"Da möchte ich widersprechen. Bei einem Cassegrain kann man ein Blendrohr einbauen, das im Schatten des Sekundärspiegels ist. Bei dem hier vorgeschlagenen Lowrider Design würde das im Strahlengang stehen müssen."
Hallo Stathis,
das ist so nicht ganz richtig. Warum ? Bei dem hier vorgeschlagenen Lowrider geht es grundsätzlich um die Abwägung von Obstruktion und Beobachtungskomfort. Sprich Höhe der Einblickposition im Zenit. Dies macht den zentralen Unterschied zum klassischen 45 Grad Dobson aus, weil beim letzterm die Obstruktion alleine der ausschlagebende Faktor ist. Man minimiert die Obstruktion und läßt den Aspekt der Einglickhöhe unbeachtet. Was ist die Folge. Die Folge ist das der Okularauszug bei diesem traditionellen Konzept bewußt extrem Flach ausfällt, man will beim traditionellen Dobson möglichst Nahe an den Fangspiegel mit dem Okular heranrücken, um die Obstruktion zu minimieren. Dies ist fogerichtig beim klassischen 45 Grad Dobson der, wie ich ja gesagt habe, den Faktor "Einblickhöhe" auseracht lässt. (Denn bislang spielte er ja keine Rolle. Wer hat schon einen Monster-Dobson ?).
Beim Lowrider hingegen kommt diesen Aspekt jedoch Bedeutung zu. Die beim klassichen Konzept verwendetet "Denklogik"-"möglichst flache Okularauszug" ist bei den Big-Ones im Lowrider-Design fogefalsch.
Ein längerer Okularauszug der nicht (!) in den Strahlengang hineinzureichen braucht, sonder auch nach "Außen" gehen kann, widerpricht nicht diesem Konzept. Im Gegenteil ein etwas länger Okularauszug geht Hand in Hand mit einer tieferen Einblickposition. Eben genau mit dem, was beim Lowrider erwünscht ist. Damit hat man Platz für eine wirksame interne Verblendung.
"Würde man stattdeseen eine Blende gegenüber vom Okularauzug bauen, wäre sie bei diesem spitzen Winkel gigantisch groß."
Auch das ist so nicht ganz richtig. Warum ? Weil durch die wie dargelegt mögliche und "Systemkonforme" sinnvolle interne Verblendung (ähnlich wie beim Cassegrain), die Blende nur so gross zu sein braucht, wie die unter Umständen innere Blende im Okularauszug noch Streulicht von "Gegenüber" hindurchlässt. Die Größe des Lichtschildes ist nur ein "Residuum" der Qualität der Verblendung im Okularauszug (der ja durchaus wegen der "Konzeptlogik" etwas länger sein kann und darf !!!)
(Es wäre auch Denkbar-hier allerdings mit gewissen Nachteilen- eine entsprechend viel kleinerer Gegenlichtblende auf einer, dann allerding stabilen, Fangspiegelhalterung anzubringen. Stabiler deshalb wegen Wind. Wie gesagt das ist jetzt nur mal so eine Überlegeung von mir)
Zur Einblickposition: Wer will, kann ja einen Standartmäßigen 2 Zoll Zenitspiegel oder 45 Grad Amici-Prisma verwenden. Ein solcher Spiegel ist an jeder Ecke in guter Qualität zu haben. z.B. der Everbright von TeleVue soll ja ganz gut sein (99% Reflektivität soviel ich weis). Sehr billig und gut im Vergleich zu irgendwelchen "Hyperbolisch-Megaflächen". Und zur Justage des Zenitspiegels sprich der "dritten" Fläche ? Mir ist bis heute kein Refraktorbesitzer oder SC-Besitzer über den Weg gelaufen der Stolz verkündetet "Ich justiere sogar meinen Zenitspiegel". Es ist zu vermuten, dass dies dann auch beim Lowrider kein Problem ist. Das würde mich dann doch sehr sehr wundern.
Und auch ohne Zenitspiegel ist bei, nehmen wir an 22,5 Grad Umlenkung die Einblickposition -meiner Meinung !!- nicht so schlecht, da man bei dem hier diskutieren Design davon ausgeht, dass man bei Zenitbeobachtung aufrecht und senkrecht steht, man also keine unnatürliche Kauerhaltung einnehmen muss, wie das bei (im vergleich hierzu kleinen) Refraktoren ohne Zenitprisma der fall wäre.
Viele Grüsse
Gerhard