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M42 zum Dezember-Ende

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Hallo,

11 Tage nicht zur Arbeit, doch nur in der Nacht zum 29. Dezember
konnte ich für etwa 1,5 Stunden den Himmel hier südlich von Hannover
für Aufnahmen gebrauchen.

Da kann man schon neidisch nach Süddeutschland blicken. Doch sicherlich
gibt es dort auch mal schlechtes Wetter.

10 Aufnahmen mit 360s Belichtungszeit waren möglich.
Das Teleskop war der TSAPO0906 mit 90mm Öffnung und mit dem Riccardi-Reducer
auf 450 mm Brennweite gebracht.

Weiter war ein IDAS LPS-D1 Filter im Einsatz.

Als Kamera die ATIK 383L+Color bei einer Chip-Temperatur von -29°C.
Die Umgebungstemperatur war etwa +5°C.

Für die Bildbearbeitung habe ich nur Fitswork benutzt.
Darks und Flats habe ich auch verarbeitet.

Als Ergebnis 9 Aufnahmen als Summenbild und eine Einzelaufnahme.

Alles Gute für 2016.
Hoffentlich wird es hier im Norden besser als das letzte Jahr !

LG & CS
Horst

Hallo Horst,

ein schöner Gesamteindruck. Da sieht man, um wieviel besser eine gestackte Aufnahme als ein Einzelbild das Objekt zeigt.

CS Erich
 
Hallo Horst,

ausgesprochen schön finde ich auch die Sterne ohne blauen Rand. Der TS-90er ist schon ein starker APO.

Zwei Fragen hätte ich:
Wie lange belichtest Du die Flats bei der 383er?
Wenn Du auch Bias-Frames gemacht hast: Hat das Master-Bias auf der linken Seite ein Streifenmuster? (Je nach Aufnahme SW kann es auch die rechte Seite sein – die Atik SW spiegelt die Frames.)

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo zusammen,

in den Alpen hätte ich auch gern mein zu Hause. Aber man kann nicht alles haben.

Seit 4 Jahren mache ich Astrofotografie. Hier im Weserbergland habe ich im Jahr etwa
5 gute Beobachtungsnächte pro Jahr, und vielleicht weitere 10 für irgend welche Experimente.

Um brauchbare Ergebnisse zu bekommen habe ich mir somit die Atik-Kamera in der Farbversion
zugelegt. Wie ich oben schon geschrieben habe, waren in den letzten Tagen gerade mal 9 einigermaßen
brauchbare Aufnahmen möglich.

Die Flats habe ich 5 Sekunden lang belichtet. Die Helligkeit der Flatbox so eingestellt, dass
ich das hier gezeigte Ergebnis erreicht habe.

Bias-Aufnahmen habe ich nicht gemacht. Da habe ich bei dieser Kamera für diese Aufnahmen keinen
Sinn drin gesehen.

Darks habe ich natürlich auch verarbeitet. Eine Aufnahme davon ist hier zu sehen.

Zu dem Seeing kann ich schlecht eine Aussage treffen. Der abnehmende Mond stand mit 86,3% Phase am
Osthimmel.

Ich warte nun auf eine mondlose Sternennacht mit gutem Seeing um das noch mal besser hinzukriegen.

Meine Vorstellung ist, pro Nacht ein Objekt zu schaffen. mit 3 bis 4 Stunden Beobachtungszeit sollte
das zu schaffen sein. Deshalb auch die Kamera in der Farbversion.

LG und CS
Horst
 
Hallo Horst,

vielen Dank für die Daten.

Bezüglich der Bias Frames:
Im Atik Forum diskutieren wir gerade die Streifenbildung am Rand der Bias Frames bei einigen 383er – sieht so aus wie das horizontal banding bei einigen STL11k von SBIG, jedoch nicht über das gesamte Bildfeld. Die Streifen schlagen allerdings nur bei Schmallbandaufnahme so richtig kräftig durch.

Bezüglich Wetter in den Alpen:
SQL Werte bei knapp 22 sind die Regel.
Das Seeing (SBIG Seeingmonitor) ist bei 50% der Nächte unter zwei Bogensekunden.
Nur das Wetter hat die letzten zwei Jahre nicht so gut kooperiert – dieser Herbst war allerdings der Wahnsinn.

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo Horst,

vielen Dank für das Masterflat.

@Seeingmonitor:
Der alte Seeingmonitor wird von SBIG nicht mehr produziert.

Der harte Kern von SBIG hat aber eine eigene Firma gegründet (SBS: Santa Barbara Scientific), welche eine neue Version des Seeingmonitors anbietet. Der neue SeeingMontor wird sowohl von SBIG als auch von SBS angeboten.

Ich glaube hier darf ich keine Links angeben, daher:
Zu finden auf der SBIG HP unter products/cameras/specialty/seeing-monitor/

Ich habe lange mit mir gekämpft (über ein Jahr) ob ich wirklich so viel Geld ausgeben möchte – ist ja nicht gerade billig – aber das Teil ist für mich jeden Cent wert. Das lokale Seeing vor Ort war auch die Grundlage für die neue Ausrüstung meiner Anlage. Sehr praktisch ist es auch wenn zB. das Guiding unruhig wird zu entscheiden, ob bei der Anlage etwas nicht optimal läuft, oder auch nur das Seeing schlechter wird. Wenn das Seeing schlecht ist, dann bleibt die Montierung mit dem großen Topf in der Parkstellung und die EQ-6 läuft mit einer kleineren Brennweite weiter.

@SQL:
Die SQL Werte sind sehr praktisch um die Helligkeit des Himmels bestimmen zu können.
Einen Link ins Forums ist sicherlich erlaubt:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/1149897/Searchpage/1/Main/214885/Words/SQL/Search/true/Re:_SQM-Vergleichswerte_Deutsc#Post1149897

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo Max,

gerade laufen bei mir in der Sternwarte Aufnahmen von M45.

Da stellt sich für mich die Frage, ob man nicht den Schwarzwert,
der bei den Aufnahmen mit der ATIK-Kamera angegeben werden als
Qualität für das Seeing heranziehen kann.

Hier mal eine Darstellung einer Aufnahme von M45.

Bei den 4 Aufnahmen die ich bisher heute Abend gemacht habe zeigten sich folgende Schwarzwerte.

1419 - 1404 - 1380 - 1311

Diese Werte zeigen mir, dass der Hintergrung immer dunkler wurde.

Ist doch ein Zeichen, dass sich das Seeing in folge der Aufnahmen verbessert hat.

Oder ?

Bei meinen Aufnahmen im Herbst 2015 waren diese Schwarzwerte bei 1130.

Ich war gerade noch mal draußen und habe die Öffnung der Sternwarte ein Stück weiter gedreht
( funktioniert bei mir noch nicht automatisch ), da kam mir eine Idee !

Kann man nicht das reflektierte Licht eines definierten Laserstrahles als Maß für das Seeing
nehmen? Je heller der Laser am Himmel erscheint, umso mehr Wasser und Schmutzpartikel müssen
doch in der Atmosphäre sein.


LC und CS
Horst
 
Hallo Horst,

der Schwarzwert „könnte“ als Maßstab für die Himmelshelligkeit herangezogen werden.

„Könnte:“ In Wirklichkeit spielen hier aber sehr viele Faktoren ein Rolle. Wie lange habe ich belichtet, welche Optik mit welchem Öffnungsverhältnis wird verwendet, wie empfindlich ist der Chip, wie weit wird der Chip runter gekühlt, welches Pixelscaling wird verwendet, welche Filter….

Was hier aber auf jeden Fall zu sehen ist: Der Himmel wird dunkler, da bei der Ausrüstung zwischen den Aufnahmen nichts geändert worden ist.

Der Schwarzwert hat aber nichts mit dem Seeing zu tun. Das Seeing bezeichnet die Luftunruhe. Am besten zu sehen bei den FWMH Werten der Sterne.

Seeing Messungen:
Da gibt einige sehr interessante Möglichkeiten für uns, welche aber – abgesehen vom SBIG Seeingmonitor – im Grund auf eine kleine Materialschlacht hinauslaufen. Steht übrigens auf meiner DoTo Liste, da ich hierzu meine alten Geräte verwenden kann. Beim Laser liegst Du schon richtig. Diese Methode wird bei Großteleskopen für die adaptive Optik genutzt.

PS: Eine saubere Aufnahme! Ist dabei schon das RC zum Einsatz gekommen?

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo Max, und die Anderen,

im Augeblick bin ich immer noch mit dem 90er APO und dem Riccardi Reducer zugange. Da habe
ich eine Brennweite von 450mm, und mit der 383er ATIK ein Bildfeld von 1°43' x 2°14'.

Das passt gut für M42, M45 und NGC2244. Denn das sind immer noch meine Projekte. Doch leider
habe ich immer noch Reflexionen, wir ich hier geschrieben habe, zu kämpfen.

Qualitätskontrolle lässt grüßen !

Jetzt heißt es wieder auf die nächste gute Nacht warten. Ich hoffe mal nicht wieder so lange !

Da ich ja die Überwachung meiner Aufnahmen mit Team Viewer aus meiner "Funkbude" mache,
sind die Schwarzwerte für die Aufnahmeserie schon hilfreich. Dann muss ich nicht nach draußen
und nachschauen.

Ansonsten war die Luftfeuchtigkeit in der Nacht bei 96% bis 99%. Ist ja auch nicht gerade wenig.

Grüße
Horst





 
Hallo Horst,

ich bin immer wieder erstaunt wie Farbenrein der TS-90er abbildet.

Bezüglich Reflexion:
Bei den Linsen kenne ich mich nicht so aus. Bei den Spiegelsystemen habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass man die Reflexe sieht wenn man sich eine Blende in der Größe des Chips macht (einfach aus Papier) und dann von der Fokusebene durch diese Blende reinschaut - während der Tubus zart beleuchtet wird. Mit dieser Methode habe ich bei meinem RC die Befestigungsschrauben des Moonlite Focuser schön im FS glänzen sehen. Nach dem Schwärzen der hoch glänzenden Schraubenköpfe waren auch die Störungen verschwunden.

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 

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