15x85 oder 20x100

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chrissie

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Hallo zusammen!

Ich lese hier seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse mit, wenn ich auch mangels Wissen aktiv nicht viel beizutragen habe. Jetzt brauche ich Euren Rat: mein 8-Zöller steht meistens in der Ecke (was mir alle vorher gesagt hatten, aber mit +50 hat man ja seinen eigenen Kopf). Jetzt möchte ich mir einen reinen Astro-Feldstecher zulegen als Ergänzung zu meinem 8x45, mit dem ich eigentlich ganz zufrieden bin. Mittlere Qualität reicht mir aus, ich schwanke zwischen einem Omegon (oder TS) 10x70 oder 15x85 oder gar 20x100. Zu was würdet ihr mir raten? was eigent sich am besten für Messier-Objelte? ich hatte mich eigentlich schon auf den 15x85 festgelegt, aber den hat wohl kaum jemand. Klar ist: alle brauchen ein Stativ. Kennt jemand den qualitativen Unterschied zwischen der nightsky und der brightsky-Linie von Omegon, lohnt sich ein Triplet? Viele Fragen, ich danke für Eure beiträge und werde spätestens im Herbst meine Erfahrungen mitteilen.

HG und viele klare Nächte Christian
 
Hallo HG,

mir geht's so ähnlich, ich habe meinen 8`` seit 4 Jahren nicht mehr benutzt und gucke aber immer wieder mal mit meinem 11x80
(mit großem Fotostativ oder Abstützen auf den Ellenbogen im Gartenstuhl)oder meinem Canon 10x30 IS (Vorteil:freihändig.
und jackentaschentauglich).
Allerdings ist das alles nix für "richtigen" deep space, sondern nur "Spaß zum Schnellspechteln" von Lagunennebel oder so.
Für schwache Objekte (z.B. Amerikanebel, Virgo-Haufen) bringt Alpenhimmel mehr als jedes Bino (am besten ist natürlich beides) und der 8"er sollte mal mit geringer Vergrüößerung und 2" Weitfeldokular dagegen gecheckt werden (ich habe ein 24mm 90°, damit ist der Orionnebel so schön wie mit nichts anderem).
Ichwürde entwederein 20x80 oder ein 11x80 nehmen - 11x bringt Pupille 7 (check mal ob Du dasauch bringst) und 20x Pupille 4 mit größerer Darstellung bei kleinen Oblekten.

Gruß Hanz
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christian,


ich würde die Wahl des Glases von der Himmelsqualität die an Deinem hauptsächlich genutzten Beobachtungsort gegeben ist abhängig machen: Eine große AP wie beim 11x80 bringt einen helleren Hintergrund als eine etwas kleinere AP - das führt dazu daß weniger helle Objekte absaufen bzw. Details einbüßen und schwerer erkennbar werden.

Ein 11x80 würde ich nur unter dunkelstem Himmel einsetzen wollen, sonst ist eine AP zwischen 4-5mm deutlich alltagstauglicher wenn es nicht stockfinster ist.

Ein Stativ macht ab ca. 70mm Öffnung immer Sinn, dann kann man auch gleich eine höhere Vergrößerung von 15x bis 20x nutzen. Wenn das Glas mit der höheren Vergrößerung auch das größere scheinbare Gesichtsfeld hat ist die Einbuße an wahrem Feld nicht groß oder man sieht sogar einen ungefähr gleichen Himmelausschnitt.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Christian,

pauschal kan man das nicht beantworten; es gibt großflächige Messierobjekte wo eine möglichst kleine Vergrößerung von Vorteil ist - viele wo genau das Gegenteil nötig ist ...

Hier kann ich generell Felix nur zustimmen - wie ist der Himmel bei Dir bzw. an deinem bevorzugten Beobachtungsplatz. Weitere Überlegung: soll das FG auch am Tage nutzbar sein ?

Im Zweifel lieber ein FG mit max. 5mm AP !!

Nur sehr selten und in wenigen Gegenden macht eine AP größer als 5 mm wirklich Sinn - bei Beobachtungen am Tage noch weniger.

Wenn ich wählen müsste ein 20x100mm Glas :)

Allerdings ließt man immer wieder von dezentrierten Ferngläsern und mangelhafter Verarbeitung.
Hier hilft nur sich persönlich ein Bild zu machen und möglichst viele Gläser testen.

CS

sunspot
 
Hallo Christian,
hast Du Dir mal die Ferngläser mit 90° Einblick angeschaut. Wenn Du sowieso ein Stativ brauchst, dann solltest Du diese Option in Erwägung ziehen. Der Einblick ist genial bequem (Du schreibst 50 + ;-) ). So nackenschonend kannst Du mit keinem Geradsichtbino beobachten, gerade im zenitnahen Bereich, wo die Durchsicht immer am Besten ist. Oder zumindest 45 ° Einblick.
Das TS 70x X (X für Wechselokulare) ist ja auch nicht so schwer und hat auf Cloudy Nights gute Kritiken bekommen, leider weiß ich jetzt den Link nicht.
Ansonsten haben die Anderen ja schon gute Tipps gegeben.
Gruß Michael
 
Zitat von sunspot:
Nur sehr selten und in wenigen Gegenden macht eine AP größer als 5 mm wirklich Sinn - bei Beobachtungen am Tage noch weniger.
Du vergisst den ruhigeren Einblick - bei größerer AP verliert man das Bild auch bei etwas Wackeln nicht so schnell aus dem Auge. Mein Cometron 12x70 kann ich freihändig benutzen, auch mal bei Nacht. Deshalb haben die "Marine-Ferngläser" ja so oft 7x50 - nicht nur wegen schlechten Lichtverhältnissen, sondern auch wegen schwankendem Untergrund.

Beste Grüße,
Alex
 
Wenn ich nicht schon voll versorgt wäre, würde ich das 22x85 nehmen. Eine sehr interessante Konfiguration, finde ich. Oder ein 25x100, aber das ist schon ein Trümmer. Ich hatte mehrfach Gläser, die 20x und 25x zuliessen, und bin immer bei 25x gelandet. Wenn schon fettes Grossfernglas, ist mir 20x zu wenig. Mehr ist mehr.
CS, Christopher
 
Hallo Christian,

schon 50? - Willkommen im Club! :biggrin:

Der Vorteil bei 50+ ist, daß man(n) langsam aber sicher bequem wird und nicht immer sein komplettes Gerödel auf den Acker schleppen will.

Genau das ist der Grund, warum ich gerne mal spontan mein Großfernglas nehme und mich zum Beobachten in den Liegestuhl lege. Ich verwende u. a. von Celestron das 15x70 mit einer Einarmgabel von Universal Astronomics ("UniStar Deluxe") und das 25x100 mit deren Schwenkarmmontierung ("Milennium UniMount"):

Fernglas-Montierungen

Man glaubt gar nicht, wie entspannend eine liegende Beobachtung sein kann! Auf diese Weise kann man auch gut ein geradegesichtiges FG nutzen, die einzige Alternative dazu wäre für mich die bereits von Michael ("Mikoka") vorgeschlagene 90° Variante gewesen. Allerdings sind wir dann bald in einem Preisbereich, in dem ich mir das 25x100 + Montierung leisten kann.

Das Ganze funktioniert sogar im Winter, wenn man in einen guten Schlafsack eingepackt ist (1 - 2 Taschenöfen sind auch nicht zu verachten). :)

In einem muß ich Christopher ("Schiefspiegler") recht geben: wenn schon 100 mm Öffnung, dann auch die maximale (hier 25-fach) Vergrößerung!

Clear skies + clean glass,

Jörg
 
Ich schmeiss mal noch das Vixen BT 81/480mm in den Ring, hat 45° Grad Einblick gute Optik und ist gut verarbeitet, halt "Made in Japan" natürlich auch mit Wechselokulare.
Ansonsten wäre natürlich das Fujinon FMT 16x70 zu nennen, optisch, mechanisch u.s.w. 1A...wundert mich dass das noch niemand vorgeschlagen hat.

Andreas
 
Hi Andreas,

Hmmm - Made in Japan bedeutet nicht zwangsläufig gute Verarbeitung. Auch Vixen hat einige Produkte die ich eher befriedigend als gut bezeichnen würde - sowohl optisch als auch / oder mechanisch.

Da sehe ich die Produkte von Takahashi in einer deutlich höheren Liga :)

Das Fujinon FMT 16x70 ist sicherlich ein gutes Glas - aber es wurde ja hier eher zwischen 15x85 oder 20x100 gefragt - vermutlich deshalb noch keinen Hinweis auf dieses FG ?!

CS

sunspot
 
Naja, das Vixen ist schon solider als ein Chinakracher, sowohl mechanisch als auch optisch, im Vergleich zum 100er von TS auf jeden Fall.

Andreas
 
Hallo Andreas,

ich sprach jetzt aber nicht speziell vom Vixen BT81 - meine Aussage war da pauschal gemeint.
Diesbezüglich sehe ich das genauso wie Du - das Vixen BT81 macht einen recht guten Eindruck.



CS

sunspot

 
Hallo Alex,


da Christian explizit nach der Eignung für Messier-Objekte fragte habe ich die AP und die Himmelsqualität ins Spiel gebracht. Deine Aussage zum Komfortgewinn bei großer AP stimmt absolut was ich aus eigener Erfahrung mit einem 10x80 Flakglas bestätigen kann, ist fast wie Kino, allerdings auf Kosten des Kontrastes wenn der Himmel nicht ausreichend dunkel ist. Ich deke da muß man sich für einen Kompromiss entscheiden der zum Standort und den eigenen Vorlieben paßt.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Chrissie,
ich sehe gerade, daß deine Frage bezüglich Triplett-Optik immer noch unbeantwortet ist.

Leider kann man das nicht so einfach sagen, da ja auch bei den üblichen Fernglasobjektiven sehr große Unterschiede bezüglich der Qualität bestehen obwohl alle älteren Ferngläser nur Duplettobjektive hatten (der üblich verkittete Achromat aus 2 Linsen) und viele auch damit Höchstleistungen erbrachten, vor allem wenn Objektiv und Okular gut aufeinander abgestimmt waren.
Die dritte Linse kann entweder zur Verbesserung der Randschärfe eingesetzt werden oder zur verbesserung des Farbfehlers oder beides. Je kürzer die Brennweite des Objektivs und je höher die Vergrößerung umso mehr bringt sie.
Für Fotoobjektive wude z.B. von Novoflex beim 400er ein Triplett angeboten, beim 600er nicht. Ich habe beide und habe sie auch schon als Teleskopobjektive genutzt; das 600er ist, obwohl nur Duplett (=Achromat) eher besser. Großferngläser haben meist eine Objektivbrennweite von um 400mm, also müßte beim 20x80 schon eine Verbesserung der Leistung sichtbar sein - aber halt nicht so weit wie bei einem echten Apo-Objektiv mit ED-Linsen. Ein Kollege von mir hat das 20x80 Triplett von TS und ist sehr zufrieden damit.
Fazit. mal bei Bekannten oder einem Astro-Treff durch so viel wie möglich durchgucken, anders läßt sich das Problem nicht lösen. Oder einfach mal mit irgendwas anfangen: da würde ich Dir ein gebrauchtes Tento 20x60 empfehlen, falls Du nicht Brillenträger bist. Habe ich selbst, ist sehr leicht, für einfache Sachen (wie Andromedanebel finden) noch freihändig zu bedienen und hat einsehr weites Sehfeld von 80°, gibt`s leider nicht mehr neu.
Gruß
 
Hallo, ich danke Euch für die geduldigen Antworten, hier werden ja öfter die gleichen Fragen gestellt. Ich habe mir jetzt auf dem Flohmarkt ein Silvana 8x45 von Uhlenflucht gegönnt und werde testen, was damit geht. Besser als mein kaputtes Celestron 15x70 ist es....

HG

Christian
 
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