Verzweiflung mit meinem C8 in Bezug auf Kollimation

CarstenW

Neues Mitglied
Hallo zusammen. Ich bin lngsam echt ein wenig ratlos.

Ich habe vor einigen Tagen ein Foto von M57 gepostet.
Es gab dort 2 extrem wichtige Hinweise von Mitgliedern:

1. Fokus
2. Justierung des Fangspiegels

Nun habe ich das Gerät als Neuware Ende November 2025 gekauft, es einige Male im Garten aufgestellt und fotografiert. Da ich grundsätzlich kein Teleskopneuling bin, gehe ich mit den Geräten auch sehr sorgsam um. Nun zeigten sich um die Sterne die unten aufgeführten Muster. Das Aufgeblähte, ja da gehe ich mit dem Fokus mit. Die merkwürdige Form der Sterne am Rand kann auch aus den physikalischen Eigenschaften der Spiegel herrühren. Aber ein dejustierter Fangspiegel wäre auch möglich. Die Einzelbilder wurden 30s belichtet und dann gestacked. Auch auf den Einzelbilder erkenn ich diese Form.

M_57_Final2.png


Nun habe ich gestern Abend den klaren Himmel genutzt und Vega angefahren. Da zeigte sich dann beim defokussieren folgendes Bild:

2026-09-25-2153_5-Vega_0000.PNG

2026-09-25-2154_1-Vega_0000.PNG

Ich kann hier nun nicht wirklich erkennen, ob es dejustiert ist, anders natürlich, wenn der Spiegel deutlich in eine Richtung verschoben ist.

Screenshot 2026-09-26 003525.png
Screenshot 2026-09-26 003241.png

Bei dem rechten Bild hätte ich gesagt, ja dejustiert, das linke sieht für mich aber komplett anders aus.

Ich habe hierzu gestern 2 Objekte M57 und M13 aufgenommen. Die Kamera ist im Fokus, das habe ich an Vega mit der Bahtinov Maske geprüft (Bild unten).
2026-09-25-2156_0-Vega_0000.PNG

Nun bin ich mir mit den Sternen aber nach wie vor nicht sicher, ob das Gerät doch dejustiert ist. Bei M57 sehen die Sterne merkwürdig aus, mei M13 erscheinen sie mir normal:
Light_ASILive_30sec_Bin1_12.4C_gain255_2026-09-26_004622_0011.jpg


Light_ASILive_30sec_Bin1_13.5C_gain255_2026-09-26_001532_0015.jpg


Beide Bilder wurden für 30s belichtet mit einem Gain von 255 und Nachführung per Starsense Autoguider.

Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter und bin über Hilfe sehr dankbar.
 
Hi, der Fangspiegel sitzt nicht mittig, das kann man mit dem Lineal auf dem Bildschirm ausmessen. Ich habe das zweite Foto genommen und komme auf einen Abstand links 2,5 cm, und rechts knapp 2,8 cm. Bei den defokussierten Bilden kann man das genauso nachmessen und auch eigentlich mit dem bloßen Auge schon sehen.
Also keine Symmetrie des Fangspiegels.
 
Hi Herby,
ich hab mir heute Abend das Ganze nochmal visuell angeschaut an Vega mit folgendem Setup:

C8 mit Standard 1,25" Auszug. Zenitspiegel (Standard aus Lieferumfang) 9mm und 5mm X-Cel LX (Celestron) und ich finde nicht, dass der Fangspiegel dejustiert ist.

Bei den Bildern oben hatte ich folgendes Setup:

ASI 585MC an 2" Okularklemme, kein Reducer oder Flattner.

Ich muss dazu sagen, dass anfangs Vega nicht zentral im Blickfeld stand. Lass ich die Bilder über die KI analysieren mit dem Hinweis, dass nicht an den Schrauben gedreht wurde und manuell Vega ins Zentrum gerückt wurde, bekomme ich als Antwort, dass die Sternenform durchaus durch Abberation, oder Taubildung entstehen kann.

Aber Du bringst mich vielleicht auf einen guten Gedanken: Backfokus. Normalerweise ist das SC ja eigentlich recht gutmütig. Schließe ich aber die ASI 585MC (17.5mm) mit 2" Hülse auf T-2 an, dann hab ich da vielleicht, sagen wir, maximal 47.5mm.

Ich habe heute mal den 0.63x Reducer verwendet und dort den Abstand von 105mm, sehr genau eingehlaten mit folgenden Ergebnissen:

Light_ASILive_30sec_Bin1_22.4C_gain255_2026-09-27_211029_0001.jpg

M13: 30s, Gain: 255, 0.63x Reducer an SC 8"

Light_ASILive_20sec_Bin1_22.3C_gain255_2026-09-27_213208_0001.jpg

M57: 20s, Gain: 255, 0.63x Reducer an SC 8"

Und ich finde, dass die Sterne hier auch schon in den Rohbildern wesentlich besser aussehen.
 
Der Sterntest ist ein sehr empfindliches Verfahren zur Beurteilung der Justage, wenn das Sternscheibchen nicht zu groß ist also nicht zu weit defokussiert wurde.

Vega wird dafür wahrscheinlich zu hell sein. Such dir einen Stern 2-3. Größenklasse und das defoussierte Sternscheibchen sollte 100-150 Pixel groß sein und Belichtungszeit 1-2 Sekunden. Damit ist das Verfahren wesentlich empfindlicher und eventuelle Abweichungen lassen sich identifizieren.

Ebenso achte darauf das keine Bereiche, überbelichtet sind.

Ich hatte letztes Jahr zu Sterntests inkl. Auswertung mal ein Tutorial zusammen geschrieben, Link unten.

Grüße,
Alex


 
Hallo. Ich schrieb das aus dem Grund, da ich voriges Jahr mit meinem Mak 127 den falschen Arbeitsabstand vom Reducer hatte. Da sehen dann natürlich auch die Sterne komisch aus. Jeder Reducer/Flattner hat einen bestimmten Arbeitsabstand. Viel Glück.
 
Die Justage sieht erst mal gut aus .
Ich glaube nicht das das die Ursache weil der Fangspiegel so minimal nicht in der Mitte ist .
Ich glaube am Livebild würde man das nicht erkennen.
Ich sehe da eher eine Verkippung .

Gruß Frank
 
Hallo. Ich schrieb das aus dem Grund, da ich voriges Jahr mit meinem Mak 127 den falschen Arbeitsabstand vom Reducer hatte. Da sehen dann natürlich auch die Sterne komisch aus. Jeder Reducer/Flattner hat einen bestimmten Arbeitsabstand. Viel Glück.
Hej Herbert,

bin beruflich gerade stark eingebunden, deshalb kann ich nicht so schnell antworten. Das mit dem Backfokus beim Reducer weiß ich, ist für den Celestron 0.63 105mm. Das geht dann mit der ASO recht gut zu basteln. 50mm T2-Adapter, 17,5mm ASI und die restlichen 37,5mm mit Abstandsringen. Das kalkuliere ich schon. Das Problem bei den komischen Sternen der ersten Bilder war nicht der Reducer, denn dort hatte ich keinen verwendet, da mir noch eine Hülse auf 2" fehlte, um auch einen Filter einzusetzen. Deshalb ohne Reducer. Und da bin ich davon ausgegangen, dass der Backfokus des C8 eher sekundär eine Rolle spielt.

Ich gehe da, nachdem ich ausgiebig getestet habe und die Sterne in den letzten Fotos die "Normalform" haben, wie Frank eher von einer Verkippung aus, oder vielleicht, weil relativ senkrecht nach oben zeigend, von einer Microbewegung der Kamera durch Kabel, oder ähnliches aus.


Ich möchte mich an dieser Stelle aber dennoch bei allen Leuten bedanken, die hier ihre Ideen eingeworfen und dadurch den kollektiven Gedankenmotor in Betrieb gesetzt haben, davon lebt eine Gemeinschaft von Menschen mit gleichem Hobby. Es hat mir sehr geholfen auch mal, neben meinen eigenen Ideen, andere Gedankengänge in meine Überlegungen einfließen zu lassen.
 
Falls noch nicht bekannt, das hier ist die ultimative Anleitung zur Kollimation eines SCTs von einem der besten Plantenfotografen der Welt, Thierry Legault:

www.astrophoto.fr/collim.html
 
Hi,

eine Verkippung spielt doch erst mal keine Rolle. Deine Sterne sehen auch in der Bildmitte beschissen aus. Also erst mal alles an Reducer raus. SC gut auskühlen lassen, Stern (nicht Vega) zentrieren und dann noch mal minimal in beide Richtungen defokusieren und mit hohem Gain ein paar sehr kurz belichtete Aufnahmen machen. Deine Testbilder oben sind absolut nicht geeignet um die Justage zu burteilen. Viel zu weit defokusiert und der Stern viel zu hell.

Der 0.6er Reducer ist fotografisch nicht wirklich gut. Den Arbeitsabstand kannst Du vielleicht noch etwas optimieren, aber wunder darfst Du von dem nicht erwarten. Der 0.8er ist besser, aber auch nicht wirklich gut. Es gab hier mal einen guten Bericht zu Reducern für die SC, finde ich aber auf die schnelle nicht.

Ich würde hier noch mal systematisch ran gehen. Und das erste ist die Justage die passen muss. Ein SC ist da sehr empfindlich. Aber das Gerät muss auch ordentlich ausgekühlt sein, sonst hast Du Tubusseeing. Wenn dann die Sterne mit kurzbelichteten Aufnahmen (1-2 Sekunden) passen kannst Du den nächsten Schritt mit längeren Belichtungen machen und schauen wie gut Dein Guider ist. Das wäre auch noch eine Fehlerquelle.

Gruß Markus
 
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