1. DSO Beobachtunsgwochenende mit 8" Dobson in FFM

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Sternenjaeger

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Hallo zusammen,

in den vergangenen beiden Nächten hatte ich endlich Gelegenheit und klaren Himmel um mein 8“ Dobson von Skywatcher zu testen und erste Deep Sky Erfahrungen zu sammeln. Mein Beobachtungsort war aus unserem Hinterhof heraus, der Nord-West Sicht bietet. Ich hatte mir zuvor einige Tipps geholt, welche Ziele ich trotz der schlechten Lage in Frankfurt anvisieren kann.

Die Nacht von Freitag auf Samstag war mehr oder weniger ein Schuss ins Blaue. Ich hatte mir die Ziele zwar gesetzt und im Deep Sky Atlas markiert, war aber nicht in der Lage sie zu finden. Meine Ziele waren: M13 und M92 im / beim Sternbild Herkules, M57 im Sternbild Leier. Bis auf hunderte von Sternen, die auch ein wirklich eindrucksvolles Bild boten, konnte ich nichts sehen. Stimmt nicht ganz: Zweimal haben sich schnelle Objekte durch mein Sichtfeld bewegt, ich nehme an, es handelte sich dabei um Satelliten. Mein Beobachtungszeitraum ging von etwa 22:30 bis 01:00.

Diese Nacht hat mir gezeigt: Mit dem Sucher, der standardmäßig dabei ist, komme ich gar nicht zurecht. Mein Grundwissen, alleine was die Sternbilder angeht, ist doch so begrenzt, das ich wirklich nur am Suchen bin. Dennoch bin ich mit einem guten Gefühl ins Bett gegangen und hatte schon Pläne für den kommenden Tag.

Am Samstag Vormittag, nach dem üblichen Wocheneinkauf, habe ich dann mein Telrad auf dem Teleskop angebracht und justiert (mittels des etwa 1,5 KM entfernten Turms auf dem Feldberg im Taunus). Die Montage war wirklich supereinfach und die Justierung hat mich keine Minute gekostet. Am Abend waren wir dann mit Freunden verabredet, so dass ich erst ab ca. 00:00 mit der Beobachtung beginnen konnte, und gegen 01:30 wie abgebaut habe.

Der Abend war jedoch was das Finden der Objekte anging ein voller Erfolg.

Dank des Telrad und des in der Vornacht erlangten Wissens wo sich Herkules denn nun wirklich befindet, konnte ich innerhalb von wenigen Minuten nach dem Aufbau M13 entdecken.

Zur Übersicht benutze ich ein gebraucht erworbenes Baader Hyperion 21mm, und plötzlich war da etwas zu sehen, was wie ein großer unscharfer Stern aussah: M13. Zugegeben war ich hellauf begeistert und ein wenig enttäuscht zugleich. Ich hatte gedachte, das man den Kugelsternhaufen M13 etwas besser erkennen kann. Schnell zur Okulartasche gegriffen und mein, wiederrum gebraucht gekauftes, Baader Hyperion 13mm ausgepackt, M13 möglichst mittig ins Okular geholt und dann das 13mm eingesteckt. Der „Fleck“ wurde größer aber immer noch nicht scharf. Das 5mm Baader Hyperion brachte, natürlich, nochmal eine Vergrößerung und man konnte doch ein paar Sternchen mehr erkennen. Mit etwas Konzentration und langem Blick wurden diese mehr, aber immer noch recht „schwammig“.

Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass der Himmel an sich etwas „heller“ erschien, als noch in der Nacht vom Freitag auf Samstag.

Dank dieses Erfolges natürlich hochmotiviert war mein nächstes Ziel M57. Erstmal war es für mich schwierig die Leier an sich, mit allen dazugehörigen Sternen, mit meinen bloßen Augen zu finden. Ist dieser helle Stern dort wirklich Wega? Ohne jetzt lange auszuschweifen: Er war es, und ich konnte den Ringnebel als Runden Flecken im Okular finden. Bei dem Runden Flecken den man mit Fantasie und wissen sich vorstellen konnte (natürlich farblos) wie man ihn von Bildern kennt handelte es sich als um das gewünschte Ziel, und ich war wieder sehr freudig über diesen Erfolg. Hier geht wieder ein dickes Lob an den Telrad Sucher! Das war eine TOP Investition! Hätte ich gewusst wie leicht das geht, hätte ich ihn schon viel früher angebracht.

Im Rausch des Erfolges wollte ich dann auch noch mein drittes, geplantes Ziel angehen: M92. Nach ein paar Minuten hatte ich dann auch dieses DSO im Okular. Auch hier konnte ich das Objekt nur mäßig auflösen. Aber der Ersteindruck solche Objekte überhaupt mit eigenen Augen zu sehen war wirklich klasse! :)

Nachdem ich meine drei geplanten Ziele gefunden hatte, versuchte ich noch etwas bei Andromeda zu sehen, dies blieb allerdings erfolglos. Also habe ich, zwecks Übung nochmal alle drei vorherige Ziele gesucht und gefunden. Übung macht ja den Meister.

Ich habe dabei auch nochmal das Seben Zoom Okular ausprobiert, das bei meinem Starterset dabei war. Hiermit hatte ich aber nicht mehr und nicht weniger Erfolg wie mit den Hyperions. Nur das Beobachtungsobjekt war schneller aus dem Blickfeld, was aber logisch ist. ;) So konnte ich das „schubsen“ ein wenig üben.

Nachts, nachdem ich alles wieder hochgeräumt hatte, bin ich dann mit einem zufriedenen Lächeln eingeschlafen.
Ich hoffe ihr erlaubt mir meine Fragen im Nachgang an mein erstes, erfolgreiches Beobachtungswochenende:

1.) Ich hatte ja schon selbst das Gefühl, das die Himmelsqualität am Samstag schlechter war, als am Freitag. Grundsätzlich sollte es mit dem 8“ Dobson schon möglich sein, die Kugelsternhaufen (jetzt im speziellen M13 und M92) aufzulösen, so das man mehr einzelne Sterne erkennen kann, oder?

2.) Ein dunklerer, besserer Beobachtungsort sollte allgemein ja bessere Ergebnisse bringen. Doch gibt es sonst noch mittel, die mir auch zuhause helfen, meine Beobachtungen zu verbessern? *1 Empfohlen wurde schon ein ordentlicher OIII Filter, der auch auf meiner Wunschliste schon steht.

3.) Beobachtungsziel: M31, der Andromedanebel. Auf dem Deep Sky Reiseatlas ist dieses DSO erheblich größer eingezeichnet als alle anderen, trotzdem hatte ich keinen Erfolg dieses DSO in mein Okular zu bekommen. Ich vermute hier hat der Flughafen und auch Frankfurt allgemein, einfach alles überstrahlt. Richtung Andromeda hatte ich gefühlt auch viel weniger Sterne im Okular als noch zuvor. Müsste man dennoch wenigstens einen Ansatz erkennen (was darauf deuten würde, ich habe M31 einfach nicht gefunden) oder kann es durchaus sein, dass M31 das Versteckspiel haushoch gewinnt? :)

Vielen Dank für eure Zeit für das Durchlesen und schonmal vorab für die Mithilfe. Ich kann es schon kaum erwarten das nächste Mal „auf die Jagd“ zugehen. Die beiden Nächte haben mir gezeigt, dass man doch einiges wissen muss um erfolgreich zu sein, und das „Learning by doing“ mir wirklich weiterhilft. Was ich ganz vergessen habe: Mit der Drehbaren Sternkarte kam ich nicht wirklich zurecht. Da muss ich auch noch mit üben.


*1 – Aktuelle Ausrüstung: Skywatcher 8“ Dobson 200/1200, Telrad, Standardokulare „Super 25mm WALE“ und „Super 10mm“, Seben Zoom 8-24mm, William SWAN 15mm, 2X Barlow, Variabler Mondfilter
 
Hallo Sascha,

aller Anfang ist schwer und es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen. :smiley47: So wie ich deine Ausführungen interpretiere, hängt es vor allem an zwei Dingen, die eine noch genußvollere Beobachtung einschränken. Wenn du das in den Griff bekommst, wirst du noch mehr Spaß haben, den du zweifelsfrei auch jetzt bereits hattest.

1) Geeigneter Himmel
2) Beobachtungserfahrung

Fahre beispielsweise einfach Richtung Vogelsberggebiet. Das ist vom Großraum Frankfurt leicht erreichbar. Dort findest du viel bessere Himmelsbedingungen vor und du kannst dort M31 bereits leicht mit dem freiem Auge erkennen. Mit etwas mehr Erfahrung und Übung wirst du die Himmelsobjekte einfacher finden und du lernst auch mit der Zeit besser einzuschätzen, was dein 8" im Stande ist zu leisten.

In Kürze zu deinen Fragen:

zu 1) Die Frage ist auch, was du aus dem Lichtsiff heraus erwartest. Mit 8" kann man bei M13 und M92 in den Randbereichen bei guten Beobachtungsbedingungen schon viele Sterne erkennen und auch das Zentrum ist bereits teilweise gut auflösbar. Das Ganze steht und fällt mit einem guten Himmel. Natürlich zeigt jedes zusätzliches Zoll Öffnung noch mehr Sterne. Falls du Schwierigkeiten hast, mit dem freiem Auge Sterne der 4,5. Größenklasse zu erkennen, wird das mit dem Auflösen von Kugelsternhaufen im Zentrum nichts mit 8".

zu 2) Ein guter Himmel ist durch nichts zu ersetzen. Ein OIII-Filter bringt bei Kugelsternhaufen und Galaxien überhaupt keinen Gewinn. Das ist ein Nebelfilter.

zu 3) M31 ist in der Gesamthelligkeit deutlich heller als M13. Somit wird diese Galaxie eher als M13 bei eingeschränkten Himmelsbedingungen mit freiem Auge erkennbar. Ich kenne das von Stuttgart nahe Zentrum (Uhlandshöhe mit der Sternwarte). Da musst du einen sehr klaren Himmel erwischen, dass M13 zweifelsfrei freiäugig erkennbar wird (so ca. alle 10-15 Jahre möglich). :biggrin: M31 ist deutlich häufiger zu sehen, wenn man weiß wo das Objekt steht.

Viele Grüße
Werner






 
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Moin Sascha!

Danke erstmal für deinen ausführlichen B-Bericht. Es zeigt mal wieder, mit welchen Schwierigkeiten gerade Anfänger am Himmel zu kämpfen haben. Erstaunlich auch die Ausdauer, so ein Hobby mitten aus dem Lichtsumpf FFM heraus ausführen zu wollen. Aber man sucht sich seinen Wohnort ja nicht unbedingt aus.

Vielleicht besorgst du dir einen Telrad oder sonstige Peilhilfe, denn sowas ist für den Anfänger meist intuitiver als der optisch komplizierte Sucher mit seinen gedrehten Himmelsanblick.

Auch an den Okularen solltest du was tun. Erstmal wäre vielleicht ein Übersichtsokular 32 oder 26 mm angesagt, um die Objekte besser ins Bildfeld zu bekommen. M13 und M31 bspw. sind ganz einfach im Sucher zu sehen, wenn man die richtige Stelle erwischt hat. Oft hilft auch ein Fernglas am Teleskop, um schon mal "vorzusehen", was einen im Teleskop erwartet.

> Grundsätzlich sollte es mit dem 8“ Dobson schon möglich sein, die Kugelsternhaufen (jetzt im speziellen M13 und M92) aufzulösen, so das man mehr einzelne Sterne erkennen kann, oder?

"Grundsätzlich" schon mal nicht. Da können eine Menge Faktoren hineinspielen, warum sowas nicht klappt. Das per Ferndiagnose eruieren zu wollen, bringt nichts. Ich habe es bspw. einmal erlebt, daß ein 8" GSO-Dobson ein fürchterlich matschiges Bild an M13 zeigte. Da mein damaliger Achtzöller (SW) gleich daneben stand, konnte ich den Besitzer des GSO sofort überzeugen, daß der Spiegel Schrott war. Kann passieren, das ist eine mögliche Ursache.

> kann es durchaus sein, dass M31 das Versteckspiel haushoch gewinnt?

Man muß schon an der richtigen Stelle suchen, dann findet man's auch. M31 ist meiner Erfahrung nach in jeder halbwegs brauchbaren Nacht duchaus mit bloßem Auge zu sehen, wenn sie hoch genug über dem Horizont steht.
 
Hallo zusammen,

@ Werner

Du hast vollkommen recht! Das sind zwei Punkte die auf jeden Fall das ganze nochmal steigern können! Leider bin ich selbst ja nicht mobil. Für meine ersten Versuche, und dem hellen Himmel in Frankfurt, bin ich schon sehr zufrieden. :) Und die Lust auf weitere Abende ist geweckt! Vielen Dank auch für die Antworten auf meine Fragen. Das mit dem OIII-Filter hatte ich wohl falsch verstanden. ;)

@ Winnie

Sehr gern. Leider hast Du da recht. Wenn ich mir es vom Hobby her aussuchen könnte, würde ich mir auch einen anderen Himmel wünschen. Aber… ;) Das Telrad habe ich ja bereits, und das war auch mein Glück! Ich denke das werde ich mehr oder weniger nun immer nutzen, und den Sucher gar nicht mehr montieren. Ich werde nochmal weitere Nächte beobachten. Ich hab mein Teleskop ja bei den „Teleskop Spezialisten“ erworben, dort werden die Geräte wohl vor Versand justiert. Daher gehe ich davon aus, dass die Justage wie auch der Spiegel in Ordnung ist. Was M31 angeht: Da habe ich sicherlich im Eifer des Gefechts an der falschen Stelle gesucht. Die halbwegs, brauchbare Nacht werde ich wohl in Frankfurt nicht wirklich finden. Aber aufgegeben wird jetzt nicht! :)
 
Hallo Sascha,

das mit dem Telrad ist eine gute Idee und meiner Meinung nach ein muss, wenn man über kein GoTo verfügt. Macht die Sache enorm einfacher. Meine Aufsuchzeiten, als ich noch ohne GoTo "arbeitet", haben sich, vor allem in der Anfangszeit, durch Übung und Telrad massiv zum Positiven nach unten entwickelt. Am Anfang durchbeissen, danach bekommst du die halbe Messierliste schnell und einfach ins Okular. Bezüglich der Erwartungen des Erscheinungsbildes im Okular:

das wir auch von mal zu mal besser, das sog. teleskopische sehen muss geübt werden und du wirst auch hier gute Fortschritte im Laufe der Zeit erkennen. Wenn ich meinen ersten Orionnebel im 114/900 vergleiche mit dem Eindruck, den ich jetzt durch das gleiche Gerät nach paar Jahren Praxiserfahrung habe, ist das etwas ganz anderes!

CS

Matthias
 
Hallo Sascha,

eine sehr schöne Zusammenfassung Deiner ersten Erfahrungen. Besser kann man wirklich kaum wiedergeben, wie es vielen von uns zu Beginn erging und wie wir doch enthusaistisch geblieben sind.
Im blauen Forum hast Du ja schon eine Menge mehr Antworten erhalten, deswegen schreibe ich Dir hier ;-).

Ich stimme Micha zu. Ein größeres Übhersichtsokular muß her.

Dann zu den Objekten:
Ich kann Dir nur raten, fahre mit einer drehbaren Sternkarte bewaffnet an eine dunkle Stelle. Lerne den Himmel und die Sternbilder kennen. Bestenfalls hast Du noch ein Fernglas dabei. Auf den Sternkarten sind bereits viele Objekte eingezeichnet, die Du mit dem Fernglas gut sehen kannst.
Suche Dir mit dem Teleskop zunächst Objekte, die aufgrund ihrer Lage nahe eines hellen Sterns oder auf der Linie zwischen zwei Sternen leicht zu finden sind (M 92 gehört da aus meiner Sicht nicht dazu, aber herzlichen Glückwunsch, dass Du den sehr schönen KS so schnell gefunden hast).
Mir fallen spontan der Kugelsternhaufen M 15 im Pegasus, die Offenen Sternhaufen NGC 869 und 884 (H & Chi) im Perseus, der schöne große und helle Plantarische Nebel M 27 im Füchschen oder die Galaxie M 101 im großen Bären (die gern als Musterbeispiel für´s Starhopping genommen wird) ein.

M 31 ist bei guten Bedingungen wirklich schon gut mit bloßem Auge zu erkennen, die Galaxie schmollt aber schnell, wenn der Himmel etwas aufgehellt ist und dann ist nur noch der helle Kern ganz unspektakulär erkennbar.

Am Samstag habe ich mit einem Freund gemeinsam mit 12,5" beobachtet und wir haben viele kleine lichtschwache Planetarische Nebel besucht. Irgendwann meinte er zu mir, er will auch mal wieder helle große Objekte sehen und wir haben unter anderem M 27 besucht. Für uns war sehr überrschend, wie hell dieser Planetarische Nebel ist. Dabei sind wir ins Sinnieren gekommen, wie verzweifelt wir bei unseren ersten gemeinsamen Beobachtungen aus heutiger Sicht recht einfache Objekte gesucht haben ... und mussten viel schmunzeln.
Also Sascha, ich wünsche Dir viel Durchhaltewillen und weiterhin so viel Enthusaismus. Es wird Nächte geben, da würdest Du am liebsten in irgend eine Tischkante beißen, aber jedes schöne Beobachtungserlebnis holt uns wieder zurück und belohnt uns für unsere Mühen.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo nochmal,

@ Matthias

Anfangs war ich ja noch am Überlegen den Standard-Sucher und den Telrad-Sucher zusammen zu nutzen, aber davon bin ich jetzt erstmal abgekommen. Den Telrad-Sucher kann ich echt nur jedem Einsteiger empfehlen! Und ich bin sehr dankbar, dass ich zu Beginn bei meiner „Kaufberatung“ den Tipp bekommen habe. Ich bleib auf jeden fall am Ball.

@ Rene

Vielen Dank. Stimmt! Das Thema Übersichtsokular habe ich ganz vergessen! Da muss ich mir echt noch Gedanken darüber machen. Ich kam zwar mit dem 21mm Hyperion ganz gut zurecht, aber wenn es natürlich noch Verbesserungspotenzial gibt, habe ich stets ein offenes Ohr. Ich halte mal meine Augen im Gebrauchtmarkt offen, und komme da vielleicht zu einem Schnäppchen, ähnlich wie die Hyperions. Wenn jemand was empfehlen kann, habe ich ein offenes Ohr.

Das ich M92 gefunden habe verdanke ich wohl auch wieder dem Telard und dem Deep Sky Atlas. Bei M31 hatte ich dafür wiederum „Pech“. ;) Ich werde mir deine genannten Ziele auch mal notieren und im Atlas markieren. Ich bin ja für jedes Ziel zu haben, und möchte üben, üben, üben. :) Die Sternenbilder zu lernen, das werde ich definitiv auch machen. Ich bin ja auch für den Einsteigerkurs von Astronomie.de angemeldet. Da hoffe ich auch einiges lernen zu dürfen. Nächste Woche geht es damit ja auch schon los.

Da hätte ich sicherlich mit geschmunzelt! :) Denn wenn ich schon sehe wie ich mich in der Vornacht erfolglos „abgemüht“ habe, habe ich innerlich auch schon etwas schmunzeln müssen. Aber zum „laufen lernen“ gehört auch das „hinfallen“.
 
Hallo Sascha,

Zum Übersichtsokular => Ich habe mal mit einem Wiliam Optics 33mm 72° begonnen. Das ist angenehm vom Einblickverhalten, nicht so teuer und für die Übersicht an einem 8" f/6 völlig ausreichend. Dann müsstest Du ungefähr 2° Gesichtsfeld haben, was dem mittleren Kreis von Deinem Telrad entspricht.

Für Objektvorschläge kannst Du mich auch jederzeit mal wieder anschreiben, wenn Du magst.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Sascha,

ziehe eventuell mal das Maxvision 34mm 2" 68° Okular in Betracht, geht für günstiges Geld rüber und ich nutze es seit nun über 2 Jahren an meinem 12".

CS

Matthias
 
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Hallo Rene, hallo Matthias,

was haltet ihr denn von folgendem: Okular Meade 2" 26mm QX Weitwinkel Serie 4000 (hab die Überschrift von einer Kleinanzeige rauskopiert)? Kennt das jemand und weiss vielleicht wo der Neupreis ca. lag?

Oder sollte es schon eines sein mit über 30mm?

Besten Dank.
 
Hallo Sascha,

Meade kenne ich leider nicht.
Aber 26 mm halte ich für zu dicht an Deinem 21 mm Hyperion.
Eher hätte ich in die andere Richtung tendiert. Selbst 40 mm halte ich noch für überlegenswert. Das sind zwar 6,67 mm AP (und 2,17° Gesichtsfeld), aber ich selbst beobachte mit einem 40 mm Pentax an meinen Optiken mit f/4.5 und f/4 (bei letzterem Teleskop habe ich dann 10 mm AP!) und halte diese Brennweite als Aufsuchbrennweite für lohnend selbst bei diesen schnellen Optiken.
Aber genau bei dieser Frage scheiden sich sicher wieder die Geister und Du wirst sicherlich andere Empfehlungen bekommen. Jeder nach seinen Vorlieben.

Viele Grüße

Rene
 
Moin Sascha!

> Ich hab mein Teleskop ja bei den „Teleskop Spezialisten“ erworben, dort werden die Geräte wohl vor Versand justiert. Daher gehe ich davon aus, dass die Justage wie auch der Spiegel in Ordnung ist.

Hehe - dein Optimismus in allen Ehren, aber: Liefert "Teleskop-Speuialisten" das Rohr danach in der Sänfte aus oder kommt die Ware wie von anderen Händlern auch per Paketpost (mit der entsprechend "rustikalen" Handhabungsweise)? Nein - die Justage solltest du so oder so kontrollieren, da kann der Händler vorher herumgeschraubt haben, wie er will, gerade beim justageanfälligen Newton.

Thema Übersichtsokular: Gut gefahren bin ich mit max. 5 mm AP, da ich hier auch im städtischen Umfeld beobachte. Das entspräche beim 8" f/6 einem 30 (bzw. 32) mm Okular. Mehr AP bringt i.d.R. nichts, weil dann bei weniger Vergrößerung 1. die Objekte in der Himmelshelligkeit absaufen und 2. man die größere Okular-AP aus demselben Grund gar nicht ausnutzen kann. Dann nützt dir eine riesiges Gesichtsfeld herzlich wenig, wenn du nur in den Milchreis guckst.
 
Hallo Micha,
Zitat von winnie:
Mehr AP bringt i.d.R. nichts, weil dann bei weniger Vergrößerung 1. die Objekte in der Himmelshelligkeit absaufen und 2. man die größere Okular-AP aus demselben Grund gar nicht ausnutzen kann. Dann nützt dir eine riesiges Gesichtsfeld herzlich wenig, wenn du nur in den Milchreis guckst.
Dann bin ich ein Milchreisbubi ;-)
Ich habe schon unerwartet viele Objekte in meinem 40 mm-Aufsuchokular gesehen. Klar, sobald ich auf die nächst niedrige Okular-Brennweite gehe, wird das Bild kontrastreicher. Aber Micha, es geht ja um das "Aufsuchen". Und da hatte ich mit Aufsuch-AP´s zwischen 8 und 10 mm an meinen Teleskopen nicht das Gefühl, dass das Bild milchig ist. Nur etwas heller. Die Objekte, die Sascha die nächste Zeit suchen möchte, saufen sicher noch nicht in der Himmelshelligkeit ab. Als Anfänger kann man nicht genug Gesichtsfeld haben, von mir aus auch auf Kosten einer zu großen AP - das verbessert ja bekanntlich das Einblickverhalten, der Lichstrahl trifft dann nämlich irgendwie immer auf die Pupille ;-)
Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte, also in den von uns empfohlenen 30-33 mm.

Beste Grüße

Rene
 
Moin René!

> Ich habe schon unerwartet viele Objekte in meinem 40 mm-Aufsuchokular gesehen.

Ja, und ich habe schon beinahe mal ein Pferd vor der Apotheke... usw. ;) - Ich gebe nur meine Erfahrungen aus dem staädt. Umfeld wieder und bin nicht Verkünder der absoluten Wahrhaftigkeit. :o Jedem bleibt selbst überlassen, womit er schließich scheitert. Daß man auch im Milchreis "mal was findet", ist nix Neues... :biggrin:

"Carbon? Na und, meine Kloschüssel ist auch aus Carbon!" - Jeremy Clarkson, Top Gear
 
...vielleicht liegt´s am Himmel. Das habe ich nicht bedacht, das fällt mir gerade wie Schuppen von den Augen!
Ich beobachte ja unter guten ländlichen Bedingungen. Hm, dann ziehe ich meine Aussagen für Stadtrandhimmel zurück. Da könnte es wirklich milchreismäßig werden.

Viele Grüße

Rene
 
Hallo zusammen,

Okay, das werde ich mir zu Herzen nehmen. Ich halte mal die Augen offen ob ich was Feines finden kann. :)

Zum Team Justierung:
Micha, das stimmt vielleicht. Ich bin grundsätzlich optimistisch. ;) Ich sollte also schauen, dass ich mir möglichst fix eine Justierungshilfe hole, und wenn es nur darum geht, die Justierung zu kontrollieren?

Da investiert man am besten gleich in einen Laser, oder sollte es eher, ich nenne es mal "manuelle" Justierungshilfe sein?
 
Moin Sascha!

Schau erstmal durch dein Teleskop! Meist fällt einem schon beim Fokussieren auf, wenn mit der Justage was nicht stimmt. Schau dich im Netz um, was wie zu justieren ist. Versuch dich mal mit der Filmdosen-Methode, denn ein f/6 ist recht gutmütig. Vielleicht leiht dir ein Kollege vom Stammtisch einen Laser, bevor man sich alleine und ohne ausreichende Erfahung damit verrückt macht. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, daß ein Erfahrender durch deine Optik luschert und evtl. rauskriegt, warum M13 so matschig ist.

Was ich noch loswerden wollte: ich hab' in den Jahren bestimmt weit über ein Dutzend Newtons per Post zugeschickt bekommen, teilweise neu, teilweise gebraucht. Ich kann mich nicht erinnern, daß einer davon perfekt justiert war. Aber das feine Auge für solche Sachen kommt erst mit der Zeit. Allzu in Panik sollte man auch nicht deswegen verfallen.

So, genug off-topic - hier gehts ums Beobachten, nicht um die Technik.
 
Hallo zusammen,

das scheint war wieder mal ein Mega-Thraed zu werden. Da gebe ich gerne auch mal meien Meinung wieder.

Ich habe aktuell (seit März 2015) ja auch wieder einen 8“ Dobson f/6. Und hatte diesen „Grünen“ auch schon vor dem 12,5“ Dobson 4 Jahre lang.

Meine Okulare: 12mm, 8mm, 5mm und 3,5mm.

Also diese „Tuben“ sind relativ justierstabil überstehen auch Fahrten mit dem Auto. Aber bei Lieferung durch die Post nach bei einen Kauf oder nach einen Gebrauchtkauf oder so alle Vierteljahre (wenn man häufig beobachtet) braucht es mal eine Neujustierung durch einen Laser. Das geht aber mit etwas Übung bei f/6 in ein paar Minuten.
Über die Jahre perfektioniert man seinen Beobachtungsablauf und wird effektiver. Und was lernt man daraus:

1. Dunkler Himmel ist durch nichts zu ersetzen
2. Beobachtungserfahrung ist durch nichts zu ersetzen
3. So hoch vergrößern als möglich
4. Mit einer guten Optik macht das Beobachtebn Spaß
5. Manchmal ist Öffnung nur durch größere Öffnung zu erstzen.

Gruß
Lothar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sascha,

toller Bericht, den Du geschrieben hast. Ich betreib Astronomie auch erst seit gut 1 1/2 Jahren und hab genau das gleiche Teleskop wie Du. Meine Beobachtungsplätze sind entweder Höchst im Odenwald oder in Hesselbach/Hesseneck, wo der Himmel schon seeehr dunkel ist. Was mir noch eingefallen ist:

Meiner Meinung nach sehe ich M13 im 8" schon sehr gut aufgelöst :-)

Da ich mir zu Ziel gemacht habe, den Messier-Katalog in aller Ruhe einmal per Hand auf zu suchen und zu beobachten, gehe ich immer wie folgt vor:

- nachdem ich weiß, welche Sternbilder nachts gerade aktuell sind, schaue ich im Buch "die messier objekte die 110 klassischen ziele für himmelsbeobachter" nach, welche Objekte in Frage kämen. Natürlich dürfen sie nicht zu tief stehen (aber fast im Zenit ist für das Dobson-Schubsen auch eher unbequem). Das Buch zeigt eine Übersicht aller Objekte, sowie gute Aufsuchkarten.
- Wenn ich das Sternbild entdeckt habe, schaue ich meistens durch mein 8x32 Fernglas. Damit sieht man gerade als Anfänger nicht unbedingt das Objekt selbst, sehr wohl aber Sternkonstellationen, die auch auf den Aufsuchkarten im Buch verzeichnet sind.
-Wenn ich mir dabei sicher bin, wechsel ich auf den Sucher am Teleskop und suche wieder die Sternenkonstellation, die ich zuvor im Fernglas gesehen habe. (by the way: der Umstieg von einem geraden Sucher auf einen Winkelsucher, war ergonomisch sehr klug :-) )
-Wenn ich die Orientierung im Sucher sicher habe, schubs ich das Teleskop dahin, wo ich meine, dass das Objekt stehen müsste.
-Dann wechsel ich auf das Teleskop. Mein Aufsuchokular ist ein Meade Plössl, Serie 5000, 40mm. Klar, der Himmel ist in diesem Okular meistens immer noch sehr hell. Aber mit diesem Okular habe ich 2° wahres Gesichtsfeld und somit behalte ich die Orientierung.

Überwiegend beobachte auch ich mit Hyperion Okulare. Mit denen bin ich auch ganz zufrieden. Doch leider hatte ich einmal Taubeschlag zwischen dem angeschraubten Barlow-Element und dem restlichen Okular. Die Feuchtigkeit zog zwar schnell weg, nachdem ich das Okular aufgeschraubt hatte aber DAS muss man auch erst mal wissen. Mir fiel es auf, weil Jupiter überhaupt nicht mehr scharf zu kriegen war, obwohl sehr gute Bedingungen in der damaligen Nacht herrschten.

Gruß Sebastian
 
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