KAtzenaugennebel - NGC 6543, Saturnnebel - NGC 7009, Blinking-Nebel - NGC 6826 und weitere planetarische Nebel mit dem AZ1000 von La Palma

Chris_in_hd

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Hallo zusammen,

in meiner Datensammlung haben sich über die letzten Jahre einige PN Datensätze angesammelt. Einige hatte ich bearbeitet und war mit dem Ergebnis zufrieden, andere sind mir bei der Bearbeitung stetig auf die Nerven gegangen da ich nie für mich auch nur ansatzweise zufriedenstellende Ergebnisse erzeugen konnte. Angespornt durch Dietmar's fantastische Aufnahme des Katzenaugennebels - NGC 6543 den ich auf's Korn genommen habe, habe ich mich danach wieder an die Bearbeitung älterer PN Daten gemacht (danke Dietmar) und sogar noch weitere in den letzten Wochen aufgenommen. Hier möchte ich euch nun die Ergebnisse der Mühen zeigen die aus Daten der letzten drei Jahre mit dem AZ1000 von La Palma aus entstanden sind.

Vorweg noch der Hinweis:
Da die hier im Thread gezeigten Bilddaten zum Teil nur in reduzierter Auflösung zu sehen sind findet ihr die Bilder und Detailinformationen zu allen PNs auf meiner Astrobin Seite hier.
Bei einigen Bildern wird es vermutlich merkliche Unterschiede in Sachen Details und Bildqualität geben. Habe ich doch bei einigen Datensätzen durch Dizzle-Integration mit einem
Faktor 2 noch weitere Details aus den Bilddaten mit hohen Framezahlen gewinnen können.

In chronologischer Reihenfolge der Erste ist der

Saturn Nebel - NGC 7009 -> auf Astrobin
NGC7009_20260902-3-s-64 .jpg

Im Hintergrund gibt es auch etwas IFN und auch die bekannten Nebelfetzen im NO des PN sind in HA und OIII zu erkennen, vielleicht mache ich mir noch einmal die Mühe und versuche auch diese noch in einer weiteren "Kontrast / Stretching Orgie" herauszuarbeiten. Ich denke, jeder der die hier gezeigten ersten drei PN's schon einmal bearbeitet hat weiß nur zu gut wovon ich rede. Den enormen Kontrastunterschied zwischen Kern und äußerem Halo in den Griff zu bekommen ist eine Herausforderung. Hierzu sei gesagt, dass nahezu die komplette Bearbeitung der gezeigten Bilder in Pixinsight erfolgt ist. Eine Trennung der Daten in Kern und Halo mit anschließendem Zusammenführen in z.B. Photoshop ist hier nicht erfolgt. Das Stretching erfolgte ausschließlich mit HDRMultiscaleTransform und CurveTransformation.

Hier der Zentrale Bildausschnitt:


Und hier der innere Kern:
NGC7009_20260902-3-s-crop-core.jpg



Cat's Eye Nebula - NGC 6543 -> auf Astrobin
NGC6543_20260902-2-s-64.jpg


Hier der Zentrale Bildausschnitt:
NGC6543_20260902-2-s-crop.jpg


Und hier der innere Kern:
NGC6543_20260902-2-s-crop-center3.jpg


Blinking Planetary Nebula - NGC 6826 -> auf Astrobin
NGC6826_P2_20260904-2-s-insert.jpg

(Aufgrund der Beschränkung auf 8 Bilder pro Post habe ich hier den Bildausschnitt des inneren Kerns schon als Insert eingebunden.)
Man sieht schon, dass dieser PN ist etwas kleiner, auch waren die Daten nicht so gut, teils Seeing bedingt aber vor allem um Teil da ich nicht wie bei den ersten beiden PN's noch kürzere Belichtungszeiten verwendet hatte.
Darum war hier die Bearbeitung sehr nervenaufreibend und aufwändig und ich ließ die Daten liegen bis im Juli 2026 Dietmar @DietSky seinen Katzenaugennebel präsentierte.
Hier der Zentrale Bildausschnitt:
NGC6826_P2_20260904-2-s-crop.jpg



Als nächstes kämen die bereits im 2025 und 2024 aufgenommenen PNs. Anscheinend habe ich jedoch - wie schon oben erwähnt- die Maximalanzahl an Bildern pro Post erreicht.
Dann werde ich bald einen zweiten Post mit den weiteren PNs einstellen und es nun für's erste gut sein lassen :-)

Danke fürs Reinschauen, ich hoffe die Bilder gefallen.
Bin über jede Anregungen und Kritik dankbar.

CS
Christof
 

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Hallo Christof,
Unglaublich gut! Hier sieht man wieder was rauskommen kann, wenn Equipment, Standort und Benutzer in Topform sind.
Wie Du die Schalen rund um die Kerne sichtbar gemacht hast, ist perfekt!

Respekt,
Manfred
 
... Angespornt durch Dietmar's fantastische Aufnahme des Katzenaugennebels - NGC 6543 den ich auf's Korn genommen habe, habe ich mich danach wieder an die Bearbeitung älterer PN Daten gemacht (danke Dietmar) und sogar noch weitere in den letzten Wochen aufgenommen. Hier möchte ich euch nun die Ergebnisse der Mühen zeigen die aus Daten der letzten drei Jahre mit dem AZ1000 von La Palma aus entstanden sind.
Hallo Christof,

ich hätte nicht im Traum daran gedacht, das meine Aufnahme des Katzenaugennebels eine dermaßen spektakuläre Bilderflut auslösen könnte!
Ich bin sprachlos, die Ergebnisse sind unglaublich detailreich und du zeigst eindrucksvoll was mit einem Instrument dieser Größe möglich ist.
Im Vergleich dazu erscheinen mir meine Aufnahmen wie durch ein Opernglas aufgenommen.
Das die Bearbeitung sehr anspruchsvoll war, kann ich mir aus eigener Erfahrung sehr gut vorstellen und auch deine Aussage, was das Sitzen vor dem PC angeht.

Gratulation zu dieser spektakulären Bildersammlung!

CS Dietmar
 
ich hätte nicht im Traum daran gedacht, das meine Aufnahme des Katzenaugennebels eine dermaßen spektakuläre Bilderflut auslösen könnte!
Hallo Dietmar,

hat sie wie du siehst. :y::)

Ich finde deine Aufnahme nach wie vor unglaublich gut und sie ist im wahrsten Sinne des Wortes inspirierend und motivierend. Zeigt sie doch was mit einem top 12" Amateurinstrument heutzutage möglich ist. Hier zeigst du meiner Meinung stets Bilder am oberen Limit des machbaren. Klar ist ein 1m in 1400m Höhe auf La Palma zu mehr fähig, jedoch ist das "Mehr" keinesfalls 3 oder 4 mal mehr.

Auf jeden Fall bedanke ich mich für deinen tollen Kommentar.

Was das Sitzen anbelangt: früher hat man je nach Teleskop Nackenschmerzen bekommen, heute tut einem der Hintern weh. Astronomie kann so ungesund sein. :LOL:
Schön ist das Hobby aber in jedem Alter allemal.

CS
Christof
 
Da sind ja alles Referenzbilder in Reihe. Was soll man da noch sagen. Aber das beste Instrument ist stumpf wenn nicht auch ein Könner hinter der Bearbeitung steckt. Daher Chapeau für die Leistung und Danke fürs zeigen.
So etwas inspiriert mich ungemein und hätte ich die Wahl und das Geld Porsche zu fahren oder ein solches Instrument an einer solchen Location zu besitzen wäre die Entscheidung klar.
Somit bleibt's leider für mich und viele anderen nur ein Traum.

CS
Franz
 
Hallo Christof,

mal eine Frage am Rande:
Was macht eigentlich der neue BlurXTerminator mit den durch Rotation verschmierten Spikes des AZ 1000?

CS Dietmar
 
Die sind alle total fantastisch, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Hammer. :love:

Antje
 
Was macht eigentlich der neue BlurXTerminator mit den durch Rotation verschmierten Spikes des AZ 1000?
Hallo Dietmar,

das ist eine sehr gute Frage, ich habe die letzten Tage den die neue Version getestet.
Vorweg die Antwort in Kurzfassung:
Mal klappt es und es korrigiert gut und ein anderes Mal nicht. :D

Langversion:
Die Bildfeldderotation läuft ja an verschiedenen Stellen des Himmels verschieden schnell.
Das führt zu recht unterschiedlich ausgeprägten Artefakten. Mal verschmiert die Rotation die Spikes stark, so dass es zu Fächern oder gar einer Art Halo kommt, mal bekommt man auch bei längeren Aufnahmesessions nur etwas breitere Spikes. Nimmt man über mehrere Nächte zu teils unterschiedlichen Zeiten auf mischen sich die Fächer, Halos oder man bekommt 8 oder mehr Spikes.

Der neue BXT erzeugt daraus unterschiedlich gut aussehende Ergebnisse. Zum Teil klappt es auch mit Fächern, dass daraus Spikes rekonstruiert werden. Die sind dann nicht sehr lang, soll heißen es gibt keine super feinen langen Spikes aber dennoch ansehnliche kürzere wie z.B. bei meinem Abell 78.
Bei weiten, von mehreren Nächten überlagerten Fächern gibt es keine Spikes mehr sondern BXT versucht daraus einen „dicken Stern“ ohne Spikes zu rekonstruieren. Da bleibt dann teils noch ein Halo drum herum stehen, das siehst du bei meinem Abell 72.

Ich denke man kann nicht erwarten, dass die Vielfalt an möglichen Artefakten, noch dazu bei Stack über mehrere Aufnahmenächte hinweg, gleichermaßen korrigiert werden können, oder soll ich schreiben „aufgehübscht“ werden können. Ich finde es Produkttechnisch etwas problematisch, dass Russ sich auch solchen Artefakten annimmt. Wobei ich mich gleich korrigieren muss, ich denke er hat seine Bemühungen vielmehr auf einfachere Bildfehler gerichtet wie z.B. bei einem Newton mit nicht sauber ausgerichteter Spinne. Ich glaube nicht, dass er AZ Teleskope im Fokus hatte.
Produkttechnisch kritisch sehe ich es dennoch. So kommen nun möglicherweise wieder die Diskussionen auf was den nun wissenschaftlich Sinnvoll ist und was eine KI „erfindet“. Sehe ich den Deconvolution Ansatz in BXT als sehr fundiert an, mag es für bestimmte einfachere Artefakte auch noch so sein, für AZ Bildfeldderotationsartefakte ist es jedes mal ein Experiment aber dafür ist es sicher auch nicht gedacht.

Nichts desto trotz werde ich die ML5 Version kaufen. Die Ergebnisse in Sachen Deconvolution, die beschriebenen Verbesserungen für kleine Galaxien, die in der alten Version hier und da mal zu Sternen geformt wurden, kann ich nach wenigen Versuchen schon nachvollziehen. Hier gab es u.a. von Frank bei alten Aufnahmen von mir Fragen nach kleinen Strukturen die „komisch“ aussahen. @frasax Ich habe auf Astrobin beinen Herkules Galaxienhaufen mit ML5 bearbeitet aktualisiert. Ich denke die angesprochenen Strukturen sind damit verschwunden oder zumindest deutlich weniger „komisch“.

CS
Christof
 
Christof, was soll man da sagen! Wer eine solche Sammlung auf der Auswechselbank der Daten warten lassen kann hat ein wundervolles Luxus-Problem ;) und das sage ich vollkommen ohne Neid! Ich freue mich sehr, dass du uns an diesen wunderbaren Daten teilhaben lässt! Wahnsinns Aufnahmen, die dem Gerät und Standort gerecht werden - denn Sie sind offensichtlich auch hervorragend bearbeitet!
Glückwunsch und Danke fürs Teilen!
CS Ben
 
Hallo Ben (@GroßA'Tuin)

vielen Dank für deinen tollen Kommentar.

Ich denke jeder der das Glück hat ein Remote Teleskop an einem guten Standort zu betreiben hat das besagte wundervolle „Luxus-Problem“.
Es wird dann tatsächlich zu solch einem Problem. Abgesehen vom oben schon angesprochenen Problem „Sitzen ist das neue Rauchen“ _maedchenvorkopf: sammeln sich viele Daten an die bearbeitet sein wollen. Ich gehöre dabei nicht zur Generation Facebook / Influencer & Co. die für tägliche Views, Klicks und Likes „leben“. Ich habe einfach Spaß. Mal hab ich Lust nach meinem dafürhalten gut bearbeitete Datensätze zu veröffentlichen, dann lade ich Sie auf Astrobin hoch (bin zu faul eine eigene Web-Seite einzurichten) und schreibe anschließend hier und auf Astrotreff darüber.
Mal bin ich mehr am Daten bearbeiten und auch am Auswerten. Ich spektroskopiere AGNs, Novae oder PNs, versuche mich dank des NINA Plug-Ins photometrische an Exoplaneten, mache das eine oder andere Projekt mit Schülern, usw. Als gelernter Astrophysiker der nie in dem Job gearbeitet hat bin ich sehr dankbar, dass ich mich nun - quasi als Rentner - solchen Themen mit viel Zeit widmen kann. Es macht riesigen Spaß wissenschaftliche Tools und Methoden kennenzulernen und ehemals gelerntes Wissen aufzufrischen.
So kommt es dazu, dass ich viele Daten - auch bereits bearbeitete - nicht bzw. noch nicht veröffentlicht habe. Auf Astrobin sind es im Moment knapp 60. Im Gegensatz dazu, falls von Interesse, in den vier Jahren des Betriebs meines Teleskops auf La Palma - in denen es auch mal durch Schäden am Equipment längere Ausfallzeiten gab - konnte ich über 200 Objekte aufnehmen oder spektroskopieren (Im Datenverzeichnis meines heimischen NAS gibt es 250 Unterordner wovon wenige keine Objektdaten bzw. „schlechte“ Daten enthalten). Das sind über 7,5 TB an Daten mit über 170.000 Dateien (inkl. der Daten die beim Bearbeiten bzw. Auswerten anfallen).

Vielleicht erklärt das einwenig wie es zur „Sammlung auf der Auswechselbank“ kommen konnte.

Am Ende des Tages freue ich mich wenn die Bilder gefallen und sich Andere mit mir darüber freuen. :)
Darum nochmal vielen Dank.

CS
Christof
 
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