In Summe, der Sprung von 80 mm auf 100 mm ist deutlich zu sehen an praktisch allen Objekten. Die Zunahme des Gewichtes ist moderat und das Handling wird dabei aber nicht wirklich viel schlechter, allerdings ist eine etwas größere Montierung als die Porta sinnvoll. Im Sinne von 'jedes Fernrohr hat seinen Himmel' sind beide auch an Deep-Sky alles andere als Versager wobei der 4" APO den 80-er übertrifft, die 1,6 fache Objektivfläche des 4" macht sich hier deutlich bemerkbar. Der 12" Spiegel ist dabei nat. außer Konkurrenz wobei bei unruhigem Seeing das Bild in den APOs wenig überraschend ansehnlicher war.
Na, Heiko, Du hast Dir die Antwort jetzt selbst gegeben. Du möchtest ein 100-mm-Teleskop, Du hast verglichen mit Deinem 80-mm-Teleskop und die 100 mm haben gewonnen. Der einzig offene Punkt ist die Montierung. Auf eine Porta II würde ich auch nicht mehr als 3,5 bis 4 kg draufsatteln. Also kauf Dir eine AYO, an der wirst Du ein (hoffenltich langes) Leben Freude haben, was beim Zeug aus Schina durchaus nicht gegeben ist. Falls das nicht überzeugt: Auf der nächsten Astromesse ein AYO II ausprobieren (nein, ich bin mit Kohler weder verwandt noch verschwägert noch bekomme ich Tantiemen).
Ich habe einen ähnlichen Weg beschritten, aber abwärts. Mein bestes und größtes Teleskop ist ein Vixen 103/795. Das wurde mit Starlight-Featherouch aufgepeppt und bei Wellenform optimiert. Laut Testbericht in einigen Punkten besser als ein vergleichbares Takahashi, in anderen Punkten natürlich schlechter. Aber was heißt in dieser Liga schon besser oder schlechter. Mit Zenitprisma und dickem Televue wiegt das Teleskop knapp 5 kg. Trotzdem wurde es seltener und seltener benutzt. Warum? Die Montierung. Belebach Uni 28, Vixen GP motorisiert und automatisiert, Batterie, Kabel, Steuergerät. Mehr und mehr kam ich mir vor wie der kleine Elektroinstallateur. Dann das Einrichten/Einnorden der Steuerung. Dann das Verheddern mit den Kabeln, etc. Und dann? War ich schon fast müde. Goto mag ganz nett sein, wenn man etwas sucht, was ohne schwer zu finden ist. Irgendwann sieht man dort, wo etwas zu sehen sein sollte, auch etwas. Das kann man aber auch ohne Schläuche, Drähte und Knöpfe finden. Irgendwann wurde mir klar, daß beobachten mittels Goto so ist, als würde man eine Stadt per U-Bahn besichtigen. Aussteigen, hoch, gucken, wieder runter, weiterfahren.
Bei mir führte der Elektrofrust zu zwei Entscheidungen. Erstens, noch kleiner, noch leichter, ein 72/420 mm Teleskop auf Vixen Porta II. Hurra, die große Freiheit. Mit einem Televue Panoptic 35 mm komme ich auf 5,7° wahres Gesichtsfeld. Das ist für mich der Himmel, nicht das 110. Häkchen bei der Messierliste. Das 103-mm-Vixen kommt jetzt auf eine AYO II, und dann ist der ganze Elektronik-Spuk Geschichte.
Dem Gedanken, zusätzlich ein 120-mm-Kometensucherteleskop zu kaufen, konnte ich widerstehen, denn ich will es klein, ich will es leicht, ich will es bequem. Selbstverständlich funktioniert Deepsky mit diesen "Kleinteleskopen" wie ein gigantomaner Großteleskopbesitzer (18 Zoll, ha ha) sie hier einmal zu benennen pflegte. Fotografie geht bekanntlich ja auch erst ab 300 Megapickel (Vorsicht, Zynismus). Wie ein Kollege hier schrieb, der tiefe Himmel ist ein Objekt fürs bloße Auge, unter anderem.
Schönen Gruß
Hans (Kleinteleskopbesitzer*)
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*Anekdote am Rande, allen Großteleskopbesitzern gewidmet. L. van Beethoven hatte einen Bruder, dessen Ehrgeiz auf irdischen Besitz gerichtet war. Irgendwann hatte er es geschafft, ein Gut zu erwerben. Das mußte Ludwig dringend mitgeteilt werden, per Brief und mit dem Zusatz "Gutsbesitzer" bei der Unterschrift. Ludwig ist nicht darauf eingegangen, unterschrieb seinen nächsten Brief an den Bruder aber mit "Ludwig van Beethoven, Hirnbesitzer".
H.