmen entstand in jener Nacht, in der mich ein völlig unerwarteter,
lokal begrenzter Starkregenschauer erwischte und meine Instrumente regelrecht unter Wasser setzte.
Glücklicherweise hat mein Newton-Teleskop die ungeplante Dusche gut weggesteckt.
Von meinem Triplet-Apo kann man das leider nicht behaupten.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie eine echte „Unterwasser-Aufnahme“ durch ein Teleskop aussieht bitte schön:
Von den RGB-Daten war ich am Ende etwas enttäuscht. Die Sterne sind zwar schön geworden
und zeigen natürliche Farben, aber ich hatte gehofft, im Breitband deutlich mehr feine Strukturen
innerhalb des Dunkelnebels sichtbar machen zu können.
Am Ende fühlt sich das Resultat für mich eher wie ein reines Schmalbandbild mit nachträglich eingefügten RGB-Sternen an,
ein Stil, den ich persönlich eigentlich nicht so sehr mag.
Aber genug der Worte, hier ist das fertige Ergebnis:
Ich freue mich wie immer über eure Meinungen, Anregungen und konstruktive Kritik.
Grüße und Clear Skies
Karsten
Aus Sicht der Bildbearbeitung gehört Barnard 145 für mich eher zu den undankbareren Zielen am Nachthimmel.
Auf meiner Festplatte liegen einige Aufnahmen solcher Objekte, die eigentlich ausreichend belichtet wurden,
deren Endergebnis mich aber dennoch nie wirklich überzeugen konnte. Wahrscheinlich liegt das daran,
dass die Schmalbandanteile deutlich weniger ausgeprägt sind als bei den bekannten Standardobjekten
und die Dunkelnebel zudem eher diffus und wenig strukturiert wirken.
Dabei sind diese Objekte aus astronomischer Sicht ausgesprochen interessant.
Der Umriss von Barnard 145 wird häufig mit einem nach links laufenden Vogel verglichen.
Deshalb habe ich mich für den Titel „Der Roadrunner“ entschieden.
Barnard 145 ist ein langgestreckter Dunkelnebel im Sternbild Schwan (Cygnus),
der sich unweit des bekannten Crescent-Nebels (NGC 6888) befindet.
Mit einer scheinbaren Ausdehnung von etwa 40 Bogenminuten hebt sich diese dichte Staubwolke abrupt
von der extrem sternreichen Kulisse der Milchstraße ab.
Der östliche Teil des Nebels wird zudem von den schwachen Emissionen von LBN 189 und LBN 190 überlagert,
was die Region zu einer hochkomplexen Mischung aus Dunkel- und Leuchtstrukturen macht.
Die Aufnahmen, die ich im Netz zu diesem Objekt finden konnte, zeigen meistens etwas weniger OIII als
meine eigenen Rohdaten. Während der Bearbeitung war ich mir deshalb lange unsicher,
ob ich das richtige Farbverhältnis getroffen habe. Mein Optolong L-Ultimate Schmalbandfilter hat hier jedoch
ein überraschend starkes OIII-Signal isoliert und das wollte ich im fertigen Bild natürlich nicht zu kurz kommen lassen.
Ein Teil der Aufnahmen entstand in jener Nacht, in der mich ein völlig unerwarteter,
lokal begrenzter Starkregenschauer erwischte und meine Instrumente regelrecht unter Wasser setzte.
Glücklicherweise hat mein Newton-Teleskop die ungeplante Dusche gut weggesteckt.
Von meinem Triplet-Apo kann man das leider nicht behaupten.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie eine echte „Unterwasser-Aufnahme“ durch ein Teleskop aussieht bitte schön:
Von den RGB-Daten war ich am Ende etwas enttäuscht. Die Sterne sind zwar schön geworden
und zeigen natürliche Farben, aber ich hatte gehofft, im Breitband deutlich mehr feine Strukturen
innerhalb des Dunkelnebels sichtbar machen zu können.
Am Ende fühlt sich das Resultat für mich eher wie ein reines Schmalbandbild mit nachträglich eingefügten RGB-Sternen an,
ein Stil, den ich persönlich eigentlich nicht so sehr mag.
Aber genug der Worte, hier ist das fertige Ergebnis:
Ich freue mich wie immer über eure Meinungen, Anregungen und konstruktive Kritik.
Grüße und Clear Skies
Karsten
