zwiebald
Aktives Mitglied
Hallo Zusammen,
In meiner Sternwarte war noch ein Betonsockel frei, auf den ich eine Säule stellen wollte. Der Sockel hat am oberen Ende ein Format von 50x50 cm, ist aber im Boden wesentlich breiter durch angegossene Ausleger, und stützt sich auf einer Fläche von etwa 95x95 cm ab. Das Hauptaugenmerk hier lag auf den visuellen Einsatz von Refraktoren oder SCs. Also solle die Säule möglichst hoch sein, um den eigenen Knicks vor dem Fernrohr bei zenitnaher Beobachtung möglicht gering zu halten.
Ich habe eine Höhe von 130 cm über dem Boden gewählt. Die momentan hauptsächlich eingesetzte Celestron CI700 bringt noch einen eigenen Sockel von etwa 25 cm Höhe mit, so daß die finale Bauhöhe der Montierung mit Refraktor recht gut ins Gebäude paßt.
Gleichzeitig wollte ich es ermöglichen, daß neben der CI700 auch andere Montierungen einsetzen zu können. Ich habe ein paar Klassiker, denen ich auch mal gerne Auslauf geben möchte. Zum Beispiel eine Witte & Nehls, eine Wachter Astronom II, eine Zeiss 1b sowie eine Lichtenknecker M60 und M80.
Ein weiterer Gedanke war, daß die Säule auch dann noch passen sollte, wenn sich eine "entgültige" Montierung wie 10Micron GM2000, eine AP1200 oder ähnliches in die Sternwarte verirren sollte. Daher habe ich den Säulendurchmesser auf 300 mm angesetzt. Nur falls jemand hier denkt warum das Teil für sowas wie eine CI700 soooo fett ist
Als Form diente mir ein 315x2000 KG Rohr aus dem Baustoffhandel. Wenn ihr sowas im Handel kauft, bringt bitte ein ausreichend großes Auto mit. In meinen Mercedes C-Klasse Kombi hat das gerade so rein gepaßt. Und recht schwer ist das auch, das traut man dem Ding gar nicht zu. Das Rohr habe ich mit der Flex abgelängt, um auf die gewünschte Länge zu kommen. Um die Linie für die Schnittkante anzeichen zu können, habe ich ein Kantholz genommen, darauf einen 90 Grad Metallwinkel geschraubt, und mit dem Edding zusammen das Ganze um das Rohr gezogen. Damit konnte ich einen zum Säulenende parallelen Ring aufzeichnen.
In den Sockel habe ich 4x 14mm Eisen eingeklebt, um eine Verbindung zum Sockel sicher zu stellen.
Zur Stellprobe habe ich das Rohr mit kleinen Keilen senkrecht ausgerichtet, und danach ein paar Holzstücke um die Säule geklebt, um ein Verrutschen zu verhindern.
Etwa 20 cm über Sockelniveau folgt bei mir noch der Bodendeckel, durch den die Säule durch muß. Nach einigen Anläufen mit Abmessen der Ränder der Säule habe ich mit der Oberfräse (mein neuer Lieblingsgegner in der Werkstatt, ich tue mir da echt schwer mit dem Erbstück vom Schwiegervater) ein Loch in den Bodendeckel gefräßt. Der Lohn von sorgfältigem Messen, nochmals Nachdenken und dreimal hinschauen war, daß der Bodendeckel mit etwa 1 cm gleichmäßigem Abstand um die Säule herum paßt. Schon mal ein Etappensieg...
Danach habe ich den Bodendeckel mit Schrauben auf der Unterkonstruktion fixiert, und mit weiteren aufgeschraubten Hölzern die Säule selbst fixiert. Danach alles nochmals mit der Wasserwaage aus allen Richtungen kontrolliert. Das Ding stand tatsächlich immer noch senkrecht
Im ersten Schritt des Betonierens habe ich dann zwei 30 KG Säcke Estrichbeton in je 15 KG Portionen angerührt und vorsichtig (!) in die Säule geschüttet. Nachdem alles drin und verdichtet war, habe ich nochmals die senkrechte Ausrichtung kontrolliert, alles war ok.
Nachdem die erste Ladung Beton angezogen hatte, hab ich die Säule weiter mit Estrichbeton aufgefüllt. Diesmal bis etwa 35 cm unter Oberkante. Alles wurde schön mit einem Kantholz verdichtet. Als Armierung habe ich noch 4x M14 Gewindestangen ins Rohr eingebracht, mit Draht und dünneren Eisen verbunden.
Danach gab es erst mal ein wohlverdientes Bier bei den Temperaturen in diesem August
Nun kam die Überlegung zu dem Wechselsystem für verschiedene Montierungen. Einen Montierungsadapter aus Metall zu fräsen oder drehen kommt für mich leider nicht in Frage. Ich kann so gut wie nix mit Metall, ein klein wenig was mit Holz.
Also Holz. Der obere Abschluß der Säule sollte eine 300 mm Scheibe Siebdruckplatte werden, 30 mm stark. Darauf sollte alles weiter aufbauen. Solche Scheiben gibt es in der Elektrobucht für um die 25 € mit Versand. Bevor jemand sagt, was soll eine Holzplatte auf einer so massiven Säule? Siebdruckplatte ist kein "normales" Holz, das ist in vielen Schicht verleimt und echt belastbar. Und selbst wenn, ich will damit am Ende visuell beobachten, und keine Exoplaneten im Bereich von Mikrobogensekunden nachweisen
Jeder, der seine Montierung auf längere M12 Gewindestangen und Montierungsadapter stellt, hat denke ich größere Probleme...
In die Platte habe ich 3x 14 mm gebohrt. Ich habe M14 Gewindestangen auf je ca. 28 cm abgelängt. Darauf kamen M14 Langmuttern, und eine ca. 8 cm lange weitere Gewindestange. Alles wurde mit der Siebdruckplatte zusammen gebaut. Schaut einfach auf die Bilder, die geben mehr her als meine verbale Beschreibung
Weiterer Teil folgt
In meiner Sternwarte war noch ein Betonsockel frei, auf den ich eine Säule stellen wollte. Der Sockel hat am oberen Ende ein Format von 50x50 cm, ist aber im Boden wesentlich breiter durch angegossene Ausleger, und stützt sich auf einer Fläche von etwa 95x95 cm ab. Das Hauptaugenmerk hier lag auf den visuellen Einsatz von Refraktoren oder SCs. Also solle die Säule möglichst hoch sein, um den eigenen Knicks vor dem Fernrohr bei zenitnaher Beobachtung möglicht gering zu halten.
Ich habe eine Höhe von 130 cm über dem Boden gewählt. Die momentan hauptsächlich eingesetzte Celestron CI700 bringt noch einen eigenen Sockel von etwa 25 cm Höhe mit, so daß die finale Bauhöhe der Montierung mit Refraktor recht gut ins Gebäude paßt.
Gleichzeitig wollte ich es ermöglichen, daß neben der CI700 auch andere Montierungen einsetzen zu können. Ich habe ein paar Klassiker, denen ich auch mal gerne Auslauf geben möchte. Zum Beispiel eine Witte & Nehls, eine Wachter Astronom II, eine Zeiss 1b sowie eine Lichtenknecker M60 und M80.
Ein weiterer Gedanke war, daß die Säule auch dann noch passen sollte, wenn sich eine "entgültige" Montierung wie 10Micron GM2000, eine AP1200 oder ähnliches in die Sternwarte verirren sollte. Daher habe ich den Säulendurchmesser auf 300 mm angesetzt. Nur falls jemand hier denkt warum das Teil für sowas wie eine CI700 soooo fett ist
Als Form diente mir ein 315x2000 KG Rohr aus dem Baustoffhandel. Wenn ihr sowas im Handel kauft, bringt bitte ein ausreichend großes Auto mit. In meinen Mercedes C-Klasse Kombi hat das gerade so rein gepaßt. Und recht schwer ist das auch, das traut man dem Ding gar nicht zu. Das Rohr habe ich mit der Flex abgelängt, um auf die gewünschte Länge zu kommen. Um die Linie für die Schnittkante anzeichen zu können, habe ich ein Kantholz genommen, darauf einen 90 Grad Metallwinkel geschraubt, und mit dem Edding zusammen das Ganze um das Rohr gezogen. Damit konnte ich einen zum Säulenende parallelen Ring aufzeichnen.
In den Sockel habe ich 4x 14mm Eisen eingeklebt, um eine Verbindung zum Sockel sicher zu stellen.
Zur Stellprobe habe ich das Rohr mit kleinen Keilen senkrecht ausgerichtet, und danach ein paar Holzstücke um die Säule geklebt, um ein Verrutschen zu verhindern.
Etwa 20 cm über Sockelniveau folgt bei mir noch der Bodendeckel, durch den die Säule durch muß. Nach einigen Anläufen mit Abmessen der Ränder der Säule habe ich mit der Oberfräse (mein neuer Lieblingsgegner in der Werkstatt, ich tue mir da echt schwer mit dem Erbstück vom Schwiegervater) ein Loch in den Bodendeckel gefräßt. Der Lohn von sorgfältigem Messen, nochmals Nachdenken und dreimal hinschauen war, daß der Bodendeckel mit etwa 1 cm gleichmäßigem Abstand um die Säule herum paßt. Schon mal ein Etappensieg...
Danach habe ich den Bodendeckel mit Schrauben auf der Unterkonstruktion fixiert, und mit weiteren aufgeschraubten Hölzern die Säule selbst fixiert. Danach alles nochmals mit der Wasserwaage aus allen Richtungen kontrolliert. Das Ding stand tatsächlich immer noch senkrecht
Im ersten Schritt des Betonierens habe ich dann zwei 30 KG Säcke Estrichbeton in je 15 KG Portionen angerührt und vorsichtig (!) in die Säule geschüttet. Nachdem alles drin und verdichtet war, habe ich nochmals die senkrechte Ausrichtung kontrolliert, alles war ok.
Nachdem die erste Ladung Beton angezogen hatte, hab ich die Säule weiter mit Estrichbeton aufgefüllt. Diesmal bis etwa 35 cm unter Oberkante. Alles wurde schön mit einem Kantholz verdichtet. Als Armierung habe ich noch 4x M14 Gewindestangen ins Rohr eingebracht, mit Draht und dünneren Eisen verbunden.
Danach gab es erst mal ein wohlverdientes Bier bei den Temperaturen in diesem August
Nun kam die Überlegung zu dem Wechselsystem für verschiedene Montierungen. Einen Montierungsadapter aus Metall zu fräsen oder drehen kommt für mich leider nicht in Frage. Ich kann so gut wie nix mit Metall, ein klein wenig was mit Holz.
Also Holz. Der obere Abschluß der Säule sollte eine 300 mm Scheibe Siebdruckplatte werden, 30 mm stark. Darauf sollte alles weiter aufbauen. Solche Scheiben gibt es in der Elektrobucht für um die 25 € mit Versand. Bevor jemand sagt, was soll eine Holzplatte auf einer so massiven Säule? Siebdruckplatte ist kein "normales" Holz, das ist in vielen Schicht verleimt und echt belastbar. Und selbst wenn, ich will damit am Ende visuell beobachten, und keine Exoplaneten im Bereich von Mikrobogensekunden nachweisen
In die Platte habe ich 3x 14 mm gebohrt. Ich habe M14 Gewindestangen auf je ca. 28 cm abgelängt. Darauf kamen M14 Langmuttern, und eine ca. 8 cm lange weitere Gewindestange. Alles wurde mit der Siebdruckplatte zusammen gebaut. Schaut einfach auf die Bilder, die geben mehr her als meine verbale Beschreibung
Weiterer Teil folgt
Zuletzt bearbeitet: