12P/Pons-Brooks - nur ein unscharfer Stern?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Fotobi

Mitglied
Wir hatten am Donnerstag nochmal Glück und freien Himmel, und sind direkt zum nächsten Berg gefahren um 12P/Pons-Brooks zu sehen, bevor er von späteren Sonnenuntergängen geschluckt wird. Da wo er eigentlich sein sollte war dann aber nur etwas, das sich am besten als nicht scharf zu stellender Stern bezeichnen lässt. Vom Schweif keine Spur.

Optische Beobachtung, 200/1200 Newton mit 34mm, 24mm und 10mm Okular. Wobei so nah am Horizont das Seeing nicht annähernd für die 10mm gereicht hat. Beobachtungsort war leider nicht optimal, weil immer mal wieder aufgeblendete Autos von einer Straße im Tal die Dunkeladaption gestört haben, ebenso wie ein paar kleinere Lichter auf dem Berg. Naja.. Hügel. Immerhin keine Großstadt in der Nähe, weshalb der Himmel recht ok war.

Was könnten wir als Anfänger da noch verbessern. Und wie findet man gute Beobachtungsstellen? Auf den Hügeln ist meist Wald oder eine Burg, ewig weit mag man das Teleskop auch nicht schleppen, und dann hätte man gerne noch etwas zwischen sich und nervigen Lichtquellen wie Straßen.

Und hatten wir mit 12P/Pons-Brooks einfach Pech? Oder haben wir irgendwas ernsthaft falsch gemacht?
Danke schonmal..
 
"Unscharfer Stern" passt ja schon mal, dann nehme ich an dass ihr an der richtigen Stelle beobachtet hattet. Aber einen Schweifansatz hätte man schon sehen müssen, oder das Seeing war eben so dermaßen schlecht, denn der Komet steht sehr tief. Ich hätte dafür ein kleineres Instrument genommen (80 mm-Refraktor) o.ä. - falls vorhanden.

Dieter
 
Hallöchen, am Donnerstag habe ich abends eine schnelle Himmelsaufnahme mit meiner Reflex geschossen. 25 Sekunden bei 180mm Brennweite. Damit konnte ich immerhin den Kometen halbwegs sichtbar machen. Mit einem 7x50 Fernglas hatte ich ihn vorher auch nur als eine Art Stern gesehen.

787_2024032902_imgp8986grossfiltered1300x870klein-1.jpg


VLG
Stephan
 
oder das Seeing war eben so dermaßen schlecht, denn der Komet steht sehr tief. Ich hätte dafür ein kleineres Instrument genommen (80 mm-Refraktor) o.ä. - falls vorhanden.
Bei uns in Hessen war der Himmel bis 19:45 bewölkt, und hat sich dann recht schnell noch aufgeklart. So tief wie der Komet stand mag da durchaus noch Dunst im Wegt gewesen sein.

Als Anfänger haben wir leider nicht die große Auswahl, den 200/1200 Newton Dobson, und ein 7x50 Fernglas. Erstaunlicherweise scheint die Ausbeute bei beiden ähnlich gewesen zu sein, was ja wirklich für schlechtes Seeing spricht. Mit meinem aus der warmen Wohnung in den Garten geschleppten Newton hatte ich im Winter einen ähnlichen Effekt beim Mond und Jupiter, da sah man allerdings erst ab 50-facher Vergrößerung nicht mehr Details, und auch das wurde nach rund 90 Minuten dann nochmal deutlich besser, bis auf 120-fache Vergrößerung. Dass man bereits zwischen 7x50 und 35x200 keinen Unterschied mehr wahrnimmt hat mich schon überrascht.
Schönes Bild. So hatte ich mir das eigentlich erhofft. Schon etwas ernüchternd, dass man mit so einer relativ kurzen Belichtungszeit schon mehr rausholen kann als (ich) optisch. Wobei ich vermutlich nur deutlich mehr Energie in die Dunkeladaption stecken muss. Eine Waldlichtung auf einem Berg finden oder so.
Ja, das hatte ich auch genutzt, um den Kometen überhaupt erst zu finden. Ganz ohne Optik war fast nichts zu erkennen, und mit dem 9x50 Sucher auf der Dobson-Montierung ist das auch zäh. Da vermisse ich echt einen 90°-Einblick.
 
Nach dem Wiedereinstieg bin ich zwar noch nicht visuell unterwegs, aber mit dem 200er Newton hätte man den Kometen schon etwas besser sehen müssen.
Ansonsten "darf man" visuelle Beobachtung nicht mit Astrofotografie vergleichen, das sind einfach 2 verschiedene "Welten".
 
"darf man" visuelle Beobachtung nicht mit Astrofotografie vergleichen, das sind einfach 2 verschiedene "Welten"
Dem kann ich mich nur anschließen. Ich hatte am Donnerstag auch nur kurz Gelegenheit (ca. 20.45 Uhr). Da stand der Komet ca. 14° über dem Horizont (fst 4m9). Da war nicht mehr allzu viel zu machen, zumal auch immer wieder Cirren am Westhorizont durchzogen. Einen Schweifansatz habe ich auch mehr herbeigewünscht als wirklich gesehen. Die äußeren Bedingungen waren auch eher durchschnittlich. Bei einem Blick auf helle Messiergalaxien (65, 66, 84, 86) konnte ich auch nur die hellen Kernbereiche erkennen.
Ich denke nicht, das da was falsch gemacht wurde, das waren lediglich die Bedingungen, die den Anblick ergaben.

Viele Grüße
Uwe
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben