100mm / 45-90° Fernglas - TS, APM, oder was?

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Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

auf der Suche nach sinnvollen Geräten für den Verein spiele ich gerade mit dem Gedanken, in Richtung Großfernglas zu gehen - Celestron Cometron 12x70 und Fujinon 16x70 sind vorhanden und werden gerne mal genutzt, und ein Celestron 25x100 im Mitgliederkreis hat den Wunsch nach mehr Öffnung aufkommen lassen.

Binoptic, Fujinon und Vixen sind finanziell nicht drin, aber sind beide preislich interessant: Unter 1500 Euro, wohl beide mit Transportkoffer, 90°- bzw. 45°-Schrägeinblick, 1,25"-Wechselokularen und Halb-Apo bzw. ED-Optik.

Der Verdacht liegt nahe, dass beide sich in der optischen Qualität nicht viel nehmen und der Unterschied im Alltag vor allem in Gehäuseform und Einblickswinkel liegt...

Hat schon mal jemand einen Vergleich zwischen den beiden machen können, insbesondere bei der Mechanik?
  • Welches ist robuster bzw. hat eine stabilere Stativadaption?
  • Gibt es Unterschiede beim Einstellen des Augenabstands?
  • Beim TS ist der Handgriff abnehmbar - passt da ein Sucher ran?
  • Wird das Bild irgendwann zu bunt?
Da primär als Astro-Glas gedacht, ist das 90° reizvoller - spricht etwas dagegen, bzw. gibt es noch sinnvolle Alternativen?

Montierung ist kein Problem - die Vixen Doppelgabel würde auch noch ins Budget passen, und ein Berlebach Uni 18 sowie weitere, höhere Refraktortaugliche Holzstative mit Anschluss für HEQ5 etc. sind vorhanden. Was mit einem C8 fertig wird, sollte auch mit einem Großfernglas zurechtkommen ;)

Gibt's Erfahrungen?

Besten Dank,
Alex
 
Hallo Alex,

in meiner Sternwarte habe ich den kleinen Bruder des TS in Benutzung (allerdings noch in der nicht Apo Ausführung). Der lief mir mal gebraucht und schon verschlimmbessert (versuchte Justierung) zu. Nachdem ich das Gerät mit einer neuen Justiereinrichtung versehen habe (wäre ohne die Bastelei eines Vorgängers sicher nicht nötig gewesen!) bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Gestern habe ich mal wieder Mond geschaut. Selbst an diesem "nicht Apo" finde ich bei 20x den Farbfehler sehr erträglich. Bei großflächigen Deep Sky Objekten ist das Gerät ein echter Genuss. Ich habe das Ding mit einer Basteladaption mit einer Prismenschiene versehen und betreibe es an einer Giro. Die Einstellung des Augenabstandes ist unproblematisch; bei den neuen von TS ist die Okularaufnahme schöner als bei meinem.

An der anderen Seite der Giro habe ich oft ein russisches 11x80 Flakglas mit 45° Einblick, das einfach ein riesiges Feld ergiebt und eine klasse Abbildung hat. Auf der Giro (die ist auf einer Säule montiert) ist bis vielleicht 60° Höhe noch ganz gut gucken, danach wird es unangenehm (sonst müsste die Säule höher sein, dann kann man horizontnah nicht mehr im Sitzen beobachten).

Ein weiteres Vergleichsgerät ist mein 25x100 Flakglas aus dem 2. Weltkrieg (Zeiss) mit 45° Einblick (Probleme siehe oben). Der Farbfehler ist kleiner als beim TS, die Auflösung besser; zusätzlich sind für "Tagbeobachtungen" - Mond 2 einklappbare Blenden mit 50mm Öffnung eingebaut, die die restliche Aberation unter die Wahrnehmungsgrenze drücken. Dafür ist dieses Ding schwer - sauschwer, sperrig und unbezahlbar (ist mir per Schicksal in Frankreich zugelaufen.

Resummé: Zu dem TS kann ich dir durchaus raten auch wenn einige Perfektionisten sicher nur die Extrempreisigen gelten lassen.
 
Hallo Entschuldigung!

Habe vergessen zu sagen wer geschrieben hat.

CS Gerhard Schmitt (Sterngucker Frankenberg e.V.)
 
Hi!

Besten Dank für die Antwort - warst du mit dem Stativanschluss vom TS zufrieden, oder ist der unterdimensioniert?

Beste Grüße,
Alex
 
Hi Alex,

ich denke die Geräte fallen vom gleichen Band und sind nur unterschiedlich gebrandet. Es gibt sie auch als Omegon und anderen Namen im Fernglashandel - teils für unter 900,- in der "Apo-Version".

Ich hatte ein solches Glas probiert in der aktuellen Version. Apo ist das lange nicht. Schon mit ca 40-facher Vergrößerung ist ein Farbfehler z.B. an Jupiter klar erkennbar. Insofern ist die Bezeichnung trügerisch.
Dennoch hat das Glas eine schön Abbildung und zeigt mehr als mein 20x90mm TS.

Okularwechsel: Ja man kann 1,25" Okulare verwenden, aber die Klemmung ist nicht auf Maß, was zu wackeln und damit Unschärfe führt, weil das Okular aus der Achse verschoben ist. Damit verliert das Feature des Okularwechsels mit 1,25" an Wert. Ich finde es ärgerlich, könnte man mit einer Klemmung a la Baader Clicklock das Ganze so einfach lösen.

Sehr gut gefiel mir zunächst die Abbildung mit kleinen Vergrößerungen z.B. mit den TSED 25 oder LVW 22, nachdem ich sie auf die optische Achse des Fernglases ausrichten konnte. Leider, und da wurde ich dann wirklich sauer, zeigten diese Okulare aber dann, dass die Prismen, entgegen der Werbung, doch zu klein sind und das Bildfeld beschneiden.

Dieses Problem hatten die Binos vor Jahren schon, als sie auf den Markt kamen. Damals übrigens billiger. Auch die kleineren Geschwister haben es. Welchen Vorteil die "neueste Version" hat konnte ich nicht feststellen. Die Bewerbung ist mind. hinsichtlich der Prismen und des Farbfehlers schlicht falsch.

Mein Fazit: Wer das weiß kann Spaß damit haben, aber speziell den aktuellen Preis ist es m.E. nicht wert.
CS


 
Hallo Alex,

ich hatte auch mal ein APM 100mm Halb-Apo 45°.
Im Prinzip ein ganz brauchbares Fernglas mit man gut beobachten lässt. (mehr oder weniger)
Was mich gestört hat, ist, dass wohl die Prismen bisschen zu klein sind. Der freie Durchlass ist nicht ganz kreissrund, bzw wird etwas abgeschattet.
Das sieht man schön, wenn man von hinten ohne Okulare durch das Fernglas schaut.
Bei Beobachtungen fällt das aber nicht ins Gewicht.
Bei Cloudynights.com gibt's viele Berichte darüber (in englisch).
Auf deutsch gibt's auch noch einen schönen Testbericht. Einfach mal googeln :-)... (glaube bei blackskynet )
Wenn du schon eine Vixen Gabelmontierung erwähnst... wie wärs mit dem bt81-sa von Vixen?

Schöner Gruß
 
Hi Franco,

die Aussage soll so nicht stehen bleiben.
Die große Austrittspupille ist nicht Kreisrund, da die Prismen nicht so groß sind, das diese 4 mm Durchmesser zu 100% ausleuchten, jedoch ist es das einzige 100 mm Glas dieser Serie aller Anbieter das wirklich die volle 100 mm Öffnung nutzt, siehe dazu viele Prüfungen auf CN gemacht und gepostet.
 
Hallo Markus,

ja, wie auch immer.
Wie du auch schon gesagt hast, ist die Austrittspupille nicht kreissrund.
Jeder kann sich die Bilder und Testberichte im Internet anschauen und sich selbst seine Meinung bilden :-)

Gruß
 
Hi!

Danke für die Antworten. Würde mich ja schon interessieren, was da abschattet, wenn die Prismen groß genug sind:-)

Das 81er Vixen ist bestimmt in der Qualität überlegen, aber zu nah dran an unseren beiden 70mm-Ferngläsern und dem ED80/600. Die Idee kam auf, nachdem ein Kollege ein Celestron 25x100 ausprobiert hatte. Sowas, mit einer gescheiten Montierung (der Standard-Videoneiger war dich etwas überlastet) und Schrägeinblick steht seitdem auf der Wunschliste. Und nachdem ich auch Fernglasfreund bin, stehe ich dem natürlich nicht im Weg.

Da das ganze für die örtliche Sternwarte ist, ist ein Koffer ganz wichtig, der fehlt beim Vixen auch. Wir brauchen da ein rundes Komplettpaket...

Beste Grüße,
Alex
 
Alex,

die Prismen sind groß genug um 100 mm Abzubilden aber natürlich nicht groß genug um für die 100 mm ein zu 100% ausgeleuchtetes Feld von über 4 mm zu bieten, was übrigens bisweilen kein einziges Glas, auch kein Myauchi bot.
Aber im Gegensatz zu allen anderen Gläsern nutzt der user hier echte 100 mm Öffnung und nicht 80 oder 90 mm :-)
 
Hi Alex

das Prisma ist im Strahlengang erkennbar.
Die AP ist auf einer Seite 50% eines Sechseck.
Als Montierung kann ich Dir die Technosky-Elle anraten, wenn es wenig kosten soll.
Ich habe für 20x90 zur Verfügung: Giro Mini - getuned, Technosky Elle Videoneiger TS alles auf Triton FGX1 Stativ.
Die Technosky funktioniert und die Giro Mini mit Gegengewicht auch. Sowohl bei 20x90 als auch beim 100mm Bino 45 Grad.
CS

 
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