Der Planetarische Nebel NGC 7094 (PK 66-28.1) mit dem NCT300

DietSky

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Hallo!

Mein NCT300 ist noch immer mit dem brennweitenverlängernden Korrektor ausgestattet und damit gut für die Aufnahme kleiner Objekte gerüstet. So fiel die Wahl für mein nächstes Projekt wieder auf einen vergleichsweise kleinen planetarischen Nebel.

NGC 7094 im Sternbild Pegasus, nicht weit entfernt vom recht bekannten Kugelsternhaufen M15, sollte es dieses Mal sein. Die Entfernung zur Erde beträgt etwa 5400 Lichtjahre, sein scheinbarer Durchmesser 1,57 Bogenminuten. Mit seiner netzartigen Morphologie zählt er für mich zu einem der schönsten, blauleuchtenden planetarischen Nebeln.

Zusätzlich zu den RGB-Aufnahmen habe ich ihn für jeweils 3 Stunden mit Schmalbandfiltern in den Linien von OIII und H-alpha belichtet. Da die Strukturen in beiden Wellenlängen, bis auf ganz geringe Unterschiede, exakt deckungsgleich sind, habe ich auf die Einbindung von H-alpha komplett verzichtet. So leuchtet der Nebel in meiner Aufnahme ausschließlich türkisblau, was der realen Dominanz von OIII auch näher kommt.

Danke fürs Anschauen,

CS Dietmar


1. Gesamtes Feld

NGC7094_OIII-RGB_klein.jpg



2. 100%-Crop aus der Bildmitte

NGC7094_OIII-RGB_Crop100.jpg


Aufnahmedaten:
Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenkonstruktion) im Primärfokus mit ASA-Korrektor bei f=2070mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: Lodestar Pro am OAG
Filter: Antlia Filtersatz OIII (3nm), R, G, B
Belichtungszeiten: OIII: 3h00m; RGB: 1h30m
Gesamtbelichtungszeit: 4h30m
2 Nächte im August 2026
 
Hallo Dietmar,

ganz wunderbar gewordener PN und zum ersten mal, dass ich kein qualitativ vergleichbar gutes (und in OIII-gefiltertes) Bild davon im Netz gefunden habe. Die drei bis vier kleinen "Füßchen" unten an der Nebelscheibe sind mir neu, Artefakte oder tatsächlich vorhandene Strukturen - bitte schau doch nochmal in Deine Daten.
Auch fehlt mir ein Sternchen innerhalb der PN-Hülle bei ca. 11:00 Uhr - der Bursche ist allerdings nicht sehr hell und vielleicht deshalb nicht mit "drauf gekommen".

Viele Grüße

Stefan
www.capella-observatory.com
 
Hallo Stefan,

danke für dein freundliches Feedback!
Die kleinen Füßchen sind real und keine Artefakte.
Das ein schwaches Sternchen fehlt kann durchaus sein. Die Sterne stammen ausschließlich aus den RGB-Daten und diese sind mit 30 Minuten pro Farbkanal nicht besonders tief. Ich habe sie allerdings auch nicht besonders stark gestreckt.

Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut:
Im Sternenlayer ist er noch zu erkennen, trifft allerdings fast genau auf eine dieser Filamente und wird von daher fast komplett verdeckt. Bei einer stärken Streckung würde er dennoch sichtbar werden.

CS Dietmar
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dietmar,

wieder ein sehr schönes und eher selten gezeigtes Objekt!
Die feine, netzartige Struktur von NGC 7094 kommt
bei dir wirklich hervorragend zur Geltung.

Mit dem 300er und der verlängerten Brennweite scheinst du
für solche kleinen planetarischen Nebel momentan genau das richtige Werkzeug zu haben.

Klasse Arbeit!
Grüße und CS
Karsten
 
Mit dem 300er und der verlängerten Brennweite scheinst du
für solche kleinen planetarischen Nebel momentan genau das richtige Werkzeug zu haben.
Hallo Karsten,

schön, das dir meine Arbeit gefällt!
Im Moment lasse ich noch den Korrektor am Instrument, da noch ein weiteres Projekt für die lange Brennweite ansteht, danach baue ich eventuell auf die kürzere Brennweite um. Es ist immer ein klein wenig Aufwand, da der Korrektor und der Reducer sehr unterschiedliche Positionen im Strahlengang benötigen und ich dies nicht mit dem Focuser kompensieren kann. Ich habe mir zwei passende Adapter für die Verbindung zwischen Tubus und Focuser anfertigen lassen, die beim Umbau gegeneinander ausgetauscht werden.

CS Dietmar
 
Die drei bis vier kleinen "Füßchen" unten an der Nebelscheibe sind mir neu, Artefakte oder tatsächlich vorhandene Strukturen - bitte schau doch nochmal in Deine Daten.
Hallo Stefan,

ich habe mir nochmal genau meine Daten angeschaut. Die fransigen Strukturen am südlichen Rand des Nebels sind schon im Summenstack der OIII-Daten zu erkennen. Im H-alpha-Stack hingegen nicht.
Allerdings münden diese Strukturen in das Rauschen des Hintergrunds und ich kann nicht abschätzen was dabei z.B. beim Entrauschen und der weiteren Bearbeitung genau "hineininterpretiert" wird.

Mein Fazit: Die fransigen Strukturen sollten reell sein, ob sie aber genau diese Form haben, dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer.
Ich habe, so wie du, nach Vergleichsaufnahmen gesucht und eine sehr gut aufgelöste von Bernhard Hubl, mit dem TEC APO 200 FL gefunden.
Auch bei seiner Aufnahme sieht man ansatzweise diese Fransen.

Es wäre einmal ein schönes Target für den 1m ASA auf Kreta oder den 24-Zöller des BTB-Teams. Mit größerer, lichtstärker Optik sollte man Klarheit über die Existenz schaffen können.

CS Dietmar
 
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