10x50 Nikon, 10x42 TS Triplet oder 10x40 Kowa?

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mausezahn

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Hallo Astrogemeinde!

Inzwischen ist die Astronomiebegeisterung meines Freundes auch auf mich übergegangen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> - nun wird es also Zeit, dass auch ich mich mit der "Praxis" beschäftige...

Als erstes möchte ich mir in diesem Zusammenhang ein eigenes Fernglas leisten, am besten eines welches universell Einsetzbar ist (auch mal zum mitnehmen beim Spaziergang), vielleicht aber astronomisch "optimiert" ist.
Nach einiger Recherche bin ich bei folgenden Eckdaten für mein "Zukünftiges" gelandet: 8x40, 10x40 oder 10x50.
Ich werde wohl hauptsächlich aus dem Garten, bzw. vom Stadtrand aus beobachten, deshalb dachte ich an eine AP <5mm. Das 8x40 und das 10x50 bietet genau 5mm AP, das 10x40 liegt mit 4mm sogar darunter. Ist in meinem Fall die Kontrastleistung des 10x40 besser? Oder wäre ein 10x40 evtl. schon zu "dunkel"? (Und wie sieht es bei Tage aus? Hätte auch da das 10x40 Vorteile?)
Leider gibt es hier bei mir nicht viele Geschäfte, die gute Ferngläser zur Auswahl haben (direkter Vergleich ist also sehr schwer), weswegen ich mir die meisten Infos aus dem Netz holen muss.
Ins Auge gefasst habe ich u.A. das vielzitierte Nikon Action 10x50, das Minolta Activa und das Pentax 10x50. Allerdings scheint hier ja nur das Nikon übrig zu bleiben, da das Pentax ein mir mit 50° zu kleines GF bietet und das Minolta in Punkto Schärfe und Kontrast (nach Internetangaben) nicht mit dem Nikon konkurrieren kann. Ok, hierbei wäre wohl das Nikon tatsächlich erste Wahl....
Aber es geht ja noch weiter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> !
Auf der Seite vom Teleskop-Service bin ich über das (sehr Preiswerte) 10/8 x 42 Triplet Dachkant gestossen. Es spricht mich besonders wegen seiner Kompaktheit an. Leider konnte ich nur auf Testberichte stossen, die dieses Glas mit Gläsern der oberen Preisklasse (Zeiss etc.) verglichen haben. Mich interessiert aber vielmehr der Vergleich mit Ferngläsern in der selben Preiskategorie - wie z.B. eben Nikon, Minolta , Pentax etc. Kann von Euch jemand etwas dazu sagen?
Und zum Schluss noch einen kurzen Ausflug zu dem "Stars":
Ich durfte einmal duch einen Canon IS 15x50 blicken und konnte es direkt mit dem (abgestützt gehaltenen) Kronos 8x40 meines Freundes vergleichen, in welchem ich noch nicht einmal Sterne erahnen konnte, die in dem Canon 15x50 deutlich zu sehen waren. Ausserdem war das Bild im Canon auch ansonsten wesentlich brillianter. Ich führe das in erster Linie auf die optische Qualitäten der Canon Gläser zurück. Ich muss schon sagen: der Sehgenuss war super - einfach viel ästhetischer.
Kann da ein Nikon (Action) oder das TS Triplet mithalten? Oder müsste ich hierfür noch tiefer in die Tasche greifen? Wenn ja, wo geht es da los? Kennt jemand von Euch das 10x40 von Kowa? Wie steht es mit den Vixen Gläsern (von denen gibt es ja so einige, aber man hört nicht sooo viel darüber)?

Ich würde mich über jede Antwort/Hilfe freuen und wünsche Euch einen schönen Tag und eine klare Nacht... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Eure Lydia
 
Hallo Mausezahn,

da hast Du ja jetzt alles in einen Topf geworfen, was es so an verschiedenem gibt:
1) Das Nikon Action ist für 100€ sicher nicht schlecht, auch der Vorteil, es mal angucken und in die Hand nehmen
zu können ist nicht zu unterschätzen. Es handelt sich hier um ein nicht wasserdichtes Porro-Glas, das wohl
hauptsächlich für die Astronomie interessant ist (relativ groß und sperrig).
2) die erwähnten Dachkantgläser sind mir zwar nicht bekannt, aber nach sehr negativen Erfahrungen mit dem Minox
10x42 (und das kostet immerhin so 700€ im Laden) möchte ich an die von Frank Schäfer schon oft hier ausgesprochene
Warnung vor billigen Dachkantgläsern erinnern (ich glaube auch, mich zu erinnern daß Frank das TS mal geprüft
und hier beschrieben hat - such mal gezielt danach)
3) Das Canon 15x50 ist eine eigene Kategorie, die sich mit nichts anderem vergleichen läßt - es ist schon viel
darüber hier geschrieben worden. Aber es kostet halt auch mindestens knappe 900€! Das kannst Du dann ja nicht
mehr mit einem 100€ Glas vergleichen (obwohl auch das Canon ein Porro Glas ist). Durch den Stabilisator brauchst
Du trotz der hohenn Vergrößerung (15fach) kein Stativ. Falls Stativ Dich nicht stört, gibt es das Nikon Action auch als
16x50 - das wäre dann wieder im Preisrahmen um 100€ (z.B. bei www.directshopper.de ).

Mein Ratschlag: kauf Dir ein 10x50 Standard Porro eines der 3 Japaner Nikon, Minolta oder Olympus (Pentax hat
wirklich nur entsetzlich kleine Gesichtsfelder, nix für Astro) - Preis Leistung ist derzeit am besten beim Minolta
Classic Sport, da hast Du am meisten für's Geld - und wenn Du Dir je ein (teures) Dachkant zulegen willst,
vergleiche es dagegen. Oder für höhere Vergrößerung kann ich das Tento 20x60 empfehlen.(hauptsächlich
für Stativbetrieb), auch so um knapp 100€.

Für Allgemeinbedarf ist ein 10x50 schon zu groß/sperrig, da würde ich eher ein 7x35 (Olympus DPSR naheinstellbar
bis 3m) oder 8x40 empfehlen, 8x30 war lange Standard, bevor die Dachkantgläser aufkamen.

Falls Du gerade 900€ so übrig hast, ist sicher auch das Canon erste Wahl, aber da würde ich wohl erst mal etwas
Erfahrung zu sammeln empfehlen (Vergrößerung und Gewicht ist für "Allgemeinbedarf" schon ziemlich hoch).
Und für 900€ bekommst Du zum Fernglas noch einen 8" Newton mit Monti und Okularen!
Und eventuell würde ich auch mal das kleinere, leichtere Canon 10x30IS anschauen.

Gruß
 
Hi Lydia,

zum TS 10x42 schau mal in diesem Thread nach:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=Fernglaeser&Number=110876&Forum=Fernglaeser&Words=ts%2010x42&Match=Entire%20Phrase&Searchpage=0&Limit=25&Old=allposts&Main=110876&Search=true#Post110876

Den anderen Testbericht auf Frank Schäfer's HP wo es gegen ein Zeiss antritt, scheinst Du ja zu kennen.

Von den anderen Gläsern, die Du erwähnst, kann ich vorm Kowa nur warnen: sehr schwer, wenig vertrauenerweckendes Plastik (beim Testen hatte ich die ausziehbare Augenmuschel in der Hand) und eine mittelmäßige optische Leistung mit starkem Randabfall und Geisterbildern bei Tag. Das Ganze garniert mit einem üppigen Preis, der fast an das Zeiss Conquest heranreicht, welches mein Geheimtipp im "Mittelsegment" um 500 - 600 EUR herum ist (allerdings mit ausgefallenen Werten wie 10x30 und 15x45 etc.).

Viel Glück bei der weiteren Suche!

carpe noctem
Matthias

 
Hallo Lydia,

ich fange mit Deinem Beitrag mal am Schluss an. Du schreibst zum Canon:

"der Sehgenuss war super - einfach viel ästhetischer."

Der Vergleich hinkt, und zwar kräftig. Hier muß man drei Dinge sehen. Erstens wird durch die kleinere Austrittspupille (3,3mm beim Canon im Vergleich zu 5mm beim Kronos) der Himmelshintergrund schon stark abgedunkelt und so erscheint das Bild mit satterem Kontrast. Zum zweiten kann man durch die deutlich höhere Vergrößerung auch viel schwächere und somit viel mehr Sterne sehen, ein 15x40 würde dem Canon 15x50 in der Disziplin deutlich näher kommen wie ein 8x40. Und drittens hat die Qualität der Optik noch ein Wörtchen mitzureden. Das Canon hat sicher mit Abstand die bessere Vergütung und auch die bessere Randschärfe. In der Summe der Eigenschaften muß man sich also nicht wundern, wenn das Canon so begeistert. Willst Du genau diese Eigenschaften, dann mußt Du Dir ein Canon kaufen.

Ein 8x40 hat aber andere Vorteile. Man kann es freihändig noch gut halten, ohne daß man eine Stabilisierung benötigt und es zeigt Dir auch ein größeres Feld am Himmel. Nun kommt aber noch ein weiterer Punkt hinzu. Willst Du bei einem 8x40 oder 10x50 ein ästhetisches Bild (ähnlich wie beim Canon), dann brauchst Du vor allem eins: eine kontrastreiche Optik! Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann sitzt Du mit dem künftigen Fernglas nicht unter einem Alpenhimmel. Je größer die Austrittspupille des Fernglases ist, umso stärker schlägt ein aufgehellter Himmelshintergrund zurück. Die Folge ist weniger Kontrast und weniger Spaß beim Beobachten. Man kann diesen Effekt sehr schön sehen, wenn man unter einem mittelprächtigem Nachthimmel ein 10x50 vom Typ billig mit schlechter Vergütung und ein 10x50 mit sehr guter Vergütung vergleicht. Letzteres zeigt mit Abstand das schönere Bild und auch mehr astronomische Objekte.

Nun zu Deiner Auswahl an Ferngläsern. Nikon ist keineswegs die erste Wahl. Man muß hier eins sehen: praktisch alle Ferngläser im Bereich bis 200 oder 250 Euro sind ein Kompromiss. Das Minolta Activa hat beispielsweise eine ziemlich üble Randunschärfe. Das Nikon Action EX ist da etwas besser, dafür wurde an der Vergütung gespart. Das heißt für die Praxis, das Minolta wäre unter Deinem Himmel kontrastreicher, das Nikon zeigt die bessere Schärfe. Ein anderer denkbarer Kompromiss wäre ein Fernglas mit guter Schärfe und sehr guter Vergütung, dafür aber mit reduziertem Sehfeld. Einen möglichen Kandidaten von dieser Sorte habe ich gerade am Wickel, ob er was taugt kann ich wohl erst morgen früh sagen. Die TS Dachkantgläser sind nicht mein Fall. Leider haben diese Gläser eine ziemlich klobige Bauweise, so daß sie nicht so kompakt sind, wie ein Dachkantglas sein sollte. Ich kenne Porrogläser, die liegen komfortabler in der Hand und wiegen weniger. Dazu kommen Probleme mit Reflexen und ob die Kollimation stimmt, das sollte man auch prüfen. Nun ist Herr Ransburg aber ein sehr netter Mensch. Frag ihn doch einfach, ob er Dir Dein Wunschglas zum ausprobieren schickt. Wenn es Dir dann gefällt, kaufst Du es und wenn nicht, dann kostet Dich das maximal das Rückporto.

Ob nun ein 8x40, 10x40 oder 10x50 die bessere Wahl ist, das hängt davon ab, was Du freihändig noch gut halten kannst. Ein 8x40 geht meist noch problemlos, beim 10x40 oder 10x50 sieht man schon deutlicher, ob man für ein paar Minuten ruhige Hände hat oder nicht. Ein 10x40 dunkelt den Himmelshintergrund etwas stärker ab (4mm Austrittspupille), ein 10x50 mit 5mm AP reagiert schon empfindlicher auf weniger optimale Sichtbedingungen. Aber diese Zahlen sind erstmal nur ein grober Anhaltspunkt! Das wichtigste ist eine kontrastreiche Optik und das setzt eine gute Mehrschichtvergütung auf allen optischen Flächen voraus. Das Kronos paßt wahrscheinlich nicht in diese Kategorie und so würde ich mir eine andere Alternative suchen. Man kann sich natürlich auch für wenig Geld eins der Einsteigergläser von Nikon, Minolta oder anderen chinesischen Quellen besorgen. Klar ist aber: für wenig Geld gibt es keine durchgehende Mehrschichtvergütung, die Dir ein wirklich kontrastreiches und so auch ästhetisches Bild liefert.

Der nächste Punkt, der noch anzusprechen wäre, ist die Alltagstauglichkeit. Will man mit dem Fernglas Sternegucken und Wandern, dann sollte es natürlich möglichst kompakt sein. Ein 10x50 ist garantiert nicht die beste Wahl. Ein kompaktes 8x40 oder 10x40 ist schon eher für beide Welten geeignet. Aber auch das ist dann ein Kompromiss. Je kleiner und kompakter, desto lieber schleppt man es am Tag durch die Gegend. Dummerweise zeigt es dann am Sternhimmel weniger. Am besten wären natürlich zwei Ferngläser: ein leistungstarkes für Astro und ein kompaktes zum Wandern. Muß ein Fernglas genügen, dann würde ich mir ein optisch gutes 8x40 oder 8x42 suchen.

So jetzt habe ich genug gefaselt, Du wirst bestimmt noch mehr Tipps bekommen. Ich würde auf jeden Fall nichts überstürzen und auch nicht zu preiswert einsteigen. Das teuerste Fernglas ist meist das, was man mehrmals kauft. Eine vernünftige Optik lohnt sich auf jeden Fall, man hat auf längere Zeit einfach mehr Freude am Beobachten.

Frank.

 
Hallo Frank,

entschuldige, daß ich da was dran richtigstellen muß: ich glaube Lydia gern, daß der Anblick deutlich ästhetischer
war (es handelt sich ja einfach um einen optischen Eindruck), auch ich war völlig "geplättet" was das kleine Canon
10x30IS so zeigt, als ich das erste mal durchgeguckt habe (das hat auch Pupille 3). Weil ich da zum erstenmal
gesehen habe, was hier so oft als "Nadelpunktsterne" bezeichnet wird: ganz feine, dunkle, absolut punktförmige
Sterne - keine ausgewaschenen Flecken. Während andererseits mein Leitz 10x25 einfach nur dunkel ist und daher für
Astro nicht brauchbar (trotz Pupille 2,5) Deshalb hinkt der Vergleich meiner Meinung nach gar nicht.
Lydia beschreibt nur, was sie wirklich gesehen hat. Die meisten Ferngläser machen aus punktförmigen Sternen
mehr oder weniger flächige Flecken und damit gehen die schwächeren unter im Hintergrund.
Wahrscheinlich hat sie sich auch keine flächigen, lichtschwachen Strukturen angeguckt, und den Nordamerikanebel
habe ich bisher auch nur gesehen, wenn ich wenigstens vor ein Okular einen OIII Filter gehalten habe.
Und im 8" Newton habe ich eigentlich auch an lichtschwächeren Strukturen bisher bei 80fach meist mehr gesehen
als bei 40fach (Pupille 2,5 gegen 5 - OK, wieder mal der Beweis, daß ich halt nicht den "Superhimmel" hatte, die
Scheibe des Andromeda- Nebels habe ich auch bisher nur 1x richtig 4° groß gesehen - mit dem 11x80).
Wobei ich Dir natürlich recht gebe was optimale Vergütung und kontrastreiche Optik betrifft: aber für mehr Kontrast
muß es dann halt ein 10x40 statt eines 8x40 sein - oder halt ein 15x50 Stabi, da man 15fach halt aus der Hand
bekanntlich nicht mehr sauber ruhig hält und die Ruhe auch ästhetisch ist? Oder ein klassisches 8x30 (vielleicht sogar von Zeiss
Jena?)? Und vergiß bitte nicht, daß die großen Canons ausgezeichnete WW_Okulare ("Pentax XL-Typ") haben mit 60-65°.

Und wenn Du die Randschärfe der Minoltas so heftig kritisierst: die Dekarems von Zeiss sind da auch nicht unbedingt
auf dem Stand eines Pentax XL-Astroteleskop Okulars. Ist also doch alles relativ (nichts für ungut...) Und
die Vergütung dürfte bei Fujinon wohl eher noch besser sein als bei Zeiss - oder?

Und was ist Deine neue Entdeckung? warst Du bei Vehrenbergs auf Schnäppchenjagd?

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Vergleich hinkt doch.

> Deshalb hinkt der Vergleich meiner Meinung nach gar nicht.

Hallo hanz,

der Vergleich hinkt insofern, daß man ein 8x40 und ein 15x50 schlecht vergleichen kann. Vergleichen kann man's schon, nur sind das eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Mehr wollte ich mit dem hinkenden Vergleich gar nicht ausdrücken. Die kleinere Austrittspupille beim 15x50 liefert nunmal ein knackigeres Bild mit dunklem Himmelshintergrund. Wenn ich irgendwo in Stadtnähe beobachte, dann werde ich mit dem 8x40 ein aufgehelltes Bild haben und wenn dann noch kräftig an Vergütung und Streulichtbremsung gespart wurde, ist's Pustekuchen mit einem kontrastreichen Bild und von Ästhetik ist auch nicht viel zu sehen. Und noch eins sollte man nicht vergessen, ein 15x50 "blendet" die Pupillen auf 3,3mm "ab", das 8x40 nutzt eine größere "Öffnung" mit all ihren Schwächen (sprich Abbildungsfehlern). Es braucht übrigens kein Canon 15x50, um ein beinahe randscharfes Bild mit Nadelpunktsternen zu produzieren. Ein Uralt Zeiss Jena Pentekarem kann das auch, nur fehlt es dem leider an einer zeitgemäßen Vergütung. Was manches 8x40 oder gar 7x50 im unteren Preisbereich betrifft, da stimme ich Dir zu. Hellere Sterne werden manchmal zu allem möglichen verhunzt und mit Nadelpunktsternen über einen größeren Teil des Sehfelds sieht es trübe aus.

> Und wenn Du die Randschärfe der Minoltas so heftig kritisierst: die Dekarems von Zeiss sind da auch nicht unbedingt
auf dem Stand eines Pentax XL-Astroteleskop Okulars.

Na ja, so heftig war ich nun auch nicht. Ich hatte halt immer die Hoffnung, daß man für vergleichbare Preise heutzutage besseres hinbekommen sollte. So ein Dekarem war zum Ende der Produktion für 260 Euro neu zu haben. Wenn ich mir anschaue, was uns renommierte Firmen für den Preis heute auf's Auge drücken, dann kann ich mein Dekarem getrost behalten. Irgendwo sparen die Hersteller wohl immer. Eine wirklich gute Randschärfe bei 65 Grad scheinbarem Sehfeld und eine zeitgemäße Vergütung für 250 Euro, das wäre doch mal was. Bis jetzt ist mir so ein Glas nicht über den Weg gelaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
10x42 solls werden - doch welches???

Hallo Hanz, Matthias und Frank!

Ersteinmal vielen Dank für Eure Antworten und Infos!
Wie es ausschaut, ist ein 10x42 Fernglas für meine Zwecke genau das Richtige - das habe ich schon herausgefunden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

Allerdings scheine ich noch kurz etwas bezüglich des Canon richtigstellen zu müssen:

Das man ein 900 ? Glas nicht mit einem 90 ? Glas vergleichen kann ist mir schon klar (hmmm, warum wurde eigentlich an zwei Stellen das günstige TS Dachkant mit Gläsern der Zeiss-Klasse verglichen? Ich finde, dieser Vergleichstest hinkt auch und ist auch nicht soo Aussagekräftig - ein Vergleich mit Ferngläsern ähnlicher Preisklasse wäre doch viel einleuchtender...).
Ursprünglich wollte ich nicht mehr als 200 ? für mein zukünftiges Fernglas ausgeben, doch der Blick durch das Canon hat mich dazu veranlasst, die Schmerzgrenze eventuell noch etwas nach oben zu schrauben. Wenn es das Canon mit Stabi und 50mm Öffnung für 900 ? gibt, dann müsste es doch auch Ferngläser geben die keine Stabi haben, über weniger Öffnung Verfügen, die gleiche optische Leistung erbringen und billiger sind!
Leica und Zeiss sind immer noch sauteuer (und wohl auch genauso gut) - gibt es denn da keine Alternative? Beim Durchstöbern dieses Forums bin ich auf ein Posting von Markus Ludes gestossen, der den Kowa Gläsern eine exzellente Optik bescheinigte. Ich finde die Kowas in der Theorie sehr ansprechend und spannend (Preis, optische Qualität). Leider gibt es nicht allzu viele Informationen über diese Gläser...
Ich weiss auch, das Dachkantgläser prinzipiell teurer sind als vergleichbare Porros, doch welches 10x40 Porro (oder eben Dachkant) liefert eine ähnlich ästhetisches und feines Bild wie das Canon? Mal abgesehen von den unbezahlbaren Leicas und Zeiss´ und Swarowskis....

Für weitere Tips bin ich überaus Dankbar!
Nochmals vielen Dank, einen schönen Tag und eine klare Nacht
wünscht Euch

Lydia
 
Re: 10x42 solls werden - doch welches???

Hallo Lydia,

schau doch noch mal hier:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=biete&Number=165079&Forum=biete&Words=vehrenberg&Match=Entire%20Phrase&Searchpage=0&Limit=25&Old=1month&Main=165079&Search=true#Post165079

Letzte Woche hatte Vehrenberg noch einige Gläser da. Dort gibt es ein 10x42 in Porro- und Dachkantversion für weniger als die Hälfte. Nach allem was man hier lesen kann, sind das wirklich gute Gläser. Wenn meines die Tage kommt (7x42 Ultima Porro) werde ich ein kleines Statement posten.

carpe noctem
Matthias
 
Re: 10x42 solls werden - doch welches???

hmmm, warum wurde eigentlich an zwei Stellen das günstige TS Dachkant mit Gläsern der Zeiss-Klasse verglichen? Ich finde, dieser Vergleichstest hinkt auch und ist auch nicht soo Aussagekräftig ...
Hallo Lydia,

für den unwahrscheinlichen Fall, daß Du meinen Bericht meinst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, muß ich doch mal das zitieren, was ich dazu angemerkt habe:

"Dieser Bericht soll kein Testbericht im Sinne eines Vergleichs der beiden Ferngläser sein."

"Die Schwächen eines Fernglases fallen einem am besten auf, wenn man zum Vergleich ein sehr gutes nimmt. Für einen "Test" ist das zwar wenig sinnvoll, es macht die Beurteilung aber etwas einfacher."

Das impliziert dann auch, daß Du meinen Bericht gleich ignorieren kannst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...
... ein Vergleich mit Ferngläsern ähnlicher Preisklasse wäre doch viel einleuchtender...
Klar, da hast Du natürlich recht. Nur ist wohl z.Zt. keiner verfügbar. An den Schwachpunkten der TS Gläser würde das allerdings nichts ändern. Die Gläser sind mir für ein Dachkantglas etwas zu schwer und zu groß. Probleme bei der Kollimation, teilweise Vignettierung am Sehfeldrand und Spiel in der Mechanik sind Kritikpunkte, die ich von den chinesischen Nikon Gläsern nicht kenne. Ich habe das Gefühl, Nikon guckt noch etwas genauer hin, was unter dem eigenen Label verkauft wird. Aber auch das ändert nichts daran, daß die Vergütung für den Preis besser sein könnte und die Randschärfe ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Wie schon gesagt, in dieser Preisklasse kommt man um einen Kompromiss nicht herum.

Was willst Du denn nun genau ausgeben? In der Preisklasse der Kowa Gläser gibt es ja noch mehr Alternativen. Nikon hat seine zwei Monarch Ferngläser (das 10x42 für 449 Euro) und von Pentax gibt es die DCF WP Serie (das 10x42 müßte knapp unter 500 Euro zu haben sein). Über das Nikon findest Du hier im Forum ein paar Infos vom Markus, das Pentax 8x42 hat bei betterviewdesired einen BB (best buy) abgegriffen. Wenn das 10x42 genauso gut ist, dann wäre das vielleicht eine Alternative.

Ich würde mich an Deiner Stelle auch mal bei einem Astrohändler erkundigen. Bei Intercon Spacetec bist Du in der Beziehung an einer guten Adresse. Ruf dort mal an, sag was Du willst und laß Dir ein paar Alternativen aufzeigen. Die Leute verstehen was von guten Ferngläsern. Wenn eine wetterfeste + wasserdichte Ausführung für Dich nicht wichtig ist, dann soll es von Vixen ein paar gute Porrogläser geben. Die Ultima Serie ist auch nicht soooo teuer. Und wenn Du fix bist, dann kaufst Du Dir das Leica 10x42 in Bonn. Natürlich nur, falls die Liste noch aktuell ist ...

Frank.
 
Re: 10x42 solls werden - doch welches???

Hallo Frank,

das Pentax 10x42 soll baugleich sein mit dem Minox 10x42 ,das hat mir nicht gefallen: vor allem wegen des sehr
störenden Streulichts (selbst Tagbeobachtung!) und der Randunschärfe durch die starke Bildfeldwölbung.
Vielleicht schaut auch mal jemand durch ein Minolta 10x42 Dachkant, die gehören jetzt zu den billigsten mit ca.300€.
Aber die Reflexe, die auch jetzt wieder an den Vixen beobachtet wurden, haben wohl wirklich viele dieser Gläser.
Und schon das kleine Canon 10x30IS hat gar keine (ist auch Porro).

Und deshalb sollte sich Lydia vielleicht doch auch nochmal mit den (nach meiner Erfahrung im allgemeinen
deutlich streulichtfreieren) Porrogläsern befassen? Immerhin ist ihr "Star" Canon 15x50 ja auch alles andere als ein
Taschenglas! Und bei Porros kann man halt 10x50 nehmen die schon wieder mehr bringen als 10x40.

Lydia: schau Dir doch auf alle Fälle mal eins oder mehrere an, bevor Du Dich für das mehrfache des Preises
entscheidest! Oder schau Dir (sehr leicht, daher für allgemein sicher gut) auch mal die Zeiss Conquest an.
Wurden hier schon sehr gut beurteilt und kosten so ab die 500€.

Gruß
 
Re: 10x42 solls werden - doch welches???

Hallo hanz,

sollten Pentax und Minox dasselbe Innenleben haben, dann wäre das wohl keine gute Idee. Ich frage mich nur, ob diese Annahme auch stimmt. Hörensagen gilt nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Was Minolta Dachkantgläser betrifft, so bin ich etwas vorsichtig. Ich hatte vor Jahren das 8x42 D WP in der Nutzung und mußte erste unangenehme Erfahrungen sammeln. Optisch gab es für den Preis kaum was zu meckern, nur mußte ich beizeiten die Kollimation abschreiben. Nachdem mir das Glas bei einer Beobachtungssession ins Gras gefallen war, konnte ich es zum Service schicken. Mein altes Zeiss Dialyt hat schon mehrere Freiflüge <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> hinter sich und ist auch schon paar mal unsanft gelandet. Neben der optischen Leistung ist auch das ein Unterschied, der sich letztendlich im Preis widerspiegelt. Das Zeiss hat seine Kollimation behalten ...

Ein Fernglas fällt mir noch ein, was Lydia's Randbedingungen erfüllen könnte. Das Nikon 10x35 E II ist eins der besten Porrogläser die ich je gesehen habe. Nur das Nikon 10x42 SE ist noch einen Tick besser. Hat man keinen optimalen Himmel, dann bringt das Nikon E II einen wirklich dunklen Himmelshintergrund mit sattem Kontrast und einer herausragenden Schärfe im Zentrum des Sehfeldes. Nikon hat mit seinen Porrogläsern der teuren Sorte die Meßlatte an eine Stelle gehängt, wo manch renommierter Hersteller mit seinen teuren Dachkantgläsern auch heute noch zu kurz springt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Leider kostet das Nikon E II gutes Geld und wird so die Randbedingungen nicht ganz einhalten.

Frank.
 
Re: 10x42 solls werden - doch welches???

Hallo Lydia,

Wenn folgende Kriterien gefragt sind:
- sehr gute optische Qualität
- ermüdungsfrei freihändig über längere Zeit zu halten
- großes Gesichtsfeld
- gut für astronomische Beobachtungen tauglich
- auch bei der Naturbeobachtung (Wanderungen, Vögel etc.) gut geeignet
- nicht allzu teuer
dann ist mein absoluter Favorit das "kleine" Canon 10x30 IS.
Kostenpunkt: 345 Euro (bei directshopper.de)
Die relativ kleine Öffnung wird hier wettgemacht einerseits durch die hervorragenden optischen Eigenschaften und andererseits durch die geniale Bildstabilisierung. Wenn man auf den Stabi-Knopf drückt, dann bleibt das Bild einfach stehen und zittert nicht mehr (das kennst Du schon vom größeren Bruder 15x50). Und dann sieht man auch was für einen großen Unterschied das macht! Kleinste Details werden dann sichtbar, die man bis dann gar nicht erahnen konnte. Bei meinem Nikon Zoom-Fernglas 7-15x35 habe ich ausprobiert, welche Vergrößerung ich noch zitterfrei halten kann. Ergebnis: keine! Auch bei 7x zittert das Bild noch ein bisschen. Allerdings stört das bis zu einer Vergrößerung von 8x nicht sehr stark. Bei 10x ist dann die absolute Obergrenze, es ist aber ein ziemlich großer Unterschied zwischen 8x und 10x.
Durch das relativ kleine Gewicht des Canon (600 g ohne Batterien) wird das Glas auf die Dauer immer wieder gerne mitgenommen, während andere schwerere Gläser mit der Zeit meistens zu Hause bleiben.
Das ist das Ergebnis meiner persönlichen Odyssee, die ich wie Du und viele Andere Astro-Freunde auf der Suche nach einem idealen Allround-Glas gemacht habe und die Du hier im Forum nachverfolgen kannst.
Das Glas ist durch die 3 mm AP auch für Tagesbeobachtungen ideal geeignet.
Ich war gerade in der Schweiz in Schiurlaub. Dort im Dorf gibt es eine kleine Schreibwaren- und Büroartikelhandlung und siehe da, was die in der Vitrine stehen haben?
- Swarovski Habicht 10x40
- Leitz Ultravid 8x40
- Swarovski EL 10x42
Neugierig geworden, bin ich in den Laden gegangen und habe dort in der Vitrine unter Anderem noch ein Paar ferngläser gesehen:
- Swarovski EL 8,5x42
- noch andere Swarovski-Ferngläser und Spektive
- hinten, verschämt in zweiter Reihe stand das Canon IS 10x30.
Wenn ich alle Fotohändler in Köln abklappere, finde ich bei allen zusammengenommen nicht so viele High-End-Gläser wie hier auf engstem Raum.
Ich habe natürlich mehrere Gläser in die Hand genommen. Das war kein ausführlicher Test, sondern nur erste flüchtige Eindrücke. Unter allen Gläsern, die ich in die Hand genommen habe (Swarovski, Leica und Canon) hat mich das Canon-Glas mit Abstand am tiefsten beeindruckt (so etwas wie "Liebe auf den ersten Blick"). Noch einmal deutlich gesagt: das Canon-Glas im Vergleich zu den Spitzenmodellen von Swarovski und Leica, die bis zu 5-fach teurer sind als das Canon (Größenordnung 1000 bis 1600 Euro).
Ich habe das Glas nur deshalb nicht gleich mitgenommen, weil es in dem Laden 880 Schweizer Fränkli kostete und ich die Preise bei uns kenne.

Hier im Forum wurde schon mehrfach geschrieben, dass ein optisch sehr gutes 30mm-Glas durchaus auch am Sternenhimmel mit den 40mm-Gläsern mithalten kann. Hier zwei aktuelle Berichte: Nikon 8x32 SE gegen Fujinon 8x30 FMTR-SX und Canon 10x30 IS - erste Nachtblicke . Über das Canon 10x30 IS findest Du mit der Suchfunktion noch sehr viele Berichte.
Wenn Du das Glas bei directshopper bestellst, hast Du nach dem neuen Fernabsatzgesetz das Recht, die Ware innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückzuschicken. Du mußt dann nur die Portokosten für den Rückversand tragen. Daher ist mein persönlicher Tipp: bestelle das Glas, teste es ausgiebig in zwei Wochen, und dann kannst Du entscheiden, ob Du es behalten willst oder nicht.

Sternenklare Nächte wünscht Dir
Gabriel, der Spechtelengel.
 
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