Draco Zwerggalaxie

joetaiga

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Hallo zusammen,

nachdem das mit der Leo Zwerggalaxie so gut geklappt hat, habe ich mich mal an einem exotischeren Objekt aus der Kategorie versucht, der Draco Zwerggalaxie UGC 10822. Die befindet sich in 260.000Lj Entfernung und hat 2.000Lj durchmesser. Für mich überraschend steht der Drachenzwerg nur auf Platz 13 der Rangliste der nächsten Galaxien. Da hat sich deutlich was getan, seit ich mich das letzte mal mit den Satellitengalaxien der Milchstraße beschäftigt habe.

Die scheinbare Größe ist zwar in etwa auf dem Niveau des Vollmonds, das Teil ist aber extrem schwach. In Summe sind das zwar beachtliche 10,6mag, aber das verteilt sich auf diese große Fläche. Das Verhältnis Helligkeit/Masse ist extrem klein, der Anteil an Dunkler Materie verhältnismäßig groß. Auf Einzelbildern sieht man überhaupt nichts. Von daher hatte ich keine großen Erwartungen. Da ich aber alles was Rang und Namen hat gefühlt schon dreimal durchfotografiert habe, habe ich es einfach mal 20h laufen lassen. Falls das gar nichts werden sollte, habe ich rechts den 6,8mag A2 Stern HD 148013 und die direkt daneben gelegene elliptische Galaxie NGC 6370 mit ins Bildfeld genommen.

Aber siehe da...schon im Rohstack war die Galaxie gut zu sehen und zumindest für die helleren Sterne konnte ich sogar die Farbe darstellen. Aufgenommen habe ich LRGB zusammen ca. 20h mit einer Touptek 2600KMA, meinem TS 125mm Volksapo bei f/6,24 auf einer EQ6-R. Filter waren Astronomik Deepsky LRGB.

UGC10822crop.jpg

Auf dem Crop hier sieht man die Galaxie so wie sie ist im Sternfeld auf der linken Seite. In der Galerie habe ich noch eine Version hochgeladen, wo ich die Galaxie separat etwas verstärkt habe. Mir persönlich gefällt aber die schwächere Darstellung im Sternfeld besser:

Theoretisch wäre im Hintergrund noch etwas IFN möglich gewesen. Das hat aber so extrem gestört und von der Galaxie abgelenkt, dass ich den Hintergrund sogar noch etwas runter genommen habe.

Bearbeitet habe ich mit Siril, Parallax, Starless Axiom, Graxpert und Gimp.

Und das ganze nochmal im Portrait:
UGC10822_portrait.jpg


Grüße
Joachim
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Joachim,

deine Aufnahme der Draco-Zwerggalaxie gefällt mir ausgesprochen gut.
Das Objekt ist direkt auf meiner To-do-Liste gelandet,
theoretisch sollte es ja sogar im Herbst noch gut erreichbar sein.

Auch deine Bildbearbeitung gefällt mir sehr.
Respekt, dass du bewusst auf die Darstellung des IFN verzichtet hast.
Da hätten vermutlich viele nicht widerstehen können.
Das Ergebnis gibt dir aber recht: Das Bild wirkt angenehm ruhig
und der Blick richtet sich ganz auf die Zwerggalaxie.

Der einzige Punkt, der mir persönlich etwas auffällt,
sind die Sterne mit den großen, hellen Außenbereichen.
Ich würde das zwar nicht als Halos bezeichnen,
aber für meinen Geschmack wirken sie etwas dominant
und lenken den Blick stellenweise vom eigentlichen Motiv ab.

Aber das ist ja nur meine persönliche Ansicht,
da wirst du sicherlich auch noch einige andere Meinungen dazu bekommen.

Grüße und CS
Karsten
 
Der einzige Punkt, der mir persönlich etwas auffällt,
sind die Sterne mit den großen, hellen Außenbereichen.
Ich würde das zwar nicht als Halos bezeichnen,
aber für meinen Geschmack wirken sie etwas dominant
und lenken den Blick stellenweise vom eigentlichen Motiv ab.
Hallo Karsten,

liegt wahrscheinlich an der Streckmethode. Damit die schwachen Sterne der Galaxie überhaupt etwas hervortreten, habe ich praktisch erst mal ausschließlich über den den linken Histogrammteil gestreckt. Da werden dann halt die großen Sterne flauschig.

BXT könnte wahrscheinlich besser gegensteuern als Parallax. Zumindest gibt es hier einen separaten Regler für die Sternhalos. Bei Parallax kann ich nur die Sterne an sich zurücknehmen, aber nicht gezielt die Halos angehen. Und die Sterne an sich zurücknehmen, wäre bei dem Objekt natürlich eine Katastrophe. Die Sterne der Galaxie sind so schwach, dass die in einem normalen Astrofoto vermutlich gar nicht groß sichtbar wären. Aber hier sind sie halt das Motiv.

Grüße
Joachim
 
Oh ja, das Stretching ;) ist wirklich eine Wissenschaft für sich.
Wahrscheinlich hat da auch jeder seine ganz eigene Herangehensweise.

Ich persönlich strecke meine Bilder übrigens immer noch am liebsten mit Fitswork4.
Damit bleiben die Sterne meiner Erfahrung nach meistens am besten im Zaum.
Dafür stoße ich bei den typischen S-Kurven, mit denen sich der Kontrast besonders
elegant herausarbeiten lässt, etwas an die Grenzen.
Da bieten andere Programme inzwischen sicherlich mehr Möglichkeiten.

Grüße und CS
Karsten
 
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