12'' Dobson für mich geeignet?

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Danke für die vielen Antworten :)

@Stefan
Das mit den Justageschrauben sieht echt toll aus. Kann mir vorstellen, dass man da viel Zeit beim Justieren spart. Oder?

@Joachim
Nein, es steht noch nix fest. Der D12 hat mir bis jetzt zwar am meisten zugesagtaber durch Eure Anregungen kann sich das ja immer noch ändern ;)

@Thomas
Stößt man bei DeepSkyBeobachtung mit einem Richfielder nicht schnell an seine Grenzen?

Freu mich schon auf Eure Antworten.

LG
Basti
 
Hallo Stefan,

es gibt noch einen Stefan (Schicko).
Der Nachteil mit dem etwas wabbelig werdenden Tubus tritt erst bei den 12ern merklich in Erscheinung, der größere Durchmesser ist halt schon der Stabilität (bei gleichem Blech) nicht eben zuträglich.
Okay, es geht ja noch.

Der Gesichtsfeldnachteil bei 1500 mm Brennweite macht, wie schon mal gesagt, 1,5° zu 2° beim 8" F/6 aus.
Ein guter Winkelsucher mit 50 mm Öffnung (darauf sind übrigens die Aufsuchkarten i.d.R. ausgelegt) kann da kompensieren, was fehlt.
Denen die mich kennen ist ja bekannt, dass mir schon 2° zu wenig sind, was mich zu meinem Dobson aus 8" F/6 Spiegel und 4" F/5 Richfieldlinse inspirierte.

Man kann aber nicht pauschalieren, dass Jeder so denken und beobachten muss, von daher gehe ich lieber die Vorgaben an, soweit sie mir nicht allzu abstrus erscheinen (das ist hier nicht der Fall).
Ich finde es auch nicht in Ordnung, pauschal zum kleinen Gerät mit großem Feld zu raten, irgendwie kommt mir das immer so vor, als solle heute noch jeder so anfangen wie wir anfangen mussten.
Man kann, wenn man merkt, dass irgendwas fehlt, auch später zu einem kleinen feinen (Zweit)gerät finden.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

wenn ich das jetzt richtig verstehe erhöht sich das Gesichtsfeld mit geringer Brennweite?!
Giebt es auch Nachteile geringer Brennweit bei gleicher Öffnung?
Also angenommen es würde das 12'' mit geringerer Brennweite geben. Wie es ja beim 8'' der fall ist.

LG
Basti
 
Hi Basti,

schau Mal bei Armin
http://www.deepsky-brothers.de/index.htm
auf die HP.
Er hat neben vielen anderen interessanten Beiträgen (auch Tunings von mir) z.B. einen Teleskop/Okularrechner zum Download.
Damit kannst Du verschiedene Konfigurationen durchspielen.

Wichtig ist, dass es über F/5, also schon bei F/4,8 nochmals deutlich justier- und okularkritischer wird, F/4 kann kein Okular mehr perfekt, nicht Mal ein LVW oder Nagler, F/4,5 ist wirklich eine Schallmauer.

Offnung/Brennweite/Feld/Vergrößerung/AP, das hängt also eng zusammen und wenn man bei F/5 mehr Feld will, so heißt das runter mit der Öffnung.
Das wiederum bedeutet weniger Licht und weniger Auflösung.
Da gilt es halt einen Kompromiss zu finden oder zwei Geräte mit unterschiedlichen Zielen einzusetzen, oder, oder, oder.
4° Feld ist ja schön und gut, da bist Du dann bei 100 mm Öffnung und F/5 (500 mm Brennweite). Andromeda (fast) komplett im Feld, schön und gut. Dann willst Du damit M 13 (Kugelsternhaufen) auflösen und kommst auch bei höchster zuträglicher Vergrößerung nicht über einige Randsterne raus, der Rest bleib neblig bis gekörnt.

Wenn das alles so einfach wäre, bräuchte man keine Foren und keine Leute die sich mit Dir Gedanken machen, wohin du Dein Bestes, also das sauer Verdiente, steckst.

Mein Vorschlag zur Güte ist meist der 8" F/6 Dobson, aber ich verstehe sehr wohl den Hang zum 12-Zöller, weil ich selbst durchaus den Hang zum 20-Zöller hätte, soweit da noch ein richfieldtaugliches Röhrchen beigestellt wäre.

Im Übrigen sind die 1,5° Feld für den 12er wirklich nicht der Untergang aller Träume von gut im Gesichtsfeld stehenden größeren Objekten. Es gibt halt einige wenige große Sachen wie Andromeda, Nordamerika, Cirrus komplett die man abfahren muss (teilweise auch schon mit dem 8-Zöller).
Wenn es 12" sein sollen, dann würde ich einen guten 8x50 Winkelsucher als gar nicht mal so minimalistisches Weitfeldgerät sehen, zumal das Teil beim Suchen und Finden neben einem Leuchtpunktsucher sehr brauchbar ist.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Danke Günther,

für diese tolle Erklärung zum Zusammenhang der Offnung/Brennweite/Feld/Vergrößerung Größen. Das lässt mich die sache anders sehen. Und bestärkt mich zum 12'':

Der Nachteil größere Objekte abfahren zu müssen wiegt für mich die besseren Lichtsammeleigenschaften nicht auf. Also das 12'' mit dem von Dir erwähnten 8x50 Winkelsucher.

Nun die Frage:
Telrad, 8x50 Winkelsucher und gutes Okular. Bringt das den Tubus schon aus der Balance so das der nach unten rutscht weil er oben am FS zu schwer ist?

vielen Dank und LG
Basti
 
Hi Basti,

diese Frage gebe ich weiter, da ich nur das Skywatcher Sytem kenne und getuned habe (siehe DS-Brothers).
Damit kompensiere ich runde 2 kg Kopflastigkeit.
Ungetuned knicken alle diese Höhenlagerungen bei Winkelsucher + 2"Okular + Telrad ein.
Mit einem Winkeksucher kombiniert tut es auch ein einfacher, leichter (im Vergleich federleicheter) Leuchtpunktsucher (red Dot)oder der immer noch wesentlich leichtere Riegl-Quickfinder mit immerhin zwei Zielkreisen (Telrad hat drei), die man sich aber auch leicht hinzudenken kann.

Grundsätzlich kann man natürlich auch reine Druck-/Reiblager durch Teflon-/Ebbonny Lagerung, größeren Abstand zwischen den Teflonlagern, stärkere Zugfedern (oder stärkeren Zug auf die Federn) und notfalls durch einen zusätzlichen Andruckbügel über die Höhenräder gezogen und sogar im Andruck per Rändelschraube verstellbar, tunen.

Die simpelste Lösung des Problems stellen verschiebbare Gegengewichte am hinteren Tubusende dar, z.B. Magnete zur Scheibenreinigung bei Aquarien (gibt es in vielen Größen).
Weit zu Schleppen hast Du ja offensichtlich nicht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Basti,

Telrad + Sucher + ein schweres Okular wie z.B. 17mm Nagler lässt den Dobs nach unten sinken- klar.

Aber einfache Lösung- einen alten Lautsprechermagnet hinten an den Tubus setzen- auf den Magnet etwas Velour kleben damit der keine Kratzer macht- und schon kannst du das Gleichgewicht prima einstellen.

Gruß

Stefan
 
Zitat von Basti_fantasti:
@Thomas
Stößt man bei DeepSkyBeobachtung mit einem Richfielder nicht schnell an seine Grenzen?

Bei gutem, dunklem Nachthimmel: Keinesfalls! Es ist eine Frage des Wissens und der Ressourcen. Wenn man nur ein paar Standardobjekte kennt, dann hat man die natürlich schnell "abgegrast". Aber es gibt so viele Objekte: Sternhaufen, hellere Galaxien, Stern-Assoziationen, Doppelsterne, dass man zumindest mal ein bis zwei Jahr voll beschäftigt ist. Unser mitteleuropäisches Wetter gibt ja auch nicht so viele Beobachtungsnächte her, leider. Hinzu kommt noch der Mond, die Sonne, Kometen (spannend!) und die Planeten mit ihren Monden (in der nächsten Zeit stehen die etwas schlecht).

Wenn du dich also gut informierst, bist du mit dem Richfielder / Fernglas erstmal ausgelastet und wirst richtig fit am Himmel.

Thomas
 
Hallo,

nochmals zur Kopflastigkeit:
Da gibt es 2 Möglichkeiten, das zu verhindern. Die erste wäre der Lautsprechermagnet, eingewickelt in ein Tuch. So mache ich das.
Das zweite wäre, die Oberseite der Höhenräder in ihrer Auflage in der Rockerbox ebenso wie die Unterseite mit einem Halbring mit kleinen Teflonpads zu versehen, die man mittels Schrauben fester oder lockerer anziehen kann. Ist etwas Bastelarbeit, funktioniert aber gut.
Eine dritte Möglichkeit wäre das Aussägen der Rockerbox für große Höhenräder, diese dann mit Rohrschellen am Tubus befestigt. Ansich ideal, man hat damit gleichzeitig "Griffe" am Tubus, womit man ihn leichter tragen kann.

Aber die einfachen Magnete sind die einfachste und wirkungsvolle Maßnahme, ohne groß basteln zu müssen und haben sich (bei mir) bewährt.

Zum Richfielder:
Das ist ansich ein anderes Thema. Ein 12" Dobson kann bei f:5 kein Richfield-Teleskop sein. Im Laufe der Zeit kommt solch ein Gerät meist noch zusätzlich hinzu, obwohl ich hier ein Großfernglas vorziehe, da es genauso einfach zu handhaben ist und dafür noch binokular ist. Natürlich läßt sich ein FG nicht so hoch vergrößern wie ein richtiger Richfielder, aber ab 30x aufwärts habe ich ja wieder den Dobson 12" = bei 42mm Okular 37x Vergrößerung, also nur etwas mehr als mit meinen 30x Okularen am Großfernglas.

CS
Winfried
 
Hallo Winfried,

volle Zustimmung.
Es ist letztlich egal, von welcher Seite man kommt.

Wer mit einem Richfielder anfängt wird eventuell irgendwann mehr Auflösung und Licht wollen und wer mit einem großen Dobson anfängt vermisst eventuell irgendwann Feld.

Wenn die (erste) Entscheidung, so sieht das hier wohl aus, zugungsten Licht und Auflösung fallt, ist das also kein Fehler sondern ein verständlicher, zu akzptierender Wunsch, zumal schon entsprechende Themenbeiträge und Links vorliegen.
Eigentlich lässt der finanzielle Ansatz sogar eine Lösung mit zwei Geräten zu.
Für ein (weggelassenes) Nagler gibt es einen passablen Richfielder zum "Aufsatteln". Das heißt aber auch Hand anlegen für den Heimwerker (wegen des Lastenausgleichs).

Von daher sehe ich einen Start mit Winkelsucher und Peiler, 3-4 Okularen und eventuell schon einem 2" OIII Filter (oder UHC) als sinnvoller an, der Rest kommt nach den ersten eigenen Erfahrungen und selbst erkannten Wünschen hinterher.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo,

...Scheune lagern, maximal 15 Meter tragen...
Das "riecht" schon nach 12" Dobson, möchte man ihn nicht mit in den Urlaub nehmen. Ich setze hier auf zwei Geräte, gerade für den Urlaub und für`s kurz mal raustragen. Aber das sind bei 8" f:6 Preise, bei denen man sich die "Kurzvariante" immernoch zusätzlich überlegen kann, die Preise fallen ja ständig.

Bei dem zur Verfügung stehendem Buget wäre es natürlich schade, auf Öffnung zu verzichten. Wenn schon, denn schon.

Da sich die Kombination der Geräte laufend ändert, Dir zur Information, daß den Geräten zwischenzeitlich ein red-dot Leuchtpunktsucher beiliegt, dessen Zielkreis in mehreren Varianten verstellbar ist (Kreis, Punkt etc.), alternativ der normale 8x50 Sucher oder gegen einen kleinen Aufpreis auch ein Sucher 8x50 mit 90 Grad. Es läuft also immer mehr auf brauchbare Systeme hinaus. Ich schätze, das dürfte bei anderen zwischenzeitlich genauso sein.

Ganz ehrlich gesagt: mein MN68 ist parallaktisch aufgestellt und besitzt einen 10x50 Geradesichtsucher. Damit komme ich (parallaktisch) überhaupt nicht zurecht und werde mir den Telrad darauf machen.

Zu den Okularen:
Da sehe ich nicht unbedingt einen Bedarf an Naglern, auch wenn es finanziell machbar wäre. Meiner Ansicht nach reizen die Nagler ein f:4 System aus, für alles andere gibt es günstigere Okulare, die nahezu das gleiche bringen. Allerdings würde ich mich, wenn möglich, zu einem System entscheiden. In der Nacht mit mehreren verschiedenen Okulararten herumzufummeln ist nicht jedermanns Sache. Beim einen stülpt man die Augenmuschel um oder hoch, beim anderen dreht man sie rein oder raus. Gut, meine haben keine Augenmuschel (alte Meade 4000er Serie), aber sie sind in der Handhabung alle gleich, was ich als Vorteil empfinde. - Kann individuell natürlich verschieden sein.

CS
Winfried
 
Ok,

ich denke all meine Fragen sind nun vorerst beantwortet.
Wenns um Okularkauf und weiteres Zubehör geht werd ich bestimmt nochmal einen Thread starten.

Vielen Dank für all Euren Antworten und die Hilfe bei der Kaufentscheidung.

Es wird nun 100%ig ein 12''.

LG & CS

Basti
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Wenn die (erste) Entscheidung, so sieht das hier wohl aus, zugungsten Licht und Auflösung fallt, ist das also kein Fehler sondern ein verständlicher, zu akzptierender Wunsch, zumal schon entsprechende Themenbeiträge und Links vorliegen.

Verständlich schon! Ist es aber auch *klug* für einen *Anfänger*? Meine warnenden Argumente gegen einen 12"er und zugunsten eines Richfielders oder auch (Groß)-Fernglases (die Argumente von Winfried sind gut) habe ich ja schon genannt.

Thomas
 
Hallo Thomas,

10x50 > 60/800 > 7x35 > 114/900 > 114/1000-GoTo > 114/450 > 8x40 >7x50 200/1200 > 102/500 > 11,4 x 80

im Gebrauch und geblieben sind

200/1200 + 102/500 als "Doppeldobson",
8x40 und 11,4x80 Fergläser

Kann sein, dass das schlauer war, man weiß ja nie.
Ich versuche halt den Leuten Hinweise zu geben die auf Erfahrungen mit diesen eigenen Geräten und vielen Gastgeräten (auch größerer Öffnung) basieren.
Mein Ziel ist es, den erfolgreichen Einstieg in das Hobby für sie in den Bereich des Möglichen zu rücken und nicht den Einstieg in den Ausstieg zu begünstigen.
Dazu gehört für mich auch, vorhandene Zielsetzungen nicht durch andere/meine Vorstellungen zu ersetzen.
Das scheint mir aufgrund der Vorgaben und des Threadverlaufs (nach holprigem Start) erreichbar.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Günther -
ich kann dir da nicht ganz folgen. Was meinst du mit "Vorgaben" und "Threadvelauf". Bisher wurden - mit wenigen Ausnahmen - nur technische Aspekte besprochen. Der Aspekt "Eignung für Einsteiger" (wir sind hier im Board Equipment für Einsteiger) wurde nur unzureichend beleuchtet.

Die üblichen Tipps wie ("Beobachte erstmal bei andern, mach praktische Erfahrungen") wurden merkwürdigerweise nicht gegeben. Ich denke, das ist gefährlich. Klar, der Threadstarter kam mit der Prämisse "Ein Dobson muss es sein, am Besten 12 Zoll" in den Thread. Für einen Einsteiger ist das denke ich eine gefährliche Vorselektion. Da sollte man ihn warnen.

Aber jetzt soll es gut sein. Er wird seinen 12"er kaufen und Erfahrungen machen - das ist ja auch spannend. C'est la vie.

Thomas

 
Ach Thomas,

er liest schon eine Weile mit, hat auf der ersten Seite des Boards 4 gleichgelagerte Threads und auf der nächsten Seite folgen weitere Threads ähnlichen Inhalts.
Ich weiß nicht, ob wir jedes Mal das Rad neu erfinden sollen.

Gruß und CS
*entfernt*

Nachsatz:
Natürlich ist es legitim, selbst erkannte Versäumnisse anzukreiden.
Ebenso legitim ist es, sie selbst aufzuarbeiten und das Ergebnis einzubringen.



 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

der Thread ist zwar schon ein paar Tage alt aber, aber - gerade aus dem Urlaub zurück - möchte ich nun doch kurz meinen Senf dazu geben.

Zitat von Berberich:
... Will man das Gerät auch mal mit in der Urlaub nehmen, dann ist der 12" schon meist zu groß, schließlich fährt ggf. die Familie ja auch noch mit und dann ist für den 12" meist kein Platz mehr. Das mußt Du bei Deiner Entscheidung bedenken....
Neben dem 15" Gitterrohr-Dob waren natürlich Frau und Kind einschließlich Kinderwagen, Spielzeug... mit im Urlaub. Mit etwas Geschick gepackt ist das mit einem Kombi kein Problem. Ob ich allerdings ein 8" Volltubus untergebracht hätte wage ich zu bezweifeln, der Tubus wäre zu sperrig.

Zitat von ThN:
...Für einen Anfänger dürfte die lange Brennweite und das damit verbundene kleine Bildfeld / starke Vergrößerung ein Problem sein...

Sicher, das Gesichtsfeld ist bei einem Gerät mit längerer Brennweite kleiner und es gibt durchaus einige Objekte die mit dem Fernglas oder einem Richfielder mehr Spass machen bzw. überhaupt erst zu erkennen sind. Das gilt m.E. allerdings unabhängig von der Erfahrung.

Mein Einstieg ist vor etlichen Jahren mit einem - sicherlich nicht optimalem 8" f/10 also 2000 mm Brennweite - erfolgt. Damals gab es weder Telrad, noch den Deep Sky Reiseführer, noch Stellarium oder Cartes du Ciel, es gab noch keine Tipps übers Internet, lediglich ein 6x30 Sucher und als "sagenhaftes Übersichtsokular" ein 25mm Plössl. Trotzdem habe ich viel gefunden und vor allem - mit der Zeit immer mehr - man muß ja nicht unbedingt mit den "schwierigsten" Objekten anfangen. Und mit einer vernünftigen Ausstattung sollte auch ein interessierter Anfänger in der Lage sein mit z.B. 1500mm - 1800mm beim 12" f/6 bis 16" f/4,5 die Objekte der Begierde zu finden.

Viele Grüsse,
Gerold
 
Ich habe den Originaltext entfernt, da ich Ihn zu unüberlegt verfasst hatte...

Gruß, Jens
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
da bin ich wieder mit einer neuen Frage:

Ist es lohnenswert den 12''er mit einem Hauptspiegel aus Pyrex zu kaufen?
Lohnen sich die ca. 325€ Mehrausgabe. Ich habe gelesen, dass Pyrex auch besser in der Produktion parabolisiert werden kann als BK7 und dadurch die Fehlerquote in der Massenproduktion geringer ist und die Pyrex-Spiegel dann auch in ihrer optischen Leistung einen Tick besser sind.

Stimmt das so?

Schon mal danke im Voraus für Eure Hilfe :)

LG
Basti
 
Hallo Basti,
wenn das Geld nicht weh schmerzt, tue es. Nötig ist es aber nicht unbedingt, wenn man seine Beobachtungen an das Gerät anpasst. Bei Dir sowieso nicht, da Du das Scope ja in der Scheune lagern willst (allzeit temperiert).

Ob bei der Produktion mehr gute Pyrex-Spiegel als gute BK7-Spiegel entstehen, wird sich wohl kaum feststellen lassen. An der Vermutung könnte aber was dran sein, da sich Pyrex weniger verformt bei Temperaturänderung (bearbeiten, messen, bearbeiten, messen...).

Was aber Fakt ist: ein Spiegel, der seine Temperatur ändert (sich der Umgebung anpasst), verformt sich dabei. Ist die Umgebungstemperatur erreicht, ist er wieder in seiner Sollform. Da Pyrex einen günstigeren Temperaturkoeffizienten hat als BK7, sind diese Verformungen während der Anpassungsphase bei Pyrex geringer.

Auffällig wird diese Verformung durch Bildfehler bei höheren Vergrößerungen - und da sind wir wieder beim ersten Absatz: zu Beginn der Beobachtung mit niedrigen Vergröerungen beginnen, dann braucht's auch kein Pyrex.
Und Deine Scheunenlagerung schafft das Problem Temperaturanpassung ja fast komplett aus der Welt.

 
Hi Ralf,

schön, dann müssten Pyrex-Spiegel ja entsprechend günstiger sein als solche aus BK-7 oder Float, weil sie leichter zu bearbeiten sind.
Ein gutes Argument, um beim Händler Preisnachlässe für Pyrexgeräte einzufordern, wenn man sich mal so die Preisunterschiede bei Spiegelrohlingen anschaut.

Oder Klartext: Das kommt auf's selbe 'raus. Regelfaktor in dieser Preisklasse ist einfach, dass die Dinger in Serie mit besser als Beugungsbegrenzt oder zumindest "so gut, dass sich keiner Beschwert" vom Band fallen. Und fertig!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
das hab ich ja auch nicht gemeint, das Pyrex leichter zu bearbeiten ist. Wenn mich nicht alles täuscht, ist Pyrex ja wohl härter als BK7 und daher eher schwieriger zu bearbeiten.
Zumal ist das Rohmaterial teurer und damit der Aufpreis durchaus gerechtfertigt.

Daß in Fernost maschinell hergestellte Spiegel nicht handverlesen vermessen werden, ist wohl jedem klar. Was ich nur "orakelt" habe: wenn sich Pyrex bei der Erwärmung durchs schleifen weniger verformt als BK7, so besteht ja auch die Möglichkeit, daß das Endergebnis der Pyrex-Variante etwas besser abschneidet.

Ev. kann uns ja mal ein Spiegelschleifer dazu aufklären, ich habe mich mit dem Thema bisher nur theoretisch befasst.
 
Hi,
das Problem mit Pyrex ist, das es bald keins mehr geben wird. Jedenfalls behaupten das hartnäckige Gerüchte auf Cloudy Nights, die Vorräte sollen nur noch für ein Jahr reichen. Manche sollen schon größere Rohlinge horten...
Aber wie gesagt alles nur Gerüchte, muss nicht stimmen.

CS Mike
 
Hallo,

zum Einen ist Pyrex meines Wissens nach etwas weicher als BK7 und wäre damit tatsächlich auch vermutlich etwas leichter zu bearbeiten.

zum Anderen- die "echten" Pyrexrohlinge kommen ja aus USA und sind im Vergleich zu BK7 vom Material her deutlich teurer.

Ich denke das da auch in Taiwan jemand in der Firma drauf guckt das gerade diese teuren Rohlinge besonders gut behandelt werden da Ausschuss da eben ins Geld geht- vielleicht der Grund weshalb häufiger mal zu lesen ist das die Pyrexspiegel im Schnitt etwas besser wären.

Besser hinsichtlich Temperaturverhalten sind sie auf jeden Fall- und selbst wenn der Spiegel ausgekühlt ist- während der Nacht ändert sich die Umgebungstemperatur ständig und damit muss sich auch der Spiegel ständig anpassen.

Damit gilt das bessere Verhalten nicht nur für die Zeit der Auskühlung sonder eigentlich für die ganze Zeit der Beobachtung. Wohl auch ein Grund weshalb fast alle wirklich guten (und damit teuren) Teleskope Pyrexspiegel haben oder andere ebenfalls sehr gute Gläser.

Gruß
Stefan
 
Moin Mike!

Pyrex ist nicht das einzige brauchbare Borosilikatglas, das auf dem Markt ist, also: Keine Panik!
 
Hallo zusammen,
hat mich jetzt doch mal genauer interessiert:

Mikro-Härte BK7 = 610 ( Quelle: https://prof.hti.bfh.ch/fileadmin/home/mic1/BK7.pdf )

Nach diesem Link ist BK7 tatsächlich härter als Pyrex:
http://www.newport.com/Optische-Materialien/144943/1031/catalog.aspx
Die 610 für BK7 finden sich dort wieder.

Weiterhin stellte sich beim googeln raus, daß es mehrere Sorten Pyrex gibt. Für PYREX 7740 habe ich z.B. 70kg/qcm gefunden.

Das hier hab ich auch noch gefunden:
http://www.intercon-spacetec.com/ratgeber/vorteile_pyrex.html
Da heißt es nun wieder andersrum (und ich finde meine Idee wieder mit den weniger Fehlern bei der Bearbeitung)...

Ja was stimmt denn jetzt?
Welche Sorte Pyrex wird denn für astronomische Spiegel verwendet?
 
Hí Basti
Pyrex muß man nicht unbedingt haben mit 12" wenn der Spiegel dünn ist. 25mm. Dann ist der Auskühlvorteil recht gering. Bessere Qualität ist auch nicht garantiert, es gibt sogar sehr gute Floatglasspiegel.
Ein Nachteil es zu haben ist es aber i.d.R. nicht.
CS
 
Pyrex, Duran, Sital, BK-7 und ähnliche...

unterscheiden sich doch hauptsächlich in der Phase der Temperaturanpassung. Ist diese überwunden, sind nahezu alle Spiegel, gleiche Schliffqualität natürlich vorausgesetzt, gleich.
Nur während der Temperaturanpassung sieht man im Pyrex u.co. ein besseres Bild, ausgekühlt sind sie gleich.

Ergo empfehle ich Pyrex nur für "schnelle" Zeitgenossen oder für Leute, die Ihr Scope nicht unbeaufsichtigt eine Stunde lang vor der Türe stehen lassen können, weil sonst dann vielleicht 2 dort stehen würden...

Wo ich Pyrex als absolut sinnvoll ansehe sind geschlossene Systeme wie der Maksutov-Newton und das SC oder den Schmitt-Newton.

CS
Winfried
 
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