Hallo,
Am 1. Juni habe ich den Merkur endlich auch einmal früher gefunden. Zuerst war aber die Venus dran und leider zeigte sich hier ein eher schlechtes Seeing, aber immer noch besser als mittags.
Das Aufsuchen am Taghimmel geht jetzt dank einer simplen Idee viel einfacher.
Erst vor wenigen Tagen ist mir bei Stellarium die Anzeige Az/Alt aufgefallen. Da wird die Himmelrichtung gegenüber Norden und die Höhe über dem Horizont in Grad angegeben.
Also ein Geodreieck zur Hand und einen kleinen Kreisring von 0° - 90° beschriftet. Diesen habe ich auf ein Höhenrad des Dobson geklebt.
Außerdem habe ich ja meine Selbstbauplattform, die ja nach Norden ausgerichtet wird.
Also auch hier mit dem Geodreieck von der Dobsonmitte aus gemessen und Strahlen in 5° Schritten nach außen gezeichnet.
Das ich da nicht eher drauf gekommen bin, in der Praxis erwies sich diese einfache Lösung als sehr tauglich. Die aktuellen Werte der Venus aus Stellarium übernommen und grob eingestellt und schon war sie im Sucher zu sehen.
Jetzt wusste ich ja ziemlich genau wo der Merkur sein musste, also eingestellt und ein 20mm Okular mit selbst gebastelten Fadenkreuz zum Auffinden verwendet.
Für den Sucher reicht beim Merkur die Helligkeit nicht aus. Nach ein paar Schwenks tauchte Merkur auch schon im Okular auf. Dann schnell der Wechsel auf Kamera mit Barlow und schon konnte es los gehen.
Also so schnell habe ich Merkur noch nie gefunden, eine enorme Erleichterung.
Zwei hintereinander liegende Aufnahmen erwiesen sich nacher als die besten, so dass ich mir da auch noch die Mühe gemacht habe, die besseren Frames manuell zu selektieren.
Insgesamt habe ich 75% von 939 Frames gestackt.
Das Endergbenis ist eine 300% Version und ich bin von den doch deutlich sichtbaren Strukturen begeistert.
Teleskop: GSO 8'' F6 Dobson
Kamera: Asi120mc mit Baader Q-Turret Barlow
Gruß,
Holger