200/1200 auf CG5: Möglich?

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Michael_Haardt

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Hallo,

bisher habe ich ein 114/900 auf der CG5: Sehr stabil, man kann viel sehen, aber natürlich kommt langsam der Wunsch nach mehr.

Ein 8" ist der logische Nachfolger, aber laut Montierungsdatenbank eher nicht empfehlenswert. Sehr verwirrend ist für mich das in der Regel hohe Tubusgewicht von 10-11 kg, während kleinere Optiken erheblich leichter sind. Was wiegt da eigentlich so viel?

Und wo liegt das Problem: Zu hohes Gewicht oder Schwingungen aufgrund des langen Tubus?

Michael
 
Zitat von Michael_Haardt:
Und wo liegt das Problem: Zu hohes Gewicht oder Schwingungen aufgrund des langen Tubus?

Hallo Michael,

Beides ist das Problem. Der Tubus ist schwerer. Das Gewicht des Tubus steigt bei wachsender Öffnung mit der größeren Spiegelfläche und dem Volumen des Teleskops, also mit irgendetwas zwischen der zweiten und dritten Potenz. Dann liegt der Schwerpunkt des größeren Teleskops weiter ab vom Drehpunkt der Montierung. Es wirkt also ein größeres Drehmoment auf die Moti.

8" auf CG-5 (das ist eine EQ-5) geht so gerade noch visuell und mit viel Leidensfähigkeit noch für die Planetenfotografie. Es wird aber schon sehr stark schwingen. Ein 8"er gehört auf eine Montierung der EQ-6-Klasse wenn er stabil sein und Spaß bringen soll.

Was hast Du denn vor? Fotografie oder visuell? Für visuell würde ich lieber einen Dobson in 8" nehmen. Für Fotografisch eher einen netten Apo und dann die CG-5 guidingfähig machen (falls sie es nicht schon ist).

Bis dann:
Marcus
 
Das Gewicht des Spiegels verstehe ich. Der 8" f6 Spiegel von TS wiegt 3 kg. Ein 8" f5 Tubus wiegt unter 9 kg. Warum wiegt ein f6 Tubus dann 11 kg? Ist es der Tubus selbst? Der OAZ? Die Hauptspiegelhalterung?

Ich benutze das Teleskop vorwiegend visuell, hin und wieder mit Webcam.

Zum Vergleich: Früher war der 114/900 auf einer EQ2. Das Schwingen fand ich ehrlich gesagt noch erträglich, nur alles sonst war grausig.

Lassen sich die Schwingungen mit einer Hargreave Strebe verringern?

Michael
 
Hallo Michael,

nie und nimmer würde ich meinen 8" f/6 auf meine EQ5 montieren. (habe beides). So leid mir´s für Dich tut, das Ding gehört auf eine Montierung der 1000,- Euro Klasse.
Bei mir ist´s die Ayo digi II auf Berlebach Planet.

Was Du vergisst ist, Du wirst Dein Teleskop auch ausreizen wollen. Bei AP = 0,7mm sind das beim 114/900 160-fache Vergrößerung, beim 8-Zöller 280-fach.

Gruß Uwe
 
Hallo Michael,

Das ist wie gesagt eine Sache der persönlichen Leidensfähigkeit. Wenn es Dich nicht stört dass jupiter beim leisesten Windhauch um einen Planetendurchmesser hin- und herzappelt, nur zu. :D

Ob eine Hargravestrebe etwas bringt? Keine Ahnung. Ich musste erst googeln was das ist, also scheint so ein Teil nicht sonderlich weit verbreitet zu sein.
Sonst probiere es doch einfach mal aus. Und wenn es Dir dann zu viel wackelt, kannst Du ja immer noch eine NEQ-6 nachkaufen. Oder eine Rockerbox für den 8"er bauen.

Bis dann:
Marcus
 
Hmm, die höhere maximale Vergrößerung habe ich in der Tat nicht bedacht. Ja, vermutlich will ich die auch mal nutzen und dann wirken sich die Schwingungen erheblich stärker aus. Ich dachte bei 8" bisher nur an mehr Licht.

Aber meine Neugier bleibt: Was wiegt da soviel? Wäre da etwas zu optimieren, z.B. als Gitterrohrtubus mit leichtem OAZ?

Mir langt das Gewicht der CG5 mit Stativ, noch schwerer bleibt das Ding am Ende nur da stehen, wo es nicht stört.

Michael
 
Hallo Michael,

So ein 8"er besteht ja nicht nur aus einem Spiegel. Dazu kommen noch Spiegelzelle, Tubus, Tubusringe, Rohrschellen, Prismenschiene, Okularauszug in 2". Alles doppelt so groß wie Dein 4"er und damit um den Faktor vier schwerer.
Klar kannst Du den Tubus leichter machen. Zum Beispiel indem Du konsequent auf ultraleichte Carbonbauweise setzt. Aber wer soll das in Serie produzieren? Und wer soll das kaufen?

Aber auch dann wird der 8"er Deine CG-5 immer noch überfordern. Ein Carbontubus spart Dir maximal ein Kilo. Sein Vorteil liegt weniger in der Gewichtsersparnis, mehr im günstigeren Temperaturverhalten für die Fotografie. Ein Gitterrohrtubus bringt bei so wenig Öffnung auch noch keinen echten Vorteil. Denn OAZ, und Spiegelzelle bleiben, dazu kommen dann noch der Hut, die Stangen und die Spiegelbox.

Wenn Du mehr Öffnung haben willst, aber keine größere Monti als die CG-5, dann nimm doch einen 6"er. Der sammelt auch schon doppelt so viel Licht wie der 4"er, wird von der CG-5 aber noch stabil getragen.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Michael,

möglich ja, aber nicht empfehlenswert. Ich hatte einen 8"/f5 Newton in Kombination mit einer EQ-5 laufen und kann Dir nur - wie Marcus es bereits empfahl - zu einem 6" raten. Ich habe meinen 8" durch einen 6"/f5 ersetzt, weil dieser:
- beim Betrieb (Fokusieren, Nachführen) praktisch keine Nachschwingen verursachte
- weniger Windanfällig ist (und ich meine hier Lüftchen)
- leichter zu Handhaben war (Gewicht, Länge)
- trotzt 2" weniger Spiegeldurchmesser viele Objekte erreichbar machte
- Fotografie ermöglichte (DSLR und WebCam)
- schwerere Okulare vertrug
- auch einen 2" OAZ mit 1:10 Untersetzung mitbrachte
- und für Schnellspechten noch auf einer manuellen ATZ von GSO zu gebrauchen war.

Meinen 8" Newton bewege ich aktuell auf der AZ-EQ6 und dieser trägt ihn souverän.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Nach dem, was ich bisher so las, scheint sich das Gewicht eines 8" zu je einem Drittel auf Spiegel, Tubus und den Rest zu verteilen. Das erklärt, warum nur den Tubus zu optimieren nicht reicht.

Nach den persönlichen Erfahrungen halte ich also fest: Möglich, aber nicht vergnüglich. Auf konventionellem Weg ist 6" die Grenze, wenn es Spaß machen soll.

mettling: So kann man das sehen, oder auch so, dass alle an die verfügbare Technik und die Grenzen gewöhnt sind. Wäre Gewicht wirklich wichtig, würde es bei ausnahmslos jedem Teil angegeben. Rohrschellen sind ein gutes Beispiel: Dem Hinweis "Aus dem Vollen gefräst" scheint wie bei manchen Autofelgen etwas Mythisches anzuhaften, bedeutet aber oft nur "schick, aber schwer". Die Krafteinleitung in den Tubus muss stimmen, der Rest muss ihn nur halten. Ein symmetrisches Teil wird also kaum optimal sein.

"Schick" gewinnt meist, deswegen gibt es auch nicht viele leichte Felgen. ;-)

Michael
 
Hallo Michael,

Zitat von Michael_Haardt:
Mir langt das Gewicht der CG5 mit Stativ, noch schwerer bleibt das Ding am Ende nur da stehen, wo es nicht stört
ich verstehe Dich gut. Also reden wir über Gewichte.

Mein Newton wiegt, Carbontubus von Klaus Helmerichs mit Lüfter, Tragegriff und direkt angeschraubter Prismenschiene 10gk. Warum dieser nur 7,4kg wiegt, kann ich nicht erklären
http://www.teleskop-express.de/shop...-f-6---Planetenteleskop---Zero-Expansion.html

Nun zur Montierung. Auszüge aus der EQ5 Beschreibung:
"Lieferumfang:

-- ein Gegengewicht (5 kg)

Technische Daten:

-- Eigengewicht des Montierungskopfes ca. 4kg
-- Eigengewicht des Stahlstatives ca. 4kg"

Die 5kg GG wirst Du mindestens brauchen + 4kg Monti -> 9kg
Die Ayo digi II kommt mit 2kg GG aus + 5,5kg Eigengewicht -> 7,5kg

Planet small 9,5kg

Macht unterm Stich 4kg Mehrgewicht.

Gruß Uwe
 
Hallo Michael,

Standardrohrschellen sind in der Regel Alu-Gussteile.

Wie schon gesagt, selbstverständlich ist es möglich durch konsequente Leichtbauweise einen 8"er noch mal deutlich leichter zu machen. Aber dadurch würde er deutlich teurer werden und da stellt sich dann wieder die Frage ob ein solch teurer Leichtbau in Großserie wirtschaftlich lohnend zu produzieren ist. Schließlich müssen ihn auch viele Leute kaufen. Und da extreme Gewichtsersparnis für die meisten Kunden nicht so wichtig ist, greifen sie dann lieber zum etwas schwereren, aber deutlich günstigeren Standardnewton.

Oder bist Du bereit für einen handgemachten ultraleichten Carbonnewton ein paar tausend Euro zu zahlen? Da kaufe ich mir lieber einen normalen Stahlnewton und eine angemessene Montierung.

Ansonsten: bau Dir selbst einen Newton nach Deinen Vorstellungen. :)
Anleitungen für Carbonsandwiches gibt es zuhauf im Netz und es haben auch schon ein paar bekannte Astro-Selbstbauer extrem leichte Carbondobsons gebaut. Zum Beispiel 16"-Dobsons unter 20kg mit Spiegeln. Da ist aber natürlich Selbstschliff angesagt...

Oder halt einen 6"er. Oder eine EQ-6.
Es bleibt schwierig wenn man die Grenzen der Physik ausreizen will...

Bis dann:
Marcus
 
Radfahrer: Das ist wirklich extrem leicht. Ich wüsste gerne, wie das im Detail erreicht wurde. Der Tubus scheint extrem dünn zu sein, aber wie schon besprochen kann das nicht alles sein. Der OAZ wiegt 815 Gramm (ohne Basis, für die kein Gewicht angegeben ist). Die Hauptspiegelhalterung kann da nicht mehr viel wiegen. Erstaunlich!

Nur aus Neugier: Was wiegt der reine Blechtubus eines 8"?

mettling: Ganz recht, da ist Selbstbau angesagt. Evtl. nehme ich ein 6" jetzt und befasse mich mit einem 8" später. :)

Michael
 
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