130 mm H-Alpha Umbau mit Lunt 60

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tatanka

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Hallo Sonnenfreunde,

nachdem ich schon mal einen 130mm PST-Umbau mit 130er ERF und einem 6" f8 Fraunhofer umgebaut habe, hier nun der Versuch mit einem Lunt 60.
Durch rein-und rauschieben des weißen Lunttubus habe ich mir die Focuslage gesucht.
Alles so fixiert wie auf den Bildern zu sehen.
Es funktioniert, ........und wie, sehr gut sogar.
Beim Lunt 60 geht so bei ca. 70-80fach langsam das Licht aus.
Unser Zentralgestirn war heute sogar gnädig und hat mir ab und an zugeblinzelt...herrlich.
Hier nun mit 130mm Öffnung, 2400mm Brennweite und einem 32er Plössel fängt der Spaß mit 75fach an.
Sehr schönes helles Bild der Sonnenscheibe, der Oberflächenzeichnung und natürlich der Protuberanzen.
Als die Hochwolken mal kurzzeitig die ganze Pracht preisgaben gleich die Vergrößerung mit dem Lunt-Zoom 7,2 - 21,5mm auf 10mm, 240x erhöht, wouw das ging mit dem PST-Umbau nicht, dort habe ich maximal 192x erreicht.
Bei über 300x wurden die Protuberanzen sehr dunkel aber die Oberflächendetails waren noch gut zu erkennen, wobei hier weniger wohl mehr ist, aber es ist machbar...erstaunlich....und große Freude.

Da hat sich der Mut zur Lücke mal wieder gelohnt, und das schöne dabei ist das man das Lunt nur wieder aus dem 6" Refraktor rausziehen muss, das originale Objektiv aufschrauben und es ist original einsatzbereit.
Das eizig schlimme an der Sache ist, es kommt Lust auf noch mehr Öffnung auf.....lach.

Liebe sonnige Grüße
Achim
 

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Nachtrag:
einzige Maßnahme am Lunt: ich habe den Objektivkopf abgeschraubt.

Viele Grüße
Achim
 
Hallo Achim,

interessanter Umbau mit dem Lunt LS60! Bisher erst der zweite, den ich gesehen hab'. Mich würd' Folgendes hierzu interessieren.

Wie groß ist das H-alpha-Feld? Ist mit entsprechender Oku-Brennweite (genügend großer BF vorausgesetzt) eine Gesamtsonne in H-alpha möglich oder erscheint die Sonne nur ausschnittsweise in H-alpha?

Der zweite Punkt ist vielleicht etwas unverständlich/kompliziert, deswegen der Versuch einer kurzen Erläuterung.
Wie bekannt sollen die Lichtstrahlen möglichst senkrecht, nur mit minimalem Winkel auf das Etalon fallen. Hierzu werden üblicherweise zwei Linsenkonstrukte verwendet:
1. ERF--Linse/Fernrohr--Telezentrik--Etalon--BF--Oku
2. ERF--Linse/Fernrohr--PCV-Linse--Etalon--PCX-Linse--BF--Oku

Das zweite System wird bei dem PST oder auch bei dem LS60 verwendet. Das Brennweitenverhältnis Fernrohrlinse zu PCV-Linse beeinflußt hierbei direkt den Winkel, unter dem Lichtstrahlen auf das Etalon treffen und damit das nutzbare H-alpha-Feld. Bei den handelsüblichen Scopes liegt dieses Verhältnis bei 2 (PST, Nearstar, LS60, LS100, ... ) bis max. 3 (LS152).
Für das LS60 hab' ich aus Skizzen folgende Brennweiten ermittelt:
Fernrohrlinse ca. 240mm
PCV ca. -120mm
PCX ca. 250mm
Bei dem von Dir verwendeten Fernrohr (f=1200mm) wärst Du bei einem Verh. von 10 mit entsprechend verkleinertem H-alpha-Feld.

Bloß wie groß ist es wirklich?

Falls man nämlich für eine Gesamtsonnenansicht wirklich nicht über ein Brennweitenverhältnis von 2-3 hinausgehen könnte ergibt sich im Umkehrschluß, daß der Etalondurchmesser entsprechend mit der Fernrohröffnung zunehmen müßte (mind. ca. 0.3-0.5x Öffnung).
Oder man lebt wie bei vielen PST-Umbauten mit dem entsprechend verkleinerten H-alpha-Feld (hohe Vergrößerungen).

Ciao Werner
 
Hallo Achim,

ich halte eine Vergrößerung mit homogener und guter, scharf-zeichnender Abbildung der Sonnenoberfläche und Protuberanzen in dem von Dir angegebenen Bereich aus eigenen Erfahrungen für eher schwierig bis kaum machbar, egal wie groß die Öffnung ist. Ich selber beobachte mit einem 20/20 Lille H-Alphasystem am 4 Zoll FH und da ist unter besten Bedingungen um die 100 bis 120 fache Vergrößerung mit guter Gesamtabbildung realistisch möglich.......das Seeing beschränkt gerade bei der Sonnenbeobachtung sehr stark die Vergrößerung.

Grüße

Martin
 
Hallo Werner und Martin,

bei 75fach mit dem 32er Plössel sehe ich fast die halbe Sonne.
Das Lint 60 mit dem 1200er Blockfilter ist ein feines Gerät für die Gesamtsonne, meines zeigt sehr viele Srukturen auch auf der Oberfläche.
Auf dem ITV-2011 hatte ich meinen 130er PST-Umbau dabei und wir haben unterm schwarzen Tuch mit 192x die Oberfläche beobachtet. Einige meiner Kollegen wollten gar nicht mehr weg vom Okular.
Dieser Lunt-Umbau ist heller und kontrastreicher als der PST-Umbau.
Bei dem PST-Umbau muß ich immer eine 2fach Barlow benutzen weil sich ein enormer Tunnelblick am Okular zeigt.
Man muss genau auf der optischen Achse beobachten und genau den Augenabstand des Okulars treffen, verlangt einige Übung.
Nicht so beim Lunt-Umbau, Okular rein und durchschauen, viel angenehmer und entspannter.
Diese Umbauten sind sowieso nur für Ausschnitte der Sonne geeignet und für höhere Vergrößerungen.
Aber genau das ist mein Ziel.
Protuberanzen mit ca. 200fach zu sehen macht schon was her und Lust auf noch mehr Öffnung.
7" ist mein nächstes Projekt.
Ein Sonnenfreund schaut mit 180er ERF, 7" TMB und Daystar mit ca. 500fach auf die Oberfläche.
Alles zu sehen auf dem ITV-Gedern dieses Jahr, wenn das Wetter mitspielt.
Mir hat mal jemand auf dem Rüsselsheimer HaTreffen 2011 gesagt, "Doubblestack schlägt Öffnung", schon mit dem 130er PST-Umbau konnte ich ihn überzeugen daß das nicht so ist.

Viele Grüße
Achim
 
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Hallo Achim,

also mein Lille-HA-Ansatz ist sehr kontrastreich und hat eine sehr homogene Abbildung aller Oberflächenerscheinungen und Protuberanzen bis in feinste Details am 4 Zoll FH ohne jeglichen Schärfeverlust im Feld oder Randbereich. Dabei stellt sich kein Tunnelblick ein und die Einstellungen sind so einfach, wie am PST. Auf dem letzten ATT in Essen habe ich durch alle ausgestellten Lunt und Coronados jeder Öffnung geschaut und kein solch qualitativ hochwertiges Sonnenbild sehen können (wie andere mir ebenfalls bestätigten). Selbst der neue DS 90er von Coronado konnte nicht mithalten. Ein helleres oder kontrastreicheres Bild als mit dem PST-Etalon des HA-Ansatzes war nirgends zu sehen, eher das Gegenteil bei einem enttäuschenden Prei-/Leistungsverhältnis. Einzig die Gesamtsonne kann ich mit meiner Kombi nicht sehen, was aber auch nur im niedrigsten Vergrößerungsbereich des Coronado und der Lunt ging (ist natürlich super schön, keine Frage).

Grüße

Martin
 
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Hallo Martin,

Deine Eindrücke der letzten Att kann ich nachvollziehen.
Auf meinem ersten Besuch des ITV-Gedern 2009 bin ich durch den W.Lille-Chromaten und den Umbau eines Herrn aus der Gegend, Unna-Soest, weiß es nicht mehr genau, infiziert worden. Sein Teleskop war auch ein 120er Fraunhofer glaube ich und er stand auf der ersten Wiese rechts weiter oben.

Mir geht es auch nicht um die Gesamtsonne sondern um hochvergrößerte Protuberanzen und den Sonnenrand.

Möcht natürlich auch gern mal durch deinen Umbau schauen.

Viele Grüße
Achim
 
Hallo Gerhard,

nein, bis jetzt noch nicht.
Der Öffnungswahn hat zugeschlagen und ich teste gerade visuell einen 7" Meade mit 160er C-ERF und einem großen Lille-50/30-System, 4800mm Brennweite. Mit 32er Plössels liegt die Anfangsvergrößerung bei 150 fach.
Bin zur Zeit nur visuell unterwegs.

Viele Grüße
Achim
 
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