16x42 OIS

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Ehemaliges Mitglied

Ein SIG SAUER ZULU6 16x42 Fernglas konnte ich soeben auspacken und vom Garten aus testen. Die Funktion der Bildstabilisierung macht einen guten Eindruck und ich bin schon gespannt wie sich das Glas am Nachthimmel macht. Werde an dieser Stelle weiter berichten wenn es etwas zu erzählen gibt und gerne auch auf gezielte Fragen eingehen.
Baugleich ist es innerlich zum Kite bzw. Bresser; bei der Preisspanne spielt alles verrückt von 699 bis 1099 €, aufpassen lohnt sich also.

Die CA ist deutlich bei hellem Hintergrund; die nachlassende Randschärfe stört mich aber in dem Fall auch nicht. Für mehr Ästhetik im Okular habe ich schließlich ein Stativ auf das sowohl mein 10x54 HT als auch mein 26x82 SD 90° auf einen Fluid-Neiger kommen. Das SIG soll dann zum Einsatz kommen wenn Wanderungen/Radtouren anstehen und ein leichtes halbwegs kompaktes Fernglas dabei sein soll, welches noch deutlich im dreistelligen EURO-Bereich zu haben ist.

Finde ich jemanden in der Nähe der ein Canon 15x50 zwecks Vergleich hervorholen kann, gebe ich natürlich auch Bescheid. Aber ich gehe stark davon aus dass Canon gewinnen wird in Sachen Optischer Qualität.

Gruß
Markus
 
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Donnerknispel, die Begeisterung hält an. Egal ob ich durch ein 10x oder das 16x (unstabilisert) schaue, und dabei die Ellenbogen aufgestützt habe, so war immer noch ein Wackeln im Bild ersichtlich. Ich behaupte dass meine Hände, Puls und Motorik normal gesund und ruhig sind. Doch die Stabilisierung arbeitet hervorragend. So gut, dass man im Stehen auch einhändig arbeiten kann; aber mit beiden Händen ist es natürlich besser und nah dran an der Wirkung eines Stativ.

Der Mond ist in 16x stabilisiert fantastisch. Am Tage lassen sich diverse Tiere und Vögel in den Bäumen angenehm beobachten und verfolgen. Es fallen auch deutlich die Bereiche auf, über denen die Sonneneinstrahlung die Luftverwirbelung aufsteigen lässt, wo zuvor das Gehirn genug zu tun hatte das Wackeln zu kompensieren. Stabilisierung macht was sie soll, ohne sich aufzuschaukeln, Unschärfen zu erzeugen oder wie ein Gummiband das Bild extrem nachzuziehen. Der Gyro ist quasi unhörbar leise, nur wenn man das FG an das Ohr presst, hört man ein sehr leises Surren.

Hält man das FG mit der Oberseite nach unten, ist es fast noch ergonomischer; die Arme können dann einige Millimeter weiter unten bleiben. Die Stabilisierung scheint auch bei hohen Anstellwinkeln gleich gut zu arbeiten.
 
Beim letzten Vollmond eine sehr schöne Sicht gehabt. Einzelne Sterne werden punktförmig abgebildet, Positionierung der Augen muss man aber auch am optimalen Punkt halten. Augenmuscheln rasten sehr gut. Obwohl ich keine Doppelbilder sah, kam es mir bei ausgiebiger Beobachtung vor als hätten die Augen sich anstrengen müssen, jedoch war der Effekt am gestrigen Tag nicht zu spüren:
Eine Tageswanderung stand an und die 615 Gramm (mit Batterie) ließen sich gut in einer vorderen Tasche einer leichten Jacke verstauen, so dass es sehr zügig griffbereit war. Von der Bauweise her ist das Batteriefach zwar abstehend, für die gebotene Leistung und das Rund-Um-Paket aber ein sehr ausgewogenes Werkzeug, welches ich gewiss noch sehr oft einsetzen werde. Die Vergütung erscheint bläulich/grünlich.

Das Patent ist laut Aufschrift zu KAMAKURA gehörig: US Patent for Optical image stabilizer Patent (Patent # 9,395,551 issued July 19, 2016) - Justia Patents Search - somit Japan beheimatet.
Ein Händler versicherte mir vor dem Kauf dass das Fernglas in Japan hergestellt wird, für Kite werden gleiche Angaben gemacht. Dennoch ist laut Verpackung das Fernglas in China zusammengesetzt; die mitgelieferte AA Batterie ist definitiv 'Made in China'.
IMG_20220319_163958.jpg
 
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Richtig ungläubig beim Nachsehen der Specs war ich über das Gewicht 600gr, das aber auch hier bestätigt wird. Bemerkenswert, das so leicht zu halten. Das Canon IS 10x42 hat im Vergleich dazu 1.1kg! Auch die kleinen Dimensionen dieses SIGs scheinen mir ein Pluspunkt zu sein, im Vergleich.
Gem. Amazon 120 x 180 x 61mm, im Vergleich zu obigem Canon 137 x 176 x 85mm. Und die Okulare kann man noch zusammenschieben, denke ich?

Gruss
 
Hallo Markus,

vielen Dank für deine Berichte. Wie groß ist das Gesichtsfeld? Laut der Kite Webseite beträgt das Gesichtsfeld von dem 16x Glas 68 m auf 1000 m, also 3,9 Grad, das würde bei 16x ca 62 Grad scheinbarem Gesichtsfeld entsprechen. Hältst du dies für realistisch? Was bei den Angaben von Kite verwundert, das sehr ähnliche 12x Glas hat mit 67 m ein kleineres Gesichtsfeld, da kann man sich fragen ob die Zahlen stimmen.

beste Grüße

Thomas
 
Hallo Thomas,
habe mir kurz Zeit genommen um eine grobe Schätzung anhand eines entfernen Gebäudes mit markanten Punkten und Kartenmaterial vorzunehmen. Dabei kamen 3,78° FOV heraus, was gerundet auch näher an den Angaben von SIG ist mit 3,8° FOV.
Grüße
Markus
 
Soeben ein kurzes Video erstellt am Sternenhimmel mit der SiOnyx Aurora Pro handgehalten und im Stand hinter dem SIG SAUER ZULU6 16x42.
Kamera in schwarz-weiß Modus und mit 15FPS (ohne HDR und ohne EIS).
Zu Anfang und Ende habe ich die Stabilisierung deaktiviert, in der Mitte ist die Stabilisierung des Fernglas aktiviert worden. Mit dem Auge am Fernglas ist das Bild natürlich deutlich besser. Es soll aber zumindest ein echter Eindruck vermittelt werden inwiefern die Wackelei am Stern abnimmt unter diesen Bedingungen:
https://magentacloud.de/s/FKtBzLXA3z9KJ6i (ca. 19MB und direkt aus der Kamera, nicht editiert)
Code:
file XQE_0307.MOV
XQE_0307.MOV: ISO Media, Apple QuickTime movie, Apple QuickTime (.MOV/QT)
sha256sum XQE_0307.MOV
642b904f3741d8fa4e475d35120371abf1d536eee4c2fb85b08d727a3ede9bee  XQE_0307.MOV
 
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Binomania hat in der Zwischenzeit einen ausführlichen Bericht zum Fernglas erstellt:
Das Video zeigt eine starke Randunschärfe und googletrad übersetzt das hier:
"Beim Sig Sauer Zulu 6 16×42 kommt keine ED-Optik zum Einsatz, wie schon am Anschaffungspreis ersichtlich war. Die Bilder sind recht klar mit ausreichendem Kontrast, Sie können, wie Sie im entsprechenden Abschnitt lesen werden, das Vorhandensein von chromatischer Aberration wahrnehmen."
Dafür finde ich den Preis recht hoch.
Jedenfalls tut sich offenbar etwas in diesem Segment.
 
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Der aktuelle Preis ist auf einem Niveau, bei dem man sehr viel leichter in Richtung Canon oder gebrauchte ZEISS schauen kann.
Anfang des Jahres habe ich es noch für 850€ als Neuware bekommen: in meinen Augen ein guter Kurs. Das Thema Randunschärfe empfinde ich bei handgehaltenen Gläsern nicht so gravierend, weil man eben die Freiheit des Schwenkens in Händen hält. Hat man seinen Blick auf ein Ziel fixiert und das Glas auf einer Montierung, kann ich viel eher nachvollziehen dass man verharren möchte und dabei bis zum Rand scharf gucken mag.
Anders gesagt: meine Sehgewohnheit bei handgehaltenen Gläsern ist primär so dass ich insgesamt mit Kopf und Fernglas mich ausrichte. Stehe ich hinter dem Stativ mit einem Bino, arbeiten meine Augen viel mehr über das scheinbare Blickfeld des Okular.
 
Das Thema Randunschärfe empfinde ich bei handgehaltenen Gläsern nicht so gravierend
ungeachtet ob Stabi oder nicht, bei der Vergrößerung - und je nach Sehfeld - sollte m.E. und nach meinen Erfahrungen gerade die Randschärfe im Kontext des Sehfeldes so hoch wie möglich sein. Sie wird trotz Fokusmitte subjektiv vom Auge erfasst und beeinflusst - wenn auch in Grenzen - die wahrgenommene Bildqualität. Bei sehr eingeengter Einschnürung des Sehfeldes - also tunnelähnlicher Sehfelder - führt es sogar dazu, die Bildmitte schärfe wahr zu nehmen, als die tatsächlich ist. Dem gegenüber aber steht das fehlende Informationsspektrum des Objektes und dessen entspannt komfortable Beobachtung, je nach Anteil des Gesamtbildes. Das Bild wirkt - gemäß der Charakteristik des 100% Sehfeld- als unruhig.
Das wertet natürlich jeder anders, aber an deiner Ausführung anlehnend kann der Zusammenhang zu falschen Schlussfolgerungen führen. Denn dann wäre ja Randschärfe ein zu vernachlässigter Aspekt - und das ist er aus diversen (physiologischen) Gründen nur in Grenzen. Am Sternenhimmel sind dieser für meinen Geschmack noch kleiner, da hier eine auch teils gemäßigte Randunschärfe der Bildästhetik mehr entgegen steht als jene der Erdbeobachtung.
 
Der aktuelle Preis ist auf einem Niveau, bei dem man sehr viel leichter in Richtung Canon oder gebrauchte ZEISS schauen kann.
Anfang des Jahres habe ich es noch für 850€ als Neuware bekommen: in meinen Augen ein guter Kurs. Das Thema Randunschärfe empfinde ich bei handgehaltenen Gläsern nicht so gravierend, weil man eben die Freiheit des Schwenkens in Händen hält. Hat man seinen Blick auf ein Ziel fixiert und das Glas auf einer Montierung, kann ich viel eher nachvollziehen dass man verharren möchte und dabei bis zum Rand scharf gucken mag.
Anders gesagt: meine Sehgewohnheit bei handgehaltenen Gläsern ist primär so dass ich insgesamt mit Kopf und Fernglas mich ausrichte. Stehe ich hinter dem Stativ mit einem Bino, arbeiten meine Augen viel mehr über das scheinbare Blickfeld des Okular.
Als Orni bin ich froh, auch Fitzelchen am Rand also peripher wahrzunehmen; dort schwenke ich dann hin. Ich bin froh, mit der 10x Canone ein 98,8% randscharfes Glas zu haben. Sowas erleichert das Abscannen eines Gebietes ungemein, weil man ja nicht sklavisch die Mitte halten muss, und dennoch eine min. doppelt so große scharf abgebildete Fläche für interessante Dinge geboten zu bekommt.

csm
 
Von der Technologie her ist das Gerät bei Fujinon entwickelt worden, Kamakura ist da schon seit Jahrzehnten ein Partner-Unternehmen, dass viele Gläser im Consumer-Bereich baut (auch für andere Markenhersteller, tw. auch Deutsche). Die Funktionalität der Bildstabilisierung ist mit den Technostabis vergleichbar. Da gibt es von Fujinon selber auch unterschiedliche Derivate im professionellen (=behördlichen) Bereich, die auch aktuell wohl noch in Japan gefertigt werden. Bei diesen Kleingläsern glaube ich das aber nicht mehr.

Gruß,
Stefan Korth
 
Bei amazon.co.jp wird ein "Vixen 11513 ATERA II Anti-Vibration Binoculars H14x42WP" gelistet. Anders bei dieser Variante ist dass man zwischen zwei verschiedenen Stufen der Stabilisierung wählen kann.
 
Eine bessere Stabilisierung wünscht man sich bei den Canons 10x42 IS und noch mehr bei den 15x50. Dass es besser geht, beweist das Kite 16x42. Allerdings muss auch die Optik stimmen, und das ist bei Kite bei weitem nicht der Fall. Vielleicht machts Vixen ja besser.
 
Sowohl Kite als auch Vixen kommen beide von Fujinon - bei diesem spezifischen Fernglas erwarte ich da optisch nicht mehr. Dass die Stabilisierung besser ist, verwundert nicht, Fujinon hat da einfach die bessere Technologie. Aber das kommt vor allem dann zum tragen, wenn man mit dem Fernglas in Bewegung (= Wasser- oder Landfahrzeug) ist...

CS,
Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Preis des Atera II 14x42 ist umgerechnet derzeit bei 580EUR - was man da an optischer Perfektion erwarten kann liegt im Auge des Betrachters. Vermutlich hat aber auch der schwache Yen darauf Einfluss und dass die anderen Varianten nicht aus Japan stammen (Kite, SIG, Bresser). Kamakura Kenko klammere ich hierbei aus, weil die kein OIS mit 42er Frontlinse anbieten.
Zoll und Versand noch nicht einberechnet, zumal bereits die ersten Chargen in Japan ausverkauft sind. Spontan gefällt mir sofort besser dass die Tasche keinen Klettverschluss hat, das Batteriefach zwei AA-Batterien aufnehmen kann, und der Batteriefachdeckel mit dem Gehäuse verbunden und somit vor Verlust geschützt ist.
@rolf stimmt, technisch ist das gewiss möglich, noch bessere Abbildungsleistung in stabilisierte FG zu verbauen. Scheinbar möchten die Hersteller aber auch keine Konkurrenz in den eigenen Reihen gegenüber ihren klassischen Premium-Gläsern haben? Ich unterstelle einfach mal dass die ihre potentielle Kundschaft genau analysiert haben und den Profit im Blick haben wie ein Ferengi.

Zu höchstem Niveau der Abbildung, passt ja auch eigentlich das höchste Niveau von Stabilisierung. Nämlich eine bodenständige Montierung. :-)
 
Das mit dem Import kann man sich ja auch teilen, indem man Sammelbestellung macht.
Falls Interesse besteht.
 
Dabei können die doch optisch auf höchstem Niveau, siehe Fujinon 7x50 FMT-SX oder das 10 x 70.


Ja, schon, aber die Geräte sind halt komplett unterschiedlich entworfen und werden an verschiedenen Orten produziert. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich den optischen Einfluss der verwendeten Prismen bei den TechnoStabis nicht einschätzen kann.

Stefan Korth
 
Ein SIG SAUER ZULU6 16x42 Fernglas konnte ich soeben auspacken und vom Garten aus testen. Die Funktion der Bildstabilisierung macht einen guten Eindruck und ich bin schon gespannt wie sich das Glas am Nachthimmel macht. Werde an dieser Stelle weiter berichten wenn es etwas zu erzählen gibt und gerne auch auf gezielte Fragen eingehen.
Baugleich ist es innerlich zum Kite bzw. Bresser; bei der Preisspanne spielt alles verrückt von 699 bis 1099 €, aufpassen lohnt sich also.

Die CA ist deutlich bei hellem Hintergrund; die nachlassende Randschärfe stört mich aber in dem Fall auch nicht. Für mehr Ästhetik im Okular habe ich schließlich ein Stativ auf das sowohl mein 10x54 HT als auch mein 26x82 SD 90° auf einen Fluid-Neiger kommen. Das SIG soll dann zum Einsatz kommen wenn Wanderungen/Radtouren anstehen und ein leichtes halbwegs kompaktes Fernglas dabei sein soll, welches noch deutlich im dreistelligen EURO-Bereich zu haben ist.

Finde ich jemanden in der Nähe der ein Canon 15x50 zwecks Vergleich hervorholen kann, gebe ich natürlich auch Bescheid. Aber ich gehe stark davon aus dass Canon gewinnen wird in Sachen Optischer Qualität.

Gruß
Markus
Hallo Markus, aus welcher Quelle weißt Du denn genau, dass die genannten Gläser Baugleich sind? Hast Du die verglichen?
Bresser ist günstiger aber bestimmt nicht ohne Grund und nur das Kite wird als wasserdicht beworben.
 
Ich würde auch davon ausgehen, dass die vorgenannten 16 x 42 - Gläser alle aus einem Stall stammen. Das es sich in jedem Fall um Handelsware für die jeweiligen Anbieter handelt, ist der unterschiedliche Preis in erster Linie das Resultat unteschiedlicher Kalkulationen - wobei ich den Aufpreis, den Kite für den vorgeblichen Grade der Wasserdichtigkeit tatsächlich für teurer gehalten hätte... Grundsätzlich ist es so, dass bei diesen wie auch bei den zahllosen anderen Fernglas-Klonen vom eigentlichen Hersteller die unterschiedlichsten Konfigurationsoptionen angeboten werden. In erster Linie betrifft das Form, Vergütung und Art der Augenmuscheln, aber auch die Wasserdichtigkeit kann entsprechend "skaliert" werden.

Gruß,
Stefan Korth
 
Also kann man schon davon ausgehen, dass hier Vergütung oder sonstiges eventuell anders ist und man nicht drum herum kommt alle drei Gläser gegen einander zu testen?
 
...wenn man denn alle drei Gläser auf den Tisch bekommt, dann ist das sicherlich der beste Weg. Vergleichen durch Gucken ist immer gut.

Viel Erfolg dabei!
Stefan Korth
 
Das ZULU6 HDX 16x42 wird damit beworben dass es "HDX"-Linsen hat. Diese sollen der Art von ED-Glas entsprechen und hohe Transmission aufweisen.
 
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