Hallo Alex,
am NGC/IC Projekt hat auch der deutsche Sternfreund Wolfgang Steinicke mitgearbeitet. Als die Neuauflage der Uranometria anstand, wollte deren Verleger Willman-Bell nichts von der Arbeit des NGC/IC-Projekts wissen. Nach dem Erscheinen der zweiten Auflage der Uranometria hat Wolfgang bei einem schnellen Check festgestellt, dass wider besseres Wissen mehrere hundert Fehler in den Karten verblieben sind. Hier haben die Autoren der Uranometria eine große Chance vertan. Mit etwas mehr Offenheit könnte Uranometria 2nd edition nämlich heute der definitive Himmelsatlas sein.
Trotzdem kann man die Uranometria mit 10...12" durchaus als Papieratlas empfehlen. Der Night Sky Observers Guide bietet zwar ein Füllhorn an interessanten Objektvorschlägen, aber die Aufsuchkarten in diesem Buch reichen m.E. nicht für den sicheren Weg zum Ziel.
Ich bevorzuge das Notebook, weil es einfach flexibler ist. Man kann sich zuhause eine Menge Karten ausdrucken, aber hat dann für spontane Ideen event. nicht die Karte parat. Oder man bräuchte für die sichere Identifikation eines schwierigen Objekts eine datailliertere Karte. Druckt man auf Vorrat aus, landet nachher eine Menge im Altpapier. Blätterst du gerne nach der Anschlusskarte? Oder beobachtest du auch mal mit einem Teleskop, das ein aufrechtes, aber seitenverkehrtes Bild liefert? Und ich bevorzuge Karten, die nur Objekte zeigen, die ich mit meiner Optik und bei der Grenzgröße am Beobachtungsort sehen kann. Mit einem Papieratlas entgehen einem je nachdem auch erreichbare und interessante Ziele.
Damit es mit dem Notebook richtig Spaß macht, ist folgendes zu beachten: zusätzlich zum Nachtmodus diverser Programme empfehle ich eine rote Farbfolie (etwa für Bühnenscheinwerfer; gibt's bei Conrad oder dimmer.de) oder Plexiglas vor dem Bildschirm. Und wenn es mal ganz schwache faint fuzzies sind, kann man zum Blick auf den Bildschirm auch noch eine Sonnenbrille <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> aufsetzen.
Sicher Geschmackssache, aber für mich gehört eine Maus mit Scrollrädchen auch zur Pflichtausstattung, denn viele Astroprogramme sind damit im Dunkeln schneller und einfacher zu bedienen als über Tastatur (damit man die Tasten erkennt, bräuchte man ja schon wieder Beleuchtung). Das Touchpad alleine ist mit kalten Pfoten nicht so toll. Andere Leute finden aber gerade die Tastatur am Fernrohr angenehmer als - jedem das seine, aber mir meine Maus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Stromversorgung ist auch ein Thema, hierüber wird immer wieder diskutiert. Es gibt eine Reihe von Notebook-Adaptern fürs Bordnetz des Autos, die offenbar gut funktionieren. Spannungswandler und Originalnetzteil geht zwar auch, aber dabei wird viel Strom nutzlos verbraten. Ich habe nun nach einigen Versuchen die für mich optimale Lösung gefunden: mein Notebook läuft ohne Wandler mit 12...13 Volt und die kommen aus einer 17Ah Power Station. Betriebszeit ohne Standby mehr als 6h, und wegen einer schwächelnden Autobatterie muss sich niemand Sorgen machen.
Clear skies,
Tom