21P/Giacobini-Zinner

#1
Ich schreibe ja immer die Kometenecke für Sterne und Weltraum, dies muss ein Vierteljahr vor dem Erscheinen fertig sein. Bei 21P habe ich mich einige Hefte lang auf die Daten vergangener Perhiels gestützt - und lag kräftig daneben. Der Komet kam nicht so recht aus dem Knick.

Aber inzwischen entwickelt er sich. Ich bestimmte m1=10m1, d=5', DC=7(!), im 12-Zöller bei SQML = 21,1.
 
#2
hallo Forum,

nach C 2017/S3 der sich ja auf nach einem Ausbruch kurzweilig
auf einen einstelligen Mag Wert katapultierte schätzte ich nun auch 21P auf selbigen !

8.7.2018, 0:50 MESZ, weiße Nacht

10" Dobson, V 76x

9.9mag, DC 4, Durchm 2.8`

Mein Swanfilter sprach bei ihm nicht an.
21P zeigte wie Uwe auch bemerkte eine kompakte Kondensation.
Der Nucleuse war sichtbar. Mal schauen wie der Komet sich nun weiterhin entwickelt.

Gruß
Christian
 
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#4
hallo Forum,

heute Morgen erstmalig für mich mit Schweifansatz !

15.7.2018, 0:30 MESZ
16" Dobson, V 100x

10.2mag, DC 4, Durchm. 2.5`, Schweif 2.8` in PA ~240°
Der Swanfilter brachte kaum einen Gewinn.

Gruß
Christian
 
#5
hallo Forum,

19.7.2018, 0:50 MESZ ohne Mondlicht !

10" f/4.5 Dobson, V 87x - war am optimalsten

10.0mag, DC 4, Durchm. 1.5`, SChweifansatz 2.5`PA 235°

Der Schweifansatz war leicht direkt erkennbar.

Gruß
Christian
 
#6
Hallo ,

heute früh um 1Uhr MESZ gelang es mir den 21P zu beobachten. Überraschend einfach mit dem 100 APM ED Bino bei V=42x.

Das SQM-L zeigte im Zenit 21m.1an.

10m.1 , DC 6, Koma: 2'

Gruß

Michael
 
#7
Hallo Sternfreunde,

gestern abend aus DA und noch Mond am Himmel, so gegen 23:30 MESZ konnte ich den Kometen Dingfest machen. Ca. 3' groß und 9m5 hell nicht so stark kondensiert wie C/2017 S3 (PANSTARRS).

Gruß
Lothar
 
#8
hallo Forum,

3.8.2018, 23:40 MESZ, SQL 20.6, Restdämmerung zudem leicht diesig
12" Dobson, V 86x

8.9mag, DC 5, Durchm 3.5, Schweif 7.0` in PA 245°

21P ist ein hübscher kleiner Komet der nach dunklem Himmel verlangt um seinen zarten Schweif und seine wahren Durchmesser
zu zeigen.
Die Helligkeitsmessung gestaltet sich zudem nicht einfach...


Gruß
Christian
 
#9
Hallo Kometenbeobachter,

es muss so im Jahr 1985 gewesen sein, als ich 21P das letzte Mal gesehen habe, das war damals mein dritter Komet, der darauffolgende war der berühmte Halley.

Entzwischen ist viel Zeit vergangen und es war mir vergönnt über 100 andere Schweifsterne zu beobachten. Irgendwann vor ein paar Jahren ist das Interesse dann langsam eingeschlafen.

Aber jetzt passte es gerade gut und ich konnte bei dürftigem Stadthimmel mit einer Grenzgrösse von nur 3.5 mag den Kometen von einer Ecke meines Gartens den Kometen erkennen. Bei so miesen Bedingungen hilft grosse Öffnung sehr. Bei 200x Vergrösserung im 24" Dobson war der Komet leicht zu erkennen. Stark kondensiert ca. DC 6 und mit deutlicher Eigenbewegung stand er garade hoch genug über den Dächern der umliegenden Häuser um ihn überhaupt erwischen zu können.
Den Durchmesser schätzte ich auf nur 1.5 Bogenminuten, dabei deutlich elliptisch mit angedeutetem Schweifansatz. Helligkeit ca. 10.0mag. Es war schön mal nach einer langen Pause wieder einenmal auf Kometenjagd zu gehen.

CS Mike
 
#11
Servus Christian,

danke, ich hab hier lange nichts mehr geschirieben, aber immer alles gerne gelesen, was du so beobachtest hast.
Wirtanen wird nach Yoshida ja bis zu 3mag hell uns steht dann zu Weihnachten günstig für mich hoch am Himmel im Stier, das schau ich mir sicher an, klar. :biggrin:
CS Mike
 
#13
Beeindruckende Zeichnung, da sieht man schön wie wichtig ein brauchbarer Himmel ist. Ich habe genau zur gleichen Zeit beobachtet und praktisch nur den innersten Teil sehen können. Mich wundert nur,dass du ihn bei deiner beobachteten Ausdehnung nicht heller geschätzt hast.
CS Mike
 
#15
Hallo Leute, heute ist der Himmel dunkler fst 4mag. Bei 100x im 24" Dobs ist der Anblick des Kometen deutlich besser. m1 ca. 9.5mag, d 3' und DC 6. Heute auch sofort gefunden ohne Sucherei.
CS Mike
 
#16
Hi Sternfreunde,

gestern im OdW bei 5.5m+ Himmel war der Komet sehr schön mit Schweif zu erkennen. Die Milchstraße war schön strukturiert vom Cepheus bis in den schlängenträger zu erkennen.
Im 8" Dobson 150x. Ich habe die Helligekiet auf 8m5 geschätzt. Länge des Schweifes gut 10'

Gruß
Lothar
 
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#17
Hallo,
Dann schreib ich auch noch meine beiden Beobachtungen.

4.8., 23:35 MESZ, Grenzgröße 5,7
Im 6" Newton, etwa 9,6 mag., DC 5-6 und d 3'. Schweifansatz ab 60X.

5.8., 23:59 MESZ, Grenzgröße 5,8
Etwa 9,5 mag., DC 6-7 und d 3,5'-4'. Deutlicher Schweifansatz mit sehr schwachem, etwa 5' langem Schweif.

Warum liegen Lothars und meine Helligkeitsschätzung eine ganze Magnitude auseinander? Jetzt wäre glaub ich eine dritte Schätzung hilfreich...

Gruß Kalle
 
#18
> Lothars und meine Helligkeitsschätzung eine ganze Magnitude auseinander?

Meist ist es einer der beiden Gründe:
1) Der Himmelshintergrund: Kometen sind hier besonders empfindlich, mehr als die anderen Nebelobjekte wie Galaxien oder galaktische Nebel. Das hängt damit zusammen, dass deren Helligkeit zum Rand hin immer geringer wird und allmählich in den Hintergrund übergeht
2) Die Beobachtungserfahrung. Aus dem o.g. Grund ist es ziemlich schwer, die äußeren Teile der Koma zu erfassen. Es ist außerdem schwer, einen im Okular recht ausgedehnten Kometen mit einem unscharen Stern zu vergleichen - das sieht ja von der Morphologie ganz unterschiedlich aus. Das ist auch der Grund dafür, dass Kometen in großen Instrumenten unterschätzt werden.
 
#21
Hallo und Dank für die Anregungen,
ich konnte gestern Nacht (7.8.) 0:30 als Highlight 1P/Giacobini-Zinner direkt neben einer markanten Sternkette als schwaches kondensiertes Wölkchen ausmachen. Bei mäßigem Himmel (Milchstraße nicht strukturiert) im 90° Großfernglas bei 30x dennoch einfach.
Eine Schätzung traue ich mir nicht zu.
CS Ansgar
 
#22
Hallo,

Ich konnte soeben Giacobini Zinner blickweise in einem 10,5x70 Glas ausmachen (23:25 MESZ). Bei dieser Vergrößerung war er natürlich nur als ganz kleines nebliges Etwas zu sehen.

Gruß Matthias aus Stralsund
 
#23
Hallo,

Der Vollständigkeit halber:

Aus meinem Garten mit 10x43 Fernglas auf Binosessel,
von ca. 22:45 Uhr nach kurzer (Orientierungs-)Suche indirekt bis 00:00 Uhr immer besser zu sehen.

CS,

Henning
 
#24
Zitat von Henning81:
Hallo,

Der Vollständigkeit halber:

Aus meinem Garten mit 10x43 Fernglas auf Binosessel,
von ca. 22:45 Uhr nach kurzer (Orientierungs-)Suche indirekt bis 00:00 Uhr immer besser zu sehen.

CS,

Henning
Die Angaben beziehen sich auf den Abend des 07.08.2018,
Nordbrandenburg. Der Komet 21P/Giacobini-Zinner stand zu dem
Zeitpunkt unweit nördlich von Kassiopeia.
Neben vereinzelten Zirren war die Durchsicht sehr gut,
M 101 etwa ging problemlos, während M 108 und M109 jenseits der
Machbarkeit waren.

CS,

Henning

 
#26
Heute gemeinsame Beobachtung mit meinem langjährigen Kollegen Erwin, einem erfahrenen Kometenbeobachter.
Stadthimmel bot ca. 3.8mag fst.
Komet hoch kondensiert DC 6, Durchmesser 3 bis 4 Bogenminuten, Schweifansatz,
Helligkeit 8.5mag.
CS Mike + Erwin
PS Dies ist Erwins 97. Komet
 
#28
Hallo,

wie bestimmt man mit dem 7x50 die Helligkeit - defokussierter Stern? Ich hatte gestern nacht ab 0:00Uhr klaren Himmel, und bin raus um ein paar Perseiden zu sehen. Das Auffinden von 21P war recht einfach, direkt neben einem Sternenpärchen mittig zwischen epsilon und omega-Cas. Gute Durchsicht, dennoch wg. Aufhellung schwierig im 10x42-Canon. Mit dem 60er-Miyauchi kein Problem: bei 22x schon strukturiert mit 'aufgehelltem Kern' und umgebender Koma beinahe bis zum helleren Partner des Sternpärchens, etwas kleiner aber trotz größerer AP genauso gut kontrastiert bei 15x. Mit Kenntnis der Position dann auch im 10x42, aber ohne Details. Ich habe dann versucht den helleren Stern des Pärchens zu defokussieren (bei 22x) und es 'schien' bei ähnlicher Ausdehnung des Stern-Scheibchens wie der scharfe 'Gesamtkomet' dann eine etwa gleiche Helligkeit vorhanden. Braucht man für eine Abschätzung immer 'nahe Vorbeiflüge' wie gestern für eine Schätzung?

GG. 01Uhr zog sich's zu, jedoch nicht ohne dass bis dahin immerhin fünf helle Perseiden am Südhimmel gg. Saturn schossen.

geschätzter Gruß
Manfred
 
#29
hallo Forum,

Uwe:
>Ich habe gestern mit dem 7x50-Fernglas m1=7m0 bestimmt.
Ich bitte um Vergleichsbeobachtungen.<

Ich habe mir die Mühe gemacht 21P mit meinem Fernglas zu bestimmen.
Schätzungen am Teleskop finde ich allerdings einfacher...

11.8.2018, 23:45 MESZ, SQL 21.3mag, leichte Cirren

8x44 Steiner Nighthunter XP

8.4mag, DC 7, Durchm. 3.5`, Schweif 11` in PA 250°


div. Referenzsterne mit rund 7mag erschienen mir deutlich heller.

Ich maß wie immer mit der Sidgewick Methode.


Gruß
Christian
 
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#30
> wie bestimmt man mit dem 7x50 die Helligkeit - defokussierter Stern?

Viel defokussieren muss man bei 7x nicht. Indirektes Sehen genügt. Aber im Grunde ist es so: Der Komet wird mit einem defokussierten Stern verglichen. Hierfür gibt es mehrere Methoden (z.B. Komet scharf gegen Stern unscharf oder beide unscharf).
 

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