10" oder 12" am Stadtrand ?

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JuergenF

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Hallo,

ich überlege von meinem 130/900 Skywatcher in Richtung Dobson aufzusteigen. Mein Ziel ist das Beobachten von Gasnebeln und Galaxien.
Mein Wohnort ist 6 km vom Stadtrand entfernt, es gibt auch andere Orte in der Gegend. Daher ist der Himmel nicht wirklich dunkel.
Meine Frage ist daher: Lohnt sich ein 12" Gerät, welches nicht nur die Objekte sondern auch den Hintergrund aufhellt ? Oder bringt unter diesen Umständen ein 10" Gerät die selbe Leistung, weil der Kontrast gleich gut bzw schlecht ist ?

Danke

Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ein größeres Gerät zeigt immer mehr als ein kleines.
Die Problematik ist zum Beispiel der Transport. Wenn man oft hört, in der Stadt hat ein großes Gerät keinen Vorteil, dann kommt das daher, dass man davon ausgeht das Teleskop aufs Land zu transportieren und da sind kleine Geräte im Vorteil. Bis man Beobachtet - Dann ist das große wieder besser. Auch die Luftunruhe darf man nicht vergessen. Bei sehr schlechter Luft zeichnet ein kleines Fernrohr oft schärfer als ein grosses. Aber alles in allem hab ich immer den Eindruck, dass große Geräte kleineren überlegen sind. Also keine Angst vor großen Öffnungen.

Viele Grüße
Rossi
 
Hi Jürgen,
ein großes Gerät zeigt nicht automatisch helleren Hintergrund.
Das ist eine Frage der Austrittspupille. Und die kannst Du mit jedem Gerät mit entsprechenden Okularen gestalten.
Dadurch ergibt sich , was sich in der Praxis auch bestätigt, das selbstverständlich ein großes Gerät mehr zeigt, auch bei weniger guten Bedingungen, wobei ich dies auf eher auf Punktstrahler begrenzen möchte. Neblige Objekte gehen unter Stadthimmel quasi nicht. Da scheitert man schon an Messierobjekten selbst mit 20" wenn es richtig hell ist.
D.h. für Nebel und GX -das wird nichts wenn Du keinen dunkeln Himmel aufsuchst.
Dort liegt der Gewinn, dann auch in der Öffnung.
CS
 
Hallo Jürgen,

ich finde die Hinweise hier bislang unvollständig. Wohlgemerkt nicht falsch, aber ohne die Erwähnung der "Nebelfilter" stimmte sie lediglich vor 20 Jahren.
Die Galaxienbeobachtung leidet sehr unter städtischem Streulicht (oder auch unter dem des Mondes und was sonst noch leuchtet).
Bei den Emissionsnebeln aber gibt es Abhilfe in Form von Filtern. Hier kannst Du mit einem OIII-Filter erstaunliche Sichtbarkeitsverbesserungen erzielen. Viele Objekte sind so überhaupt erst auffindbar. Die Wirkung eines solchen Filters geht sogar soweit, daß selbst an den erdenklich besten Standorten noch eine Filterwirkung nutzbar ist.
Besonders wirksam sind diese Filter bei mittlerer bis schwacher Vergrößerung. Mit steigender Vergrößerung wird der Filternutzen immer geringer, weil der Himmelshintergrund im Okular auch dunkler wird.
Meine Erfahrungen mit Balkonbeobachtungen führten zu diesem Artikel: http://www.svenwienstein.de/HTML/stadtastronomie.html

Klar ist natürlich, daß man dunklen Himmel immer vorziehen wird. Insofern macht es für Dich unbedingt Sinn ein Gerät anzuschaffen, daß Du gut unter bessere Standorte transportieren kannst. Gerade als Galaxienbeobachter kommt man um einen richtig guten Standort nicht herum und das bedeutet normalerweise eine Anfahrt mit dem PKW.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven, hallo Antares, hallo Rossi,

vielen Dank für die Antworten.
Ich habe Svens Webseite betrachtet und sie deckt sich im Wesentlichen mit meinen eigenen Beobachtungen. Das heisst ich konnte zusätzlich auch M81 und M82 sehen. Ein Genuß, im Sinne von mehr als ein grauer Fleck, war das aber nicht. Ein UHC Filter bringt bei mir mit 5" nur bei hellen Objekten etwas, der Ringnebel in der Leier wurde nur dunkler, nicht deutlicher. Da wäre mehr Öffnung sicher ein Gewinn.
Also muß ich zum Galaxien beobachten raus aus dem heimischen Garten. Damit stellt sich die Frage nach meiner persönlichen Leidensfähigkeit beim Teleskoptransportieren bzw nach einem Gitterrohrtubus. Das muß ich jetzt wohl selber für mich beantworten.
Muß man eigentlich die Volltubus Röhren von GSO oder Skywatcher nach einer Autofahrt neu justieren ?

Danke

Jürgen
 
Hallo Jürgen,

eine kurze Justageüberprüfung gehört wohl für jeden transportablen Newton zum Programm. Ob sich wirklich was geändert hat, hängt aber vom Strassenzustand ab.
Viele Leute justieren warscheinlich nur jedes mal den leicht anderen Sitz der Justierhilfen (Laser) nach...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jürgen,
nach meinen Feststellungen ist eine Kontrolle der Justierung am Stern in aller Regel ausreichend,
wenn man den Beobachtungsplatz erreicht hat.
Manchmal muss man am HS ein wenig nachjustieren, aber das ist in 2-5 Minuten erledigt und eigentlich vor
Beginn jeder Beobachtung Pflicht, da der HS nicht eingespannt werden sollte und locker in den drei Klammern liegt.
Dies trifft auf meinen 8" f 6 Skywatcher genau so zu wie auf mehrere GSO und einen ICS-Galaxy Volltubus.
OK, wir nehmen nicht jedes Schlagloch mit Vollgas. Normale Fahrten, auch über längere Strecken sind kein Problem.
CS
*entfernt*
 
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Tach Jürgen,

um noch einen weiteren Aspekt zu beleuchten: Ich selbst habe ein 10"-Dobson und überlegte vor dem Kauf lange hin und her. Dachte mir: 490 gegen 705 Quadratzentimeter lichtsammelnde Fläche etc. Wurde dann vom Händler selbst wieder auf den Boden heruntergeholt. Es geht um die Transportabilität des Instrumentes. Für mich ist das 10"-Teleskop tatsächlich Maximum von dem, was ich herumtragen möchte. Zudem ist meist durch das Auto eine klare Grenze gezeichnet. Ich will mein Dobson auch in die Alpen oder sonstwohin mitnehmen können, ohne Ärger mit dem Rest der Mitfahrer zu bekommen. Und für einen 12-Zöller bräuchte man meist schon ein erheblich größeres Gefährt. Also, Tipp von mir: Nicht nur das Instrument selbst sehen (hier wurden ja die wichtigsten Aspekte bereits super beleuchtet), sondern auf das "Drumherum" achten. Sonst liegt das gute Stück nachher nur rum.

Gruß

Serenitatis
 
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