Deneb
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
eine wunderschöne Nacht ist nun um, ich hatte meine drei Stunden Schlaf (für mich total ausreichend), in der Uni war ich auch schon und nun hab ich Zeit, ein wenig von der vergangenen Nacht zu berichten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Schon zu Beginn waren die Bedingungen auf dem Hohloh auf knapp 1000mNN sehr gut, es war wunderbar klar, mit 7°C auch nicht so kalt und auch der Wind verhielt sich sehr ruhig.
Die Luft wurde im Laufe der Zeit noch ein ganzes Stückchen besser und die Milchstrasse war mehr als nur sehr gut zu sehen. Um ehrlich zu sein, war sie für unsere Verhältnisse sehr hell. Noch nie habe ich mit bloßem Auge soviele Strukturen darin erkannnt. Angefangen beim Nordamerikanebel, dessen Bucht sogar mit dem Auge zu sehen war, mit dem Fernglas dann natürlich sehr deutlich, und das alles ohne Nebelfilter. Am meisten beeindruckt hat mich der Detailreichtum der Milchstrasse im Schützen. Sogar dort war sie sehr hell bis ganz hinunter zum Horizont zu sehen. Es reihte sich Sternwolke an Sternwolke und Dunkelwolke an Dunkelwolke. Sogar die große Teilung zwischen den Sternbildern Schütze und Skorpion war total super zu sehen. Es sah wirklich aus wie auf einem Foto und das bis hinunter zum Horizont. Auch der Stachel des Skorpion war hell strahlend knapp über dem Horizont auszmachen und die beiden Sternhaufen M6 und M7 erschienen mit dem bloßem Auge als schwache,aber sehr gut sichtbare Fleckchen.
Es wurde so klar, dass Udo und ich Deep Sky mit dem bloßem Auge betrieben haben. Die Standardobjekte M13 und M3 waren natürlich sehr einfach, auch M5 war als kleiner Lichtfleck erkennbar. Dann packte uns das Entdeckungsfieber. Es sollte M92 sein, mit einer visuellen Helligkeit von 6m7. Und tatsächlich, des öfteren blitzte an der gesuchten Position ein schwaches Etwas hervor. Beim Aufsuchen von M92 hat Udo einen Spruch gebracht, den ich so schnell nicht vergessen werde, der aber alles auf den Punkt gebracht hat:
Mensch, das ist gar nicht so einfach, Wega blendet viel zu sehr.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Ich denke, mehr muss man über die Bedingungen in dieser Nacht nicht sagen. Kurz gesagt, es war eigentlich die Nacht der Nächte. Doch nun zu meinen eigentlich Beobachtungen...
Am Anfang stand natürlich der Komet C/2001 Q4 Neat (was für ein bescheuerter Name...) auf dem Programm. Mit dem bloßem Auge war der Komet überhaupt kein Problem, nur den Schweif konnte man nicht sehen. Im Fernglas bot der Komet dann einen umwerfenden Anblick. Neben der dicken, sehr hellen Koma war der Schweif auf einer Länge von ca. 4° Grad zu sehen, und das sogar recht hell. Im Dobson zeigte sich bei einer Vergrößerung von 40x eine sehr große Koma, aus der der breite Staubschweif deutlich hervorkam. Darin eingebettet war der Plasmschweif, der deutlich heller und dünner als der Staubschweif erschien. Leider war der Schweif so lang, dass er nicht ins Gesichtsfeld gepasst hat. In der Koma war der sehr helle, stellare Kern zu sehen, der auch bei 150x noch stellar blieb. Wirklich ein wunderschöner Komet.
Nachdem ich mich am Kometen sattgesehen hatte, ging es zu meinem ersten Projekt. Ich wollte weiter im Comahaufen rumwühlen. Das ist ein Galaxienhaufen in ca. 300 Millionen Lichtjahren Entfernung. In Büchern steht immer wieder, dass man mit 8 Zoll nur ca. 10, bzw. die zwei hellsten Galaxien darin erkennen kann. Aber ihr kennt mich ja: Grenzen sind dazu da, um nach oben verschoben zu werden. In der ersten Nacht des Projekts vor einem Monat konnte ich schon 20 Galaxien darin beobachten, die allesamt recht einfach zu sehen waren. Darum hab ich mir eine Karte ausgedruckt, die nun auch Galaxien mit Helligkeiten von 14m0(p) bis 14m5(p) enthielt. Das kleine "p" meint im übrigen photographische Helligkeiten, ein "v" bezeichnet die wichtigeren visuellen Helligkeiten. So konnte ich heute Nacht wieder 22 Galaxien in diesem Haufen beobachten. Macht also insgesamt schon über 40!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Aber auch hier waren die Objekte immer noch recht einfach, so dass ich heute Nacht die Galaxien mit einer Helligkeit von 14m5(p) bis 15m0(p) beobachten werde. Bin mal gespannt, wieviel hier noch geht... Von wegen nur 10 Galaxien...
Das war aber nur die Aufwärmphase für das heutige Hauptprojekt: der Herkules Galaxienhaufen. Im Gegensatz dazu ist der Comahaufen ein Kinderspiel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />, obwohl auch der nicht so ganz einfach ist. Wer sich Bücher durchliest, der findet meist die Information, dass man die Galaxien in diesem 700 Millionen Lichtjahren entfernten Haufen nur mit Teleskopen mit mehr als 40cm Öffnung beobachten kann. Als ich mir das ganze mal genauer überlegt hab, bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass man das auch mit 20cm hinbekommen könnte. Es sollte allerdings recht schwer werden, das schon mal vorneweg. Die Galaxien haben Helligkeiten von 14m2(p) bis 15m3(p), sind also extrem schwach. Daher musste eine Vergrößerung von 240x her, um überhaupt eine Chance zu haben. Hinzu kommt noch, dass die Sterne, die man als Orientierungspunkte nehmen könnte, mit Helligkeiten von meist unter 13mag (viele sind auch schwächer als 14mag) nicht gerade auffällig sind. Um es kurz zu machen, es war ein regelrechter Kampf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />, aber zum Ende hin konnte ich 11 Galaxien in diesem Haufen ausmachen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Das waren mehr, als ich mir erhofft hatte. Von wegen man braucht ein Teleskop von 40cm und mehr...
Nach diesen Erfolgserlebnissen steht heute Nacht nun das Stephans Septett in der Schlange an, für das auch immer gesagt wird, man braucht ein Teleskop von mehr als 40cm Öffnung, um an der Stelle was sehen zu können (wenn ich das recht in Erinnerung hab).
Nun war die Zeit für helle Objekte gekommen. Man muss seinen Augen ja auch mal ein bisschen Ruhe gönnen. Daher hab ich mit Udo noch ein wenig mit seinem 50cm Teleskop beoachtet. Zuerst gings zu M51, der berühmten Feuerradgalaxie. Die Spiralarme waren sehr hell zu erkennen, mit vielen Knoten und Verdickungen darin, auch die Lichtbrücke war deutlich zu sehen. Einfach nur der Wahnsinn. Der Kugelsternhaufen M5 füllte das ganze Gesichtsfeld aus und es waren tausende von hellen Sternen erkennbar. Vergesst alle Bilder, die ihr jemals von einem Kugelsternhaufen gesehen habt, nichts kommt dem visuellen Eindruck auch nur annähernd nahe. Dann gings weiter zum Nordamerikanebel, dessen Bucht klar und deutlich im Okular stand. Leider lag der Nebel noch auf der Seite. Auch der Schnabel vom Pelikannebel war super zu erkennen. Soll ich euch was sagen:
Ich brauch auch so ein Teleskop und wenn ich eins hab, zieh ich nach Arizona.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nach diesen wunderschönen Eindrücken hab ich wieder zu meinem Teleskop begeben und bin tief in den Schützen abgetaucht, wo ich mich an der herrlichen Form des dreigeteilten Trifidnebels erfreut habe. Bei diesem Himmel braucht man fast keinen Nebelfilter mehr, die drei Staubwolken waren auch so wunderbar zu erkennen. Dann gings zum Lagunennebel, der das ganze Gesichtsfeld mit leuchtenden Nebelmassen ausfüllte. Der Omeganebel stand klar und hell im dichten Gewimmel der Milchstrasse und sah aus wie ein Schwan, der auf einem kleinen See schwimmt. Mit Filter wurden dann Nebelfetzen sichtbar, die man sonst nur von Fotos kennt. Hier bekam der Name "Omeganebel" eine ganz andere Bedeutung. Auch der Adlernebel mit seinen drei berühmten Säulen stand herrlich klar im Okular. Der reine Wahnsinn. Dann ging es zu M22, dem schönsten Kugelsternhaufen am nördlichen Firmament. Bei 150x war eine leuchtende Kugel aus hunderten von glitzernden Einzelsternen erkennbar, sogar Udo war sichtlich beeindruckt. Auch sein Nachbar M28 konnte in den Randbereichen in viele einzelne Sterne aufgelöst werden. Nach einem kurzen Abstecher beim Ringnebel ging es in den Schwan. Auch ich stellte mit meinem Teleskop den Nordamerikanebel ein. Es war eine Wucht: hell und klar stand der gesamte Kontinent im Gesichtfeld, überall waren Nebelflecken erkennbar, so dass die Zuordnung wirklich schwierig wurde. Der Zirrusnebel bot einen überwältigenden Anblick: Mit UHC sehr hell und super strukturiert. Sogar ohne Filter war er deutlich zu erkennen, dank des super Himmels!!! Außer den beiden Nebelhälften gibt es ja auch noch den Mittelteil, den kaum jemand beobachtet. Auch dieser erschien in einem UHC sehr deutlich. Ich war mittlerweile total euphorisch und rauschte von Objekt zu Objekt. Kugelsternhaufen folgten auf Gasnebel, Sternhaufen auf Doppelsterne mit wunderschönen Farbkontrasten, dazwischen auch mal Dunkelwolken und bläulich leuchtende planetarische Nebel. Es hätte noch Stunden so weitergehen können, aber leider war die Nacht nun fast um.
Daher ging es zu meinem letzten Objekt: der Komet Bradfield!! Nach Guide sollte er eine Helligkeit von 10mag haben, aber weit gefehlt!!! Er war viel heller!! Auf den ersten Blick erschien die Koma deutlich länglich und es war ein wunderschöner, dünner Gasschweif auszumachen, der eine Länge von über 1° aufwies. Einfach eine Wucht und ein wunderschöner Abschluss einer der schönsten Nächte!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich bin immer noch total fasziniert von den Dingen, die ich heute Nacht sehen durfte... Ich hoffe total, dass das Wetter so bleibt, denn dann werde ich wieder in die Tiefen unseres Universums abtauchen!!!!
Was haben wir doch für ein wunderschönes Hobby !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Bis dann, Christian
eine wunderschöne Nacht ist nun um, ich hatte meine drei Stunden Schlaf (für mich total ausreichend), in der Uni war ich auch schon und nun hab ich Zeit, ein wenig von der vergangenen Nacht zu berichten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Schon zu Beginn waren die Bedingungen auf dem Hohloh auf knapp 1000mNN sehr gut, es war wunderbar klar, mit 7°C auch nicht so kalt und auch der Wind verhielt sich sehr ruhig.
Die Luft wurde im Laufe der Zeit noch ein ganzes Stückchen besser und die Milchstrasse war mehr als nur sehr gut zu sehen. Um ehrlich zu sein, war sie für unsere Verhältnisse sehr hell. Noch nie habe ich mit bloßem Auge soviele Strukturen darin erkannnt. Angefangen beim Nordamerikanebel, dessen Bucht sogar mit dem Auge zu sehen war, mit dem Fernglas dann natürlich sehr deutlich, und das alles ohne Nebelfilter. Am meisten beeindruckt hat mich der Detailreichtum der Milchstrasse im Schützen. Sogar dort war sie sehr hell bis ganz hinunter zum Horizont zu sehen. Es reihte sich Sternwolke an Sternwolke und Dunkelwolke an Dunkelwolke. Sogar die große Teilung zwischen den Sternbildern Schütze und Skorpion war total super zu sehen. Es sah wirklich aus wie auf einem Foto und das bis hinunter zum Horizont. Auch der Stachel des Skorpion war hell strahlend knapp über dem Horizont auszmachen und die beiden Sternhaufen M6 und M7 erschienen mit dem bloßem Auge als schwache,aber sehr gut sichtbare Fleckchen.
Es wurde so klar, dass Udo und ich Deep Sky mit dem bloßem Auge betrieben haben. Die Standardobjekte M13 und M3 waren natürlich sehr einfach, auch M5 war als kleiner Lichtfleck erkennbar. Dann packte uns das Entdeckungsfieber. Es sollte M92 sein, mit einer visuellen Helligkeit von 6m7. Und tatsächlich, des öfteren blitzte an der gesuchten Position ein schwaches Etwas hervor. Beim Aufsuchen von M92 hat Udo einen Spruch gebracht, den ich so schnell nicht vergessen werde, der aber alles auf den Punkt gebracht hat:
Mensch, das ist gar nicht so einfach, Wega blendet viel zu sehr.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Ich denke, mehr muss man über die Bedingungen in dieser Nacht nicht sagen. Kurz gesagt, es war eigentlich die Nacht der Nächte. Doch nun zu meinen eigentlich Beobachtungen...
Am Anfang stand natürlich der Komet C/2001 Q4 Neat (was für ein bescheuerter Name...) auf dem Programm. Mit dem bloßem Auge war der Komet überhaupt kein Problem, nur den Schweif konnte man nicht sehen. Im Fernglas bot der Komet dann einen umwerfenden Anblick. Neben der dicken, sehr hellen Koma war der Schweif auf einer Länge von ca. 4° Grad zu sehen, und das sogar recht hell. Im Dobson zeigte sich bei einer Vergrößerung von 40x eine sehr große Koma, aus der der breite Staubschweif deutlich hervorkam. Darin eingebettet war der Plasmschweif, der deutlich heller und dünner als der Staubschweif erschien. Leider war der Schweif so lang, dass er nicht ins Gesichtsfeld gepasst hat. In der Koma war der sehr helle, stellare Kern zu sehen, der auch bei 150x noch stellar blieb. Wirklich ein wunderschöner Komet.
Nachdem ich mich am Kometen sattgesehen hatte, ging es zu meinem ersten Projekt. Ich wollte weiter im Comahaufen rumwühlen. Das ist ein Galaxienhaufen in ca. 300 Millionen Lichtjahren Entfernung. In Büchern steht immer wieder, dass man mit 8 Zoll nur ca. 10, bzw. die zwei hellsten Galaxien darin erkennen kann. Aber ihr kennt mich ja: Grenzen sind dazu da, um nach oben verschoben zu werden. In der ersten Nacht des Projekts vor einem Monat konnte ich schon 20 Galaxien darin beobachten, die allesamt recht einfach zu sehen waren. Darum hab ich mir eine Karte ausgedruckt, die nun auch Galaxien mit Helligkeiten von 14m0(p) bis 14m5(p) enthielt. Das kleine "p" meint im übrigen photographische Helligkeiten, ein "v" bezeichnet die wichtigeren visuellen Helligkeiten. So konnte ich heute Nacht wieder 22 Galaxien in diesem Haufen beobachten. Macht also insgesamt schon über 40!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Aber auch hier waren die Objekte immer noch recht einfach, so dass ich heute Nacht die Galaxien mit einer Helligkeit von 14m5(p) bis 15m0(p) beobachten werde. Bin mal gespannt, wieviel hier noch geht... Von wegen nur 10 Galaxien...
Das war aber nur die Aufwärmphase für das heutige Hauptprojekt: der Herkules Galaxienhaufen. Im Gegensatz dazu ist der Comahaufen ein Kinderspiel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />, obwohl auch der nicht so ganz einfach ist. Wer sich Bücher durchliest, der findet meist die Information, dass man die Galaxien in diesem 700 Millionen Lichtjahren entfernten Haufen nur mit Teleskopen mit mehr als 40cm Öffnung beobachten kann. Als ich mir das ganze mal genauer überlegt hab, bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass man das auch mit 20cm hinbekommen könnte. Es sollte allerdings recht schwer werden, das schon mal vorneweg. Die Galaxien haben Helligkeiten von 14m2(p) bis 15m3(p), sind also extrem schwach. Daher musste eine Vergrößerung von 240x her, um überhaupt eine Chance zu haben. Hinzu kommt noch, dass die Sterne, die man als Orientierungspunkte nehmen könnte, mit Helligkeiten von meist unter 13mag (viele sind auch schwächer als 14mag) nicht gerade auffällig sind. Um es kurz zu machen, es war ein regelrechter Kampf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />, aber zum Ende hin konnte ich 11 Galaxien in diesem Haufen ausmachen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Das waren mehr, als ich mir erhofft hatte. Von wegen man braucht ein Teleskop von 40cm und mehr...
Nach diesen Erfolgserlebnissen steht heute Nacht nun das Stephans Septett in der Schlange an, für das auch immer gesagt wird, man braucht ein Teleskop von mehr als 40cm Öffnung, um an der Stelle was sehen zu können (wenn ich das recht in Erinnerung hab).
Nun war die Zeit für helle Objekte gekommen. Man muss seinen Augen ja auch mal ein bisschen Ruhe gönnen. Daher hab ich mit Udo noch ein wenig mit seinem 50cm Teleskop beoachtet. Zuerst gings zu M51, der berühmten Feuerradgalaxie. Die Spiralarme waren sehr hell zu erkennen, mit vielen Knoten und Verdickungen darin, auch die Lichtbrücke war deutlich zu sehen. Einfach nur der Wahnsinn. Der Kugelsternhaufen M5 füllte das ganze Gesichtsfeld aus und es waren tausende von hellen Sternen erkennbar. Vergesst alle Bilder, die ihr jemals von einem Kugelsternhaufen gesehen habt, nichts kommt dem visuellen Eindruck auch nur annähernd nahe. Dann gings weiter zum Nordamerikanebel, dessen Bucht klar und deutlich im Okular stand. Leider lag der Nebel noch auf der Seite. Auch der Schnabel vom Pelikannebel war super zu erkennen. Soll ich euch was sagen:
Ich brauch auch so ein Teleskop und wenn ich eins hab, zieh ich nach Arizona.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nach diesen wunderschönen Eindrücken hab ich wieder zu meinem Teleskop begeben und bin tief in den Schützen abgetaucht, wo ich mich an der herrlichen Form des dreigeteilten Trifidnebels erfreut habe. Bei diesem Himmel braucht man fast keinen Nebelfilter mehr, die drei Staubwolken waren auch so wunderbar zu erkennen. Dann gings zum Lagunennebel, der das ganze Gesichtsfeld mit leuchtenden Nebelmassen ausfüllte. Der Omeganebel stand klar und hell im dichten Gewimmel der Milchstrasse und sah aus wie ein Schwan, der auf einem kleinen See schwimmt. Mit Filter wurden dann Nebelfetzen sichtbar, die man sonst nur von Fotos kennt. Hier bekam der Name "Omeganebel" eine ganz andere Bedeutung. Auch der Adlernebel mit seinen drei berühmten Säulen stand herrlich klar im Okular. Der reine Wahnsinn. Dann ging es zu M22, dem schönsten Kugelsternhaufen am nördlichen Firmament. Bei 150x war eine leuchtende Kugel aus hunderten von glitzernden Einzelsternen erkennbar, sogar Udo war sichtlich beeindruckt. Auch sein Nachbar M28 konnte in den Randbereichen in viele einzelne Sterne aufgelöst werden. Nach einem kurzen Abstecher beim Ringnebel ging es in den Schwan. Auch ich stellte mit meinem Teleskop den Nordamerikanebel ein. Es war eine Wucht: hell und klar stand der gesamte Kontinent im Gesichtfeld, überall waren Nebelflecken erkennbar, so dass die Zuordnung wirklich schwierig wurde. Der Zirrusnebel bot einen überwältigenden Anblick: Mit UHC sehr hell und super strukturiert. Sogar ohne Filter war er deutlich zu erkennen, dank des super Himmels!!! Außer den beiden Nebelhälften gibt es ja auch noch den Mittelteil, den kaum jemand beobachtet. Auch dieser erschien in einem UHC sehr deutlich. Ich war mittlerweile total euphorisch und rauschte von Objekt zu Objekt. Kugelsternhaufen folgten auf Gasnebel, Sternhaufen auf Doppelsterne mit wunderschönen Farbkontrasten, dazwischen auch mal Dunkelwolken und bläulich leuchtende planetarische Nebel. Es hätte noch Stunden so weitergehen können, aber leider war die Nacht nun fast um.
Daher ging es zu meinem letzten Objekt: der Komet Bradfield!! Nach Guide sollte er eine Helligkeit von 10mag haben, aber weit gefehlt!!! Er war viel heller!! Auf den ersten Blick erschien die Koma deutlich länglich und es war ein wunderschöner, dünner Gasschweif auszumachen, der eine Länge von über 1° aufwies. Einfach eine Wucht und ein wunderschöner Abschluss einer der schönsten Nächte!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich bin immer noch total fasziniert von den Dingen, die ich heute Nacht sehen durfte... Ich hoffe total, dass das Wetter so bleibt, denn dann werde ich wieder in die Tiefen unseres Universums abtauchen!!!!
Was haben wir doch für ein wunderschönes Hobby !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Bis dann, Christian