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Helix-Nebel in Ha und OIII

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Hallo Sternfreunde,

in der letzten Zeit habe ich mich wieder mit dem Helixnebel beschäftigt und einiges an Rohdaten gesammelt, die ich nun endlich nach dem „Tone Mapping“–Verfahren verarbeiten konnte.

Die Aufnahme (oder besser gesagt "Tone Mapping -Komposit") besteht aus:

10 x 600s OIII vom 30.09.2011 als G- und B-Kanal
20 x 600s Ha vom 01.10.2011 als R-Kanal

8 x 300s pro LRGB-Kanal vom 08.08.2011
(verwendet wurden praktisch nur die Sterne für die Schmalbandluminanz)

Eingesetzt habe ich:
Kamera: G2 8300 FW
Optik: TL Apo 906 + William Optics 0.8 Reducer
Software: MaximDl, Regim, Fitswork, PS
Die Frames wurden gedither und mit Masterdark und Flats kalibriert.

Wie immer hoffe ich, dass es gefällt.

Viele Grüße aus Ingolstadt
Andreas
Hallo Andreas,

beeindruckendes Bild! Sind auch RGB-Farben in den Sternen? Dann könnte hier die Sättigung höher sein.

Viele Grüße

Kai

 
Hallo Frank und Kai,

danke für die freundliche Beachtung !

@Kai:
Laut der Definition des Tone Mapping - Verfahrens beinhalten Sterne bei NB-Aufnahmen keine relevanten Farbinformationen (Zitat aus der Beschreibung von J-P Metsavainio: „Stars contains no relevant color information in Narrowband imaging").

Im reinen Schmalband-Komposit waren die Sterne leider relativ stark unterdrückt.
Deshalb habe ich mich kurzerhand entschlossen die Sterninformation aus den bereits vorhandenen LRGB-Daten zu nutzen, die direkt in die Schmalbandluminanz eingeflossen sind, also es gibt keine RGB-Farben in den Sternen.

Das tat den Sternen gut, allerdings habe ich mir bei dieser Aktion einiges am Rauschen im Hintergrund eingehandelt, da die LRGB-Daten nicht so perfekt waren. Wie vieles ist auch diese Aufnahme nur ein Kompromiss.

Viele Grüsse
Andreas
 
Hallo Andreas,

was mir vorschwebt ist eigentlich eine Kombination aus NB und BB mit Kombination der Falschfarben (Nebel) mit richtigen RGB Farben (Sterne).

Viele Grüße

Kai

 
Hallo Kai,

diese Technik habe ich auch im Blick. In dem LRGB-Helix vom August waren die Farben der Sterne dafür nicht hinreichend genug herausgearbeitet, so habe ich die Daten nur auf der „Luminanz-Ebene“ verwendet.

Aber vielleicht versuche ich die August-Daten unter diesem Gesichtspunk noch einmal zu verarbeiten.

Ich denke, dass das Experimentieren bei der NB-EBV einfach dazu gehört.

Viele Grüße
Andreas

P.S.
Am liebsten hätte ich so farbprächtige Sterne, wie in den Bildern, die Du immer in diesem Forum zu präsentieren pflegst.
 
Mir gefallen auf dem Bild besonders die zarten Ausläufer des Nebels.
Bekommt man es eigentlich hin, das Zentrum bzw. den eigentlichen Nebel nicht überzubelichten, aber trotzdem die schwachen Ausläufer bei zu behalten?

Grüße, Amin
 
Hallo Amin,

vorerst, es ist erst die dritte Aufnahme, die ich nach dem „Tone Mapping“–Verfahren erstellt habe, so fehlt mir leider noch die Erfahrung, bitte stufe mich deshalb als einen absoluten Tone Mapping-Anfänger ein.

Trotzdem möchte ich folgendes bemerken, beim Helixnebel besteht bei einer Belichtungzeit von 600s mit meinem Setup von Ingolstadt aus sicher keine Gefahr der Überbelichtung. Beim Orionnebel z.B. wäre es dagegen bestimmt der Fall, da hilft, imho, nur HDR mit unterschiedlich langer Belichtungszeit.

Das Tone Mapping erlaubt im Grunde nur ein „extreme stretching“ in der Tone Mape. Damit diese Technik funktioniert, setzt J-P Metsavainio gut kalibrierte und gradientfreie Aufnahmen voraus. Dies kann ich nach einigen misslungenen Versuchen nur unterstreichen. Eine Kalibrierung mit Flatframes und Dithering bei den Aufnahmen kann ich nur wärmstens empfehlen.

Das Problem ist nicht die Überbelichtung, sondern das Herausarbeiten von feinen Strukturen, die sich nur wenig aus dem Rauschen hervorheben. In seinem Verfahren mahnt J-P Metsavainio bei schwachen Strukturen besondere Sorgfalt an und drängt an einigen Stellen zu kleinen Iterationsschritten bei der Verarbeitung.

Viele Grüße
Andreas

 
Hallo Andreas,

meine Frage war einfach mal in die Runde geworfen.
Ich selbst betreibe keine Astrofotografie, sondern bin nur mit normaler Fotografie beschäftigt, bei der ich hin und wieder mal HDR eingesetzt habe.

Ich war nur mal neugierig, wie man so die starken Kontrastunterschiede in der Astrofotografie bewältigen kann, wenn man sie überhaupt will. Die feinen Strukturen in Deiner Aufnahme und das helle Zentrum bieten sich ja förmlich an, beides zusammen zeigen zu können.


Grüße, Amin
 
Hallo Amin,

in meiner Antwort bin ich wahrscheinlich zu sehr auf die Überbelichtung eingegangen. Wenn der Zahlenbereich der Kamera überschritten wird, hilft das Erstellen von Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, die dann miteinander Kombiniert werden. Hierzu gibt diverse SW-Lösungen bzw. Verfahren.

Auch wenn der Zahlenbereich der Kamera nicht überschritten wird, ist der enorme Dynamikbereich der Deepsky-Astroaufnahmen ist in der Tat eine Herausforderung. Die meisten modernen CCD-Astrokameras liefern eine 16Bit Auflösung. An einem 8 Bit- Bildschirm können die Rohaufnahmen nur ausschnittsweise betrachtet werden. Erst durch das Streachting von 16 auf 8Bit werden die schwachen, feinen Strukturen und die hellen Bereiche am Monitor gleichzeitig sichtbar.

Versucht man, die schwachen Bereiche durchs ein aggressives Streachting besonders hervorzuheben, führt das oft zum Aufblähen der Sterne. An dieser Stelle hilft das Tone Mapping - Verfahren.

Tone Mapping

Da es in diesem Verfahren um die Trennung der Sterne von den Ha/OIII/SII-Nebel-Bereichen, die dann separat gestreacht werden können, geht, sehe ich auf den ersten Blick keine praktische Anwendung in der normaler Fotografie.

Zitat: Die feinen Strukturen in Deiner Aufnahme und das helle Zentrum bieten sich ja förmlich an, beides zusammen zeigen zu können.

Ich hoffe, dass mir genau Das, zumindest ansatzweise, gelungen ist. Je nach der Monitor-Einstellung bzw. Kalibrierung kann das Ergebnis natürlich sehr unterschiedlich ausfallen.

Viele Grüße
Andreas
 

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