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Jupitermond Ganymed - 20.12.13

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Hallo,

Ich habe weiter meine Aufnahmen vom 20.12.13 bearbeitet.
Ich war mir nicht sicher, ob die Strukturen bei Ganymed Schärfungsartefakte waren, aber die sind so auf mehreren Aufnahmen. Daher müssten das doch tatsächlich Oberflächendetails sein, oder ???
1. Bild: Ganymed seperat bearbeitet und um 1,5 vergrößert. Das zweite Bild zeigt nochmal meine Jupiteraufnahme jetzt aber mit neu bearbeiteten Mond.

Mit Digicam durchs Okular meines 8'' F6 Dobson gefilmt.

Gruß,
Holger
Hallo,

Erst einmal Danke für die rege Diskussion die hieraus entstanden ist. Ich habe mir auch die Simulation von Carsten angesehen und dann auch mal eine Ganymed Aufnahme vom 3.12.13 getestet. Bei übertriebenen Schärfen erhalte ich da in der Mitte ein dunkles eher punktförmiges Artefakt. Wenn ich das aber mit der hier gezeigten Aufnahme vergleiche, sieht das aber doch anders aus. Die Strukturen sind ja nicht nur im Zentrum und haben auch eine andere Form.
Naja keine Ahnung ob das wirklich Oberflächendetails sind aber Christian hatte ja auch ähnliche Strukturen und bei mir sind die an dem Abend auch in mehreren Aufnahmen vorhanden.

Gruß,
Holger
 
Hallo mitsammen,

ich habe bei der Veröffentlichung von Holger und Carsten gesehen, daß auf beiden unabhängig von einander durch EBV gewonnenen Bildern das gleiche Detail schemenhaft zu erkennen ist. Sollten auf beiden Bildern die Artefakte identisch aussehen? Eher unwahrscheinlich.

CS Erich
 
Nochmals hallo!

@ Erich: Meines Erachtens ist es ja gerade dies, dass sowohl meine Mondsimulation, die ja lediglich 3*3 Farbklekse (also gefärbte Pixel) und nicht eine reale Aufnahme (!) darstellt, ein analoges Muster produziert, wie eine reale Aufnahme eines kleinen Objektes.

Ich habe damit aber nicht abschließend sagen wollen (vgl. Fazit am Ende der Rubrik auf meiner Home), dass ich es als gesichert ansehe, dass die Mondbilder nur artefizielle Muster zeigen. Lediglich ist die Simulation als ernsthafter Hinweis darauf zu verstehen, dass man aber mit dieser Möglichkeit rechnen muss.
Übrigens scheinen manche der Artefakte ja bereits beim Stacken zu entstehen, und zwar an der Grenze der einzelnen gefärbten Pixel. Ich bin leider weder Mathematiker noch Informatiker, kann also bestenfalls mutmassen, dass dies evtl. mit dem Stacking- Algorhythmus zusammenhängen könnte (?!).

Ich denke, dass diese "Unbestimmtheit/ Unschärfe" bei den gestackten Abbildern auch lediglich im Bereich kleinster Objekte eine Rolle spielt; die Grenze dürfte bei etwa < 5 Auflösungspunkten liegen.
Insofern wäre ein Vergleich mit Jupitermondaufnahmen größerer Optiken bei idealem Seeing sehr interessant (-> z.B. vom Pic du Midi).

P.S.: bitte schaut Euch einmal die optimierten Voyager- Aufnahmen von Ganymed an, selbst aus der viel größeren Nähe der Raumsonde sind die Albedo- Unterschiede nicht sonderlich deutlich

Auf alle Fälle bin ich gespannt, wie das Thema weiter geht!

Beste Grüße!
Carsten
 
Hallo,

Hier nochmal ein Nachschlag: Ganymed

Die Aufnahme ist etwas früher entstanden und ich habe die Größe verdoppelt. Hier sind wieder die Strukturen zu erkennen.

Gruß,
Holger
 
Hallo nochmals,
ich habe jetzt einmal in einem alten "Himmelsjahr" (2002) nachgelesen; die Albedo von Ganymed ist mit 0,44 eher gering. Auf der Oberfläche gibt es zwei größere dunklere Regionen, wobei der wirkliche Kontrast bei der eher geringen Albedo nicht allzu stark sein dürfte.
Mit großen Teleskopen wäre auch gelegentlich ein dunkler Fleck gesichtet worden.
Bei wiederholten Aufnahmen sollte die dunklere Struktur aber positionsabhängig wandern, d.h. nicht immer recht zentral gelegen sein.

Noch eine Idee zum Thema:
Ganymed ist ja sehr klein (wie gesagt etwa 1,5 bis 1,8"), d.h. bei 8" Öffnung stehen mir nur bestenfalls drei "Auflösungspixel" zur Verfügung. Bei den realen Seeing- Bedingungen macht aber die Luftunruhe bereits Verschiebungen von geschätzt mind. einem Pixel in jegliche Richtungen aus, d.h. selbst bei gutem Stacken etc. wird das Scheibchen ein wenig "aufgeblasen". Bei derart kleinen und lichtschwächeren Objekten kann dies schon etwas ausmachen (beim Aufnehmen werden ja die Parameter zudem für den Planeten Jupiter eingestellt). Bei vergleichsweise großen Planeten spielt dies am Planetenrand ja praktisch (fast) keine Rolle mehr, der Rest wird beim Stacken ausgeglichen.

Also ich bin nach wie vor skeptisch, wie gesagt, interessant wäre eine optimierte Aufnahme eines deutlich größeren Teleskops bei sehr gutem Seeing!?

Beste Grüße!
Carsten
 
Hallo Carsten,

Ich habe da auch mal nach: jupiter ganymed strukturen gegoogelt. Da sind schon einige vergleichbare Aufnahmen zu finden. Kann aber natürlich sein, dass die Strukturen da alle nicht real sind, aber ich selbst glaube inzwischen eher an wirkliche Oberflächendetails. Es sind ja auch nur helle und dunkle Stellen, die schemenhaft zu erkennen sind.

Gruß,
Holger
 
Hallo Carsten,

du hast im letzten Post sehr interessante Argumente vorgebracht. 100%ig sicher bin ich mir auch nicht, intuitiv würde ich aber eine reale Erscheinung annehmen, wie auch immer sie geartet ist.



beste Grüße,
Christian



EDIT: Als Ergänzung hier nochmal mein Bild.

 
Hallo Christian, Holger und Erich,

ich weiß es auch nicht, wie ich mich entscheiden soll.
Wenns es sich um echte Details an der Auflösungsgrenze handeln würde, wäre das natürlich großartig und ich fände es auch einfach super! Andererseits bin ich "Berufsskeptiker", somit kann ich mch nicht eindeutig entscheiden.

Also: zunächst weiter beobachten, aufnehmen und abwarten, was alles kommt!
Denn: vor etwa 20 Jahren habe wir auch nicht gedacht, dass man heute deart hochauflösende Planetenaufnahmen mit Amateurmitteln anfertigen kann, und doch ist dies Wirklichkeit geworden!

Unklar ist ja auch, ob man evtl. bei manchen Bedingungen durch eine Art "Speckle"- Effekt (analog der kontrovers diskutierten Speckle- Interferometrie) noch unter die theoretisch mögliche Auflösungsgrenze gelangen kann... wenn ja, dann wäre auch mit höherer Wahrscheinlichkeit an echte Oberflächendetails bei derart kleinen Objekten zu denken.

Es bleibt spannend, oder um mit Uwe Pilz zu schließen "Bleib(t) dran am Okular" !

Beste Grüße!
Carsten
 

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