1400-150mm?

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EscapeArtist

Mitglied
Hallo.
Ich will mir demnächst ein etwas besseres Teleskop kaufen und hab mir inzwischen ein paar Modelle rausgesucht.
Mehr als 300€ wollte ich für alles zusammen (Teleskop, Motor, Okulare, vielleicht auch Filter) nicht ausgeben.
Einige Fragen hab ich dazu aber noch, bevor ich Mist kaufe.

Das erste Teleskop (mein Favorit) ist das
1400-150 Big Boss + Motor von Seben
Hier klicken
Hier hatte ich meine Fragen an den Support gestellt, leider bekam ich keine Antwort.
1. Weiß einer, ob da schon eine Handsteuerung (so eine Fernbedienung) dabei ist?
2. Wo bekomm ich Strom her, wenn ich auf nem Acker stehe?
3. Macht es sinn ein Zoom Okular wie das "Seben Super-Zoom Plössl Okular 8-24mm" gleich mitzukaufen, oder sollte man die Brennweiten lieber einzeln holen?
4. Welchen Anschluss hat so ein Motor? Kann ich das Ding mit dem PC steuern? Glaub nicht oder?

Die zweite Wahl war dieses hier:
Optrons 1400-150mm

Scheint ja erstmal fast das Gleiche zu sein, außer dass man die Handsteuerung und die dazugehörige Stromquelle abgebildet sieht. Es sind auch mehr Okulare dabei.

1. Ist die Qualität schlechter oder bezahlt man bei Seben den Namen?


Hatte mich auch bei TS umgesehen, war aber alles so chaotisch da, fand ich.

Später hol ich mir noch eine Digitale Spiegelreflex, also würde ich es auch mal mit Fotografie probieren wollen.
_________
Könnt ihr mir zur Kaufentscheidung helfen? Findet ihr beide schei... und kennt ein besseres in der Preisklasse? Verwendet ihr oft Filter, oder braucht man die eigentlich nicht?
Vielen Dank erstmal.
 
Hallo Unbekannter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Erstmal willkommen im Forum.
Zum Seben BigBoss solltest du mal die Suchfunktion hier im Forum bemühen, da wirst du einiges (auch viel weniger erfreuliches) finden.
Gerade für den Einstieg ist ein Kat-Newton, wie die beiden von dir vorgeschlagenen nur bedingt geeignet. Die Justage ist doch wesentlich komplizierter (.feinfühliger), als bei einem Linsenlosen Newton. (Ich habe leider auch den Fehler gemacht, mit einem Kat-Newton (114-1000) einzusteigen).
Hinzu kommt, dass die integrierten Barlow-Linsen meist von geringerer optischer Qualität sind. Mit meinem "alten" 76-700 Newton erreiche ich z.B. bei Planeten, bei gleicher Vergrößerung ein wesentlich schärferes Bild.

Du solltest einmal genau beschreiben, wo du den Schwerpunkt legen möchtest (Planeten, DeepSky, ...), dann wird man dir hier sicher auch helfen können ein geeignetes Teleskop zu finden.
Bzgl. der Fotografie muss ich dich allerdings "vorwarnen". Gerade mit einer DSLR wirst du mit deinem Budget nicht "richtig" fotografieren können. (ein ähnlicher Thread war hier vor ca. 1 Woche => Suchen)

Soweit erstmal von meiner Seite.

CS

Matthias
 
Hallo Namenloser (mit dem sympathischen Avatar),

also ich hätte da zunächst mal eine Konserve für Dich:
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Das beschreibt die Anforderungen für die verschiedenen Fotografie-Disziplinen. Vor allem für Deine Gedanken an eine DSLR solltest Du das wissen.
Von den Cat-Newtons wird ja wirklich desöfteren abgeraten, wobei man immer bedenken muß, daß man die Justage auch hinbekommen kann.
Zu meinen eigenen Cat-Newton-Erfahrungen findest Du hier etwas: http://www.svenwienstein.de/HTML/bresser_114_1000.html

Nun mal zu den Okularen: Egal welches Teleskop Du anschaffst, Du musst darauf achten, daß Du passende Okulare dabeihast, um es gut ausnutzen zu können. Drei Okulare oder zwei Okulare und eine Barlow-Linse werden in Einsteiger-Paketen oft beigelegt und ermöglichen oft einen ganz guten Start. Das Seben-Zoom ist ein wirklich nettes Okular in seiner Preisklasse, kann aber nicht wirklich alles, weil es bei 24mm (also niedriger Vergrößerung) nur einen recht kleinen Himmelsausschnitt zeigt. Hier sollte man eben ein zusätzliches Übersichtsokular einplanen. Viele Sternfreunde greifen für Einsteigergeräte zum 32mm Plössl. Die Okulargeschichte ist aber eigentlich so wichtig, daß man schon wieder eine eigene Diskussion darum führen sollte, und zwar wenn das Teleskop feststeht, denn die Okulare müssen gut dazu passen.

Was die Stromversorgung angeht: Viele Einsteigergeräte kann man noch mit Batterien oder wenigstens NiMH-Akkus betreiben. Aber so ganz das wahre ist das nicht, vor allem wenn es wirklich mal um Fotografie geht. Bei solchen Ausrüstungen setzen die meisten Sternfreunde dann auf Autoakkus oder 12V Powestations, wenn nötig mit einem KfZ-Netzteil (um z.B. aus 12V 6V zu machen). Nur muß sowas dann auch an der Montierung anschließbar sein - es gibt ein paar, die keinen Steckeranschluß haben.

Ansonsten möchte ich Dir ans Herz legen, ruhig mal in der Einsteiger-Ecke meiner Homepage zu stöbern. Die beiden Artikel, die sich mit Teleskopwerbung auseinandersetzen, wären durchaus ein guter Einstieg:
http://www.svenwienstein.de/HTML/ebay-teleskop.html
http://www.svenwienstein.de/HTML/werbung.html
Auch die "Deepsky-Brothers" haben das Thema drauf: http://deepsky-brothers.de/Werbung.htm

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank. Werd mir das mal durchlesen.

Das Ding ist nur, dass ich mir nicht in 2 Jahren wieder ein neues kaufen möchte, wenn ich bis dahin mehr Ahnung hab.

Hab schonmal den Fehler gemacht, einen gebrauchten Refraktor zu kaufen. Das Ding kann man in die Tonne hauen und ich seh mit meinem 10 Fach Fernglas 1000mal mehr.
Ich will also gleich "richtig" anfangen und nicht alle 3 Minuten das Objekt neu einstellen.
Daher hatte ich gleich an ein motorisiertes Reflektorteleskop gedacht. Beobachten möchte ich erstmal Planeten und größere Nebel.


MFG Richard (damit ich nicht mehr Namenlos bin^^)
 
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Hallo Richard,

(schön, da kann man Dich ansprechen, Vorname reicht doch völlig!)

Tja, also in 2 Jahren neues kaufen - schwer das zu vermeiden insofern als bei vielen Sternfreunden, die länger dabeibleiben, sich mit der Zeit eine Teleskopsammlung anhäuft. Natürlich nicht bei allen. Aber zum dicken Spiegelteleskop für Deepsky kommt oft ein kleines Reiseteleskop, eines für gaaanz schwache Vergrößerung ("Kometensucher"), eine spezielle "Planetenröhre", oder irgendwas, um fotografisch noch andere Brennweiten zu haben.

Egal, ich denke mal, die Sache ist soweit klar, daß Du was solides möchtest, was Du längere Jahre nutzt und nicht wegen irgendwelcher Probleme austauschen musst. So leicht gesagt, so schwer gefunden, denn die richtige Teleskopwahl ist ja eine sehr individuelle Sache.
Deine Angaben grenzen aber schonmal ein. Du möchtest ein Teleskop, was per einfacher Motorsteuerung von selbst dem Himmel nachläuft. Außerdem einen Allrounder, weil Planeten und größere Nebel. Quasi auch kennenlernen.

Ich denke, für Dich interessant wäre damit ein Newton 150/750 auf mindestens einer Montierung der EQ-3-Klasse, besser noch auf einem sogenannten GP-Clone, darunter versteht man die vielen Montierungen aus billigem Fernost, die sich in der Tragkraft an der klassischen Vixen GP orientieren. Meist wird die Zahl 5 im Namen damit assoziiert, also "EQ-5" beispielsweise. Diese Montierung kann man dann motorisieren und sie ermöglicht auch den Fotografie-Einstieg mit Kamera piggyback aufgeschnallt und dann später warscheinlich sogar durch den 150/750 wenn ein leichtes Leitrohr hinzukommt (und Geduld!).

Ich denke, so eine Ausrüstung würde Deine angedeutete Planung recht gut treffen.
Vorteile:
- Allroundteleskop
- Foto-Eignung (im Rahmen der Tragkraft der Montierung)
Nachteile:
- f/5 Newton braucht für Planetenbeobachtung gute (=nicht billige) Okulare
- f/5 Newton muß beherrscht werden können
- kein Billigpaket mehr (schließt Foto eigentlich sowieso aus)
Als Alternative kannst Du Dir auf jeden Fall auch mal die Kombinationen aus schnellen 8" Newtons (200/800, 200/900, 200/1000) anschauen, die aber die Montierung arg belasten wodurch man mit Fotografie durch das große Teleskop vielleicht "auf die Nase fällt", weil die Nachführung nicht klappt oder das ganze zu windanfällig wird.

Clear Skies
Sven
 
Ist die Qualität schlechter oder bezahlt man bei Seben den Namen?
Also als ich das las musste ich laut lachen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Mal ehrlich, und das kannst Du dir von allen anderen bestaetigen lassen, Seben ist das absolute Billigsegment!!!
Seben steht fuer das billigste ueberhaupt! Nach sehr kurzer Zeit wirst Du das mit hohem Verlust wieder verkaufen!!!

Meine persoehnliche Meinung (hart aber ehrlich): Wenn Du nur 300,- ausgeben willst, lass es ganz bleiben!!!

Gruss
Lamont
 
Sven, deine Seite/deine Tipps haben mir erstmal sehr weitergeholfen, vielen Dank.
Zusammen mit den Hinweisen von der Deepsky Brothers Seite und den Preisen vom Teleskop Service, denk ich, dass ich für nen Newton Reflektor 150mm-750mm und ner EQ3 Montierung eben mal tiefer in die Tasche greifen muss.
Die Stabilität für Fotografie wäre hoffentlich gegeben.

150mm 750mm
Kostet:
290€ mit EQ3 + 2 Achsen Motor (180€)+ Polsucher (50€) = 520€
ODER
320€ mit Astro4 + Schrittmotor mit Steuerung für den Ausgleich der Erdbewegung (100€) =4 20€

Ist das erste Angebot die 100€ mehr wert, wo die EQ3 maximal dieses Teleskop tragen kann (=zu unstabil)?
 
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Hallo Richard,

hm, also ich glaube Unterhalb der Astro-5 sind das beides fotografisch schwierige Lösungen. Allgemein ist es ja so: Entscheidet ein Einsteiger sich für eine parallaktische Montierung, legt er viel zu wenig Wert auf dieselbe, so daß sie sich üblicherweise als zu instabil erweist. Genau so sind auch die günstigsten Paketangebote bei den Händlern ausgelegt (der Kunde will's ja so).
Falls ich den richtigen Überblick habe, dann ist die Astro-4 der Astro-5 zumindest schonmal durch das Stativ mit Plastik-Übergängen unterlegen (auch wenn toller Hammerschlaglack auf dem Plastik ist).
Ich würde ab da erst richtiges Potenzial für die Fotografie sehen. Geht das nicht, dann würde ich Fotografie nur auf Planeten beschränken und die Astro-4 nehmen, um mich überraschen zu lassen, was vielleicht doch unter ganz windstillen Bedingungen geht. Für Aufnahmen Piggyback müsste sie eigentlich reichen.
Ist halt so eine Sache mit der Astrofotografie.

Hast Du ansonsten auch mit Paketen anderer Händler verglichen?

Clear Skies
Sven
 
Ehrlich gesagt, wusste ich nicht wo ich sonst noch gucken sollte. Da Seben ja so schlecht sein soll, hab ich das abgehakt und wenn ich mit Google suche, komme ich auf vereinzelte Angebote mit Preisen bei denen mir schlecht wird.
TS wurde mir einmal von einem anderen Hobbyastronom angepriesen, daher war es meine primäre Adresse.
Wo lohnt es sich denn noch, einen Blick zu riskieren?

mfg, Richard
 
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Hab nochmal ein bisschen gegrübelt und rumgerechnet und bin auf das hier
"Newton Reflektor 150/750mm auf Astro-5 mit bel. Polsucher & Stahlstativ
Mit Leuchtpunktsucher, 2 Okularen (20mm & 10mm)"
=389€ gekommen

Das sollte stabil genug für Fotos sein und locker alles meistern was ich sehen will.

Ein Problem noch: Der Motor!
Zur Astro4 gibt es einen "Schrittmotor mit Steuerung für den Ausgleich der Erdbewegung" für 100€

So ein Ding wollte ich. Allerdings steht bei der Astro5 nur ein "Motor für die Stundenachse mit Steuerung für die Astro-5" für 150€.

Wo ist der Unterschied? Warum ist der Zweite so viel teurer?


Noch was:
Ich les immer was von Webcams, aber nie, welche wirklich benutzt werden, außer diesen 500€ CCD Dingern.
Ich hab 2 Ebay Webcams für jeweils ca 30€. Lasst mich raten...ähm...die kann man natürlich nicht benutzen, oder?
Vielleicht noch für den Mond? Nein? Schade... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />


Wenn jemand noch einen besseren Vorschlag in Sachen Teleskop, bzw. eine Seite, die es mit TS aufnehmen kann, hat, möge er JETZT sprechen, oder für immer schweigen!

Grüße,
Richard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Richard,

1.) keine Bange, wenn die Monti ordentlich ausgerichtet ist, baruchst Du auch nur in der einen Achse nachzuführen, um die Erdrotation auszugleichen (das ist ja der Hit bei den parallaktischen Montis).

2.) Die Motoren der Astro 5 dürften aufgrund der höheren möglichen Belastbarkeit der Montierung mehr zu schleppen haben und sind daher etwas "robuster" ausgelegt.

BTW: Mir ist aufgefallen, dass bei der Astro4 ein ALU-Stativ dabei ist, während bei der Astro 5 das Stativ aussieht, wie das DX-Stativ, welches man z.B. auch für die Vixen nachrüsten kann und was auch an schwereren MOntis Einsatz findet, das sollte in der Tat ein spürbarer Stabilitätsgewinn sein.

Zu den Webcams: Die sind allerdings aufgrund mangelnder Langzeitbelichtung schlecht für Deepskyobjekte geeignet, Du musst mal schauen, ob es für Deine Cams die entsprechenden Adapter gibt, damit Du sie in der 1,25" Auszug bekommst.

@ Sven: Schlag mich, aber ich meine, beim Newton ohne Korrektorlinse braucht es nichtmal einen IR-Sperrfilter zur Fotografie, oder?


Gruesslies

Carsten

 
keine Bange, wenn die Monti ordentlich ausgerichtet ist, baruchst Du auch nur in der einen Achse nachzuführen, um die Erdrotation auszugleichen (das ist ja der Hit bei den parallaktischen Montis)
Dass das so ist, wusste ich schon, aber das ist doch dann ohne Motor nicht für Fotos geeignet oder? Denk mal nicht dass man so extrem genau nachführen kann!?


Was haltet ihr eigentlich von diesem Okularkoffer?
 
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Hi, das war bezogen auf das Teil für 150 Euronen (Motor mit Steuerung), von Hand geht das auch - naja die Fototauglichkeit sei dahingestellt...:-).

Den Okularkoffer habe ich auch, hm, ob die Plössl was für f/5 sind?!
Das 32mm ist auf jeden Fall bei mir noch in Gebrauch, das 15mm Weitwinkel ist qualitativ auch noch brauchbar und fährt mit raus, von den Filtern nehme ich den Mondfilter auch ab und an, die Barlow lässt sich ja teilen und ist dann auch "noch" brauchbar. Aber im Endeffekt ist das Geschmackssache.
 
Nagut, wenn er für 150 €uronen gerade mal "noch brauchbar" ist, lohnt sichs wohl eher nicht...
Nehm ich erstmal die standard Okulare und später guck ich was ich brauche.

Was ist ein Leitrohr? Ein zweites Teleskop an der gleichen Monti, was nicht so stark vergrößert?

Dann steht mein Paket wohl jetzt fest. Bestell ich dann heute abend oder morgen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Wenn ich den Preis jemandem zu Hause verrate, krieg ich Schläge...

(Wie blöd ich dieses "Bestellen per Email" finde. Können die kein Online Bestellformular machen?!)
 
Hi Carsten,

OK, ich schlag Dich. Jo-Nö-Jo... Also ist so: Man denkt immer, der Newton macht keinen Farbfehler - macht er auch nicht, selbst wenn man einen Komakorrektor drin hat, oder eine Barlow, auf der Achse (Planeten sind auf der Achse) passiert da nichts.
Leider klappt es dann doch nicht ohne UV/IR-Sperrfilter, weil die Lichtbrechung in der Atmosphäre zulangt. So hatte ich 2003 beim tiefstehenden Mars im blauen Kanal einen um 0,5 Marsdurchmesser versetzten "Infrarot-Mars" mit im Bild, der alles total zumatschte.
Schaut mal: http://www.svenwienstein.de/HTML/mars.html Die Vorletzte Bilderreihe.
Der Effekt ist am stärksten in Horizontnähe - genau, richtig beobachtet, in den nächsten Jahren stehen Jupiter und Saturn von Deutschland aus nur tief am Horizont...
Also braucht man so einen Sperrfilter doch, und selbst wenn Jupiter durch's Tor der Ekliptik geht, also hoch am Winterhimmel zwischen Plejaden und Hyaden durch, dann sieht man noch, daß er oben einen roten und unten einen grünen Rand hat, durch die atmosphärische Refraktion. (Na, oder umgekehrt, je nachdem wie rum die jeweilige Optik das Bild gerade dreht.) Das Programm Giotto hat ja genau dafür die Funktion RGB-Korrektur, denn diesen Effekt im normalen Licht kann ja auch ein Sperrfilter nicht wegfiltern - aber man verschiebt dann einfach die 3 Farbebenen mit dem Programm so, daß der Fehler ausgeglichen wird.

Was Webcams angeht, die meisten Planetenfreunde arbeiten mit einer Toucam Pro von Phillips oder mit dem Vorgänger Vesta Pro. Die ganz neue Serie von Phillips scheint durch allerlei Marketing-Gags für die Planetenfotografie schlechter geworden zu sein (ich höre das Wort "verhunzt" ganz deutlich).
Aber im allgemeinen kann man sagen, daß jede Webcam eine gewisse Eignung hat, solange man ihre Optik irgendwie herunterbekommt und den Chip direkt ans Teleskop bekommt (da muß man also eventuell mit einer Filmdose basteln, wenn es keinen Adapter zu kaufen gibt). Einige Fabrikate haben den IR-Sperrfilter als Chip-Schutzglas eingebaut, bei Logitech ist mir das einigemale begegnet (keine Garantie, daß es immer so ist!).

Clear Skies
Sven
 
Hi Richard,

also den Okularkoffer würde ich auch nicht empfehlen. Man kann zwar bei f/5 mit Plössls noch klarkommen, aber es macht wirklich mehr Sinn, das Geld in ausgewählte Okulare zu stecken, die zu f/5 passen.
Was sind denn Standardokulare? Sind welche dabei? Ich fürchte, die werden keine bessere Figur machen, als Plössls, weil es üblicherweise Plössls sind. Aber immerhin, lieber erstmal damit schauen, und dann, falls es Spaß macht, in richtig schöne Okulare investieren. Zum Beispiel im Bereich unter 15mm Brennweite Speers-Waler, und oberhalb von 15mm je nach Anspruch Hyperion, LVW,... Preisskala nach oben offen...

Leitrohr: Ein zweites Teleskop, kein Sucher, mit dem man den Lauf der Montierung anhand eines Leitsternes kontrolliert. Die Brennweite sollte für eine visuelle Kontrolle per Fadenkreuzokular länger sein, als die der Foto-Optik, Faktor 1,5 wird genannt, kann aber auch mit Barlow-Linse erzielt werden. Viele Sternfreunde nutzen heute einen Autoguider, der kommt oft mit einer Brennweite ähnlich der fotografischen Brennweite aus. Also ein 60/800 Refraktor würde ein Leitrohr zum 150/750 abgeben. (Aber ein 60/800 zeigt wegen der kleinen Öffnung auch nicht gerade viele Sterne, die als Leitstern hell genug sind.)
Wenn Du erstmal, wie in meinem Artikel empfohlen, Piggyback arbeitest, also die Kamera mit 50mm Objektiv oder ähnlichem bis 135mm oder so Huckepack auf dem Teleskop hast, dann ist der 150/750 in dem Moment Dein Leitrohr.

Clear Skies
Sven
 
Moin Sven, wat meinste denn mit Jo-NÖ-Jo ?!

Hatte zuerst festgestellt, das Webcams für Deepsky aufgr. mangelnder Langzeitbelichtung nicht taugen (soweit Zustimmung?)

Hatte dann geschrieben, dass -wenn Webcam (also für Mond/Planeten)- erstmal 1,25" Kompatibilität hergestellt werden müsste (soweit auch Zustimmung von Dir?)

Und dann, dass imho bei Newtons kein IR-Filter notwendig ist - im Gegensatz zu Linsenteleskop oder KAT-Newton mit Glas im Strahlengang (darüber kann mer allerdings streiten).

Kam die Argumentationskette jetzt so krümelig rüber, dass mer Jo-Nö-Jo daraus machen konnte, oder meinst Du was anderes?

Gruß

Carsten
 
Was ist denn schlecht an den Plössls, bzw. worauf muss ich achten? Machen die Farbfehler oder haben die ein zu kleines Sichfeld, lassen sie zu wenig/ zu viel Licht durch?
Die empfohlenen Okulare kosten ja über 100 €... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Es wird doch hier irgendwie eine gute Möglichkeit für einen armen Zivi geben, sich die Sterne anzugucken....... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" />
 
Hallo Richard,

1.) haben Plössl Okulare nicht so dass Mörder Gesichtsfeld, wie es für Deepsky-Beobachtungen oftmals gewünscht/benötigt wird.
Der Okukoffer hat halt schon seine Berechtigung, aber eben halt nicht bei jedem Gerät.
Wolfi verkauft den Koffer ja auch als Leerkoffer, vielleicht kannst Du ja noch einen Komplettpreis mit 2-3 hochwertigeren WW-Okus rausschlagen, wenn Du die beigelegten Teile gleich weglässt.

2.) Ist das bei "schnellen" Geräten (f/5 ist da grenzwertig) so eine Sache mit der Randschärfe.
Du kannst es ja zunächst einmal mit den beigelegten Okularen versuchen, aber die Erfahrung zeigt es immer wieder, dass preiswerte Okulare, dadurch dass sie innerhalb kürzester Zeit durch höherwertigere ersetzt werden, im Endeffekt durch Doppelkauf mehr kosten.

Ich würde an Deiner Stelle dann als Alternative zu oben eventuell zunächst mit den beigelegten und evtl. einem dazugekauften "echten" Weitwinkel Hyperion oder Speers Waler beobachten. Du kannst ja dann die beigelegten Okus suzessive durch Nachkauf ersetzen.

Das beste Teleskop bring nichts, wenn Du danach an den Okularen sparst :-).
Und
Ja, Astronomie ist ein teures Hobby:-).

Gruß

Carsten
 
So, jetzt hab ich das Ding bestellt. Ohne Koffer oder anderes Okular, aber dafür mit 1-Achsen Motor und Astro 5.
Damit kann man erstmal VIIEEELLL machen denk ich (und hoff ich). Fotografie kommt ja eh erst später und mit Webcams basteln wird erstmal Zeit in Anspruch nehmen.
Zubehör kommt zu Weihnachten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Ick freu mir drauf. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Karsten,

allein um den IR-Sperrfilter geht's. Sollte doch aus der folgenden Beschreibung klargeworden sein. Man braucht so ein Ding auch am Newton, zumindest ist es besser, wenn man es benutzt. Denn obwohl der Newton keinen Farbfehler hat, bekommt er eben durch die Atmosphäre bereits ein Planetenbild mit Farbfehler vorne in die Öffnung. Dafür braucht man den UV/IR-Cut.

Clear Skies
Sven
 
Gestern erst bestellt, heute schon da, ich glaubs nicht. Super, Teleskop Service!
Zusammenbau hat etwas lange gedauert, aber was ich selbst nach einiger Zeit ausprobieren im Hellen sagen kann, ist, dass das Ding sehr Stabil steht, Punktgenau auszurichten ist und einfach nur geil aussieht. Hätte nicht gedacht dass er so riesig ist. Stellt sich natürlich die Frage, wo stell ich ihn hin, wenn er nicht gebraucht wird? Muss ich mir noch überlegen...
Leider ist das Wetter heut Nacht nicht so toll. Muss ich wohl noch ne ganze Weile warten...
Ich denk mal ich werd dann ein paar gänzlich unperfekte Bilder posten und euch löchern, wie mans besser macht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Clear skies (maybe later)

Richard.
 
Hallo Richard,

dumme Frage, ist bei der Astro 5 ein Polsucher dabei? Dann könntest den zumindest schonmal bei dem mäßigen Wetter justieren und brauchst Dich damit nicht mehr des Nachts herumzuschlagen.
 
Beleuchteter Polsucher ist schon dran, ja, aber ehrlich gesagt frag ich mich schon ne Weile, wie man den richtig justiert. Die Anleitung ist ziemlich dürftig. Habs schon halbwegs hingekriegt, aber sehr genau ist das wohl nicht. Ich krieg dann den Polarstern rein, aber ob das Kreuz dann drüber oder drunter sein soll oder wo auch immer, weiß ich nicht. Man muss ja bestimmt irgendwie Datum und Uhrzeit einstellen können. Muss ich mich erstmal reinfinden.

mfg, Richard
 
Hallo Richard,

also den Polsucher justieren macht man ja mit einem Objekt am Horizont bei Tage. Ein Turm weit weg, ein Strommast. Der Trick ist: Man stellt die Montierung so ein, daß der Polsucher das Objekt genau unter dem Kreuz zeigt (dem Kreuz in der Mitte, nicht dem Versetzten Kringel für Polaris). Notfalls Stativ schief stellen, wenn sich die Polhöhe nicht weit genug runterdrehen lässt. Das Kreuz muß auf einen genau erkennbaren Punkt zeigen, also nicht die "Mitte des Turms" sondern die Spitze, damit man nicht nur Abweichungen nach rechts und links sondern auch nach oben und unten erkennt. Dann dreht man die Stundenachse (RA) um 180° und schaut, ob das Kreuz "gewandert" ist. Da das Kreuz die Richtung der Stundenachse markieren soll, darf sich das Kreuz zwar drehen, muß aber immer noch auf denselben Punkt zeigen.
Hat es sich bewegt, dann steht es nun ein Stück neben und/oder nach oben oder unten versetzt. Nun korrigiert man die Einstellschrauben des Polsuchers so, daß man die Hälfte (!) der Abweichung korrigiert. Man schiebt also das Kreuz auf halben Weg zu dem Punkt, den man sich vorher ausgesucht hat. Dann korrigiert man wieder die Stellung der Montierung, so daß der Polsucher wieder auf den Punkt zeigt und wiederholt die 180° Drehung. Das macht man solange, bis das Polsucherkreuz sich nicht mehr bewegt. Damit ist der Polsucher justiert!
Die Justageschrauben des Polsuchers sind entweder Justageschrauben, die das ganze Polsucherfernrohr innerhalb der Montierung verstellen, oder Madenschrauben, die nur die Strichplatte mit den eingravierten Leuchtmarkierungen im Polsucher verschieben.
Vorsicht: Mir ist es schonmal passiert, daß ich an Polaris diese Justage vornehmen wollte. Dabei musste ich feststellen, daß bei einigen Versionen des EQ-6 Polsuchers die Strichplatte keine Führung hat und also nach unten herauspurzelt, wenn man die Einstellschrauben löst... Solche Polsucher können wohl nur justiert werden, wenn sie waagerecht zum Horizont zeigen.

Was nun die Einstellung des Polsuchers angeht, da gibt es einen guten Trick: Normalerweise sitzt der Polsucher so, daß der Kringel für den Polarstern genau zur Gegengewichtstange zeigt. Das kann man ausnutzen, indem man am Himmel einfach die Gegengewichtstange auf den hellsten der beiden Kastensterne des kleinen Wagens (ß UMi) zeigen lässt. Dann muß man Polaris nur in den Kringel stellen und hat eine gute Poljustage, selbst wenn die Datumsringe (wie bei einigen chinesischen Montierungen) unbrauchbar sind, weil bei dem von der GP abgekupfterten System Ablesemarken vergessen wurden oder sich die RA-Skala nicht in Nullstellung klemmen lässt. Übrigens, am Himmel selbst steht Polaris eigentlich vom Himmelspol aus genau gegenüber von ß Umi, aber die Bildumkehr des Polsuchers "erledigt" das Problemchen für uns dann wieder.

Clear Skies
Sven
 
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