130mm APO für 1600 Euro?

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Morpho

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Hallo,
ich hoffe mal, ich bin mit meiner Frage hier richtig ...

Ich bin auf der Suche nach einem APO in der 130-150mm Größe auf ein unglaubliches Angebot gestoßen. Der Anbieter sieht wirklich seriös aus, aber die Preise sind ja wirklich unglaublich.
Hat jemand evtl. dort schon mal Kauferfahrungen sammeln können?

CS Morpho

Ebay
 
Ohne Transportkoffer kannst du nochmals 100€ sparen.
Ich denke es handelt sich dabei um ein Seriöses Angebot.
Artikel von AP werden in der Bucht von unterschiedlichen Händlern immer mal wieder zu super Preisen angeboten.
Gibt es Astro Professional überhaupt noch?
Grüße
Mark
 
Das Angebot ist von Astro-Professional.

Viele Grüße
Michael
 
Das wusste ich nicht.
Scheint aber so, das dann nur noch Restbestände verkauft werden.
Die letzte Info auf der AP Seite ist von 2011 und der Apo wird dort für bis zu 1000€ mehr verkauft.

Mark
 
Ich besitze eines dieser Exemplare von AP - einen Astro Professional Triplet APO 130 / 910 - ebenfalls über ebay "ergattert" - allerdings von privat.

Ein paar Infos dazu:
- diese Teile sind ohne FPL53-Glas, Farbfehler sind deutlich erkennbar und grad fotografisch ziemlich nervig
- das Teil ist extremstens kopflastig - die Linsen wiegen eine Menge
- Die Linsenzelle ist extrem schwer justierbar - dort ist einfach kein mm Platz für eine ordendliche Justage
- das Linsen-Design ist nicht besonders kompatibel zu den weit verbreiteten Flattenern / Reducern - es gibt weder mit dem TSFlat2 noch dem TSRed279 noch dem TSFlat 2.5 oder dem TSRed379 einen Abstand, bei dem die Sterne bis in die Ecken hin komplett rund sind - bei APS-C wohlgemerkt .. das wurde mir auch von anderen Besitzern des gleichen Modells bestätigt ..

Bei Meinem Modell waren zudem noch einige andere "Fehler" vorhanden, was wohl einer der Verkaufsgründe des Vorbesitzers war
- das Glas hatte einen Fehler (auf Beugungsscheibe klar erkennbar - eine Art Einschluss)
- der APO war mit einem großen 3" Linear Power OAZ "getunded" .. Resultat: man kam mit verschraubten Flattenern / Reducern nicht mehr in den Fokus - da der OAZ zu lang war ..

Jonas

PS: von TS und andren gibts mittlerweile einen Nachfolger, der verwendet eine FPL53-Optik und ist dem hier weit weit ueberlegen - kostet halt auch einiges mehr ..
 
Danke Jonas für Deinen ausführlichen Bericht.

Fotografisch also eher nicht so der Hit, aber für ein visuelles Bino-Projekt sehen die ja mal richtig lecker aus!
 
hallo,

ich habe auch den älteren 130er von Astroprofessional, ich hatte grosse Probleme mit der Sternform, und wir mussten nach gründlicher Analyse die ganze Linsenzelle umbauen. Da dieses Objektiv wie der TOA 130mm aufgebaut ist - mit grossen Luftspalten - hat der andere offaxis Aberrationen als "üblich". Auf deutsch - die standard Flattener arbeiten nicht richtig.

Die Farbkorrektur ist bei meinem Exemplar allerdings auf wirklich extrem hohen Niveau, selbst die neue FPL-53 Version hat mehr Sphärochromatismus. Visuell also ein echtes Gustostück!

Tassilo, hast du vielleicht einen Graphen zur Farbkorrektur deines Triplett Apos? Ist das was Neues? Gerne auch per mail.

lg Tommy
 
Hallo,
na das ist ja Klasse, das ich da mit der Bestellung noch gewartet habe. Der Preis schrie ja wirklich verdächtig nach irgend einem Haken...jetzt weiß ich auch warum.
Da ich dabei mehr fotografische Gedanken hatte, werde ich mich wohl doch bei den von mir favorisierten Photoline etc. umschauen.
Besten Dank für Eure Einschätzung.

CS Kay
 
Hallo Kai,

andersrum wird auch ein Schuh draus - vergleich doch einfach mal den Polystrehl eines Zeiss Apochromats Typ B mit dem eines modernen ED-Apos.
Es gibt ja nicht einmal eine sinnvolle quantitative Definition eines Apochromaten - wie soll das dann geschützt sein?
Die Diskussion hatten wir schon x mal.

Clear skies

Tassilo
 
Was kai meint ist :

ein gutes Apo Design und die richtig gewählten Gläser machen noch lange keinen Apo....denn die Gläser können eine [zensiert] schmelze haben, mies poliert sein, mies zentriert sein, miese Fassung haben.....mit dem allem zusammen kannst dann trotzdem keinen Apo erreichen
 
Hallo Markus,

was Du sagst ist natürlich richtig - aber jetzt ja auch nicht wirklich neu. Gurken gibt es immer - dafür gibt es Qualitätssicherung und Garantie....

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Kai,

"Und natürlich gibt es eine sehr genaue Beschreibung von Ernst Abbe" Nach dieser Definition gibt es keinen Apo am Markt. Auch nicht der 100/1000 APQ. Keine dieser Optiken erfüllt Abbes Forderung nach Korrektur der Spärochromasie für zwei Wellenlängen.

"Entschuldige Tassilo: auch nicht von Explore Scientific." - Das ist richtig - wir haben keinen 130mm Apo. Nur 127mm.

"Die Kritik richtet sich nicht gegen die Geräte, sondern gegen die kommunizierten, vermeintlichen Eigenschaften." - Den Schuh ziehe ich mir nicht an - wir veröffentlichen z.B. den Polystrehl unterer Geräte. Wenn das bei anderen Anbietern so ist, ist die Kritik berechtigt. Aber halt uns da raus.

Clear Skies

Tassilo
 
Hallo Kai,

der Gaußfehler ist im Polystrehl mit drin - darin ist er z.B. dem RC-Wert überlegen.
Die Antwort auf "warum 6000€ statt 2000€" ist halt nicht einfach. Das Teleskop ist ja mehr als die Optik - Fokussierer und Linsenfassungskonstruktion sind für die Leistung am Himmel genauso wichtig. Da sind die teureren Geräte oft überlegen. Aber richtig ist auch: der Unterschied wird kleiner - wir verbauen z.B. in den aktuellen ED-Apos inzwischen auch komplexe, hochwertige Fassungen. Und zumindest der Fokussierer läßt sich austauschen - wir bieten ja auf Wunsch auch mit Feathertouch an. Der 2,5" APM-Auszug im neuen Lunt Engineering ED ist auch eine ganze Klasse wertiger also der Preis vermuten lässt.
Schwierig wird es auch deswegen, weil halt der technische Fortschritt die Latte immer höher hängt - und nicht alles was schön gefertigt ist, funktioniert auch gut. Das gilt auch für teure Geräte. Mein Kumpel und ich haben mal über 2 Jahre lang versucht, mit einem 178mm AP eine gute CCD-Aufnahme zu machen. Ging nicht. Das war ein wunderschön gefertigter großer Okularauszug aus Edelstahl mit innenliegenden Streulichtblenden. Aber der war halt schwer - dann die ST7 mit Filterrad noch dran, und das Gewicht ließ eine genaue Fokussierung nicht mehr zu. Wir mussten uns dann mit dem Kauf eines zusätzlichen Robofocus behelfen.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich hacke so auf dem Thema rum, weil es für uns sehr wichtig ist - wir haben ja nicht den Ruf einer "Edelmarke", und müssen halt immer wieder begründen, warum wir besser sind als die Billigheimer. Klar ist auch - den Unterschied zwischen einem Polystrehl von 0,96 und 1 sieht kein Mensch - das wäre also ein farbreiner Apo. Bei einem Polystrehl von 0,92 sieht man die restlichen % als sehr schwachen Blausaum - aber die Schärfe ist trotzdem auf höchstem Niveau. Ich persönlich
würde halt folgende Einteilung für sinnvoll halten:

Polystrehl >0,95: farbreiner Apo
Polystrehl >0,90: Apo
Polystrehl >0,80: Halbapo
Polystrehl <0,80: Achromat

Dann weiß jeder, woran er ist. Und das macht auch Sinn - wenn mehr als 80% des Lichts da ankommen ist das Gesamtsystem für das Auge beugungsbegrenzt. Das ist kein Achromat mehr - die ja bei den heute üblichen Öffnungsverhältnissen so um die 0,64 liegen.

Unter dem Strich läuft das auf folgendes raus: Wer sich auskennt, kann für relativ wenig Geld viel Leistung bekommen. Wer das nicht kann, muß entweder viel Geld in die Hand nehmen, oder mit den Folgen seiner Sparsucht leben. Auch keine neue Erkenntnis.

Clear skies

Tassilo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tassilo,

dann kannst du uns doch bestimmt genau beschreiben wie die Qualitätssicherung und Garantie bei Explore Scientific Deutschland aussieht.

Packt ihr jedes Teleskop, egal welcher Preisklasse, nachdem es einen wochenlangen Transport von China nach Deutschland hinter sich hat aus und überprüft sowohl die optische Qualität als auch die Kollimation der optischen Komponenten zueinander?

Du sprichst hier von einer Garantie.. Was genau garantiert ihr euren Kunden denn?
Welches Qualitätsniveau sagt ihr denn zu? Auf Basis welchen Messwertes sollte das entschieden werden? Strehl?

In der Artikelbeschreibung werden ein "rechnerischer Polystrehl von über 0,9" und eine "hervorragende Abbildungsleistung bei visueller Nutzung und Fotografie" beworben. Diese Zusagen müsstet ihr dann einhalten.
Nun werden mir die meisten Leser hier zustimmen, dass die Garantie, dass ihr einen Polystrehl von über 0,9 mit eurem Softwareprogramm erechnet habt nichts mit einer versprochenen, gelieferten Qualität zu tun hat. Nur weil eine Rechnung gut funktioniert, heißt es noch lange nicht das die Produktion in China dies genau so umsetzen kann und die errechnete maximale Qualität immer der tatsächlich gelieferten entspricht.
Auch ein so schwammiger Begriff wie "herrvorragende Abbildungsleistung" wird wohl für den Kunden nicht aussreichend sein, um irgendwelche Ansprüche im Garantiefall gegen euch durchzusetzen, oder? Wer entscheidet denn wie hervorragend aussieht, du oder jeder Kunde für sich?

Wenn ihr von der Qualität eurer Geräte so restlos überzeugt seit, und deren optische Qualität ohnehin lückenlos in euerer Qualitätskontrolle bestimmt wurde, warum legt ihr euren Kunden dann das Ergebnis dieser Messung nicht einfach als Zertifikat bei? Wenn man den Aufwand schon treibt, wäre das doch ein gutes Verkaufsargument? Es sei denn, die tatsächlich gemessene Qualität ist dann doch nicht mehr so werbewirksam wie die errechnete..

In euren AGB steht, dass die Explore Scientific GmbH "gewährleistet, dass die Waren zum Zeitpunkt des Versands nicht mit Fehlern behaftet sind, die den Wert und die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen Gebrauch aufheben oder mindern. Eine unerhebliche Minderung des Wertes oder der Tauglichkeit bleibt außer Acht."

Was ist der gewöhnliche Gebrauch eines Teleskopes? Was sind erhebliche oder unerhebliche Minderungen des Wertes?

Auf Antworten freut sich,

Jan
 
Hallo Jan,

über unser Eingangsprüfungsequipment habe ich hier schon was geschrieben:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...rue/Neues_Vertikal-Interferometer_#Post986262

Wir haben das nicht nur zum Spaß, sondern benutzen das auch. Meines Wissens sind wir auch die einzigen, die einen klimatisierten Optiktestraum haben.

Unsere Garantie ist beugungsbegrenztheit, also Strehl 0,8. Ein Testprotokoll legen wir nicht bei, weil das
1) niemand bezahlen will - etwas gerichtsfest zu dokumentieren ist eine ganz andere Hausnummer als mal eben einen Schnellcheck zu machen, um zu überprüfen ob das Gerät während des Transports Schaden genommen hat. Leider wäre auch das keine Garantie für den Kunden - von China nach D schwimmen die Teleskope sauber verpackt im Container, und nehmen in der Regel nur bei Wassereinbruch Schaden. Der Einzelstückversand innerhalb D ist erheblich kritischer - wir hatten erst kürzlich wieder einen Fall, wo eine gute 80mm Optik beim Kunden völlig daneben ankam. Das das anstandslos ausgetauscht wurde ist Ehrensache.

2) Uns sowieso niemand glaubt. Es gibt zu viele Spiegel mit Strehl 0,9x-Prüfprotokoll im Markt, die schlicht nicht stimmen. Damit ist das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Herstellern so zerrüttet worden, daß Messprotokolle von Hersttellern (zum Teil zu Recht) nicht mehr vertraut wird

Eine unerhebliche Minderung ist zum Beispiel ein Kratzer an der Prismenschiene (der beim Einsetzen des Gerätes in die optische Prüfeinrichtung zwangsläufig entsteht), oder ein leicht verfärbtes Eloxalteil. Im übrigen verweise ich auf die (sehr kundenfreundliche) Gesetzeslage.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,


Dieser Ansatz

Ich persönlich
würde halt folgende Einteilung für sinnvoll halten:

Polystrehl >0,95: farbreiner Apo
Polystrehl >0,90: Apo
Polystrehl >0,80: Halbapo
Polystrehl <0,80: Achromat

ist sicher nicht verkehrt, ich würde aber versuchen das aus zwei Gründen "simpler" zu halten wenn es geht.

Zum einen ist es nur eine Frage der Zeit bis ein Gurkenhändler diese Einteilung in den falschen Hals bekommt und dann haben wir bei >85% Polystrehl Viertelapos und bei 92,5% den Dreiviertelapo usw...die Begriffe werden ja jetzt schon nach Gutdünken modifiziert da ist jede weitere Definition die sich nicht auf schon vorhandenes bezieht eine Vorlage für weiteres Weichspülen dieser Abgrenzung.

Zum anderen: schon ein 80/1200 FH hat soweit ich weiß einen Polystrehl von > 80% ...wird dann der altehrwürdige nicht-zu-kurz-FH plötzlich zum Halbapo? Da dürfte sich manch einer freuen...


Viele Grüße Felix

 
Hallo Felix,

Du hast natürlich recht - ich bekommen beim 80mm f/15 einen Polystrehl von 0,84 raus.

Aber das ist halt das Problem: man kann es nicht am optischen Werkstoff festmachen - es gibt riesen Unterschiede zwischen ED Apo und ED Apo, auch zwischen Geräten mit gleichen ED Gläsern (und das Partnerglas ist ja meist nicht bekannt). Den Strehlverlauf über das Spektrum kann man auch nicht so ohne weiteres nehmen - wenn man da ein wenig defokussiert (erkennbar an der Eindellung bei grün) dann wird der beugungsbegrenzte Bereich deutlich größer.
Bleibt also die Leistung am Himmel - und die bildet der Polystrehl halt derzeit am besten ab.
Daß man Begriffe auch weichspülen kann ist klar - aber im Moment gibt es ja nicht mal eine allgemein akzeptierte Definition, die auch numerisch nachmessbar ist. Eine quantitative Definition wäre da schon mal einen großen Schritt weiter.



Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

danke für deine Antwort. Vorweg möchte ich sagen, dass ich dich hier nicht als Einzelnen an den Pranger stellen möchte, sondern allgemein ein Problem Mangelnder Qualitätskontrolle in diesem Hobby sehe. Dich spreche ich aber konkret an, weil du mit deinem Ausgangsposting

Hallo Markus,

was Du sagst ist natürlich richtig - aber jetzt ja auch nicht wirklich neu. Gurken gibt es immer - dafür gibt es Qualitätssicherung und Garantie....

für mich den Eindruck erwecken möchtest, dies wäre im Allgemeinen, und bei eurer Firma im Speziellen überhaupt kein Thema. Und darauf kommen dann natürlich ein paar Nachfragen.


Nun zur Sache:
Der von dir verlinkten Thread ist mir noch in Erinnerung, und damals hast du geschrieben das ihr die interferometrische Überprüfung an allen Explore Scientific APOs durchführt, der Testaufbau aber für Newton Teleskope gar nicht anwendbar bist. Deshalb frage ich, ob diese Qualitätsprüfung für alle Teleskope jeder Preisklasse die über eure Webseite zu beziehen sind gemacht wird, oder nur für die (höherpreisigen) Explore Apos?
Ich fände letzteres auch in Ordnung, das kann man ja dann dazu sagen. Wenn ich die von dir veranschlagten Personalkosten von 200€ für eine solche Prüfung (siehe verlinkter Thread) nehme, und mir dann den Preis ohne Mwst des ES Essential 80mm F/6 anschaue - 453€ - dann Frage ich mich wie niedrig sind deine Herstellungskosten, dass du das machen kannst?

Zu deinem Beispiel mit den 0,9x Spiegeln mit Protokoll die eigentlich viel schlechter sind: Was denkst du ist dem Kunden lieber? Ein schlechter Spiegel mit Protokoll, anhand dessen er Nachbesserung vom Verkäufer fordern kann (bei einem englischen Spiegelhersteller oft genug zu lesen), oder ein schlechter Spiegel ohne Protokoll, anhand dessen man eine gewisse Qualität einfordern könnte?

Was ich auch nicht ganz verstehe - du sagst "Gurken gibt es immer". Warum eigentlich? Wenn die Qualitätssicherung jedes Teleskop prüft, dann sollten so etwas wie Gruken dem Kunden doch völlig unbekannt sein, oder? Oder sind das dann die anderen schwarzen Schafe die ihre Kunden Gurkenlotto spielen lassen?

Generell finde ich es gut das du ganz klar sagst 0.8 Strehl sind bei uns wie bei anderen auch garantiert, und viele Geräte sind deutlich besser. Das finde ich auch voll ok. Aber warum kann man diese Garantie - zumindest konnte ich sie nicht finden - nirgends auf eurer Webseite lesen? Weder in der Produktbeschreibung noch in den AGBs. Ich kann das Argument verstehen, das mit 0,8 Strehl aufgrund jahrelanger Strehlexesse nicht mehr offensiv geworben wird - aber zumindest in der AGB (die liest eh keiner) wäre diese Qualitätszusage niederzuschreiben.

Denn eine Garantie die nur hier im Forum gemacht wird, ist nunmal keine Garantie.


Viele Grüße,

Jan

 
Hallo Jan,

"Deshalb frage ich, ob diese Qualitätsprüfung für alle Teleskope jeder Preisklasse die über eure Webseite zu beziehen sind gemacht wird" - Nein. Es gibt eine Eingangsprüfung, die 10% der Geräte testet. Wenn da alles o.k. ist, wird verkauft. Wenn es bei den 10% Probleme gibt, wird alles getestet.
Nur die Apos werden alle getestet. Und da ist es eine Mischkalkulation - sonst würde das nicht gehen.
Wo Menschen arbeiten gibt es Gurken. Ich hatte ja schon erwähnt, daß kürzlich ein Kunde eine von uns bekommen hat. Daß das Gerät unser Haus getestet und in Ordnung verlassen hat, ist nicht von Belang. Das Ergebnis zählt - und das ist eben ein schlechtes Gerät beim Kunden.

"Denn eine Garantie die nur hier im Forum gemacht wird, ist nunmal keine Garantie." - Oh doch. Aber sicher. Und Du wirst auch keinen Fall finden, wo wir ein nicht beugungsbegrenztes Gerät nicht als Reklamationsgrund angesehen haben (solange es nicht vom Kunden in diesen Zustand verschlimmbessert wurde).

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

ok, ich finde der erste Teil ist eine faire Praxis und Antwort auf die Frage. Danke das du das hier auch so offen aussprichst.

Beim zweiten Teil bin ich definitiv ganz anderer Meinung. Rechtlich ausschlaggebend sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die über die Werbung zugesicherten Produkteigenschaften die auf deiner Website gemacht werden. Alles andere ist Hanebüchen.
Ob du zu deinem Wort stehst, das du hier gibst ist natürlich was anderes. Das kann natürlich 100% sein.
Aber warum das Wissen um diese Garantie nur hier exklusiv den Lesern von Astronomie.de zukommen lassen? Wie sollen die anderen (potenziellen) Kunden davon erfahren die hier nicht mitlesen?
Wenn ihr es sowieso garantiert und diese Werte auch im Unternehmen lebt das könnte das doch auch jeder wissen?

Nur als Denkanstoß ;)

Danke für deine Auskunft und einen schönen Abend noch,

Jan
 
Hallo Tassilo, hallo miteinander

Ich frage mich ob der Polystrehl wirklich das geeignete Mittel für die Beschreibung der Güte eines Refraktorobjektives ist. Betrachten wir der Einfachheit halber mal nur den Strehl bei einer Wellenlänge (z.B. 546nm), dann fällt auf, dass der Strehlwert rein rechnerisch nur auf der optischen Achse sein Maximum hat. Das heißt, geht man von der optischen Achse weg, verschlechtert sich der Strehl je nach den Bildfehlern, die das optische System zeigt. Das heißt, eine derartige auf die Achse bezogene Strehlangabe sagt erst einmal wenig über die Abbildung im Bildfeld aus. Die Abbildung im Bildfeld eines Teleskops ist aber von entscheidender Bedeutung, wenn man über die Qualität der Abbildung eines Teleskops urteilen will. Ein sehr schneller "APO" wird unter Umständen abseits der Achse im Strehl (und damit auch Polystrehl) stark abfallen, weil z.B. Astigmatismus als Fehler verstärkt hinzukommt. Deshalb wäre ich für einen Wert, der einen Bereich des Bildfeldes mit einbezieht. Soweit ich das verstanden habe, tut das der Polystrehl nicht (und auch kein Strehl, der nur auf die optische Achse bezogen ist).

Auch verstehe ich die Konzentration auf die Sphärochromasie nicht. Der wellenlängenabhängige Öffnungsfehler (Sphärochromasie) ist zwar wichtig, sollte aber allgemein doch sehr gut korrigiert sein. Viel wichtiger ist die Angabe, wie weit (im Falle eines Zweilinsers) Rot und Blau auseinander liegen (in [mm]). DAS ist DIE Kennzahl für den Farblängsfehler und damit der Güte der Farbkorrektur eines achromatischen Doublets. Ich weiß jetzt nicht, wie das bei Dreilinsern ist. Die Farblängsabweichung als Angabe hat deshalb bezüglich der Farbkorrektur meiner Meinung nach mehr Aussagekraft als ein Polystrehl.

Eine mögliche noch nicht präzisierte Definition eines APOs stelle ich mir demnach so vor (erst mal für einen Zweilinser): Ein zweilinsiges Objektiv heißt apochromatisch, wenn das Maximum des Farblängsfehlers nicht größer als eine bestimmte Grenze f ist und die Abbildungsfehler (SA, KOMA, ASTI) in einem Bildfeldradius von (sagen wir mal) r = 0.5° hinreichend klein sind.

Die Bedeutung des Worts hinreichend, der betrachtete Bildfeldradius und der erlaubte Farblängsfehler f müssten dann natürlich noch festgelegt werden.




Viele Grüße,
Christian
 
hallo Tassilo,

also, ich versteh nicht warum du das Messen nicht als Marktvorteil nutzen willst. Wir machen das auch, und bieten Teleskope extra mit Protokoll an. Viele Kunden nehmen das gerne an, und bezahlen etwas dafür, bzw verzichten auf Rabatte für den Aufwand. Es ist doch für den Kunden so wie es bei Philae geheissen hat: "Gibts kein Foto, ist es nicht passiert". Bei erfolgter Messung ist ein Protokoll doch kaum Mehraufwand. Ausser du guckst nur auf die Fringes und sagst: "Passt". Klar, das Protokoll gilt für den Zeitpunkt der Messung, und ist keine Garantie für alle Ewigkeit. zB Wenn der Paketdienst Fussball spielt. Hier gilt dann die Garantieleistung und Nachbesserung.

Dass einem "sowieso niemand glaubt", kann ich gar nicht bestätigen. Ich bin immer sehr vorsichtig mit Aussagen, kein vorlautes Trara, aber rückhaltlos ehrlich nach bestem Wissen und Gewissen. Das spüren die Leute auch. Mein Eindruck aus unzähligen Kontakten ist sehr positiv, die Leute wissen inzwischen schon Bescheid, wo getrickst wird. Das Internet erlaubt keine Geheimhaltung.

Zu Gericht kommt es doch nur, wenn der Händler nicht nachbessert, und auch das Geld nicht mehr rausrückt. So wie es uns selbst passiert ist mit einer gewissen Firma aus GB, das hat nun allerdings ein Nachspiel. Ein vernünftiger Händler sucht aber doch den Konsens, soweit es irgend möglich ist.

Guck mal zB hier hinten dran, wir veröffentlichen ja nebst Berichten auch die Protokolle, alles Apos die bei Kunden sind - bis auf einen ;-)
Ich weiss schon gar nicht mehr wohin mit den Protokollen:
http://interferometrie.blogspot.co.at/2012/11/72432-apo-mit-fpl-53.html

lg Tommy
 
Uhh, Werbung mit dem Privataccount für den Arbeitgeber, wenn das mal nicht die anderen Werbekunden wuschig macht...

Den Sinn Deines Beitrages sehe ich nicht, was ist die Kernaussage? Die Ösis liefern schlechte Apos aus und müssen sich ab und an vor Gericht dafür verantworten?

 
Zitat von R_Andreas:
Uhh, Werbung mit dem Privataccount für den Arbeitgeber, wenn das mal nicht die anderen Werbekunden wuschig macht...

Den Sinn Deines Beitrages sehe ich nicht, was ist die Kernaussage? Die Ösis liefern schlechte Apos aus und müssen sich ab und an vor Gericht dafür verantworten?

Hallo Andreas,

da Tommy auch ein engagierter Amateurastronom ist und durchaus seine privaten Messungen hier einbringt, lassen sich beide Welten nicht immer trennen.
Dafür sollte man aber mehr als einen seiner Beiträge aufmerksam studieren.
Vielleicht entwickelt sich ja dabei die notwendige Substanz, die es möglich macht hierfür ein gewisses Verständnis zu entwickeln.
Dümmer als die gedankliche Grundlage Deines Postings hats noch keinen gemacht.

Grüße,
Gerrit
 
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