114/1000 Revue Reflektor - Modernisierung

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NGC_2024

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Hallo Astrogemeinde,

vor ein paar Wochen habe ich mir hier im Forum einen katadioprischen 114/1000 Revue-Newton für 20€ ergattert.

Ziel war eigentlich einen größeren Fangspiegel + optisches Fenster für meinen Bresser Pluto/S zu bekommen.

Bevor das Ding zerlegt werden sollte, wurde es erst mal auf Herz und Nieren untersucht.
Feststellung Nr.1: der Hauptspiegel war nicht justierbar.
--> duch Bohren von 3 Löchern und Schneiden von Gewinden in diese, war das behoben.
Das Ergebnis sieht so aus.
Feststellung Nr.2: der HS war suboptimal gelagert und bekam dann eine 3-Punkt Lagerung

Dann habe ich die Optik zunächst mal grob nach Sicht justiert (HS um FS mittig, Mittenmarkierung am HS angebracht usw.).
(...der HS wird komplett vom FS ausgeleuchtet)

Dann der Sterntest an der Christbaumkugel.
Zunächst schaut alles nach Asti, Koma und Farbfehler aus (der 2linsige, blauvergütete Korrektor im OAZ scheint wohl nur auf der Achse farbrein zu sein).
Wenn man nun ein wenig justiert (es ist egal, ob am FS oder HS (da es ein Kugelspiegel ist), bekommt man einen farbreinen, sauberen Stern mit Beugungsring und saubere intra- und extrafokaler Abbildung mit Fresnellringen (also eine glatte Optik).
---> vorzugsweise justiert man aber am HS, da man feiner justieren kann.

Zum Reflexsucher: der ist unbrauchbar (ist zwar justierbar, aber viel zu dunkel und mit sehr kleiner AP und Gesichtsfeld).
--> also hab ich dem Newton einen Sucherschuh spendiert.

Das First-Light war noch mit 0,96" Okularen und zeigte am Stern eine saubere Optik.

Mittlerweile wurde der OAZ mittels eines Drehteils auf 1,25" Zoll erweitert und ich konnte den kleinen Kat-Newton vorgestern am Mond mal gegen meinen 127er Mak antreten lassen.
(siehe dieses Bild)

Fazit: schwierig zu fokussieren (wegen des alten OAZ), wenn jedoch der Fokus getroffen, dann scharf und nahe am Mak.

Hier noch weitere Bilder:
Komplettansicht1
Komplettansicht2
Sicht ins Innere

Um zu sehen, ob der Newton auch richtig korrigiert ist, habe ich auch mal mit dem Ronchi durchgesehen und konnte auch nur gerade Streifen ohne Ausbuchtungen oder Auffälligkeiten sehen.

Für jetzt ca. 30€ Materialwert keine schlechte Leistung und durchaus brauchbar.
Man sieht, dass ein katadioptrischer Newton bei korrekter Justage und hochwertiger Ausführung auch funktioniert und die Beugungsgrenze erreichen kann.

Gruß Norbert
 
Hallo Norbert,
interessanter Beitrag, ich habe vor einigen Monaten eine ähnliche Aktion an einem alten katadioprischen Tasco 114/1000 Newton durchgeführt. HS mit drei Schrauben und Federn auf justierbar umgebaut, dann Justierung mit Justierlaser und OAZ mit Hülse für 1 1/4" Okulare angepasst, am Mond auch ganz gute Ergebnisse. Ich frage mich jetzt, ob ein Ausbau der katadioptischen Linse im OAZ Sinn machen würde, das ergäbe einen schnellen Newton mit f3,7 mit einer Fokuslage von 50mm oberhalb Newton. Dazu fehlt mir allerdings ein kurzbauender OAZ 1 1/4". Die Idee dabei ist, die Vergrößerung dann mit einer guten Barlow anstelle der vermutlich schlechten Linse die optische Leistung zu verbessern.

Gruß
Wilfried
 
Zitat von weeixe:
Die Idee dabei ist, die Vergrößerung dann mit einer guten Barlow anstelle der vermutlich schlechten Linse die optische Leistung zu verbessern.
Hallo Wilfried,

die Linse im OAZ ist keine Barlow, sondern ein Korrektor, welcher den Kogelspiegelfehler kompensiert.

Ohne den Korrektor ist das System nur als Richfieler bei Vmax=25 nutzbar.

Zum Justieren mit Laser:
m.E. reicht eine Laserkollimation nicht, das Ding muss am Stern feinjustiert werden.

Gruß Norbert

 
Hallo,
so ein Gerät hatte ich auch mal. Das ist der Tanzutsu Kat-Newton, der längere Zeit von Revue und BOB verkauft wurde. Es ist leider auch kein Schmidt-Newton, die Platte vorne ist Fensterglas und meistens nicht einmal entspiegelt.
Sie hat bei mir gerade am Mond extrem viel Streulich produziert. Der Tubus braucht dadurch auch extrem lange zum Auskühlen.
Die Barlow ist in erster Linie eine ca. 2x Barlow, da sonst die lange Brennweite mit dem kurzen Tubus nicht hinzukriegen wäre.
Sie ist auch der Grund für den extrem hibbeligen Fokus und den Farbfehler ausserhalb der Achse. Dadurch sind Okulare wie die Planetary's o.ä. mit eingebauter Barlow fast nicht verwendbar gewesen.
Ohne das Teil wird das ein viel zu schneller Newton. Der HS ist zwar ganz ordentlich, das ist aber m.E. das einzig gute an dem Gerät. Er müsste eigentlich in den Pluto passen.
Ich hab ihn irgendwann nach etlichen Stunden Bastelei in die Tonne geworfen.
Vielleicht hast Du Glück und einen sehr guten Spiegel erwischt.

Es gibt aus der Zeit auch ein paar sehr gute Kat's wie z.B. den Bresser BlueLine / Tasco 16T (so einen hab ich immer noch, der ist an Planeten ähnlich gut wie mein TAL-2).
Diese Rohre haben eine extrem stabile Fangspinne und die (sehr gute) zweilinsige Barlow/Korrektor im Strahlengang vor dem Fangspiegel Richtung HS montiert. Diese verringert Obstruktion, korrigiert den Strahlengang und ist für die lange Brennweite verantwortlich. Okus mit Barlow gehen problemlos damit.

Gruß

Walter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Walter_L:
Es gibt aus der Zeit auch ein paar sehr gute Kat's wie z.B. den Bresser BlueLine / Tasco 16T (so einen hab ich immer noch, der ist an Planeten ähnlich gut wie mein TAL-2).
Diese Rohre haben eine extrem stabile Fangspinne und die (sehr gute) zweilinsige Barlow/Korrektor im Strahlengang vor dem Fangspiegel Richtung HS montiert. Diese verringert Obstruktion, korrigiert den Strahlengang und ist für die lange Brennweite verantwortlich. Okus mit Barlow gehen problemlos damit.
Hallo Walter,

den Tasco 16T kenne ich auch...
Das Gerät haben wir in der Volkssternwarte.
Leider ist der Tasco 16T extrem schwer zu justieren, da der FS und der Korrektor eine Einheit sind (Justierschrauben sucht man übrigens vergebens) und die Spinne mit FS nur durch die Langlöcher im Tubus justierbar ist.
...hier genau die optische Achse zu erwischen ist Zufall.

Unser Tasco 16T ist mittlerweile in der Mitte zersägt und dient als Anschauungsobjekt in der Warte.
(...benutzen wollte den sowieso keiner und bei einem Verkauf über Ebay wäre der Erlös auch nur im 2 stelligen Euro-Bereich)

Auch wenn der Korrektor im OAZ die Obstruktion etwas höher treibt, ist das Gesamtsystem trotzdem viel leichter justierbar, da der Korrektor mech. bedingt gerade und zentrisch sitzt.

Ach ja, auf meinen Bildern müsste man ein 6er Planetary-HR im OAZ sehen, die Abbildung war zumindest m.E. farbfehlerfrei und sehr scharf...
Mir ist auch aufgefallen, dass der Tubus schief abgesägt wurde, so dass der HS (sofern man die Zelle nicht justierbar macht) auch schief drin sitzt.
Das heißt, auch wenn man am Stern über den FS justiert, hat man ein System mit sehr schnellem Spiegel (im Extremfall F/3 bis F/2,5) für den der Korrektor bestimmt nicht mehr gerechnet ist.
(bei einem Kugelspiegel schaut man immer auf eine Kugel, auch ausserhalb der Mitte)

Gruß Norbert
 
Hallo,
vielen Dank für die Beiträge, da lohnt sich die weitere Bastelei wohl nicht, schade. Ich werde trotzdem noch einmal eine Feinjustierung am Stern probieren.
Gruß
Wilfried
 
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