114/900 oder 114/500 ???

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Mike123

Neues Mitglied
Hallo,

Weihnachten steht vor der Tuer und ich hab mich entschlossen mir endlich ein Teleskop zuzulegen.Etwa 200 Euro soll es kosten + - etwas...
Weihnachtsangebote hab ich auch schon entdeckt und nun muss ich mich entscheiden.Es stehen 2 Varianten zur Auswahl die mir ins Auge gefallen sind.
Einmal ein Spiegeltele 114/900 und einmal 114/500....
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Brennweiten?Oder sind die beiden optisch gesehen gleich?
Vielen Dank schon im Vorraus fuer die Antworten

Mike
 
Moin Mike,

der Unterschied zwischen beiden ist die Brennweite/das Öffnungsverhältnis. Der mit 500mm Brennweite hat ein Verhältnis Öffnung/Brennweite von ca. f4,4 und der mit 900mm ca. f8. Das Öffnungsverhältnis ist in mehrfacher Hinsicht entscheident, was Du mit dem Teleskop anfangen kannst.

- Ein hohes Öffnungsverhältnis (f8) ist besser für Planeten, Mond und Sonne
- Ein hohes Öffnungsverhältnis stellt weniger Anforderungen an die Okulare, Fehler wirken sich nicht so stark aus.
- Ein Teleskop mit hohem Öffnungsverhältnis ist leichter zu kollimieren (das genaue Ausrichten der beiden Spiegel und des Okularauszuges).
- Bei hohem Öffnungsverhältnis erreichst Du mit dem selben Okular eine höhere Vergrösserung (Brennweite Objektiv/Brennweite Okular=Vergrösserung)
- Ein hohes Öffnungsverhältnis bedeutet bei diesen Teleskopen eine längere Bauform, das stellt höhere Ansprüche an die Stabilität der Montierung (bei den beiden genannten Leichtgewichten wahrscheinlich noch vernachlässigbar)

- Ein niedriges Öffnungsverhältnis (f4,4) ist besser für Deepsky (lichtschwache Objekte)
- Ein niedriges Öffnungsverhältnis erfordert mehr Genauigkeit beim Kollimieren.
- Ein niedriges Öffnungsverhältnis erfordert aufwendigere Okularkonstruktionen, um Randunschärfe, Randverzeichnung, etc. zu vermeiden.
- Bei niedrigem Öffnungsverhältnis siehst Du mit dem selben Okular bei geringerer Vergrösserung ein grösseren Ausschnitt des Himmels.

Mein Tip: Nimmt den 114/900, er ist für Einsteiger das sinnvollere Gerät.
 
Hallo Mike!
Nimm das Längerbrennweitige!
Die Spiegel sind i.d.R. besser, das Koma geringer. Und wenn der Spiegel mit 900mm vermittels einer Linse im Strahlengang auf 500mm Brennweite verkürzt wurde, hast Du wenn es ein Qualitätsgerät wäre, eine Komakorrektur aber auch ein weiteres optisches Element im Strahlengang das Licht "verbraucht".
Nimm das Längerbrennweitige!
Sternklare Nächte
Berthold vom WIDATO
www.widato.de
 
Hallo Mike,

ein 114/500 ist ein Spezialgerät, das eigentlich nur zur Beobachtung bei geringer Vergrößerung und damit großen Gesichtsfeldern taugt. Wenn Du auch Mond oder Planeten beobachten möchtest (und es währe schade, wenn nicht), ist dieses Gerät kaum geeignet. Geräte dieser kurzen Brennweite benötigen eigentlich einen verhältnismäßig großen Fangspiegel, aber in der Praxis wird oftmals ein zu kleiner Fangspiegel eingebaut. Das hat dann zur Folge, daß nicht mehr die volle Öffnung des Hauptspiegels von 114mm genutzt wird, sondern effektiv z.B. nur 90mm.
Ich selbst habe mal ein Bresser Pluto 114/500 mit meinem TAL1 110/805 verglichen, und das Bild im Bresser Pluto war sichtbar dunkler.

Ein 114/900 ist auf jeden Fall das universellere Gerät. 200 EUR scheinen mir da allerdings etwas niedrig angesetzt. Vielleicht kannst Du hier mal mitteilen, welches Gerät du konkret anvisiert hast.
Ein TAL1 mit 110/805mm kostet knapp 300 EUR und hat dabei sicher ein gutes bis sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Bei billigeren Geräten wird oft an Montierung und Stativ gespart, so daß bei höheren Vergrößerungen keine rechte Freude aufkommt, da alles wackelt. Rüstet man entsprechend nach, ist man aber schnell bei Preisen, die über denen z.B. eines TAL1 liegen.
 
ergänzend zur montierung....

der 114/900 wird leider als klomplettgerät nur auf der
EQ2-montierung angeboten. diese hat viele nachteile und ist
für das gerät auch zu schwach um bei höherer vergrößerung noch
ohne zittern scharfstellen zu können.
damit du aber im preisrahmen bleibst würde ich dir empfehlen,
tubus und montierung getrennt und gebraucht zu kaufen.
konkret:
- montierung EQ3, oder besser Skyview, gebraucht um ca. 150EUR.
- tubus 114/900 mit 1.25zoll okularauszug und sucher 6x30 um ca. 100EUR.
beim tubus sollten auch mindestens zwei okulare dabei sein.

damit hast du eine sehr günstige und vor allem stabile kombination.
du mußt übrigens nicht unbedingt zum 114/900er spiegel greifen, es
gibt auch noch andere sehr gute einsteigertuben, zb. refraktor 70/700 oder
refraktor 80/900. diese beiden geräte haben den vorteil, daß sie etwas
handlicher sind, nicht justiert werden müssen und auch schneller
auskühlen. von der leistung her sind sie dem 114/900 gleichzusetzen.
der gebrauchtpreis ist ähnlich.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Moin Mike!

> 2 Varianten zur Auswahl die mir ins Auge gefallen sind.
> Einmal ein Spiegeltele 114/900 und einmal 114/500...

Der längerbrennweitige Newton ist lange schon das klassische Einsteigergerät.
Es ist so ziemlich für alle Einsatzgebiete gut geeignet und man kann damit
eine Menge anstellen.
Dagegen hat die kürzere Variante so ihre Eigenheiten, die auch schon beschrieben
wurden. Ich hab' zwei von diesen kurzen Newtons bereits besessen und würde sie
nach meinen Erfahrungen damit nicht für Anfänger empfehlen. Neben den technischen
Unzulänglichkeiten (zu kleiner Fangspiegel bei einigen Varianten, sphärischer
Hauptspiegel bei den "Pluto/S", Brennweite nachgemessen nur 450 mm) ist das
wirklich nur was für die Sternfeldbeobachtung bei relativ niedrigen Vergrößerungen.
Wer damit Planeten beobachten will, muß wissen, auf was er sich da einläßt.

Die 900 mm-Variante bietet dagegen IMO langen "Sehspaß". Schlecht sind die Optiken
i.d.R. nicht, nur leider hapert es wirklich an den zu schwachen Montierungen bei
Komplettangeboten. Ob man dann noch mit 200 Euro auskommt, das glaube ich nicht.
Das Zubehör kostet ja auch noch was extra. Mit Glück kann man da was auf dem
Gebrauchtmarkt finden. Für solche Schnäppchen muß man sich Zeit lassen, bei
Hau-Ruck-Aktionen zahlt man meistens drauf.

In meinem Bekanntenkreis besitzen so einige die 114/900-Newton-Klasse: Vixen-114
auf NP-Montierung, dasselbe auf GP (natürlich das Optimum an Stabilität), TAL-1-
Tubus auf GP-E (wahrscheinlich die beste Kombination). Ich selbst habe vor
anderthalb Jahren ein TAL-1 extrem günstig gebraucht erstanden: Die Optik ist m.E.
die beste in dieser Klasse, einzig die mangelnde Ausbaubarkeit der Montierung wird
kritisiert (mich stört's nicht).
Chinesische 114er sind gut und günstig, ich habe bisher noch keinen Gurke erlebt.
Letztens berichtete ein Sternfreund sogar, daß bei hoher Vergrößerung ein
Jupitermond vor der Planetenscheibe zu erkennen gewesen sei. Das ist für so ein
Teleskop - es war ein Bresser - eine sehr gute Leistung.

Vom Meade-Explorer würde ich dagegen die Finger lassen. Ich habe gerade einen zum
Justieren hier: Absoluter Billigbau mit Plastikschrott im/am Tubus. Bei den Vixen
dagegen vermute ich stark, daß hier der Fangspiegel zu klein ist. Wenn man sich
den langen OAZ anguckt, kann da irgendwas nicht stimmen.
 
Hallo Mike,

ich glaube, die Antworten bis jetzt sind alle recht eindeutig, längerbrennweitige Versionen sind einfach vielseitiger und für den Einstieg eher zu empfehlen.

Interessant ist auch, eine stabilere Montierung ,als die EQ-2, die meist unter diesen Geräten ist, zu verwenden. Vor allem, wenn man astrofotografische Ambitionen hat.

Bei den kurzbrennweitigen Versionen sollte man immer auf einen parabolischen Hauptspiegel und einen ausreichend dimensionierten Fangspiegel 30mm - kleine Achse achten.

Wir haben eine Infoseite für Einsteiger, Du bist herzlich eingeladen, mal vorbeizuschauen.

Link zu Infos für Einsteiger

Ansonsten wünsche ich viel Erfolg und Freude beim Auswählen.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@teleksop-service.de
 
Hallo wolfi,

also 30 mm sind schon ziemlich knapp. Bei einem Abstand von Okular zu Fangspiegel von 120 mm ( eher länger ) hat man dann gerade einmal 3 mm 100% Ausgeleuchtetes Bildfeld ( OK - immernoch besser als bei den vom Pluto üblichen 26 mm kleine Achse... ).

Übrigens, die Größe des Ausgeleuchteten Bildfeldes Errechnet sich aus:

Bildfeld= [kleine Achse des Fangspiegels] - ( [Abstand Oku zu Fangspiegel] * [Öffnungsverhältnis] )

Vorsicht: Mit Öffnungsverhältnis ist nicht die Öffnungszahl gemeint. Also statt 4,4 bitte 1/4,4 ( oder 0,227 ) nehmen.

( Formel etwas abgewandelt aus "Spiegelfernrohre - selbst gebaut" entnommen - die Bücher sind also angekommen Wolfi <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> )

 
Hallo,
erstmal Danke fuer die vielen Antworten!Bin jetzt auch schon schlauer geworden.
Werde mich dann also mal fuer das 900er Tele entscheiden ist fuer meine Zwecke ja auch wohl besser geeignet.
Jemand wollte wissen was ich fuer ein Geraet im Auge habe.Es ist das TS Astro Newton auf parallaktischer Montierung was bei Teleskop-Service angeboten wird.Fuer 200 Euro mit EQ 2,fuer 300 Euro auf Sky View Montierung.

Tschau Mike
 
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