114er: Kann man denn wirklich nicht mehr sehen??

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Murdock

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Hallo

Ich habe das Celestron NexStar 114 GT. (114/1000)

Letzte Nacht war ein ziemlich klarer Himmerl und es waren auch mit bloßem Auge viele Sterne zu sehen. Also habe ich mir mein Teleskop geschnappt und bin raus auf's Feld, es war so gegen 02.30 Uhr. Momentan habe ich 2 Okulare
(25/ 10mm; bzw. 40x/ 100x Vergrößerung).

Ich habe viele Objelte ausgewählt (Nebel, Galaxien) die das Teleskop auch korrekt angefahren hat. Gesehen habe ich nix <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
-Habe vorher das Align-Verfahren durchgeführt. Anhand vom Polarstern, Arktus und einigen anderen bekannten Sternen konnte ich die Genauigkeit des Anfahrens gut beurteilen.

Dann habe ich M31 und M13 eingegeben. Ich sah zum erstenmal M31. Sie war aber leider nur als verwaschene, milchige kleine Scheibe erkennbar. Ebenso M13, ein kleiner verwaschener Ball. Von Details keine Spur, auch bei 100 Fach nicht.

Ich war etwas enttäuscht. Eine wirklich schöne klare Nacht, ein dunkler Standort und eine ziemlich exakte Justierung. Aber keine Details zu erkennen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Nun meine Frage:
Könnte es an der Vergrößerung des Okulares liegen? Würde ein 6mm mehr bringen?

Liegt es vielleicht doch an der Atmosphäre (Seeing) nach einem heißen Sommertag?

Oder, und das vermute ich am meisten, liegt es einfach daran, daß ich mit 114 mm Öffnung meine Erwartungen -salopp gesagt- runterschrauben muß?

In diesem Falle würde wohl nur ein Teleskopwechsel abhilfe schaffen?!

Liebe Grüße, Murdock.

Betreff geändert vom Boardmaster
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Kann man denn wirklich nicht mehr sehen??

hallo murdock,

ich würde mal meinen, das lag zum großteil am
mond, der einfach sehr hell ist und dadurch
den himmelshintergrund stark aufhellt.
schwächere objekte sind dann kaum mehr sichtbar.

objekte wie nebel, galaxien und sternhaufen sollte
man möglichst nur in mondlosen nächtes beobachten.

natürlich ist der 114er auch kein riesengerät,
bilder wie man sie in vielen farbigen katalogen
sieht, darf man sich da nicht erwarten.

bei M13 kannst du aber schon ein paar einzelsterne
ganz am rand sehen, er wirkt dann am rand körnig.

M31 bleibt auf jeden fall nur ein verwaschener fleck.

probier mal den ringnebel in der leier, M57, die
ringform sollte zu erkennen sein.

besonders schön sind auch die hellen offenen sternhaufen,
wie zb. M11, einer der schönsten sternhaufen überhaupt.

wie gesagt, mal ohne mondlicht probieren, dann wirst
du schon vieeeel mehr sehen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Kann man denn wirklich nicht mehr sehen??

Hallo, Murdock

Doch, man kann mehr sehen als nichts oder ein Bisschen von M31. Auch mit Deinem Instrument. Allerdings sieht man in einer Vollmondnacht längst nicht alles, was in mondlosen Nächten drin ist. Eine Marsbeobachtung wäre letzte Nacht goldrichtig gewesen, denn einen so hellen Planeten wirft auch das Mondlicht nicht um. "Faint fuzzies" sollte man sich aber besser für richtig dunkle Nächte aufheben. Kann es sein, dass in NRW die "weißen Nächte" um die Sommersonnwende herum, in denen die Sonne nicht tiefer als 18° unter dem Horizont steht, noch gar nicht vorbei sind? Auch das wären denkbar schlechte Bedingungen für deep-sky.

Ansonsten gilt: das wichtigste Instrument ist das Auge, das mit den ungewohnten Anforderungen bei der Beobachtung von Objekten in der Nähe der Wahrnehmungsgrenze erst einmal umzugehen lernen muss. Visuelle Beobachtung, egal ob am Planeten oder im deep-sky, bedeutet immer, aus einem Minimum an Licht ein Maximum an Information herauszuholen. Das kann anfangs frusterzeugend sein, schafft aber mit zunehmender Übung eine ganz eigene Befriedigung. Was man mit Deinem Instrument, gute Justierung vorausgesetzt, alles erkennen kann, ist jedenfalls mit ein wenig Übung schon eine ganze Menge.

Deshalb: nicht locker lassen, bei nächster Gelegenheit nochmal probieren.

Klare Nächte,

astroklaus
 
Sehen mit Kaliber 110

Hallo Murdock!

Ja, der Mond hat gestern Abend so ziemlich alles andere in den Schatten gestellt. (da bleibt mit kleinen Geräten eh nur eins: Mond beobachten, dort stört er nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)

Oder eben: Planeten gucken, also helle Objekte. Leider sind Saturn und Jupiter (sehr schön anzuschauen mit 110mm) momentan nicht gut zu beobachten - aber das wird in n'paar Monaten wieder viel besser sein .

Generell darfst Du aber mit einem 4,5zöller nicht das erwarten, was Du auf Fotos siehst, denn diese Fotos (z.T. auch mit 110mm Öffnung gemacht!) sindAUSNAHMSLOS mehrere Minuten bis mehrere Stunden belichtet worden!! Da konnem Farben natürlich viel satter raus, als visuell durch's Okular geguckt!

Was auch wichtig ist: (je kleiner das Gerät, desto wichtiger!) ist das "richtige sehen". Das heisst: Das Auge (und das Hirn) muss lernen, bei wenig Licht viel Kontrast zu erkennen. Das "Nachtsehen" und auch es zu lernen geht erst, wenn Du vor dem Beobachten dunkler Objekte mindestens eine halbe Stunde in der Dunkelheit verbracht hast. Googel'mal nach "Nachtadaption" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Aber: 114mm zeigt Dir viel Himmel! Wie viel, das kannst Du bei http://www.newton114mm.lowitz.de in unzähligen Beobachtungsberichten nachlesen....

Der Trick ist der, sich nur unter den gegebenen Bedingungen das richtige Objekt aussuchen! (nicht suchen - mit GoTo - Aussuchen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> )


Nur Mut, das wird schon!


Grüsse, Silvio
 
Re: Kann man denn wirklich nicht mehr sehen??

Hallo,


den Mond kannst Du bei Vollmond natürlich auch nicht beobachten, ist wohl klar. Der fehlende Schattenwurf läßt keine Details erkennen.
Außerdem steht der Mond jetzt sehr tief, wodurch die Atmosphäre stört.

Mars ist in den nächsten 2 Wochen wohl das beste Objekt am Himmel.
Danach ist Neumond und DS ist wieder ideal.


Gruß Harald
 
Re: Kann man denn wirklich nicht mehr sehen??

Hallo @ll

Vielen Dank ertsmal für die zahlreichen Infos.

Es sind wirklich momentan "helle" Nächte hier in NRW. Dazu kam dann auch noch der sehr helle Mond. Der Himmel war nicht schwarz, sondern eher "dunkelblau".

Ich werde auf keinen Fall locker lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Es kommen ja auch noch dunklere Nächte mit viel mehr sichtbaren Sternen. Die Erfahrungsberichte geben mir Zuversicht doch noch mal mehr zu erkennen.

Das Teleskop ist wirklich gut, vor allem sehr stabil. Auch ein Okularwechsel oder ein versehentlicher Stubser bringen es nicht aus seinem Ziel. Vielleicht kann man ja irgendwann einmal ein größeren Tubus an dieser GotTo Montierung anbringen. Weiß jemand wie das genau funktionieren würde und bis zu welcher Öffnung man diese Montierung "belasten" kann?

Gruß Murdock.
 
Mondbeobachtung bei Vollmond

Aaaaargh, ihr Mondbanausen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> Natürlich kann man den Mond auch bei Vollmond beobachten, und manches sieht man da, das sonst verborgen bleibt! Etwa das helle Auswurfmaterial der jungen Krater, das in deutlich sichtbaren Strahlen teils über den halben Mond geschleudert wurde. Oder auch Mondberge am Rande der Mondscheibe ...

Für alle Mondnächte kann ich Dir wärmstens den Kosmos Mondreiseführer empfehlen, es ist ja geradezu ewig schade, sich etwa einen Tag vor Vollmond mit Nebeln abzuplagen, wo z. B. der Riesenkrater Schickard gerade am Terminator steht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Viel Spaß mit Deinem Fernrohr, Du wirst noch sehen, was alles in so einem 114er steckt!

 
Hi Murdock!

Also, ums gleich am Anfang zu sagen:
Es geht auf jeden Fall mehr mit einem 114er!

Vollmondnächte sind - wie schon meine Vorredner schrieben - die ungünstigsten Nächte für Deep-Sky. Die schwachen Galaxien/Nebel werden einfach überstrahlt. In solchen Nächten sollte man also lieber die Planeten (Mars!) beobachten (aber mit einer höheren Vergrößerung als 100x!).

Wenn du in den nächsten Wochen eine mondlose Nacht erwischt hast um z.B. M31, M13 zu beobachten, so versuche mal das "indirekte Sehen" anzuwenden:
Wenn du dein Beobachtungsobjekt gefunden hast, so schaue mal "dran vorbei". D.h. schau nicht mitten auf die Galaxie usw., sondern blicke direkt auf einen Stern in der Nähe. Wenn man dann noch konzentriert ein wenig länger beobachtet, so kommen allmählich die Details (bei Kugelsternhaufen z.B. einzelne Randsterne).

Besonders schön mit 114mm kommt auch der Doppelsternhaufen im Perseus.
 
Hallo Murdock,
Es kommt auch sehr auf die Luftruhe an. M13 beispielsweise habe ich mit dem 114/900er bei schlechten Bedingungen als verwaschene Kugel, bei sehr guten Bedingungen aber mit wunderschön aufgelösten Randregionen gesehen. Auch ist es klar, dass jetzt im Hochsommer die Bedingungen nicht allzu toll sind-beste Ergebnisse gibt´s erst in den klaren Herbst-und Winternächten.
Gruß, Gardalon
 
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