Der Planetarische Nebel NGC 7139 mit dem NCT300

DietSky

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Hallo!

Heute möchte ich euch einen weiteren planetarischen Nebel vorstellen. Es handelt sich dabei um NGC 7139 im Sternbild Kepheus. Die Entfernung zur Erde beträgt etwa 4500 Lichtjahre.

Aufgrund seiner hohen Deklination ist er in unseren Breiten zirkumpolar, d.h. das ganze Jahr über zu beobachten. Allerdings ist er mit nur 1,4‘ x 1,2‘ nicht sehr groß und so fiel die Wahl für diese Aufnahme auf die lange Brennweite meines NCT300 von 2070mm.

Ich habe ihn in allen drei Spektrallinien von H-alpha, OIII und SII belichtet, sowie in RGB für den Hintergrund mit den Sternen. Das Signal in SII zeigte sehr schön strukturierte Details, weshalb sich bei diesem Objekt durchaus auch eine längere Belichtung dieser Linie lohnt.

Im Licht von H-alpha erkennt man einen fast kreisrunden Halo um den hellen Zentralteil. Außerdem befinden sich im Hintergrund einige H-alpha-Schwaden.
Sehr schön zeigt sich in der Komposition auch der 18,7 mag helle, blauleuchtende Zentralstern.

Die Farbmischung der Schmalbanddaten war bei der Ausarbeitung zu diesem Bild nicht ganz einfach, da alle drei Wellenlängen ein deutliches Signal zeigen und so sehr schnell zu einem strukturlosen Weiß verschmelzen. Wie schon Oben geschrieben, handelt es sich um ein HSO-RGB, wobei der Linie von SII die Farbe Gelb zugeordnet wurde.

Ich hoffe, die Aufnahme findet eure Zustimmung und regt zur Nachahmung an.

CS Dietmar

1. Gesamtes Feld

NGC7139_HSO-RGB_klein.jpg


2. 100%-Crop aus der Bildmitte:

NGC7139_HSO-RGB_crop100.jpg


Aufnahmedaten:
Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenkonstruktion) im Primärfokus mit ASA-Korrektor bei f=2070mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: Lodestar Pro am OAG
Filter: Antlia Filtersatz Ha (3nm), OIII (3nm), SII (3nm), R, G, B
Belichtungszeiten:
Ha: 3h30m; OIII: 3h00m; SII: 3h00m; RGB: 2h15m
Gesamtbelichtungszeit: 11h15m
3 Nächte im August 2026
 
Hallo Dietmar,
einen wunderschönen PN den vermutlich die wenigen hier kennen präsentierst du uns hier.
Die Farbgebung ist die exzellent gelungen und auch die Auflösung ist beachtlich mit deinem Instrument.
Zur Nachahmung würde es mich in der Tat anregen, nur fehlt mir dafür dann doch ein wenig Brennweite.

CS
Franz
 
Hallo Dietmar,

wieder eine hervorragende Aufnahme von dir!
NGC 7139 ist mir bisher tatsächlich noch nicht so oft begegnet,
und bei der Größe von gerade einmal gut einer Bogenminute
ist die Wahl der 2070 mm Brennweite sicherlich die richtige gewesen.

Deine HSO-RGB-Mischung finde ich sehr gelungen und insgesamt angenehm zurückhaltend.

Grüße und CS
Karsten
 
Hallo Dietmar,

Dein NGC 7139 aka PK 104+71 ist ein echter Hingucker. Die Farbgebung bei SHO mit RGB ist dir super gelungen.
Mit dieser Brennweite ist es sicher nicht einfach so lange zu Belichten. Gratulation!

LG & CS, Herfried
 
Hallo Franz, Martin, Karsten, Stefan und Herfried,

danke für eure Kommentare zu meinem Bild. Es freut mich sehr, wenn es gefällt. Ich war mir am Ende der Bearbeitung nicht ganz sicher, ob ich nicht die Farbsättigung etwas zurücknehmen sollte.

Mit dieser Brennweite ist es sicher nicht einfach so lange zu Belichten.
Hallo Herfried,
eigentlich ist das kein Problem für meine Eigenbaumontierung. Jedoch macht sich das Seeing bei dieser Brennweite schon recht stark bemerkbar und jede Änderung um 0,1" wird im Ergebnis sichtbar. Wenn ich während der Aufnahme den Guidinggraphen von Phd2 beobachte, kann ich schon im Vorfeld sagen, welcher FWHM-Wert zu erwarten sein wird.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,
Wow! Der ist Dir aber gelungen. Du warst hier in Sachen Farbe viel mutiger als ich, bei meiner Ausarbeitung. Gefällt mit sehr gut. Das SII kommt viel besser zur Geltung.
Und der schwache Ha-Halo ist super dargestellt.

Raspekt,
Manfred
 
Du warst hier in Sachen Farbe viel mutiger als ich, bei meiner Ausarbeitung. Gefällt mit sehr gut. Das SII kommt viel besser zur Geltung.
Und der schwache Ha-Halo ist super dargestellt.
Hallo Manfred,
danke für dein sehr geschätztes Urteil!
Wie ich bereits eingangs schrieb, ist es bei diesem Objekt nicht ganz einfach, die unterschiedlichen Farben der Spektrallinien zur Geltung zu bringen.
Speziell H-alpha und SII sind oft nahezu deckungsgleich. In Summe mit OIII entsteht sehr schnell eine weiße, strukturlose Darstellung.
Was die Farbintensität anbelangt, war ich mir auch nicht so sicher, ob das nicht ein klein wenig zu viel ist, aber schließlich sind ja die Linienemissionen reine Farben.

CS Dietmar
 
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