NONSENS
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Liebe Beobachter,
auch die N.O.N.S.E.N.S. kann von einer erfolgreichen Jupiternacht berichten.
Von halb neun bis zehn war ich auf der "Außenstelle" in Adendorf, wo ein Bekannter seinen 12.5" f/13 Planetendobs aufgebaut und runtergekühlt hatte. Jupiter stand gerade über den Bäumen des Nachbargrundstücks und der Himmel war von dichten mondbeleuchteten Kondensstreifen durchfurcht. Dementsprechend war das Seeing, also nicht gerade berauschend. Trotzdem war schön die Kallistoannäherung zu sehen und der Schatten von Kallisto auf dem Planeten. In den Lücken zwischen den Kondensstreifen gab´s dann ein paar ruhige Momente, in denen der Dobs seine Stärken ausspielte. Die Bänder des Planeten zeigten blickweise unbeschreiblich viel und farbigstes Detail, und der GRF schob sich weißrosa strahlend zur Planetenmitte. Als Wolken am SW-Horizont zu sehen waren, fuhr ich zurück zur "Basisstation", wo der Dicke Walther (Refraktor 130/1110) schon Betriebstemperatur hatte und schnell aufgebaut war. Von halb elf bis halb eins wurde das Schauspiel dann refraktioniert. Zunächst wurde wieder in den reichlich vorhandenen Cirren beobachtet, die das Seeing erheblich störten. Nur in den Lücken waren wieder ruhige Momente mit schönen Bildern. Der GRF war inzwischen am anderen Planetenrand angelangt, es fiel auf, wie viel farbloser das Refraktorbild ist. Dafür bewegte sich der Io-Schatten auf die Jupitermitte zu, schwarz und blickweise kreisrund und scharf. Auch war das Sternchen SAO 98418 auf der W-Seite des Planeten deutlich weiter rangerückt (natürlich nicht der Stern, sondern der Planet war rangerückt - verrückt!). Zur großen Freude klarte der Himmel auf, und von halb zwölf bis halb eins war die Durchsicht sehr gut, wenn auch das Seeing da nicht mitzog. Io, Europa und Stern rückten immer weiter an den Planeten heran (...), der zweite Schatten erschien auf dem Planeten. Beim ersten Kontakt von Io sah ich das Sternchen das letzte Mal, etwas weniger als der Abstand Io-Europa vom Planeten entfernt. Und nachdem sich Io vom inneren Planetenrand getrennt hatte, der schönste Anblick des Abends: zwei dunkle und ein helles Scheibchen auf der Planetenfläche, Europa kurz vor dem Kontakt, Ganymed unbeeindruckt in sicherer Entfernung - gigantisch! Leider konnte ich die Sternbedeckung nicht sehen, denn - es zogen wieder Wolken auf, die ersten zarten Schleier machten das Sternenfünkchen unsichtbar. Deshalb habe ich unter diesen einmaligen Eindrücken das Fernrohr abgebaut und konnte die unbemerkt eingefrorenen Finger und Zehen auftauen.
Auch ohne CCD-Dokumente oder Videosequenzen war das wieder mal eine der Nächte, die Grund dafür sind, daß ich das Fernrohr immer wieder aufstellen werde, egal, wie kalt oder wie spät es ist.
Grüße von der N.O.N.S.E.N.S.!
Michael.
auch die N.O.N.S.E.N.S. kann von einer erfolgreichen Jupiternacht berichten.
Von halb neun bis zehn war ich auf der "Außenstelle" in Adendorf, wo ein Bekannter seinen 12.5" f/13 Planetendobs aufgebaut und runtergekühlt hatte. Jupiter stand gerade über den Bäumen des Nachbargrundstücks und der Himmel war von dichten mondbeleuchteten Kondensstreifen durchfurcht. Dementsprechend war das Seeing, also nicht gerade berauschend. Trotzdem war schön die Kallistoannäherung zu sehen und der Schatten von Kallisto auf dem Planeten. In den Lücken zwischen den Kondensstreifen gab´s dann ein paar ruhige Momente, in denen der Dobs seine Stärken ausspielte. Die Bänder des Planeten zeigten blickweise unbeschreiblich viel und farbigstes Detail, und der GRF schob sich weißrosa strahlend zur Planetenmitte. Als Wolken am SW-Horizont zu sehen waren, fuhr ich zurück zur "Basisstation", wo der Dicke Walther (Refraktor 130/1110) schon Betriebstemperatur hatte und schnell aufgebaut war. Von halb elf bis halb eins wurde das Schauspiel dann refraktioniert. Zunächst wurde wieder in den reichlich vorhandenen Cirren beobachtet, die das Seeing erheblich störten. Nur in den Lücken waren wieder ruhige Momente mit schönen Bildern. Der GRF war inzwischen am anderen Planetenrand angelangt, es fiel auf, wie viel farbloser das Refraktorbild ist. Dafür bewegte sich der Io-Schatten auf die Jupitermitte zu, schwarz und blickweise kreisrund und scharf. Auch war das Sternchen SAO 98418 auf der W-Seite des Planeten deutlich weiter rangerückt (natürlich nicht der Stern, sondern der Planet war rangerückt - verrückt!). Zur großen Freude klarte der Himmel auf, und von halb zwölf bis halb eins war die Durchsicht sehr gut, wenn auch das Seeing da nicht mitzog. Io, Europa und Stern rückten immer weiter an den Planeten heran (...), der zweite Schatten erschien auf dem Planeten. Beim ersten Kontakt von Io sah ich das Sternchen das letzte Mal, etwas weniger als der Abstand Io-Europa vom Planeten entfernt. Und nachdem sich Io vom inneren Planetenrand getrennt hatte, der schönste Anblick des Abends: zwei dunkle und ein helles Scheibchen auf der Planetenfläche, Europa kurz vor dem Kontakt, Ganymed unbeeindruckt in sicherer Entfernung - gigantisch! Leider konnte ich die Sternbedeckung nicht sehen, denn - es zogen wieder Wolken auf, die ersten zarten Schleier machten das Sternenfünkchen unsichtbar. Deshalb habe ich unter diesen einmaligen Eindrücken das Fernrohr abgebaut und konnte die unbemerkt eingefrorenen Finger und Zehen auftauen.
Auch ohne CCD-Dokumente oder Videosequenzen war das wieder mal eine der Nächte, die Grund dafür sind, daß ich das Fernrohr immer wieder aufstellen werde, egal, wie kalt oder wie spät es ist.
Grüße von der N.O.N.S.E.N.S.!
Michael.