Fehler im Hauptspiegel?

Whirlpool

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Hallo allesamt,
bin neu im Hobby und schaue abwecheselnd gerne selber durchs Okular oder mache Astrofotos. Bisher habe ich mit meinem 102 f/7 SD APO von TS Fotos gemacht, da gab es keine Bildfehler die mich gestört hätten, auch nicht bei 714 mm und sehr kleiner Kamera (ZWO ASI 715). Jetzt habe ich ein gebrauchtes Newtonteleskop gekauft, 150/900, ein älteres TS Photon. Visuell kann ich da auch keine Fehler feststellen, allerdings bei der Astrofotografie, wofür ich das Newton eigentlich gekauft hatte.
Anbei ein paar Bilder, die ich heute bei wolkigem Himmel schnell gemacht habe.
Deneb in Fokus:
in fokus_view.png

Deneb weit außer Fokus:
fokus weit außen_view.png


Deneb Fokus weit innen:
fokus weit innen_view.png

Ich habe bereits eine Hauptspiegelblende eingesetzt, welche den Ausschnitt auf 144 mm reduziert:
IMG_20260921_002942.jpg

So sieht der Blick durch eine Lochblende durch den OAZ aus:
IMG_20260921_002831.jpg

Ich habe den Hauptspiegel jetzt insgesamt drei- oder viermal draußen gehabt, zuletzt um die Blende einzusetzen. Ich habe darauf geachtet, die Halteklammern nicht zu fest zu ziehen. Habe nach vielen Videoanleitungen zig mal neu kollimiert, ob ich vielleicht etwas übersehen habe. Auf den Bildern scheint es aktuell leicht aus der Mittelachse raus zu sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Fehler daher kommt. Zumal, wie gesagt, ich habe die letzten Wochen zig mal hin und her kollimiert und der Fehler war immer gleich. An der Kamera liegts sowieso nicht, im APO macht sie super Fotos.
Vor dem Einsetzen der Blende war der Fehler gewaltig. Das out-of-focus Bild hatte eine riesige Kaustik wie ein Kometenschweif. Auf dem Foto mit dem Fokus weit außen sieht man auf halb 2 Uhr noch die Reste davon. Ich habe jetzt allerdings auch keine Lust, eine Blende einzusetzen, die aus dem 150 mm Spiegel einen 135 mm Spiegel macht, dann brauche ich nicht den großen Tubus und kann mich gleich auf 130 verkleinern.
Mein Verdacht ist, dass der Spiegel am Rand einen weghat. Winzige Stelle, wo was abegplatzt ist oder sowas. Dafür spricht, dass die Blende es besser gemacht hat.
Was sagen die Experten? Spiegel wegschmeissen? Noch engere Blende einsetzen? Oder habe ich den Fehler völlig falsch diagnostiziert und das ist alles quatsch?
Danke für euren Input.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ist unschön und verlangt nach einer Lösung.

- HS um ca. 90° drehen und schauen, ob sich der Fehler mitdreht. Falls Fehler sich nicht mitdreht ist nicht der HS verantwortlich.
- Genau an der Fassung prüfen, ob nicht irgend eine Schraube doch Streß auf den HS ausübt. Könnte auch eine seitliche Befestigungsschraube sein.
- Wenn klar ist, dass der Fehler nicht HS-seitig liegt, sollte der FS unter die Lupe genommen werden. Auch hierbei kann die optische Fläche an einer Stelle unter Spannung geraten sein.
- HS-Blende würde ich weglassen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

ragt da etwas in den Strahlengang ?
Der OAZ kann es eigentlich nicht sein, da es ja auch extrafokal zu sehen ist.
Vielleicht etwas am Fangspiegelhalter oder den Streben ?

Gruß,
Holger
 
Vor dem Einsetzen der Blende war der Fehler gewaltig.
Hallo Whirlpool,
Vielleicht bist du ja schon auf dem richtigen Weg mit der HS-Blende wenn sich der Abbildungsfehler reduziert hat. Vielleicht hast du ja noch ein Bild von dem Zustand vor der Montage der Blende. Ich könnte mir vorstellen, dass dein HS eine „abgesunkene Kante“ hat die noch nicht vollständig abgedeckt wird. Auf deinem Bild wirkt zumindest der rot markierte Bereich als wäre dort noch eine Kante sichtbar. Eventuell ist die Blende leicht verschoben und nicht ganz zentriert (gelb markiert).

Zu der Blende selber möchte ich ergänzen, dass diese aus meiner Sicht nicht ideal ist, da Sie auf dem Spiegel liegend montiert wird und mit einem kleinen Luftspalt kann diese eventuell aus der gewünschten Position rutschen. Es gibt schönere Lösungen bei denen die Blende oben an den HS-Klammern befestigt wird. Ich hatte für meinen Newton eine magnetische gekauft die nur aufgelegt werden musste.

Viel Erfolg
Grüße Michael
 

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Vielleicht bist du ja schon auf dem richtigen Weg mit der HS-Blende wenn sich der Abbildungsfehler reduziert hat. Vielleicht hast du ja noch ein Bild von dem Zustand vor der Montage der Blende. Ich könnte mir vorstellen, dass dein HS eine „abgesunkene Kante“ hat die noch nicht vollständig abgedeckt wird.
Genau aus diesem Grund habe ich oben geschrieben, die Blende erst einmal wegzulassen. Klar, wenn sich herausstellt, dass die Kante Mist ist, dann ist natürlich eine richtig bemessene Blende unerläßlich.

Viele Grüße
Werner
 
Liebe Leute,
danke schon einmal für die Vorschläge und Einschätzungen. Ich geb noch nicht auf und werde den Spiegel nochmal ausbauen um zu schauen, ob der Fehler sich mitdreht. Dabei werde ich die Blende weglassen und auch vom ganzen Fehler noch ein Foto machen. Außerdem guck ich mir den Spiegelrand mal ganz genau an, ob ich was verdächtiges sehe. Sollte es echt am Ende ein Fehler am Spiegel sein, ist die letzte (günstige) Option eine stärkere Blende, auch wenn ich es schade fände, da ich eigentlich schon die 150 mm Öffnung nutzen wollte. Aber erstmal abwarten.
Ich melde mich dann demnächst mal mit einem Update zurück.
 
Hallo nochmal,
ich wollte mich ja nochmal zurückmelden, falls jemand anderes auch mal über so einen Fehler stolpert.
Ich habe bei genauerem Hinschauen am Hauptspiegel tatsächlich einen Abbplatzer gefunden - winzig klein, aber ohne Blende natürlich trotzdem Teil des Strahlengangs:
IMG_20260923_183638.jpg

Vielleicht ist es das, vielleicht sorgt der Platzer auch im Glas drum herum für weitere Eigenspannungen, auf jeden Fall habe ich das Teleskop jetzt einfach zu einem reinem Beobachtungsteleskop umgewidmet. Da fällt es wirklich nicht so auf. Für die Fotografie habe ich mir dann doch ein anderes 6" Newton geholt, mit dem ich bisher sehr zufrieden bin.
Danke nochmal für das Feedback.
LG
 
Hi,

der kleine Bruch kann aus meiner Sicht nicht dafür verantworlich sein. Ich habe einen 10" Newton bei dem sich der Fangspiegel gelöst hatte. Der ist auf den Hauptspiegel. Haupspiegel hat ein paar Kratzer und der Fangspiegel einige Brüche die deutlich schlimmer sind als bei Dir. Etwas schwärzen und im Bild ist davon absolut nichts mehr sichtbar (ich bin nur fotografisch unterwegs).
Dein Problem muss eine andere Ursache haben. Ich würde daruf tippen dass da etwas in den Strahlengang ragt und/oder etwas reflektiert! Eine abgesunkene Kante müßte so stark abfallen dass das mit dem Auge sichtbar sein sollte.

Gruß Markus
 
Hallo, mit dem Muschelbruch hat das nichts zu tun, sieht nach Verspannung durch Halteklammer aus. Der Spiegel muss ganz leicht klappern können, sonst ist er zu fest eingespannt.
CS Mike
 
Hi,

das ist schon klar, aber der Stern sieht nicht nach verspanntem Haupspiegel aus. Wenn der verspannt ist, sieht das eher nach einem Dreieck aus. Das hier ist aber ein Ausbruch der meiner Meinung nach von einer Reflektion kommt.

Gruß Markus
 
Hi, wenn nur eine Halteklammer zu stark drückt muss es nicht dreieckig sein, sondern einseitig wie bei deinem Spiegel.
Lass alle Halteklammern und die Blende weg und teste nochmal.
Wenn es dann immer noch da ist, verdrehe den Spiegel um 30° und kontrolliere, ob sich der Fehler mitdreht. Wenn ja liegts am Spiegel, wenn nein an denn Klammern oder am Fangspiegel
CS Mike
 
Hi,

bin gespannt ob wir noch eine Rückmeldung hier bekommen. Interessieren würde es mich schon.

Gruß Markus
 
Hallo nochmal zum Thema,
also da es scheinbar doch nicht so eindeutig zu sein scheint würde ich mich (wenn ich die Zeit habe) vielleicht doch nochmal damit beschäftigen. Wie ich beschrieben habe, hatte ich den Spiegel mittlerweile 4 Mal oder so draußen, jedes Mal habe ich darauf geachtet, dass er nicht zu fest sitzt. Einmal war er sogar so locker, dass es geklackert hat, wenn man das Teleskop um seine Längsachse gedreht hat. Dass etwas in den Strahlengang ragt (außer dem OAZ bei Fokus weit innen), konnte ich nicht feststellen. Alles soweit standard wie bei jedem anderen TS Photon würde ich behaupten. Anbauteile sind von innen im Tubus mit winzigen Muttern gekontert, die Fangspiegelspinne hat diese Rändelschrauben zum Festziehen außen, die auch ein wenig in den Rand des Tubus reinragen (Edit: Sehe gerade, dass man das auf einem meiner ersten Fotos vom Inneren des Tubus ganz gut sehen kann) . Aber gut, ich werde mir das nochmal anschauen. Da ich im Labor schon Eigenspannungen von winzigen Punktfehlern ausgehend gesehen habe (vielleicht kennt ihr diese Polarisationsfotografie-Methode womit man das bei transparenten Proben gut sichtbar machen kann Beispielbild Wiki Commons), hätte ich das jetzt darauf geschoben. War vielleicht zu voreilig.
Für die unter euch, die es interessiert, werde ich mich dann demnächst nochmal hier drunter melden. Könnte aber dauern, momentan nutze ich die kostbare Zeit zum Astrofotos machen, weil das neue Setup so gut funktioniertk, sorry :LOL:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ganz einfach so vorgehen wie oben bereits mehrfach beschrieben.
Nur wenn du den HS einmal um ein ganzes Stückchen drehst und schaust ob sich der Fehler mit dreht weißt du mehr.

Viele Grüße
Werner
 
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