Du verwendest einen veralteten Browser. Dieser kann eventuell diese oder andere Webseiten nicht richtig darstellen. Du solltest deinen Browser aktualisieren oder einen alternativen Browser verwenden.
die zwei ungleichen Nachbarn in der Sommermilchstrasse waren mir schon vor 25 Jahren ein (analoges) Foto wert.
Aufnahmedaten: 27.7.2009 20x2'30" EOS 450a auf 10"Newton/EQ6
Autoguiding mit AlCCD5 und Guidemaster per 80/400 Achro, gestackt in DSS, bearbeitet in PS. Aufnahmeort Enzersfeld 5km von Wien entfernt.
Kommentare und weiterhelfende Anmerkungen sind wie imm er willkommen!
wunderbare Aufnahme. Zwei, drei Kleinigkeiten Dir mir auffallen sind:
- Der Hintergrund ist mir zu Dunkel und der Kontrast zu hoch
- Die Ausleuchtung ist nicht ganz perfekt. Eventuell mit Flats arbeiten
- Die Farbsättigung ist mir ein wenig zu intensiv
Ich arbeite mit einem künstlichen Flat, d.h. das Summenbild wird auf eine zweite Ebene kopiert und dort per gezieltem Stempel und anschliessender gaussscher Unschärfe komplett platt gemacht, sodass nur das vignettierte Streulicht übrigbleibt. Das wird dann per Ebenen/Fülloptionen/Differenz abgezogen. Dann wird der Hintergrund alpin dunkel und man merkt nichts mehr von der nahen Grossstadt. Allerdings hatte ich dann Probleme mit dem natürlichen Aussehen, sodass ich diesmal nur 80% abgezogen habe und lieber den Rest bei der Bearbeitung mit den Gradationskurven abgesenkt habe. Bei der Sättigung nabe ich eigentlich nicht nachgeholfen, nur die Farbwerte etwas verschoben (Astro-Umbau).
Bei den Bildbearbeitung gehts mir wie bei der Tonbearbeitung: Der erste Mix ist immer für die Katz. Wenn man am nächsten Tag das Ergebnis sieht, macht man lieber alles neu... Mal sehen wie es morgen ist...
Teufel, diese ganzen Regler in der digitalen Dunkelkammer
ich bin zwar nicht der Astrofoto-Profi aber wie kann man an so einem Bild noch etwas finden das nicht ganz o.k. ist.
Wo sind die Grenzen der Perfektion.
Das kann alles genauso bleiben. Aber man kann sich natürlich auch alles unnötig schwer und kompliziert im Leben machen.
Es gibt keine grenzen selbst die obersten ober Profi's versuchen selbst aus ihren für uns perfekten Aufnahmen immer noch das non Plus Ultra aus ihren Aufnahmen raus zu kitzeln. Das geht nicht nur bei den ober Profis mit Ausrüstung in Wert von 20.000 € und mehr los, sondern beginnt schon bei den einfachsten Sternfeldaufnahmen.
Daher auch der Satz von Tommy->
"Kommentare und weiterhelfende Anmerkungen sind wie immer willkommen!"
Weil er auch nach der Suche ist seine Rohaufnahmen noch um das letzte quintchen zu verbessern. Gerade in der Bildverarbeitung gilt, Wissen ist Macht! Es geht nichts über einen Dunklen Himmel aber auch bei Tommy ist zu sehen was Bildbearbeitung bringt.
Daher sind jede Verbesserungsvorschläge willkommen und jeder kann sie ausprobieren und auf dessen Bassis schauen was wirklich noch sinnvoll ist für seine Aufnahme.
Zu dunkler Himmel oder nicht das ist dann wieder Geschmackssache.
Ich finde die Aufnahme auch sehr gelungen aber ich denke oder hoffe so geht es Tommy sicherlich auch "es geht bestimmt noch mehr" Ich selbst erwische mich hin und wieder die ein oder andere Aufnahme schon zum dutzendem male bearbeitet zu haben. Warum? ....... genau deswegen! ;-)
"Aber man kann sich natürlich auch alles unnötig schwer und kompliziert im Leben machen."
Ich denke das es damit nichts zu tun hat, sondern eher die Lust ist im Hobby noch mehr Spass zu haben und das ist das Endbild was man sich dann genüsslich auf dem Monitor anschaut und findet, OK die letzte Bearbeitung hat was gebracht.
ein Tipp: bei jedem Schritt das Histogramm begutachten, sobald auch nur ein kleines Stückchen der Daten fehlt den Schritt wieder rückgängig machen. Künstliche Flats schneiden meistens den Hintergrund ab, oder du versenkst ihn mit der Gradiationskurve im Schwarzwert. Das wirkt dann unnatürlich wie bei der oberen Aufnahme.
Bei Deep Sky Fotos stellt sich mir immer die Frage was ist ein "natürliches" Aussehen? Nachdem ja auch mit dem grössten Teleskop unter dunkelstem Himmel visuell nicht gesehen werden kann was das Foto rausbringt, gibt es keine eindeutige Vorgabe. Aber natürlich sieht man sofort wenn etwas zu "unnatürlich" aussieht. Astroknipserei steht als ästhetische Bildentwicklung eben an der Grenze zur Kunst, und viele Leute finden auch dezidierte Falschfarbenbilder a la Hubble-Palette sehr eindrucksvoll. Ich kann mir auch sehr schöne Bearbeitungen im Sinn moderner nicht-gegenständlicher Kunst vorstellen, PS bietet dafür geradezu eine Spielwiese.
Wenn man meine Rohbilder hernimmt, ist die Hauptproblematik sofort sichtbar: Wie bekomme ich das Streulicht weg? Mein Himmel hier bei Wien hat wenns gut geht mag 5 (kann ich Eta Umi sehen oder nicht?). Die Vignette bekomme ich mit einem Flat weg, aber die spezielle Farbe des Streulichts vermutlich nicht.
Deshalb habe ich diese Methode mit der Flat-Ebene entwickelt, und es geht mir auch darum, wie weit kann man das treiben? Ein dunkler transparenter Himmel wie ihn - hoffentlich - Daniel in Styria geniessen kann, ist bekanntlich die beste Voraussetzung für ein gutes Foto.
Das wird auch so bleiben, aber viele hier in Mittelerde müssen sehen wie sie mit einem aufgehellten Himmel zurechtkommen, und ich denke obiges Foto zeigt dass man nicht ganz verloren ist. Fototechnisch ist man immer in einer Lernphase, und deshalb sind Tipps von Leuten mit mehr Erfahrung einfach Gold wert.
Letztens erst meinte jemand "kennst du die Tiefen/Lichter Funktion in PS?" und hat mir damit das ausgebrannte Zentrum von M13 gerettet. Auch in der Aufnahme oben war die Frage, wie die Dynamik in der Galaxis zu gestalten ist, damit auch die schwächsten Bereiche sichtbar sind, aber der helle sternförmige Kern sich noch abhebt.
Zu guter Letzt ist es auch immer die Frage, welchen Aufwand will ich treiben? Ich kenne das aus meiner musikalischen Tätigkeit, wo ich schon mal ein Jahr meines Lebens über einer Aufnahme gesessen bin um alles perfekt zu machen. Das werde ich sicher nicht wieder machen, obwohl es schön und intensiv war. Es gibt Leute, die haben den Rot und Blaukanal einer Aufnahme seit Jahren auf der Platte, und warten bis alles passt für Grün und Luminanz, und gehen dann mit hunderten Bearbeitungsschritten die mehrfach wiederholt werden, langsam Richtung Ergebnis. So buddhistisch möcht ich auch wieder nicht sein, und lieber mit one shot arbeiten und am nächsten Tag das Ding fertig haben und bereit für neues sein. Na, wer weiss, was morgen kommt?
genug geschwatzt, gestern war der Iris-Nebel NGC7023 dran!
das hat nix mit Ästetik oder mit "wie krieg ich das Steulicht weg" zu tun sondern lediglich damit dass du dir damit Bildinformation abschneidest. Klar das streulicht is dann auch weg, aber das ist schon ein starker Preis den ich nicht bereit wäre zu gehen.
Ein bekannter hat mir gerade Bilder zugespielt aus der mitte von Graz: M31. Dort hat der Himmel vllt auch nur 4.5-5mag maximal. Ich werde mich mal da dran setzen und schaun was es denn für techniken gibt um das Streulicht wegzubekommen ohne das Histogramm zu beschneiden, meld mich dann bei dir Tommy
das ist ein sehr sehr willkommenes Angebot! Lasset uns die Klingen schärfen und die unerwünschte Bildinformation wegoperieren, und nur die erwünschte soll bleiben! Nach der akustischen Mikrochirurgie möchte ich auch in der optischen weiterlernen.
Die Crux der Geschichte ist dass die letzten Reste der Bildinfo am linken Ende des Histogramms sich mit dem Streulicht vermischen, und wenn ich mit der oberschlauen Methode das Streulicht abziehe, unschöne Artefakte beim Verstärken dieser Reste entstehen. Na die senke ich eben ab um nur die Rosinen aus dem Kuchen zu essen. Das gibt den dunklen Hintergrund.
In der obigen Aufnahme habe ich etwas Streulicht stehen gelassen, und prompt kommt die Rückmeldung was ist denn nu mit Flats, du Faulsack? Na siehste.
Ich halte mich jetzt da streng an das Buch "Photoshop Astronomy" vom Scotty, das kann wirklich was, und wenn man die Beispiele gleich am echten Bild testet lernt man das super anwenden.
Im moment mühe ich mich noch mit nem Gradienten ab - will kein künstliches Flat machen...aber dann kann ich das Ergebnis mal zeigen was an M31 schon aus der Grazer Stadt geht.
Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.