10" oder doch 8"?

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Ch_Steiner

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Hallo zusammen,

bin vor nicht allzu langer Zeit rein zufällig über ebay günstig an ein neues ETX 70 gekommen - seither hat mir das kleine Ding schon jede Menge "Wattebäusche" am Himmel gezeigt und damit schon viel Freude gemacht. Natürlich waren auch einige Blicke auf den Mond und Saturn dabei.

Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt - und da das ETX halt doch etwas klein ist will ich mich nun vergrößern.

Dabei kommt für mich eigentlich nur ein Dobson in Frage - betrachte das Auffinden der Objekte als sportliche Aufgabe, die es vor dem Genuß zu lösen gilt, Fotografie ist nicht so mein Ding.

Zum Teil mache ich das sogar schon jetzt mit dem ETX so - macht meiner Meinung nach einfach mehr Spaß, als dem Computer bei der Arbeit zuzusehen.

Den im Forum immer empfohlenen Kontakt zu Gleichgesinnten habe ich noch nicht gefunden, kenne sonst noch niemand, der sich mitten in der Nacht vor´s Haus stellt um den Himmel anzusehen ......

Da gibt es doch sicher auch in Österreich eine rege Szene oder sollte ich mich da irren?

Mein bevorzugter Platz für Beobachtungen ist vor meinem Haus - ist halt doch bequem, aber leider auch sehr hell (viele Straßenlaternen).

Bevor ich jetzt jedoch zum Händler meines Vertrauens pilgere (so nebenbei: wo finde ich den in Österreich?) brauche ich noch etwas objektive (meine damit ohne komerziellem Interesse) Beratung. Habe mit dazu die Fragen überlegt:

8" oder 10" - was würdet ihr mir empfehlen?

Warum sind Newtons mit f5 kritisch? (durchaus auch technische / theoretische Erklärung erwünscht - danke)

Warum wird´s da bei den Okularen kritisch?

Für mich kommen einerseits die diversen GSO - Derivate (TS, GSO, GALAXY) oder andererseits MEADE Lightbridge (ja, ich weiß - die Optik ist auch von GSO) in Frage - Welchem Ding würdet ihr den Vorzug geben? Das Transportthema ist bei mit nicht so kritisch - fahre einen Van.

Worauf sollte ich beim Kauf auf jeden Fall achten?

Welches Zubehör (nein, ich meine NICHT die Okulare - die werde ich im Lauf der Zeit je nach dringendem Bedarf nachziehen) sollte ich mir dazu kaufen?

Vielen, vielen Dank im Voraus für eure Beratungen.

Grüße, Christian
 
Hallo Christian,


Den im Forum immer empfohlenen Kontakt zu Gleichgesinnten habe ich noch nicht gefunden, kenne sonst noch niemand, der sich mitten in der Nacht vor´s Haus stellt um den Himmel anzusehen ......

Die gibts aber, gerade hier im Forum sind einige aus der Wiener Gegend aktiv.

Da gibt es doch sicher auch in Österreich eine rege Szene oder sollte ich mich da irren?

Aber sicher ! Zumal die österreichischen Alpen ein ideales Spechtelgebiet sind.

Mein bevorzugter Platz für Beobachtungen ist vor meinem Haus - ist halt doch bequem, aber leider auch sehr hell (viele Straßenlaternen).

Komisch, ich stehe gelegentlich auch vor Haus, habe dich aber bisher nie getroffen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Naa, mal im Ernst, wenns Dich in Richtung Deepsky zieht und das vermute ich mal aus Deiner Anfrage, dann solltest Du mal AUCH ins Auge fassen, gelegentlich raus zu fahren aus der Lichtglocke der Großstadt, das bringt mehr als jedes Teleskop, das Du für Geld kaufen kannst.

8" oder 10" - was würdet ihr mir empfehlen?

Mhh, gemessen z.B. an Sternhaufen bringt der 10er schon etwas mehr, im mittel aber geben sich der 8er und der 10er nicht viel. wir haben mal vor etwa 2 Jahren meinen 10" GSO gegen den 8" Skywatcher gegeneinander antreten lassen, also, die beiden geben sich wirklich nicht viel, gerade an PN's sinds eher unmerkliche Unterschiede, am Planeten schneiden beide gleich gut ab.

Warum sind Newtons mit f5 kritisch? (durchaus auch technische / theoretische Erklärung erwünscht - danke)Warum wird´s da bei den Okularen kritisch?

Kritisch muss man so sehen: Je höher das Öffungsverhältnis wird, desto mehr produziert das Teleskop eine Wölbung des Bildes. Das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern einfach nur Physik. Okulare, die das aufgleichen können müssen eben besser gerechnet und gefertigt werden, das 'kritisch' ist also eher eine Frage des Preises, denn für jede Anforderung gibts auch Okulare. Wenn du Dich nun für einen f/5 entscheidest, kommst du im Mittel noch etwas bei 80-130 euro pro Okular weg, ab f/4 wirds schon mörderisch bei den Okularpreisen, schau mal, was Nagler Okulare so kosten...

Ich selbst habe den 10" f/5 und gebe dabei den Hyperion Okularen recht gute Praxistauglichkeit, preislich sind sie zudem auch bisher nicht zu schlagen.

Weiterhin muss ein f/5 Newton häufiger und besser kollimiert, also justiert werden als ein langsamer Newton mit z.B. f/8, daher wohl der Begriff 'kritisch', wobei ich den Begriff als solchen nicht mag.

Worauf sollte ich beim Kauf auf jeden Fall achten?

Schau Dir die Teleskope an, mit was du zufrieden bist, GSO, Synta und Co erfordern auf jeden Fall ein wenig Nacharbeit zu Hause, damit es 'richtig' funktioniert, wobei es auch schon out of the box schon recht brauchbar geht.

Welches Zubehör (nein, ich meine NICHT die Okulare - die werde ich im Lauf der Zeit je nach dringendem Bedarf nachziehen) sollte ich mir dazu kaufen?

Meine Meinung?
Ein Telradpeiler wäre nicht schlecht, Telradkarten, ein gescheiter Hocker oder Bügelstuhl, ein Aquariumsmagnet als Ausgleichgewicht für schwerere Okulare oder Anbauten und ein Sonnenfilter ist recht nett.
 
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Hallo Toni,

danke für die rasche Antwort.

Packe mein kleines ETX natürlich schon immer wieder ins Auto und fahre damit in die dunkle Botanik - geht ja eh super schnell und einfach und natürlich sieht man da viel mehr, aber vor dem Haus ist´s ja sooooo bequem .......

Und vor allem, wenn man nur wenig Zeit hat - also vor´s Haus gehe ich auch mal schnell für 10 Minuten.

Denke, ich werd mich wohl ein wenig ändern müssen.

Grüße, Christian
 
Hallo Christian,

Toni hat es eigentlich sehr gut auf den Punkt gebracht und was er schreibt entspricht auch den was
ich so gesehen habe.
Ich habe selbst einen 8" F/6 und was ich so an 10" F/5 aus dem Bereich Skyw./GSO/Galaxy gesehen habe,
lässt mich meinen Entschluß nicht bereuen.

In der Okularfrage bin ich bezüglich der langbrennweitgen Übersichtsokulare, so zwischen 20 mm und
42 mm (bei F/6) oder 35 mm (bei F/5) nicht ganz mit den Preisen einverstanden. Die üblichen
2" Erfles für um 100 € sind am F/6 noch gut akzeptabel obwohl schon nicht mehr ganz randscharf
(je größer das Feld, um so weinger), am F/5 sind sie aber schon wirklich "Geschmackssache" und
ich kann mich damit nicht so recht anfreunden. Da sind dann m.E. schon Panoptik und Co oder gar Nagler gefragt.
Großes Feld ist in der Übersicht nun Mal eine herrliche Sache und beid Geräte können mit
den passenden Okularen auf ca. 2° kommen. Überhaupt ist man am Dobson auch wegen der "händischen"
Nachführung mit Weitwinkelokularen m.E. besser bedient.

Von daher geb ich 5 € in mein "Phrasenschwein" und sage meinen alten Spruch auf.

Wenn schon F/5 dann gleich mindestens 12", weil den Unterschied zum 8" F/6 sieht man wirklich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Für Dich mit Van ist sogar ein 12-Zöller als Volltubus noch drin, aber da gehören bei GSO und
Konsorten zuerst die kleinen Höhenräder ausgetauscht weil sie die langen schweren Hebel einfach
nicht zitterfrei packen. Da machen höhere Vergrößerungen einfach keinen Spass.

CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,
mein letzter Kommentar hier: allgemein gebe ich Dir hier recht, mit Ausnahme der Höhenräder. Entscheidend hier ist die Lagerung. Mit vernünftig fetten Teflon Pads ist das ruckfreie Bewegen kein Problem. Nur eben bei Geräten, bei denen der Verkäufer/Händler keine Hand angelegt hat, was viele eben des reinen Verkaufens wegen nicht tun. Ich nenne hier jetzt keinen Händler, der dies sehr wohl tut und daher auch gut optimierte Geräte ausliefert.

Gruß
Winfried

(und das war`s erstmal für mich hier in den Foren aus auch Dir bekannten Gründen). Viel Spaß am Hobby.
Wer es genauer wissen möchte, der trifft mich auf dem ITV
 
Hallo zusammen,

das eine möchte ich noch ein wenig differenzierter betrachten:

mit Ausnahme der Höhenräder. Entscheidend hier ist die Lagerung. Mit vernünftig fetten Teflon Pads ist das ruckfreie Bewegen kein Problem.

Das ist richtig, die ruckfreie Bewegung geht auch mit unterdimensionierten Rädern. Jedoch ist das nur die halbe Miete. Je größer die Räder werden, desto weiter sind dann auch die beiden Lagerflächen (Telfonblocks) von einander entfernt. Das erhöht den Hebel des Lagers und der Dobson kann insgesamt mit mehr Gewichtsunterschieden bei den Okularen umgehen.

Beispiele:
Link zur Grafik: http://www.sternwarte-nuertingen.de/de/images/sternwarte/dobson-schwarz.jpg
Hier stimmt die Dimension, die Räder sollten im Durchmesser etwa der Teleskopöffnung dimensioniert sein.



Link zur Grafik: http://www.amateurastronomie.com/teleskoptest/teleskope/newton200/pics/newton200.jpg
Hier sind die Räder eigentlich zu klein, sie geben schon bei wenig Ungleichgewicht des Teleskops zu wenig Haltemoment, was dann durch erhöhten Anpressdruck (Federn) und Gegengewichte ausgeglichen wird.


Link zur Grafik: http://www.pteng.de/astro/toni/gso880/bilderk/2.jpg
Ich selbst habe es an meinem GSO mit dieser Lösung so einigermaßen zufriedenstellend hinbekommen.
Rolladengurt auf die Laufflächen der Räder verklebt, einen breiten Weichteflonstreifen als Lagerfläche, Zugfedern zusätzlich mit variablen Seilspannern. Dazu ein Magnet als Gegengewicht, der eben gerade da am Blechtubus angepappt wird, wo man ihn braucht.


So, das war aber in Bezug auf die eigentliche Frage eher ein Exkurs.
noch ein paar Nachträge:
Wenn Du Kontakt zu wiener Sternfreunden suchst, wende Dich mal an den Binoviewer hier im Forum:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...ge=1&topic=
Der ist mittlerweile auch schon ein alter Hase in der Szene und kennt sicherlich noch mehr Leute.

Eine Händlerliste habe ich hier gefunden:
http://www.sternwarte.at/austronomie.html#Haendler
jedoch weiß ich nicht ob die aktuell oder vollständig ist.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten und Beratungen.

Hab´mir schon sowas gedacht (habe natürlich das Forum schon länger rauf und runter gelesen), aber die allerletzten Antworten und Bestätigungen meiner Gedanken zum Thema haben mir halt noch gefehlt.

Kurzum - ich habe eure Ratschläge befolgt (und auch meine eigene Meinung, als sehr belesener Einsteiger)und habe mir kurzerhand einen 8" TS-GSO-Dobson gekauft.

Das Ding ist schon aus der Box eine wahre Freude für mich und darüber hinaus habe ich schon die eine oder andere Verbesserung angedacht (oder im Forum gelesen wie zB oben stehend) - so ein wenig optimieren macht ja auch Spaß und erhält die Freude am Objekt.

Sobald der Himmel es zulässt (momentan nur Wolken) und sobald es mein Können und mein Wissen ebenfalls zulassen werde ich dann über meine ersten Erfolge oder auch Mißerfolge in der Beobachtung berichten.

Bis dahin nochmals vielen Dank an alle.

Grüße, Christian.
 
Hallo Christian,

denn mal viel Spaß und Erfolg bei der Jagd nach den himmlischen Objekten!
Schreib doch mal dann, wie so Deine Eindrücke sind.
 
Hallo Christian,
das sag ich nur:
Willkommen
im Club der Dobsonbesitzer, ich bin mir sicher das du viel Freude mit deinem Dobs haben wirst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

CS
Hendrik
 
"Mein bevorzugter Platz für Beobachtungen ist vor meinem Haus - ist halt doch bequem, aber leider auch sehr hell (viele Straßenlaternen)"

Da bin ich mit der Antwort leider schon etwas spät bin, erst mal Gratulation zum 8" Dobson.
Zu Deinem obigen Statement möchte ich nur sagen, daß es erst an dunklen Orten richtig Spaß macht. Der 8" ist zwar leichter transportabler als was Größeres, das ist aber bei einem Van kein Entscheidungskriterium mehr.
Speziell bei Lichtverschmutzung hab ich gemerkt, dass ein größerer Spiegel Vorteile hat, speziell bei Galaxien oder anderen lichtschwachen Objekten.
Den Lightbridge und GSO in 12" und 10" Ausführung kenn ich und sehe den Lightbridge als das bessere Gerät.
Ein Telrad, einen guten Sternatlas wie
"Deep Sky Reiseatlas. Sterne, Nebel und Galaxien schnell und sicher finden" Michael Feiler; Spiralbuch; EUR 25,60
und als Illustration
"Atlas der Messier-Objekte. Die Glanzlichter des Deep Sky"
Ronald Stoyan; Gebundene Ausgabe; EUR 61,58
sind z.B. sehr gute Bücher um richtig Freude am Gucken zu kriegen. Erst mit dem Atlas macht es Spaß, auch mal schwierigere Objekte zu "jagen".
Bezüglich Okulare rate ich Dir nicht zu sehr zu sparen,
im Prinzip genügen 3 (am besten 65-82°Gesichtfeld) plus 2x Barlow - das reicht erst mal.

Clear skies !
 
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