10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/1000

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GuckindieLuft

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Bin Besitzer einer Russentonne und suche ein zum Gerät passendes 10mm Okular. Habe mit TS-WA20mm noch ein scharfes und helles Bild, d.h. man kann am Jupiter schon die Ansätze der Wolkenstruktur deutlich erkennen.
Mit meinem derzeitigen SCOPOS 10mm 55° 1.25" ist das Bild sehr dunkel, und wegen des Farbfehlers sehr unscharf d.h. das Jupiterscheibchen ist erkennbar grösser aber die Wolkenstruktur auf dem Jupiter verschwindet durch die Farbsäume und dadurch verursachte Unschärfe.
Meine Fragestellung: Gibt es ein passenderes 10mm Okular für die Russentonne das weniger Licht verliert und auch einen geringeren Farbfehler aufweist als das Scopos. Das Bild sollte halt wenigstens die Wolkenstruktur wieder zeigen.
 
1000mm/10mm = 100x Vergrößerung.
Das müßte eigentlich mit einem 10mm Okular sauber und recht farbfrei machbar sein.
Heller wird es wahrscheinlich nicht werden.
Höchstens durch den geringeren Winkel <55 Grad.

Ich würde mir von einem in der Nähe wohnenden Astronomiefreund mal ein anderes Okular ausleihen und testen.

Okulare testen halte ich generell für sinnvoll.
So lernt man bald das bessere Equipment schätzen und kann es vergleichen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Eventuell stimmt auch die optische Achse nicht.
 
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Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Hallo Jorrit
Die Aussage ist korrekt und so hatte ich das auch erwartet.
Auch der Tageslichttest mit dem Spinnennetz am Dach des 100m entfernten Nachbarn zeigt vergleichbaren Einbruch in der Abbildungsleistung. Mit dem 20mm kann ich der Spinne beim verspeisen der Fliegen zuschauen. Bei 10mm ist das Bild vergrössert, aber die Spinne nur verschwommen erkennbar.
Die Beugungsringe bei unscharf gestellter Optik sind mit allen Okularen zumindest Kreisrund.
Meine Befürchtung geht eher in die Richtung 10mm Okular ist nicht ganz ok.
Gibt es diesen Effekt, wenn der Okularauszug möglicherweise nicht ganz zentriert steht? Habe das Okular und den Adapter gedreht und verschieden eingebaut (mit und ohne Zenitspiegel) => keine Änderung beobachtet.
Was könnte man sonst noch testen?
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Das 10mm Okular an einem anderen Teleskop testen.
Sollte das Okular da auch alles matschig und farbfehlerhaft zeigen, kannst Du das Okular in die Tonne schmeißen.
Aber bitte nicht in die schöne Russentonne (kleiner Gag).

Dann sind die Linsen nicht in der richtigen Position und haben sich verschoben, ...
 
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Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Habe gestern meine MTO-11CA mal mit einem 9mm und 7mm Nagler T6 bestückt und einen ca. 2km entfernten Strommast angepeilt. Das Bild dann mit dem danebenstehenden 150/990mm Refraktor verglichen: die Russentonne bildet auch bei 140fach farbfrei ab (im Gegensatz zum Refraktor), nur halt deutlich dunkleres Bild.
Als abends dann das Seeing brauchbarer wurde, war ich auch mit der gebotenen Schärfe sehr zufrieden.

Gruß und CS
Peter
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Hallo Peter. Habe ich auch so erwartet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Bin bekennender Makfan. Die Russentonne ist wirklich ein klasse Tele und ein schönes Plantenteleskop.

Nur für Deep Sky zu lichtschwach und langbrennweitig. Da brauch man eben Öffnung.
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Dass das Bild dunkler wird ist auch so erwartet.
Habe mal die Klemmung überall kontrolliert.
Hat ein klein wenig Spiel macht sich auch in der Ausprägung des Farbsaums etwas bemerkbar scheint aber nicht die Hauptrolle zu spielen.
Teile langsam die Meinung von Jorrit mit dem grossen Wurf in die "Tonne" => 55€ versenkt.
Schau mich mal nach so einem Nagler o.ä. um.
Aber erst einmal irgendwo testen.
Wahrscheinlich brauch ich auch so einen Luxus wie einen Feinfukussierer, weil das mit dem grossen Ring bei hohen Vergrösserungen manchmal etwas fummelig ist.
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Ich weiss zwar nicht, ob das für deinen Fall relevant ist, oder ob es dabei nur ums Fotografieren geht, aber ist denn deine Russentonne schon "entspannt" worden?
Habe meine bei TS gekauft, da gehört das zum Service vor dem Ausliefern.
Ein Nagler muss es wohl nicht unbedingt sein, denke ich. Diese habe ich vor allem wegen meinem Dobson (muss ich nicht so oft nachschubsen).
Ein gutes Plössl sollte eigentlich auch schon farbneutral sein.

Gruß und CS
Peter
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Hallo GuckindieLuft (Vorname bisher unbekannt) und herzlich Willkommen im Forum,

ich will mich mal einschalten, da ich befürchte, daß so manche wichtige Grundlage und Basalbedingung noch nicht recht klar sind.

Zunächst zum Gerät: der genannte Mak-Cass. mit 10 cm Öffnung und f/10 ist sicher eine schöne Fotooptik und auch gut visuell einsetzbar, wenn man die systembedingten Grenzen bedenkt. Mit seiner für visuelle Hochvergrößerung als erheblich einzustufenden (der Kompaktheit wegen bauartbedingten) zentralen Abschattung durch den Sekundärspiegel ist die Vergrößerungsleistung relativ zu anderen optischen Designs (Refraktor/Newton...) begrenzter.

Typische geeignete Designs für visuelle Hochvergrößerung - wie zur Planetenbeobachtung nötig - haben keine oder geringe Obstruktion bzw. vergleichsweise größere Öffnungen.

Insofern ist das Gerät explizit für Planetenbeobachtung im Vergleich zu anderen Bauarten nicht besonders empfehlenswert. Meines Erachtens fängt nachhaltig reizvolle Planetenbeobachtung ab 150x an, das ist wohl etwa der Wert, bei dem die Russentonne aufhört.

Mit f/10 sind die Ansprüche an das Okular gering, bereits einfachere Designs - wie alle genannten - werden eine ordentliche Abbildung ermöglichen. Sehr aufwendige und kostspieligere Designs bieten natürlich schon Verbesserung, allerdings an diesem Gerät eher marginal im Vergleich zu den Kosten, will sagen: ein f/4-Newton verlangt geradezu aufwendige Designs, ein f/10-Gerät hingegen längst nicht (Abbildung auf Achse und im Feld). Um einen Vergleich aus dem Automobilbau zu bringen: mit den allerbesten Reifen und Felgen fährt ein alter, gebrauchter russischer Kleinstwagen
schon besser, es wird aber kein Mittelklasse-Limousinen-Gefühl aufkommen. Der Gesamt-Output und dessen Qualität ist eben von jedem Glied in der bildaufbauenden Kette abhängig. Insoweit "begrenzen" die Eckwerte der Primäroptik (Mak-C.100-f/10) die Gesamtleistung.

Derzeitige Jupiterbeobachtung ist schon sehr schwierig wegen seines tiefen Standes (Luftunruhe hoch durch relative Bodennähe der Lichtstrahlen und langem Weg in der Atmosphäre; atmosphärische Refraktion). Das ist völlig geräteunabhängig und kann falsche Schlüsse bezüglich des Okulars bedingen. Um dieses einzuschätzen, am besten bei gutem Seeing im Zenit mit ausgekühltem Rohr und vollständiger Dunkelanpassung des Auges offene Haufen, Milchstraßenfelder betrachten. Wenn hier die Abbildung der Sterne in Ordnung ist, ist auch das Okular ok.

Jorrits Aussage einige Beiträge zuvor in diesem Thread, daß bei weniger weitwinkligem 10-mm Okular das Bild heller werde, ist irrig. Die Größe der Feldblende und die interne Optik des Okulars bedingen das Feld und die Weitwinkligkeit. Das Bild jedes 10er Okulars ist im Prinzip gleich hell. Einzig Absorptionseigenschaften und Reflexionsbedingungen des Okulars können zu Lichtverlust führen. Dies ist aber als für dieses Gerät und dessen sinnvoller Okularausstattung eher als marginal und akademisch zu bezeichnen. Natürlich werden sehr edle und hochpreisige Okulare in der Regel etwas weniger Licht schlucken und häufig weitwinkliger sein, das wäre aber wie oben schon erwähnt, nur ein Glied der Kette der Bilderzeugung extrem überproportional zu stärken. Vielleicht sollte man bei dem Budget gar eine andere planetenfähigere Primäroptik anschaffen... Ein weiterer gut mögliches Probeobjekt wäre noch der Mond, der leider im Sommer aber auch recht tief steht. Ist halt nicht so die Planetensaison im Moment...

Knüpfe Kontakte zu Sternfreunden in der Nähe und leihe Dir mal ein Okular von diesen aus und vergleiche. Umgekehrt kannst Du Dein 10er ja mal in deren Geräte verwenden. Überhaupt kannst Du dann unter dem nächtlichen Sternenzelt mal mit denen alles besprechen - unersetzlich hilfreich!

Von der "Optik-Entspannung" der Russentonne habe ich schon gelesen, da ich ein derartiges Gerät aber nicht selbst habe: vielleicht mal die Suchfunktion hier verwenden.

Zur Einschätzung der Kollimation des gesamten Aufbaus (Optik intern, Auszug, Zenitspiegel) mit richtig Hochvergrößerung sterntestfähig (also durchaus 5mm-Oku) horizontfern bzw. min. Polaris einstellen und bei ausgekühltem Gerät die Abbildung im Fokus und besonders leicht intra/extrafokal ansehen. Der Sterntest ist hier sehr empfindlich, aber auch leider nicht einfach durchzuführen (Anspruch an Luftruhe hoch) und für Ein/Aufsteiger schwierig zu interpretieren. Vermutlich können Dir hier auch Kollegen vor Ort am besten helfen.

Ich würde mir für das Gerät ein allflächig multivergütetes 32er Super-Plössl holen (max. Feld, Geringvergrößerung) und vielleicht ein Zoom (z. B. 24-8), welches von 16-8 mm ein ganz akzeptables Feld (größer als Plössls) bei stufenloser Vergrößerbarkeit liefert. Es sei denn, ein ergänzendes Teleskop anzuschaffen sei angedacht, dann würde ich wohl die Okularbestückung damit mitbedenken.

Die Russentonne ist meines Erachtens eine schöne Fotooptik und visuell als Spektiv (Erdbeobachtung, V 25-50x, mehr gibt die Luftruhe kaum her) gut verwendbar. Als einziges visuell astronomisch genutztes Gerät hat es m. E. nur den Vorteil der Kompaktheit. Richtig Widefield geht nicht wegen f/10 und nur 1,25"-OAZ, nachhaltig freudvolle Hochvergrößerung (z. B. Mond, Planeten, planetarische Nebel, Kugelsternhaufen) auch eigentlich nicht durch die relativ geringe Öffnung, Obstruktion und gleichzeitig noch mehrfachem designbedingtem Lichtverlust (reltiv viele optisch wirksame Flächen, relativ dann viele Oberflächenfehler und Verluste, die sich alle multiplizieren). Gleiches gilt für die entsprechenden Austrittspupillengrößen: Über 4 mm kommt man eigentlich gar nicht (eher 3,2) und bei 0,7 ist V eher knapp. So bleibt der mittlere Vergrößerungsbereich, mit dem allerdings schon so einige Objekte gehen. Vielleicht wäre ein 15er Okular etwas. Jedenfalls muß man sich der Fähigkeiten (und Grenzen!) des Geräts bewußt sein, um nicht von überhöhten Erwartungen enttäuscht zu werden. Ein Allrounder ist das Gerät ganz sicher nicht.

Eine kurze Stellungnahme noch zu Jorrits irriger (mindestens unvollständiger) Aussage, für DS bräuchte es geringe Brennweiten und große Öffnungen. Wenn mit DS eher flächige Objekte (Nebel, Galaxien) gemeint sind, so braucht es angepaßtes Feld und angepaßte Austrittspupillengröße. Dies sind die gerätespezifischen Determinanten. (Die Umgebungsdeterminanten sind für Flächenquellen vor allem der Ausgangskontrast am Himmel, also möglichst dunkler Himmel und in Grenzen die Luftunruhe.) Auch kleine Öffnungen, wenn sie auf geeignete Objekte gerichtet sind und ideale AP liefern, leisten Erstaunliches. Ebenso können bei großer Öffnung auch lange Brennweiten mit ideal angepaßten Okularbrennweiten sehr schöne DS-Beobachtungen erlauben. Visuell ist für Flächenhelligkeitsquellen ein 8"-f/6 besser als ein 8"-f/4 (weniger Obstruktion) bei gleicher AP (=längere Brennweite besser!). An Riesenobjekten (Andromedagalaxie) ist wohl ein unobstruiertes Bino mit exakt max. AP (Auge, Lichtverschmutzung möglichst gering) ideal.

Vielleicht habe ich in dem ein oder anderen Punkt helfen können, weiterhin schönen Einstieg ins Hobby,

klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.

PS: Hab meinen Text nochmal gelesen und möchte noch etwas zum letzten Abschnitt ergänzen:

- die Öffnung entscheidet im DS-Bereich über die "Reichweite" des Geräts, je größer die Öffnung, umso schwächere Punktquellen (Sterne, Haufenaußenbereiche, Knötchen in Galaxien, PNs) können wahrgenommen werden. Wenn der Himmel dunkel genug ist, so steigt auch die Detailfülle flächiger Objekte mit der Öffnung. Bei Hochvergrößerung ist ebenfalls die Auflösung höher, die Momente noch leicht bewegter Luft werden aber hochaufgelöster abgebildet. (Die seltenen) Augenblicke von stehender Luft bieten dann gewaltigen Detailreichtum.

- das Öffnungsverhältnis und die Okularbrennweite ergeben die AP und damit bei hinreichendem Kontrast eines Flächenobjekts im Himmelshintergrund (Lichtverschmutzung!) den Faktor über prinzipielle Sichtbarkeit. Natürlich muß dann auch a) überhaupt hinreichender Lichtstrom pro Flächenteil ankommen, daß eine Sinnesreizung erfolgt (Gesamtsysteme mit geringen Gesamtverlusten, zl B. mit wenigen optischen Flächen sind besser) und b) eine hinreichende Winkelauflösung vorhanden sein (Abbildungsmaßstab).

So reicht eine allzukleine Öffnung auch bei edelster Ausführung eventuell nicht für ein gewisses schwaches, winkelkleines Flächenobjekt. Andererseits kann an allzu lichtverschmutztem Himmel auch ein Riesenspiegel keine Wunder vollbringen. Und schließlich können noch sehr große Objekte unter Umständen nur deshalb nicht (vollständig und gleichzeitig) wahrgenommen werden, weil sich schlicht wegen zu kleinem Felde der Umgebungshimmel nicht daneben im Okulargesichtsfeld befindet. Da kann man sich nur mit "abfahren" des Himmels notdürftig behelfen. Für schwache Flächenquellen braucht es also 1. dunklen Himmel, 2. große AP und 3. hinreichende Auflösung respektive Öffnung.

Ich denke, die Zusammenhänge sind jetzt noch klarer.
 
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Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Matthias: Du hast das schön geschrieben und in etwa habe ich es auch gemeint. Durch meinen recht kurzen Text ist das vieleicht nicht rübergekommen.

Mehr Öffnung = mehr Objekte wegen der Reichweite und bei lichtschwachen Objekten.

Wenn man das aber immer so genau auseinanderdröselt, muß man einen ganzen Roman schreiben.

Deshalb waren meine Aussagen wohl etwas pauschal und nicht ordentlich formuliert.

Ich habe ja ein 12" Dobsen und ein 3" FH. Und jetzt noch ein 4" Mak. Mit allen kann man erfolgreich DS durchführen.

Vorteil beim Großen. Ich habe etwas mehr Auswahl.

Ich bitte um Entschuldigung, wenn meine Texte da nicht so perfekt sind. Sie spiegeln meine Erfahrungen wieder, die ich bei Mir gemacht habe und müssen nicht allgemeingültig sein.

Das mit dem nicht so weitwinkligen Okular war eher als Frage gemeint. Ob durch den größeren Winkel dunkler wird? Wenn das nicht stimmt, dann danke ich hier für die Beantwortung meiner Frage/Idee.

Noch eine dumme Frage zur Russentonne. Da werden doch 2" Adapter angeboten? Würde es überhaupt etwas bringen, z.B. ein 32mm 2" Okular an die Russentonne zu klemmen?

Ich möchte hier aber vorsichtig anmerken, das DS = Deep Sky praktisch hohe Reichweite (weil tiefer = weit weg liegender Himmel/Objekte bedeutet). Öffnungsverhältnis, Öffnung, Brennweite und Austrittspupille zusammenhängen und daher mein 12" mit einem Verhältnis ähnlich dem 3" FH erheblich besser für DS geeignet ist. Austrittspupille, Auflösung, Helligkeit, ...

Das muß aber nicht gleich bedeuten, daß ich mit meinem Mak oder dem FH keinen Spaß habe. Durch die Mobilität machen beide sogar den Vorteil zum 12" wider wett. Wenn ich z.B. mal in der Nebenseison auf eine Norseeinsel oder auf eine Berspitze in den Alpen fahre. Absolut geniales Seeing durch höhere Mobilität.

Gruß Jorrit.
 
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Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

hallo,

als Besitzer einer Russentonne kann ich vielleicht ein paar Bemerkungen zum Thema machen.

Das Thema entspannen - sprich frei von Astigmatismus machen - wird immer wichtiger beim höheren Vergrösserungen.
Mit einem 9mm Oku komme ich da schon an die Grenze der Leistungsfähigkeit bei der Russentonne.
Bei kürzeren Brennweiten wird es halt nur grösser - aber es kommen keine neuen Details.
Der Übergang von 20mm auf 10mm ist aber ein gewaltiger Sprung und sollte schon Einiges mehr sichtbar machen.
Absolut farbrein ist die Abbildung auf jeden Fall!

Das Bild ist deutlich dunkler als bei einem 100mm Refraktor.
Ich würde die vergleichbare Öffnung bei 80-90mm ansiedeln.

Der Vorteil der Russentonne ist halt die Kompaktheit -
ein tolles Planetengerät ist es in meinen Augen nicht.
Mein 150mm f/8 Newton schlägt die Russentonne um Längen.

Ich habe übrigens auch ein 30mm 80Grad Oku an die Russentonne angeflanscht. Da man sinnervollerweise auch einen Zenitspiegel dazwischen schalten muss, bekommt man enorme Probleme mit der Baulänge. Durch die Drehfokusierung der Russentonne kommt man zwar in den Fokus - aber die Brennweite verlängert sich erheblich - was für Weitwinkel natürlich unsinnig ist. Durch direkte Gewindeabdapter zwischen den Einheiten komme ich immerhin auf ca 2 Grad am Himmel - ein schöner Anblick.

Noch zu den Nagler Okularen:
Die sind für die Russentonne wirklich ein vollkommener Overkill. Durch das kleine Öffnungsverhältnis von 1/10 sind auch billigere Weitwinkeloku's gleichwertig.

clear skies

Wolfgang
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Hallo Jorrit,

kein Problem, fürs konstruktive Diskutieren und Erarbeiten von Zusammenhängen ist das Forum schließlich da - jedwelche sachliche Beteiligung macht ja das "Fleisch" unserer Gemeinschaft hier aus.

Weil so mancher Zusammenhang vergleichsweise verwickelt ist, bleibt es nicht aus, daß a) umfassende sachbezogene Betrachtungen mal etwas länger werden können und b) teilweise Wendungen auftreten können, die eventuell mißverstanden werden könnten.

Damit nun allen Interessierten die Zusammenhänge klarer werden und nicht möglicherweise falsche Schlüsse aus unvollständigen oder eher irrigen Aussagen gezogen werden können, bin ich in der Regel versucht, diese Dinge möglichst umfassend und sachbezogen in klarem Lichte darzustellen.

Eine sehr knappe und durchaus korrekte Darstellung in der "Sprache der optischen Physik" ist viellicht für die naturwissenschaftlich nicht so Bewanderten schwierig. Daher versuche ich z. B. durch Vergleiche, gegenständliche Anschauungen und Bezüge zur Praxis die wesentlichen Sachverhalte zu verdeutlichen - auch wenn das manchmal in Richtung "Roman" gehen mag.

Du brauchst Dich doch für Deinen Beitrag nicht entschuldigen, wir sind doch alle für den gegenseitigen Austausch hier und entwickeln uns - nicht nur freizeitastronomisch gesehen - durch unsere Beteiligung. Einen großen Teil meines (natürlich auch noch längst nicht besonders umfassenden) Wissens - habe ich auch hier im Forum erworben, neben Literatur und persönlichen Kontakten zu Sternfreunden in der Nähe. Wenn ich da so an manchen Beitrag von mir denke, wo ich doch seitenlang Besonderheiten der Barlowwirkung auf Augenabstand nicht verstanden habe und wüste Thesen getextet hatte. Mir wurde aber auch hartnäckig geholfen, bis ich es dann irgendwann verstanden habe - ist noch gar nicht lange her. Das ist doch grad das Geniale am Forum und unserer Gemeinde hier. Und ich finde das auch sehr wichtig, daß eventuelle Unpräzision und Unvollständigkeiten durch Kollegen präzisiert und ergänzt werden, so ist der interessierte Leser (besonders Ein/Aufsteiger) auf dem richtigen Weg. Und möge auch jeder schreiben, wie er/sie denkt und am Teleskop wahrnimmt. Das macht doch grad die bunte Mischung aus, die wir ja auch als Sternfreunde sind.

Nun nochmal zu Weitwinkligkeit und Bildhelligkeit. Diese beiden haben NICHTS miteinander zu tun (solange dasselbe Teleskop verwendet wird und keine Vignettierung auftritt). Ein 20er Okular als tunneliges Huygens zeigt an der Russentonne bei 50x zwei Krater am Mond in genau demselben scheinbaren Bildwinkel und derselben Helligkeit wie ein 20er Edel-Weitwinkel. Bloß hat dieses Weitwinkelokular eine größere Feldblende, zeigt also ein größeres Feld der Mondscheibe, mehr Krater und Strukturen außenrum (sofern keine Vignettierung auftritt). Dunkler wird es nur bei hohen Verlusten im Okular (Absorption, Reflexion), da ist praktisch gesehen ein Niederpreis-Huygens durch minderwertige bis gar keine Vergütung klar verlustbehafteter dran als ein optimiertes Edelokular. Es gibt aber auch midpreisige, solide gebaute Okulare mit gewisser Weitwinkligkeit oder Spezialokulare (Planeten) mit Top-Vergütungen und doch relativ geringem Feld (z. B. edle Orthos, Monos oder perfektionierte RKs).

Ein 32er Superplössl hat maximale Feldblende für 1,25". Es gibt auch 40er Superplössls mit 1,25", die bieten dann zwar mehr AP (bei dunklem Himmel für flächige, größere Objekte eine Idee), aber das scheinbare Gesichtsfeld wird tunneliger.

Ob eine 2"-Ausstattung für visuell an der Russentonne besonders viel Sinn macht, kann ich nicht sagen, Du stellst aber die richtige Frage: kommt Vignettierung zum Zuge und wenn ja, wieweit spielt sie eine Rolle. Man könnte auf den spezialanwendungsbezogenen Gedanken kommen, ein 50er 2"-Okular für hohe AP zu verwenden. Dabei wird aber vermutlich nur die Mitte vernünftig abgebildet, zum Rande hin dürfte die Bildhelligkeit sehr stark abfallen, so daß dies wohl eher akademisch denn praxisbezogen ist. Ich nehme an, ein Maksutovianer meldet sich noch zu Wort.

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: 10mm Okular für Russentonne MC MTO-11CA 10/100

Danke für die Aufklährung zum Weitwinkel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 
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