Hallo Andreas,
wie immer: kommt darauf an!
Willst du das Großfernglas ausschließlich oder ganz überwiegend astronomisch nutzen? Bei überwiegend astronomischer Nutzung klar für 90°, da der Einblick bei hoch stehenden Objekten wesentlich angenehmer ist und auch horizontnahe Beobachtung immer möglich bleibt. (dann aber stehend)
Bei überwiegend terrestrischer Nutzung: wenn du angenehm im Sitzen horizontnah beobachten willst 45°, ja im Zenit geht auch, ist aber unangenehm und erfordert dann ein sehr hohes Stativ/Säule.
Wie willst du das Glas montieren? Essentiell wichtig für das bequeme Beobachten ist ein Stativ mit auch unter Last höhenverstellbarer Mittelsäule oder eine Hubsäule. Es fehlt ggü. einem Refraktor oder Katadiopter der Freiheitsgrad des im OAZ drehbaren Zenitspiegels. Für ein 120er mit 10kg+ ist eine stabilere Mittelsäule ab 40mm Durchmesser erforderlich.
Um mit der 45° Version im Sitzen bis nah an den Zenit zu kommen, musst du schräg von unten in die Okulare schauen können. Das macht ein etwa 20cm höheres Stativ erforderlich. Miss mal deine Augenhöhe wenn du bequem sitzt plus ca. die Hälfte der Baulänge des Fernglases. Das ist die Höhe die du für die 90° Version brauchst, dann nochmal plus 20cm für die 45 Grad Version. Willst du im Stehen beobachten, gibt es kaum ein Stativ, das hoch genug wäre um mit der 45 Grad Version bequem im Zenit zu beobachten.
Willst du das Glas auf einer Montierung wie der Berlebach Spica oder der TTS Panther montieren, kann die minimale Höhe bei so einem Aufbau evtl. zu hoch sein um auch im Stehen mit der 90° Version noch bis zum Horizont runter zu kommen. (Siehe erste Frage ob das relevant ist)
Auch die beliebten Fluidheads bauen recht hoch auf. Eine Lösung kann die seitliche Montage mit einem L-Winkel und einer AZ Montierung sein.
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cs Alex