10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger ???

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skyhead

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Hallo Astro-Gemeinde,

ich heiße Ruslan und bin im Heilbronner Landkreis zuhause.

Ich suche für meine Tochter (sie ist 7 Jahre alt)
und (natürlich auch für mich) einen Teleskop. Ich habe
schon ca. 4-5 Monate beim herumstöbern verbracht, bezüglich
Art, Ausführung und Montierung des Teleskops. Zielgebiet wäre
Mond, Planeten und Deepsky :o ?) :o

Ich weis daß jetzt die ersten Buuu-Rufe kommen, dass es unmöglich
ist usw. Davon habe ich schon einiges gelesen. Einige werden
auch zu einem Einsteiger-Teleskop raten, von wegen bei Kinder
weis man nicht wie lange das Interesse bestehen bleibt usw.
Aber ich denke gerade bei den Kindern ist es wichtig
das man durch die Tube auch „Etwas“ sieht. Ich will bei der Tochter auch
ein bißchen den didaktischen Effekt erzielen
(wie in der Schule: Beobachten, Änderungen festhalten, Zeichnen usw.).

Nach langem hin und her tendiere ich zu einem 10“ Dob ( Meade oder Galaxy)
Ein ED wäre wegen der Schärfe und Farbtreue auch interessant.
Deswegen – Qual der Wahl. Transport wäre kein Problem.

Ein paar Fragen will ich noch los werden:

• Wie verhält sich die Schärfe eines Dobs zu ED ? Ist der Unterschied so gravierend?
• Warum kann man damit keine Planeten beobachten ? Nicht sinnvoll ?
• Warum wird gerade der 10“-12“ Dobson als „kaum gebraucht“ oft unmittelbar nach der Anschaffung verkauft ?
• Welche Schwachstellen / Nachteile hat der Dobson ?

Nun ein herzlichen Dank an dieser Stelle
fürs Durchlesen, und für die Antworten. :)



Gruß Ruslan
 
Hallo Ruslan,

zu deinen Fragen:

• Wie verhält sich die Schärfe eines Dobs zu ED ? Ist der Unterschied so gravierend?

Der Kontrast, also die Wahrnehmung feinster Details, ist bei einem guten Refraktor schon klasse. Das Bild mag ästhetischer wirken. Aber bei der visuellen Betrachtung würde ich das nicht überbewerten, da ein ED in der gleichen Preisklasse, wie ein 10" Dobson als 4" (inkl. Montierung) zu bekommen ist. Da kann der Dobson schon ganz andere Objekte darstellen.
Vielleicht wird hier im Forum immer sehr auf den Prinzipien herumgeritten, so dass man zu deinem Eindruck kommen kann.

• Warum kann man damit keine Planeten beobachten ? Nicht sinnvoll ?

Mit beiden Geräten kann man hervorragend Planeten beobachten. Beim ED ist wichtig, dass die Farbkorrektur wirklich gut ist. Das macht diese Geräte meistens so teuer. Ein Newton-Spiegel kennt das Problem ja nicht. Der 10" Dobson ist von der Nachführung ab einer bestimmten Vergrößerung (200fach) gewöhnungsbedürftig, aber das ist auch alles.

• Warum wird gerade der 10“-12“ Dobson als „kaum gebraucht“ oft unmittelbar nach der Anschaffung verkauft ?

Wer einen solchen Dobson einmal live gesehen hat und merkt wie große + schwer die Teile sind, der könnte auf einen Umtauschgedanken kommen. Andere Gründe gibt es vielleicht auch - es hängt wohl im wesentlichen davon ab, dass man sich nicht vorher im Klaren war, welches Gerät man sich da anschafft.
• Welche Schwachstellen / Nachteile hat der Dobson ?

Eine Schwachstelle oder einen Nachteil per se kann ich nicht nennen - vielleicht die Auskühlzeit bei niedrigen Außentemperaturen. Die können bei einem 10" leicht 30 Minuten erreichen. Was der eine als Schwachstelle einstuft, dass ist für den anderen ein Vorteil. Beispiel: Die Nachführung gab es bisher nicht, dass heißt, hier musste gezielt 'geschubst' werden (selbst das hat sich gerade geändert) - dafür erreicht man fast jeden Punkt am Himmel schnell, sowie einfach.

Eher einem ED würde ich Nachteile andichten wollen: Kleinere Öffnung, Verwendung einer guten, parallaktischen und damit teuren Montierung, Farbfehler bei hoher Vergrößerung. Die Montierung dürfte fast unter 'nicht kindertauglich' fallen.

Aber mal was anderes: Ein 8" Dobson mit einer Brennweite von 1200mm (also f/6) ist ein wenig handlicher, leichter, okularfreundlicher, preiswerter und lässt Spielraum für Zubehör. Der 8" könnte auch hochwertiger ausgestattet werden, z.B. mit einem besseren Spiegelmatarial oder einem komfortableren Okularauszug.
Die Auskühlzeit eines 8" liegt auch unter der eines 10" - speziell zum Einstieg in das Hobby ist das relevant, da man doch schnell beobachten will.
Der visuelle Unterschied zwischen 8" und 10" ist beim Einstieg aus meiner Sicht nicht das ausschlaggebende Kriterium.

Grüße,
Stefan
 
Hallo Ruslan,

willkommen hier im Forum!

Ich persönlich würde dir zu einem 8" Dobson raten. Der ist doch
noch deutlich leichter als der 10" Tubus. Und auch die Rockerbox
ist leichter. Das könnte schon ein Argument sein da deine Kleine
ja erst 7 Jahre als ist.
Eines muß aber klar sein:
Du solltest dich mit dem Thema Justage befassen! Das muß man auch
nicht andauernd machen, aber gelegentlich, und dann einmal richtig!

Zeichnen:
Dazu wäre allerdings ein nachgeführtes Teleskop vorzuziehen.
Denn die Objekte bewegen sich bedingt durch die Drehung der Erde
durch das Gesichtsfeld des Okulares und man muß dann je nachdem
wie hoch die gewählte Vergrößerung ist, oft oder gelegentlich
"nachschubsen".

Ansonsten wird deine Tochter aber auch mit einem 8" Dobson
gut beobachten können, Kinder lernen das nachführen per Hand
sogar häufig schneller als Erwachsene. Ein kleiner höhen-
verstellbarer Hocker zum setzen ist ein angenehmes Zubehörteil.
So etwas wie ein gepolsterter Drum-Hocker für Schlagzeuger.

Kinder und Sternegucken:
Nach meiner Erfahrung sind Kinder anfangs weniger für schwierige
lichtschwache Galaxien zu begeistern. Aber Mond, Saturn, Jupiter,
Mars, die Phasengestalt der Venus begeistern viele Kinder.
Dazu die helleren Deep ky Objekte.
Wenn deine Tochter sich dann dauerhaft für die Sternguckerei
interessiert wird sie sich später auch an schwierige Objekte
heranwagen.

Ach ja:
Es kann häufig hilfreich sein wenn man anderen Sternfreunden
mal zuschaut und mit deren Teleskopen mit-beobachtet.
Heilbronn, dort und in der Umgebung ´findensich garantiert
viele Sternfreunde, Sternwarten, Beobachtergruppen und so weiter.
Schau unter anderen hier im Treffpunkt Board nach.

Bevor ich zu deinen Fragen komme:

Nach langem hin und her tendiere ich zu einem 10“ Dob ( Meade oder Galaxy)
Ein ED wäre wegen der Schärfe und Farbtreue auch interessant.

Kein ED ist so farbrein wie ein reines Spiegelteleskop :)
Und auch nicht so scharf, denn der ED hat immer etwas Farblängsfehler
und etwas oder etwas mehr sphärische Aberration bei den verschiedenen
Farben des Spektrums. Siehe dazu auch den Bericht von Kurt Schreckling:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=84708&whichpage=1

Das nur am Rande, damit du nicht immer den in Adtronomieforen
üblichen Schlagworten unbesehen glauben schenkst. Das meiste
ist komplizierter als es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Beim Parabolspiegelnewton wird dagegen das Licht eines Objektes
welches sich auf der optischen Achse befindet bei allen Wellenlängen
perfekt fokussiert. Aber einen Wermutstropfen gibt es auch da:
Da der Fangspiegel im Weg des ankommenden lichtes ist
("zentrale Obstruktion") führt das zu mehr Beugungsunschärfe.
Aber nun zu deinen Fragen:

• Wie verhält sich die Schärfe eines Dobs zu ED ? Ist der Unterschied so gravierend?

Wie oben erklärt:
Der Dobs (= ein alt-azimutal montierter Newton) hat eine bessere Schärfe.

• Warum kann man damit keine Planeten beobachten ? Nicht sinnvoll ?

Keine Ahnung? Wer sagt/schreibt sowas? Ich beobachte mit
meinem 200/1200mm Dobson gerne Planeten, ja das ist sogar
sein Haupteinsatzgebiet. Vergrößerungen sind minimal 170x
und maximal 300x (nur bei gaaanz ruhiger Luft).
Der einzige Nachteil ist die fehlende Nachführung des Teleskopes.
Es kommt darauf an wie feinfühlig man es per Hand nachführen kann.
Mit einem gekauften Fernost-Dobson kannst du erwarten bis
ca 200x einigermaßen gut nachführen zu können. Etwas Feintunig
verbessert dessen Nachführbarkeit meistens deutlich.

• Warum wird gerade der 10“-12“ Dobson als „kaum gebraucht“ oft unmittelbar nach der Anschaffung verkauft ?

Weil sich die wenigsten Leute so ein Teil vor dem Kauf anschauen
und dann feststellen wie groß und wie schwer so ein 12" Teleskop ist
und sie es nicht dauern schleppen wollen wie ein Kuli oder Maultier.
Desshalb auch mein Rat eher nach einem 8" Dobson zu schauen.
So einer paßt in (fast?) alle Kleinwagen quer auf die Rückbank.
Der Tubus ist 115cm lang. Der 10" ist etwa 125cm lang, paßt also
in vielen Mittelklassewagen ebenfalls quer auf die Rückbank.

• Welche Schwachstellen / Nachteile hat der Dobson ?

Der Newton bildet nur auf der optischen Achse perfekt ab.
Je weiter ein Stern abseits der Achse steht desto stärker
macht sich der Abbildungsfehler "Koma" bemerkbar.
Auch abhängig vom Öffnungsverhältnis und von der Öffnung des Newtons.
Ein f/4 hat schlimme Koma, ein f/6 moderate Koma und bei f/8
werden viele Leute die off-axis-Koma gar nicht mehr sehen.
Jeweils auf 8" Öffnung bezogen.
Das ist ein weiterer Grund warum ich persönlich lieber zum
8"f/6 als zum 10"f/5 oder f/4,8 rate.
Ein weiterer ist die Okularproblematik. Bei f/6 gehen viele
preisgünstige Okulare noch so einigermaßen, bei f/5 aber
sehen selbst Anfänger deren Probleme.
Die einfachen Okulare zeigen off-axis Okularastigmatismus.

Weitere Nachteile des Ferostdobsons:
Die Qualität der Optik ist nicht immer ausreichend gut.
gerade bei den Fangspiegeln finden sich nicht selten schlechte
Exemplare. Dazu kommen:
- die folierte Preßspan Rockerbox ist natürlich stabil genung
um nicht zusammenzubrechen.
Aber die gleiche Stabilität könnte man mit weniger als der Hälfte
des Gewichtes (bei 8" sind es um 10Kg !) erreichen, wenn man
besseres Material und eine bessere Konstrultion einsetzen würde.
- die Sekundärspiegelfassung aus Plastik der Taiwanesichen Dobsons
ist Mist. Plastik schrumpft bei Kälte stark und quetsht dann
den Sekundärspiegel, falls der stramm in der Fassung sitzt.
Astigmatismus ist dann die Folge.
Alles in allem kannst du aber für recht wenig Geld eine ansprechende
Leistung bekommen. Wenn du willens bist dich um die Justage
des Newtons zu kümmern. Falls nicht:
Kauf einen Refraktor (und hoffe, daß der nicht dejustiert/dezentriert
bei dir ankommt).

So, das war für einen Einsteiger warscheinlich starker Tabak.
Aber da du dich ja schon etwas eingelesen hattest hoffe ich,
daß meine Ausführungen verständlich für dich waren.

MfG,Karsten
 
Hallo Ruslan,

die beiden Beiträge vor mir sind wirklich gut und ich möchte nur noch ein paar Dinge betonen, die mir wichtig erscheinen.

Erstmal der Vergleich ED und Newton - was Stefan mit Prinzipienreiterei meint, ist das diese Kontrastvergleiche nur sinnvoll sind, wenn es um ähnliche Öffnung geht. Die hat man aber realistisch kaum, wenn man vor der Wahl steht diesen ED oder jenen Newton. Warum? Naja, der 10" Dobson ist im Preis wohl vergleichbar mit einem 4" ED, wenn man mal gleiches Herkunftsland und somit gleiche "Verarbeitungsstufe" annimmt.
Die Größe des Spiegels bringt es dann aber mit sich, dass der bei gleicher Vergrößerung ein viel helleres Bild zeigt und das hat einen größeren Kontrastumfang als das dunklere Bild des kleineren Gerätes. Jedenfalls dann, wenn beide Optiken gut sind und auch richtig eingestellt. Gemeinhin spricht man ja beim Spiegel von Justage, aber das haut so nicht mehr hin, es leuchtet vielen Sternfreunden noch nicht ein, dass die seit kurzer Zeit günstigen ED-Refraktoren aus Fernost auch so ihre Justageprobleme mitbringen. Ich kann leider ein Lied davon singen!

Tja, von den Okularen hat Karsten schon gesprochen. Der große 10" Dobson hat f/5 und das bedeutet, das man einmal für Planetenbeobachtung sehr kurze Okularbrennweiten braucht und dann eben auch solche Okulare, die mit f/5 noch wirklich gut abbilden. Letzteres ist bei hoher Vergrößerung auf die Bildmitte bezogen, bei niedriger Vergrößerung also großer Okularbrennweite auf die Randabbildung.
Da kann man eine Menge Geld drin versenken, was auch dazu führt, dass viele Sternfreunde so richtig gute Okulare nicht haben. Mit dem falschen Okular bleibt aber vom "besseren" Bild eines 10" Dobson gegenüber einem 4" ED nur wenig übrig - oder gar nichts.

Was die Größe angeht - als mein 12" f/4 kam (kein Dobson, sondern parallaktisch), war das, als würde UPS mit eine Telefonzelle unten in den Hausflur stelle. Mein erster Gedanke war, das Ding wenigstens auszupacken und "verniedlichend" aufzubauen, bevor die beste Ehefrau von allen heim kam!
Benny hat das Thema hier sehr gut dargestellt, seine Bilder sagen alles: http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html

Kindgerecht ist ein 10" Dobs in Begleitung eines Erwachsenen und mit einem sicheren Tritt zum Draufsteigen oder einem stabilen Bügelstuhl. Das ist ein wichtiger Punkt und Du selbst musst den so angehen, dass Deine Tochter sicher sitzt - was dem Stehen vorzuziehen ist.
Ein Linsenteleskop oder generell eines mit Einblick am unteren Ende hat da seine Vorteile, aber ich würde bei 7 Jahren nicht die Kaufentscheidung daran hängen. Ich will es nur erwähnen. Alleine Beobachten ist doch sicher noch 7 Jahre entfernt, oder?

Tja, und dann möchte ich unbedingt einwerfen, dass es nachts kälter ist, als draußen. Gerade ein Kind hat doch schnell kalte Füße, das heißt neben dem ganzen Astrogerödel muss unbedingt auf wirklich gut durchdachte Kleidung gesetzt werden. Man braucht doch seine Zeit bei diesem Hobby, was man leicht unterschätzt. Die Kleine muss auch die 15 Minuten aushalten, die Papa mal nach einem neuen Objekt sucht. Wenn es dann friert, gibt's einen quengeligen Abbruch der Veranstaltung.

Clear Skies
Sven
 
Hi Ruslan,

zu deinen Fragen.

• Wie verhält sich die Schärfe eines Dobs zu ED ? Ist der Unterschied so gravierend?

Schwer zu sagen, man sollte halt immer die selbe Öffnungsgröße/Öffnungsverhältnis miteinander vergleichen. Aber schon richtig ein Refraktor bildet die Sterne im Schnitt "schärfer", deutlicher ab, was einfach an der fehlenden Obstruktion liegt.

• Warum kann man damit keine Planeten beobachten ? Nicht sinnvoll ?

Das stimmt nicht, geht mit Dobson wunderbar!

• Warum wird gerade der 10“-12“ Dobson als „kaum gebraucht“ oft unmittelbar nach der Anschaffung verkauft ?

Weiß ich nicht! Darüber sind mir keine Informationen bekannt.

• Welche Schwachstellen / Nachteile hat der Dobson ?

Tja, die GSO, Skywatcher etc Dobson sind halt eine ewige "Bastellbaustelle", dazu gibt es jede Menge Threads, was man verbessern kann/muß. Als ein großes Manko finde ich die viel zu kleinen Höhenrädern als auch die wenig gelungene Nachführung in Azimut um nur ein paar zu nennen.

Gruß,
Lots
 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo Ruslan
ich habe mir vor kurzem einen 8" Dobson (Fernost / TS sei Dank)zugelegt. Damit beobachte ich sowohl mit meinen Schülern als auch zu Hause mit meinen Kindern (10 Jahre und 7 Jahre) ohne größere Probleme. Ein wesentlicher Vorteil (neben dem Preis-Leistungsverhältnis) ist die Unkompliziertheit des Gerätes. Ich stelle die Rockerbox dahin wo ich sie möchte, setze den Tubus oben drauf und es kann losgehen. Egal wo, egal wo! Keine unnötigen Kilos, kein Ausrichten am Polarstern. Die Nachführung ist schnell gelernt. Mein Sohn macht das mittlerweile recht souverän und hat tierisch Freude dabei! Und der angenehme "Nebeneffekt": Einem selber machts auch einen riesen Spaß! Was die Justage des Dobson angeht. Erfahrungen kann man nicht teilen sondern müssen selber gemacht werden! Es ist wirklich kein Hexenwerk!!! Ich hatte auch so meine Bedenken was die Justage angeht, aber erstens ist man hier im Forum gut aufgehoben wenn es Fragen dazu gibt, außerdem gibts auf diversen Homepages (pteng und Co) hervorragende Anleitungen, die zwar furchtbar kompliziert wirken, aber eben genau Schritt für Schriit erklären, was Sache ist. Ein 8" Dobson ist nicht nur ein Einstiegsinstrumnet sondern auch für die Zukunft eine sinnvolle Anschaffung! Die Größe ist in händelbar (Sohnemann schleppt artig die Rockerbox, ...)und man sieht damit schon soviele Objekte am Himmel, das reicht sicher für ein paar Jahre, "Mond DeepSky und Planeten" gleichermaßen. Was die Auskühlzeit betrifft. Da kann man mit Lüfter ein wenig bewirken, mit umsichtiger Planung auch (rechtzeitig aufbauen) und die 10 -20 Minuten sind schneller vorbei, wie man meint: Solange hat man eh mit Okulare suchen, Sternekarte und Literatur rausholen, Orientierung am Himmel, etc. zu tun) Das einzige was nervt, aber das nervt bei allen Geräten, denke ich, ist die Frage der Okulare. Ich bin gerade dabei zu merken, dass man mit beeseren Okularen noch mehr rausholen kann und stehe jetzt vor der Qual der Wahl, naja und der Geldbeutel wird dabei auch ganz schön gequält, oder mein Gewissen, oder meine Frau, oder, ... :pfeif:
Summa summarum: Das Gerät ist ausdrücklich zu empfehlen!
Ich hoffe Dir als ebenfalls Anfänger ein bisserl geholfen zu haben
Andreas
 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo,

auch ich mag deine Befürchtungen in Sachen Planetenbeobachtung zerstreuen, die schönsten und vor allem detailreichsten Planeten sah ich nicht durch kleine EDs (durch die ich aber auch schon öfter geschaut habe) sondern durch große Newtons, Saturn bei 400x vergisst man nie wieder wenn das Seeing (Luftruhe) und die Justage stimmt :)

Seeing und Justage ist auch das Thema, ein Planetenbild wirkt bei 150x im Refraktor natürlich schärfer als bei 300 und nicht optimalen Seeing im Newton, bei gleichen Grundvoraussetzungen wie Justage, Seeing und Vergrösserung ist ein Newton genauso scharf. Man hat nur die Möglichkeit wenn man sich in thermisch besser Gebiet (absetis der Städte) begibt viele Male im Jahr deutlich die 200x hinter sich zu lassen und da fängt der Spass dann richtig an.

8" f/6 finde ich ebenfalls optimal, das Gerät ist relativ leicht, einfach zu transportieren, schnell ausgekühlt, schnell justiert, und stellt nicht so hohe Ansprüche an die Okulare. Wer natürlich keine Sorgen mit wenigen Kilo mehr Gewicht (praktisch kein Transportaufwandsunterschied) hat und auch die Mehrinvestition in brauchbare Okulare nicht scheut der kann m.E. auch gut zu 10" greifen, man sieht halt eine Ecke mehr, keine Welten aber sichtbar. Man hört des Öfteren "Wenn f/5 dann gleich 12 Zoll" - 12" (und vieleicht ist das der Grund warum man sie öfter auf dem Gebrauchtmarkt sieht) sind schon ein massiger Trumm zu schleppen, das schwerste Einzelteil wiegt bereits doppelt soviel wie beim 8"er (nämlich 20kg) und der Transport im Durchschnittsauto ist schon aufwendiger und sperriger, je nachdem wie das Auto konstruiert ist kann u.U. keine weitere Person mehr mitfahren. Ausserdem muss man schon mit erheblich längeren Auskühlzeiten rechnen - nicht verschweigen darf man natürlich die fantastischen Anblicke die ein 12"er bietet - mir war's das wert ;)

Die Nachführung der Fernostdobsons ist immer optimierbar/-pflichtig, das ist aber mit 20€ und 2h Arbeit schnell erledigt, dann sind auch Vergrösserungen mti 300x und darüber kein Hexenwerk mehr - Weitwimkelokulare vorausgestetz.

Viele Grüße Benny
 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo Ruslan,

der von Benny ins Spiel gebrachte Spruch:
"Wenn schon F/5, dann gleich 12" stammt meistens von mir und ich stze immer noch hinzu, "aber dann mit allen Konsequenzen".

Dieser Zusatz meint die immer zuvor schon angesprochene Gewichts- und Transportproblematik.
Man muss nicht nur in der Lage sein, solch ein Teleskop zu transportieren, man muss es auch wollen und sich diesbezüglich selbst einzuschätzen wissen.
Ist diese Problematik besprochen und akzeptiert, so hat man bei einem 12-Zöller immerhin einen deutlich sichtbaren Leistungsgewinn, der die Inkaufnahme der "Nachteile" von F/5 gegenüber F/6 bei 8" m.E. eher rechtfertigt als bei 10" F/5.

Ich schätze, dass sich viele Leute anfänglich bezüglich ihres Transportwillens überschätzen und darin liegt ein Grund, warum 10" und 12" Dobsons häufiger im Biete Board landen, ein weiterer Grund wird Unzufriedenheit über die Leistung sein, weil eben doch nicht die passenden Okulare angeschafft werden, die Justierung vernachlässigt wird und mangels Tuning die volle Leistung nicht abgerufen werden kann.
Andere Leute stellen auf leichtere Bauweisen oder größere Dobsons um, wieder andere "verheben" sich schon Mal mit künftigen Fotoambitionen und rudern zurück zu kleineren, günstiger montierbaren Teleskopen.

Einige dieser Gründe fallen bei einem 8" F/6 weg oder wesentlich seltener an und so kommt es, dass sie, gemessen an ihrem wesentlich höheren Marktanteil, gar nicht so häufig und auch nicht so schnell nach dem Erstkauf zum Wiederverkauf anstehen.

In der Schnittmenge sehe ich auch einen 8" F/6 Dobson als ein sehr gutes, vielseitiges Teleskop für Deine Zwecke an, welches Dich und Deine Tochter lange Zeit faszinieren kann. Wenn Du die Ausstattung nach und nach komplettierst ist das nicht nur ein Einsteigerteleskop sondern kann auch gehobene Ansprüche lange Zeit bedienen.
Unabhängig davon rate ich, wie viele vor mir, sich Teleskope live anzuschauen und Anschluss an aktive Beobachter zu suchen. Das sollte um Heilbron herum nicht schwer fallen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo an Alle,

vielen Dank für Eure Antworten !

Ja, in der Tat die ganze Materie ist doch stückweit
komplexer als ich dachte. ?)

Aber was die Wahl des Skops anbetrifft ihr habt mich überzeugt -
ich werde den 8" Dobson ins Visier nehmen.
Lieber die 8"-Öffnung mit guten Okularen
ausreizen als andersrum, das klingt plausibel.
Und Handling, Transportgeschichte usw. darf man auch nicht unterschätzen - Fakt.

Nun da die Entscheidung auf 8" Dobson gefallen ist,
muß ich mich laut o.g. Beiträgen jetzt diesen zwei oder drei Themen widmen:


* Welcher Dob-Hersteller (soviel ich weis werden alle in China
oder halt dort um die Ecke produziert, habe ich da noch die Wahl ???)
Und die von Martini entsprechen leider nicht meinem Budget ;(
Was hält ihr von Meade oder ICS ?


* Wahl der Richtigen Okulare: Ich habe mich schon auf der
Seite von Sven mit der Thematik vertraut gemacht, sehr gut
erklärt :respekt: das macht mir aber trotzdem bisher die größten Sorgen ...
( für mich halt alles Neuland ...)
Was hättet ihr vorgeschlagen?( für Planeten und Deepsky natürl.)
Die Okulare dürfen gut sein. Ich habe irgendwo von
TeleVue Panoptic 35mm gelesen dass es zwar sauteurer Okul. ist,
soll aber sehr gut sein. Hat da jemand schon Erfahrung mit
gemacht ?

* Brillenproblem: ich trage Kurzbrille ( -2/-2 ). Ist es auch
ein relevanter Punkt für die Okularwahl ?

Ja, so weit wäre es dann ...

Gruß und Dank im voraus :)

Ruslan




 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo Ruslan,

Meade und Martini, das sind Gitterrohrdobsons, wenn auch der Meade gegen den Martini so "bleischwer" wie ein Volltubus ist.
Wenn es auch Gitterrohr sein darf und auch etwas (bis deutlich) teurer, dann müssen wir nochmal neu ansetzen, denn das geht sehr transportabel und mit guter Qualität auch größer.

Günstiger wären Volltuben von GSO, Skxwatcher, ICS, Chelestron...., die Reihenfolge ist so zwanglos wie die Qualöitäten vergleichbar sind, Du bist da in dieser Preisklasse völlig frei in der Entscheidung und kannst auch nach der Nase des Händlers gehen, oder nach Deinem Bauchgefühl nach Kontakt mit mehreren Anbietern.

Ein Volltubus hat in dieser Teleskopklass den Vorteil, für vergleichbare Qualität günstiger zu sein und bei 8" ist Gitterrohr und entsprechend geringeres Packmaß auch noch nicht so unbedingt entscheidend wie bei 12" aufwärts.

Meine Arme sind auch zu kurz und ich brauche zum Lesen eine Brille. Wenn es nur das ist, hat es keinen Einfluss auf die okularwahl, man nimmt die Brille zum Beobachten ab und fokussiert am OAZ aus. Meine Brille hängt dann immer an einer Schnur vor dem Bauch, seit ein Kollege beim Teleskoptreffen Mal auf seiner Brille gestanden hat. Wir haben es halt gerne dunkel.

Ein 35er Pano ist schon ein sehr tolles Übersichtsokular für einen 8" F/6 Dobson, wenn du dir das leisten willst und kannst, nur zu.
Die günstigeren Okulare gehen zwar auch noch gut brauchbar an F/6, aber man hat schon Einbußen die man im Vergleich deutlich sieht.

Wichtig ist aber auch, sich in dem Moment, wo das Teleskop, also 8" F/6 feststeht, Gedanken um die komplette Okularzusammenstellung und weiteres Zubehör zu machen. Man startet im Allgemeinen mit drei bis vier Okularen und fängt mit der Übersichts- und Aufsuchbrennweite an.
Da richtet man sich nach der am bevorzugten Beobachtungsplatz vorherrschenden Himmelsquolität. Hat der feinste Stern in einem definierten Gebiet (FST) 5 Mag, dann sind etwa 5 mm AP (Austrittspupille Okular) angemessen, geht es auf 6 Mag hoch, wären 6 mm AP ideal.
am 8" F/6 entspricht ein 30 mm Okular 5 mm AP, mit dem 35er Pano kommst Du z.B. auf 5,8 mm AP. Bis 7 mm AP ist von den Augen her sinnvoll, aber die Himmelsqualität ist bei uns eher Sehr selten anzutreffen.
Die Entsprechung der Zahlen für FST und AP ist Zufall, aber als Anhaltswert passt das recht gut, wobei man mit hochwertigen Okularen die Werte eher etwas überschreiten kann, als mit Okularen die noch andere Probleme einbringen.
Wie ermittelst Du Deine freisichtige FST-Himmelqualität?
Hier, auf das zweite Bild scrollen
http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html
hast Du die meist verwendete Sequenz um den kleinen Wagen (Polaris).

Wenn das Aufsuchokular feststeht kann man sich näher mit den restlichen Okularen befassen, denn zwischen einem 35er Pano und einem 26er Nagler für aufgehellten Himmel besteht schon ein Unterschied, der sich auf die folgenden, mittleren Brennweiten auswirkt.
Die Okularempfehlungen von Sven bieten für jeden Geldbeutel und jede Anforderung etwas, am Dobson empfiehlt sich eigent lich immer die etwas weitwinklige Variante.

Man sollte auch nicht vergessen, sonstiges Zubehör einzuplanen. Gerade für Beginner ist ein zusätzlicher Peilsucher neben dem optischen Sucher zur groben Orientierung und Voreinstellung von Objekten eine große Hilfe und auch im Zeitalter des WWW (Freeware-Sternkartenprogramme) ist ein Sternatlas wie der DS-Reiseatlas oder der "Karkoschka" immer noch eine gute Wahl, dazu gehört dann auch eine Rotlichtlampe. Der gute, leicht verstellbare Stuhl und warme Klamotten wurden ja schon erwähnt.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hi Zusammen,

wunderbar, da brauche ich mal gar nichts zu ergänzen, oder...?
Neee, schon gut, ich hab schon noch etwas zu melden.
Heutzutage wird sehr viel Deepsky-Beobachtung mit Nebelfiltern durchgeführt. Das hat normalerweise keinen Einfluß auf die verwendeten Okulare, außer eben in dem einen Punkt, dass man ein Okular mit 7mm AP problemlos verwenden kann, wenn die eigenen Augen sich (individuell und je nach Alter) noch so weit öffnen. Ein passend gewählter Nebelfilter (OIII) dunkelt bei so einer AP den Himmelshintergrund so weit ab, dass diese AP sinnvoll einzusetzen ist. Das geht aber nur für Objekte, die auf einen solchen Filter "ansprechen". Daher ist es durchaus eine Möglichkeit, das erste Übersichtsokular so zu wählen, dass es zwar ohne Filter gut ist (und mit Filter funktioniert es dann auch), dass es aber zu einem Okular für maximale AP mit Filter auch ein lohnenswerter Schritt ist. Vom 35mm Panoptic zum 41mm Panoptic ist sicher ein besserer Schritt (auch bezüglich des größeren wahren Gesichtsfeldes - also Himmelsausschnitts), als von einem beliebigen 38mm Okular auf ein beliebiges 40mm. Von der Okularbrennweite her ist aber auch 35mm auf 41mm schon recht knapp. Nimm das mal weniger als Verwirrung als eher als Gedanken für ein späteres Nachrüsten, falls die Wahl schwer fällt.

So, nun noch zu Günthers Schlussworten. Deepsky Reiseatlas und Karkoschka haben beide ihre Berechtigung, der Karkoschka allein, weil das Buch schon eine gewisse Vorstellung vermittelt, was vom Objekt zu erwarten ist. Den DSR kenne ich in dieser Hinsicht zu wenig.
Als Alternative (DSR) oder Ergänzung (Karkoschka) möchte ich noch auf die frei im WWW verfügbaren Kartenwerke verweisen. Beginnend mit dem sehr einfachen Mag 7 über die beiden Atlanten von Toshimi Taki bis hin zum TriAtlas in seinen Detailstufen gibt es einiges zur Auswahl. Ich empfehle für den Anfang eine der beiden ersten Detailstufen des Tri-Atlas, da dieser die für den Einsteiger wichtigen Sternbild-Linien zur Orientierung enthält (selbst auf den hochaufgelösten Ausschnitten) und gegenüber dem einfachen Mag7 eine vernünftige Darstellung der Objekttypen hat.
Einen solchen Atlas kann man sich ausdrucken und mit einem der Laminiergeräte, die einem derzeit immer wieder im Supermarkt um die Ohren fliegen, tausicher machen.
Mit dem DSR bekommt man's halt frei Haus, etwas weniger individuell, dafür eben ohne großen Zeitaufwand. Und an sich reicht auch der Karkoschka - es gibt einige Sternfreunde, die nacheinander die Objekte auf den Karkoschka-Seiten abhaken. Das dauert...

Clear Skies
Sven
 
Farblängsfehler und Sphärochromasie vs Obstruktion

Hallo Lots,

Schwer zu sagen, man sollte halt immer die selbe Öffnungsgröße/Öffnungsverhältnis miteinander vergleichen. Aber schon richtig ein Refraktor bildet die Sterne im Schnitt "schärfer", deutlicher ab, was einfach an der fehlenden Obstruktion liegt.

genau, nur bei gleicher Öffnung und gleichem Öffnungsverhältnis
wäre ein Vergleich ein richtig guter Vergleich.
Nun gibt es aber keinen 8"f/6 ED auf dem Markt, so dam man auch
keinen mit einem 8"f/6 Newton in derPraxis vergleichen könnte.

Wenn man aber auch dem Papier vergleicht, dann kann ein 8"f/6 ED
auf der optischen Achse nicht mit einem 8"f/6 Newton mithalten.
Denn der ED hat bei diesen Eckdaten einen starken Farblängsfehler
und eine heftige Sphärochromasie. Beides zusammen kostet den ED
erheblich mehr Schärfe und Kontrast als die Obstruktion beim Newton.

Zum Verständnis dieser Problematik habe ich ja schon den Link angegeben:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=84708&whichpage=1

Der dort behandelte ED ist ein wesentlich entspannterer 5"f/9.
Trotzdem sind dessen achsiale Abbildungsfehler schon deutlich kontrastmindernd.

CS,Karsten
 
Re: Farblängsfehler und Sphärochromasie vs Obstruktion

Hallo an Alle,


ein 8" Dob ist echt in der Tat gebraucht schwer zu finden :(
Und neuen wollte ich nicht, weil die paar Euros wollte ich in die Okulare fließen lassen.

Mir ist ein günstiger 10" Galaxy über den weg gelaufen,
und da hab ich dann auch zugeschlagen.

Nun hab ich da noch ein paar Fragen (gehören zwar nicht richtig hier rein, aber ...)

1. Justierlaser: hat jemand Erfahrung mit dem da:
http://drehen-und-mehr.beepworld.de/45g2zoll.htm

2. Okulare: lohnen sich die LV's an der 10"-Öffnung f/5 oder doch lieber die LVW's ?

3. Sucher: habe den da:
http://www.astroshop.de/sucherfernrohre/teleskop-service-rda-sucher-mit-basis/p,5036

Wie "justiert" man eigentlich den Sucher?
Ich meine nur mit dem "draufschrauben" ist es doch eigentlich noch nicht getan, oder ?

4. Sternkarte: angeboten wird viel, welche ist praktikabel ?

5. Filter: Welche wären sinnvoll ? (Mond, Planeten, DS)
2" oder 1,25" ? Was sind gute, welche Noname ?

Fällt Euch noch was auf, was fällt ?

Vielen Dank fürs Durchlesen und für die Antworten :)



Gruß Ruslan



 
Re: Farblängsfehler und Sphärochromasie vs Obstruktion

Hallo Ruslan,

zu den beiden letzten Punkten kann ich was erzählen.

Sternkarten:
Generell bin ich ja ein Freund des Kosmos-Verlages, aber die Sternenkarte von denen kann ich wirklich nicht empfehlen. Steht wenig drauf (Messier-Objekte) und die Farben sind schlicht und einfach dämlich gewählt, vor allem für Beobachten mit Rotlicht. Dafür hat sie den Vorteil, dass man gut Planeten rausfinden kann, aber mal ehrlich: Da kann man sich leicht vorher informieren und so schnell wandern die ja auch nicht, sodass man sich nur 2-4mal im Jahr informieren muss...
Falls Du sie dir trotzdem anschauen willst:
http://www.amazon.de/Drehbare-Kosmo...=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1244634023&sr=8-4

Wirklich empfehlen kann ich die vom Oculum-Verlag:
http://www.amazon.de/Drehbare-Himme...=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1244634023&sr=8-2
Da steht mehr drin und sie ist augenfreundlicher.


Filter:
Ein Mondfilter kann nicht schaden, 10" F5 sind sehr hell bei unserem Trabanten... Danach ist die Adaption erst einmal weg... ;)
Von Planetenfiltern halte ich nicht viel. Man sieht vielleicht ein Bisschen mehr, dafür geht der Gesamteindruck (durch die "Orginal-Farbe") flöten. Ich weiß nicht, ob es da andere Filter als farbige gibt, dann wärs OK.
DeepSky ist schon sinnvoll, vor allem UHC gegen Stadtlicht. Wenn Du in Stadtnähe wohnst, ne gute Investition.
Generell gilt aber: Es ist wichtiger, gute Okulare zu haben als zusätzliche Filter (kann aber nicht sagen, welche Du nehmen solltest, da sind andere dran).



So, das wärs von mir erstmal, andere Meinungen und Ergänzungen sind willkommen :biggrin:

Viele Grüße und CS,
Christof
 
Re: Farblängsfehler und Sphärochromasie vs Obstruktion

Hallo Ruslan,

1. der Laser ist okay.

2. so einfach ist es eigentlich nicht. Ich verweise Mal auf mein letztes Post im Thread. Ausgehend vom Übersichtsokular fallen dann die weiteren Entscheidungen. Da war mal z.B. von einem 35er Pano die Rede, aber das steht an F/5 mehr auf dem Prüfstand als an F/6, schon allein wegen der grßen AP von 7 mm, für die man auch die entsprechend gute Himmelsqualität braucht.

3. der Sucher ist sehr gut und es hängt daran, welches Feld Du mit Deinem Übersichtsokular erreichst und ob Dir das ausreicht oder ob Du noch einen optischen Sucher, 8-9x50 (gut wäre Winkeleinblick) zusätzlich brauchst.
Für alle Sucher gilt, dass man sich schon am Tage ein weit entferntes Objekt ins Okular zentriert und dann den Sucher über seine Justiermöglichkeit auf dieses Objekt ausrichtet. Hohe Vergrößerungen im Okular fördern die Genauigkeit.

4. die verlinkte Karte ist okay

5. ein Graufilter it für Mond und eventuell auch Planeten wichtig, ansonsten würde ich zumindest zunächst auf Farbfilter verzichten. Bei den Nebelfiltern (O III, UHC) geht man besser von Anfang an auf 2", denn gerade einige der interessantesten Objekte sprengen die 1 1/4" Gesichtsfelder und bei der Anwendung höherer Vergrößerungen an kleineren Objekten oder für Detailbeobachtungen kann ein 2" Filter beim Okularwechsel in der 2" auf 1 1/4" Reduzierung verbleiben.

Gute Filter in 2" sind recht teuer, sicher geht nicht alles auf ein Mal, auch bei den Okularen nicht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Farblängsfehler und Sphärochromasie vs Obstruktion

Hallo Ruslan,

zu Sternkarte:
zusätzlich den Deep Sky Reiseatlas. Habe ich immer mit dabei.

zu Filter:
Baader Sonnenfilterfolie !
Dazu dann aber noch einen Neutralfilter oder Polarisationsfilter

Gruß Lutz
 
Re: 10" Dobson - ein Allrounder für den Einsteiger

Hallo Ruslan,

Was Ulf gesagt hat kann ich nur voll unterstützen und möchte sogar noch einen Zusatz anfügen: Lass Deine Tochter unbedingt vor dem Kauf mit dem Dobson beobachten!

Meine Tochter ist 6 und für sie ist selbst ein 3'' Refraktor auf motorisch betriebener parallaktischer Montierung um Welten besser zum Saturn anschauen, als ein 10'' Newton Dobs.
Und das hat einen einfachen Grund: Mit dem Refraktor sieht sie Saturn!

Die über 1200mm Brennweite selbst eines f/5 Newtons sind für meine Tochter auf einer Dobson-Montierung einfach nicht handhabbar - zumal das Teil je nach Brennweite und Bauweise größer und schwerer ist, als sie...
Bei nur mittelgroßen Vergrößerungen ist der Saturn meist schon aus dem Blickfeld verschwunden, wenn wir gewechselt haben. Das eigenständige Wiederauffinden gelingt ihr selten...

Daher ist die maximal "nutzbare" Vergrößerung bei uns eben schon mit einem sehr kleinen Refraktor deutlich höher, wenn der automatisch nachführt.

Was Du auch ausprobieren solltest (falls Du es noch nicht gemacht hast) ist, ob Deine Tochter "einäugig" beobachten kann. Auch hier ist 7 eher ein geringes Alter, damit das Reibungsfrei klappt. Falls nicht, dann ist ein Bino-Ansatz fällig (der ob des höheren Gewichts gerade für Kinder meist auch besser an "Stativmontierungen" handhabbar ist) oder ihr seid gar mit einem ordentlichen Fernglas für den Anfang besser bedient.

Ich unterstütze Deine Einstellung voll, dass gerade Kinder am Anfang mit ordentlichem Gerät arbeiten sollten, um nicht den Spass an der Sache nur auf Grund von schrottigen "Einsteigerteleskopen" zu verlieren. Aber wenn es mit dem schubsen nicht klappt, dann hilft den Kindern auch der teuerste Dobson nichts und wenn das Kind (noch) nicht einäugig beobachten kann, dann ist auch ein Ethos wenig nützlich...

Gruss,
Chip

 
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