William Optics MightyCat 71 f3.2 angekündigt

Mein erster Eindruck der William Optics MightyCat 71

Mein erster Eindruck der William Optics MightyCat 71 ist durchweg positiv. Ungewöhnlich im Vergleich zu den anderen William Optics Optiken ist, dass die MightyCat neben dem Schaumstoffkoffer zusätzlich in einer eigenen Verpackung geliefert wird. Das sorgt für einen hochwertigen ersten Eindruck.

Die Optik selbst wirkt, wie man es von William Optics kennt, sehr hochwertig und edel verarbeitet. Das können sie einfach. Besonders gut gefällt mir, dass bereits ein M54 Anschluss beiliegt. Viele Astrofotografen, mich eingeschlossen, nutzen inzwischen DUO Kameras, sodass dieser Anschluss direkt verwendet werden kann und man sich zusätzliche Adapter spart.

Ebenfalls mitgeliefert wird ein Inbusschlüssel. Das ist bei William Optics mittlerweile üblich und wird sowohl für den Wechsel des Kameraanschlusses als auch für den integrierten Sensor Tilt Mechanismus benötigt.

Insgesamt macht die MightyCat 71 einen sehr hochwertigen und vielversprechenden Eindruck. Was sie unter dem Sternenhimmel tatsächlich leisten kann, wird sich allerdings erst in den kommenden Nächten zeigen.

Kritikpunkte​

Ein Punkt, den ich immer wieder schade finde, betrifft den Transportkoffer. Es gibt leider keine Aussparung für einen montierten EAF. Gerade solche kompakten Optiken werden häufig für die mobile Astrofotografie eingesetzt. Dadurch muss der EAF für den Transport jedes Mal demontiert und anschließend wieder montiert werden, was unnötig Zeit kostet. Ich hätte mir gewünscht, dass William Optics hierfür inzwischen eine Lösung gefunden hätte. Diesen Wunsch habe ich bereits mehrfach geäußert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass lediglich eine Sucherschuh Halterung mitgeliefert wird. Auf der Seite ist bereits Platz für eine zweite Halterung vorhanden. In dieser Preisklasse hätte ich erwartet, dass mindestens zwei Sucherschuh Halterungen zum Lieferumfang gehören.

Alles in allem sieht die MightyCat 71 wirklich schick aus und bringt auf dem Papier sehr vielversprechende Eigenschaften mit. Sobald ich die ersten Aufnahmen gemacht habe, werde ich die RAW Dateien hier ebenfalls verlinken.
 

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@Mehmet Erguen
Hallo Mehmet, gibt es schon Erkenntnisse zur Performance?

CS;
Ulrike
 
Hier mal ein erstes Ergebnis. 😊

Es sind insgesamt 2 Stunden Belichtungszeit unter wirklich guten Bedingungen am Himmel über La Palma, aufgenommen mit der ASI2600MC Air, Gain 100 und 3-Minuten-Frames.

Es macht schon richtig Spaß, mit so einer Optik zu fotografieren. Bereits in den ersten 3-Minuten-Aufnahmen waren erstaunlich viele Details sichtbar.

Mit den Ecken und Kanten bin ich noch nicht ganz zufrieden.
Bei sehr hellen Sternen sind außerdem leichte Spikes zu erkennen, allerdings erst, wenn man extrem weit hineinzoomt


stack antares mighty cat 6.jpg
 
Hier sind noch drei unbearbeitete FITS-Dateien. Wer möchte, kann sie sich gerne selbst anschauen:

https://drive.google.com/drive/folders/1OUOgsCRxDDGSs0fYA8S3IMREPWicCZg9?usp=sharing

Mein Fazit: Wer eine schnelle und bezahlbare Optik mit vielen Features sucht, wird hier definitiv fündig. Mit der Abbildungsleistung in den Ecken und an den Kanten sollte man sich allerdings etwas intensiver beschäftigen, wenn man ein wirklich perfektes Ergebnis erzielen möchte. Alternativ kann man mit den kleinen Schwächen auch gut leben – im praktischen Einsatz fallen sie kaum auf.
 
Hallo Mehmet,

der Drive Ordner scheint leer zu sein.
Kannst du die Bilder nochmal hochladen?

Grüße
Brian
 
Moinsen,
also ich finde die RAW Dateien eher enttäuschend, die Sterne in den Ecken sind nicht gut. Klar, man kann das mit Software korrigieren, aber ich mag es lieber, wenn die Sterne schon im Rohbild gut aussehen. Das ist beim FSQ85 mit QB-Reducer und auch beim Svbony 545 der Fall, diese Teleskope liefern deutlich bessere Ergebnisse. Allerdings haben die natürlich kein F/3.2, der Tak hat "nur" F/3.9, der Svbony F/4.5. Trotzdem bin ich mit diesen Geräten zufrieden und brauche keine zweite Katze. Obwohl die Katze sehr gut aussieht. ;)
Viele Grüße
Michael
 
Wenn ein Teleskop 2600 Euro kostet, erwarte ich schon eine perfekte Abbildung der Sterne. Das bekommen billigere Teleskope auch hin, die sind dann eben langsamer. Eine kleine f-Zahl finde ich persönlich nicht so wichtig wie eine sehr gute Abbildung.

LG Olaf
 
Moin,

habe mir die Bilder auch grade angeschaut.
Sterne deutlich verzogenen zum Rand hin und ein heller Stern hat scheinbar "Ausbrüche" oder vertue ich mich da?
1785326092831.png

Ich war sehr kurz davor die Karte vorzubestellen.
Aber meine letzten Erfahrungen mit WO haben mich dann doch davor bewahrt.

Grüße
Brian
 
Es ist kein generelles Problem von WO, auch andere Hersteller "können" das:

1785328264327.png


Den WO Ultracat 56 habe ich selbst im Test gehabt und er bot eine saubere Abbildung (s. Fotos oben).

Aus meiner Sicht KANN das Blendenvignettierung oder optische Vignettierung sein, muss es aber nicht, zumal z.B. nicht alle SQA55 das Phänomen zeigen. Ich war im Cloudy-Nights Forum unterwegs seinerzeit und habe EINIGES an SQA55 Besitzern angeschrieben deswegen.

Ich habe schlussendlich meinen SQA55 verkauft.

Der Askar SQA60 zeigt diese Überstrahlungen/Vignettierungen NICHT.

Ich bin sicher, unsere Optik-Spezis, wie z.B. Gerd, können MÖGLICHE Ursachen deutlich besser deuten oder beurteilen.
 
Ich habe den Hersteller diesbezüglich konfrontiert. Es gibt die Möglichkeit, die Abbildung zu justieren, aber bei einem so teuren Equipment sollte das meiner Meinung nach eigentlich nicht nötig sein. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Optik die richtige ist.
 

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Also "pinched optics" Anpressdruck auf das Linsensystem zu hoch.
Den Fehler sieht man ja sehr häufig bei verschiedenen Teleskopherstellern.
Das zeigt wie wichtig eine Temperatur kompensierte Fassung ist.
Natürlich muss einmal alles richtig und optimal eingestellt werden.
Wahrscheinlich am besten bei einer niedrigeren Temperatur.

Selbst zu festsitzende Taukappen waren schon verantwortlich für diese Art Spikes.
 
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