Bochumer1981
Aktives Mitglied
Datum: 18. September 2026
Instrument: Vixen FL90S, 90/810
Montierung: Vixen GP mit Halbsäule
Beobachtungsort: Balkon, Westausrichtung
Hallo zusammen,
nach längerer Pause stand gestern endlich wieder ein etwas ausführlicherer visueller Beobachtungsabend an. Und passend dazu war gerade ein „neuer, alter“ Vixen FL90S bei mir eingetroffen. Also raus damit auf den Balkon.
Der Himmel überraschte an diesem Abend mit erstaunlich wenig Wolken – eigentlich genau die Gelegenheit, auf die man gewartet hat.
Der Balkon ist für solche spontanen Beobachtungen ziemlich praktisch. Die Holzdielen sind allerdings nicht ganz so gnädig wie eine feste Gartensäule. Bei hohen Vergrößerungen reicht eine Bewegung am Teleskop oder auf dem Balkon, und das Bild gerät kurz ins Zittern. Dafür ist der Aufbau schnell erledigt. Die Gartensäule steht deutlich stabiler, verlangt aber auch etwas mehr Transport der Ausrüstung bei weiteren Wegen und wird von mir nur bei sicherer Wetterlage genutzt. Gerade an einem Freitagabend hat der Balkon deshalb durchaus seine Berechtigung: Teleskop raus, beobachten, Teleskop wieder rein – und Getränke und Snackversorgung sind ebenfalls gesichert.
Zum Einstieg ging der Blick zunächst in den Großen Bären zu Mizar und Alkor. Mizar und Alkor waren sofort auffällig, und bei höherer Vergrößerung zeigte sich auch Mizar selbst schön als Doppelstern. Die Sterne standen sauber und sehr punktförmig im Gesichtsfeld – ein angenehmer zweiter Eindruck vom FL90S.
Von dort ging es weiter zu Epsilon Bootis, Izar. Der Doppelstern zeigte sich mit seinem deutlichen Kontrast zwischen den beiden Komponenten sehr schön. Mit steigender Vergrößerung wurde die Trennung immer eindeutiger. Gerade bei solchen Objekten macht es Spaß, sich langsam an die optimale Vergrößerung heranzutasten.
Danach durfte mit M13 im Herkules natürlich ein Klassiker nicht fehlen. Für 90 mm Öffnung ist M13 erstaunlich dankbar. Der Kugelsternhaufen erschien als kompakte, deutlich aufgehellte Struktur, die zum Rand hin zunehmend körnig wirkte. Natürlich ersetzt das keine größere Öffnung, aber auch im FL90S macht M13 richtig Spaß.
Anschließend stand Epsilon Lyrae auf dem Programm. Hier kam das 3,5-mm-Okular zum Einsatz, was am FL90S immerhin rund 231-fache Vergrößerung ergibt. Die beiden engeren Komponenten ließen sich dabei ohne Probleme trennen. Besonders schön war, dass die Sterne auch bei dieser hohen Vergrößerung sauber und nadelfein blieben.
Weiter ging es zu Albireo. Nach den eher auf Auflösung ausgerichteten Doppelsternen war das wieder ein Objekt zum Zurücklehnen: Der Farbkontrast der beiden Komponenten kam sehr schön zur Geltung. Ein klassischer „einfach nur schön anzuschauen“-Moment.
Zum Abschluss wanderte der FL90S noch zum Doppelhaufen h und χ Persei. Hier konnte der kleine Refraktor seine Stärken ebenfalls schön ausspielen. Je nach Okular ließ sich der Doppelhaufen als Ganzes überblicken oder man konnte sich einzelne Sternfelder herausgreifen. Viele unterschiedlich helle Sterne dicht nebeneinander – ein wirklich schöner Abschluss des Abends.
Auffällig war während der gesamten Beobachtung die sehr saubere, nadelfeine Sternabbildung. Nach etwa 30 Minuten hatte sich das Fluorit-Objektiv weitgehend an die Umgebungstemperatur und die Linsenfassung angepasst.
Und dann gab es noch einen ungeplanten Programmpunkt: Die ISS kam vorbei. Also kurzerhand das Smartphone gezückt und einen Schnappschuss von der vorbeiziehenden ISS gemacht. Damit hatte der Abend neben den klassischen Doppelsternen und Deep-Sky-Objekten noch einen kleinen Ausflug in die bemannte Raumfahrt zu bieten.
Unterm Strich war es ein richtig schöner Abend am Okular. Nach der längeren Pause hat es einfach wieder Spaß gemacht, sich ohne großes Programm von einem Objekt zum nächsten treiben zu lassen – und dabei festzustellen, was der alte FL90S so am Himmel zeigt.
CS
Stephan
Instrument: Vixen FL90S, 90/810
Montierung: Vixen GP mit Halbsäule
Beobachtungsort: Balkon, Westausrichtung
Hallo zusammen,
nach längerer Pause stand gestern endlich wieder ein etwas ausführlicherer visueller Beobachtungsabend an. Und passend dazu war gerade ein „neuer, alter“ Vixen FL90S bei mir eingetroffen. Also raus damit auf den Balkon.
Der Himmel überraschte an diesem Abend mit erstaunlich wenig Wolken – eigentlich genau die Gelegenheit, auf die man gewartet hat.
Der Balkon ist für solche spontanen Beobachtungen ziemlich praktisch. Die Holzdielen sind allerdings nicht ganz so gnädig wie eine feste Gartensäule. Bei hohen Vergrößerungen reicht eine Bewegung am Teleskop oder auf dem Balkon, und das Bild gerät kurz ins Zittern. Dafür ist der Aufbau schnell erledigt. Die Gartensäule steht deutlich stabiler, verlangt aber auch etwas mehr Transport der Ausrüstung bei weiteren Wegen und wird von mir nur bei sicherer Wetterlage genutzt. Gerade an einem Freitagabend hat der Balkon deshalb durchaus seine Berechtigung: Teleskop raus, beobachten, Teleskop wieder rein – und Getränke und Snackversorgung sind ebenfalls gesichert.
Zum Einstieg ging der Blick zunächst in den Großen Bären zu Mizar und Alkor. Mizar und Alkor waren sofort auffällig, und bei höherer Vergrößerung zeigte sich auch Mizar selbst schön als Doppelstern. Die Sterne standen sauber und sehr punktförmig im Gesichtsfeld – ein angenehmer zweiter Eindruck vom FL90S.
Von dort ging es weiter zu Epsilon Bootis, Izar. Der Doppelstern zeigte sich mit seinem deutlichen Kontrast zwischen den beiden Komponenten sehr schön. Mit steigender Vergrößerung wurde die Trennung immer eindeutiger. Gerade bei solchen Objekten macht es Spaß, sich langsam an die optimale Vergrößerung heranzutasten.
Danach durfte mit M13 im Herkules natürlich ein Klassiker nicht fehlen. Für 90 mm Öffnung ist M13 erstaunlich dankbar. Der Kugelsternhaufen erschien als kompakte, deutlich aufgehellte Struktur, die zum Rand hin zunehmend körnig wirkte. Natürlich ersetzt das keine größere Öffnung, aber auch im FL90S macht M13 richtig Spaß.
Anschließend stand Epsilon Lyrae auf dem Programm. Hier kam das 3,5-mm-Okular zum Einsatz, was am FL90S immerhin rund 231-fache Vergrößerung ergibt. Die beiden engeren Komponenten ließen sich dabei ohne Probleme trennen. Besonders schön war, dass die Sterne auch bei dieser hohen Vergrößerung sauber und nadelfein blieben.
Weiter ging es zu Albireo. Nach den eher auf Auflösung ausgerichteten Doppelsternen war das wieder ein Objekt zum Zurücklehnen: Der Farbkontrast der beiden Komponenten kam sehr schön zur Geltung. Ein klassischer „einfach nur schön anzuschauen“-Moment.
Zum Abschluss wanderte der FL90S noch zum Doppelhaufen h und χ Persei. Hier konnte der kleine Refraktor seine Stärken ebenfalls schön ausspielen. Je nach Okular ließ sich der Doppelhaufen als Ganzes überblicken oder man konnte sich einzelne Sternfelder herausgreifen. Viele unterschiedlich helle Sterne dicht nebeneinander – ein wirklich schöner Abschluss des Abends.
Auffällig war während der gesamten Beobachtung die sehr saubere, nadelfeine Sternabbildung. Nach etwa 30 Minuten hatte sich das Fluorit-Objektiv weitgehend an die Umgebungstemperatur und die Linsenfassung angepasst.
Und dann gab es noch einen ungeplanten Programmpunkt: Die ISS kam vorbei. Also kurzerhand das Smartphone gezückt und einen Schnappschuss von der vorbeiziehenden ISS gemacht. Damit hatte der Abend neben den klassischen Doppelsternen und Deep-Sky-Objekten noch einen kleinen Ausflug in die bemannte Raumfahrt zu bieten.
Unterm Strich war es ein richtig schöner Abend am Okular. Nach der längeren Pause hat es einfach wieder Spaß gemacht, sich ohne großes Programm von einem Objekt zum nächsten treiben zu lassen – und dabei festzustellen, was der alte FL90S so am Himmel zeigt.
CS
Stephan