4 Zoll Apo - was empfiehlt sich?

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Spacedoc

Mitglied
Guten Morgen,

ein kompakter 4 Zoll Apo steht mittelfristig auf meiner Einkaufsliste. Mein Traum wäre ein 105/650 von TMB, aber den kann ich nicht finanzieren (oder gibts Ratenzahlung beim Teleskophändler?).

Als Alternative kommt mir nach langem Herumsuchen eigentlich nur der 98/618 von William Optics in den Sinn. Sind zwar nicht ganz 4 Zoll, aber was solls, dafür kostet er die Hälfte des TMB.

Um f/6 herum finde ich einfach nichts anderes. Gibt es wirklich keine Alternativen am Markt oder bin ich zu **** zum Suchen?

Danke für Eure Hilfe.

Andreas
 
Hallo Andreas

da gäbe es den 107/700 von APM, ist deutlich günstiger als der von dir genannte 105/650, ob er gleich gut ist kann ich nicht sagen.

In Punkto Finanzierung stellt sich mir natürlich sofort die Frage, ob es notwendig ist ein Luxusgut wie ein Teleskop es darstellt auf Raten zu kaufen - gut, das muss aber jeder selber wissen...

Cs Martin
 
Hallo Andreas,

würde mich Martin anschließen!

Hab auch den 107er, ein feines Gerät!
 
Hallo Andreas,

die wichtigeste Frage ist, willst Du mit dem Apo fotografieren, oder ihn nur visuell nutzen?

Viele Grüße,
Jürgen
 
Hallo zusammen,

der 107 von APM ist mir ein Stück zu lang, sowohl für den Transport als auch für meine vorhandenen Okulare, die mehr auf f/5,5 bis f/6 ausgelegt sind. Die erzielten Austrittspupillen würden bei f/6,5 nicht mehr wirklich gut passen. Ansonsten wäre das sicher ein gutes Gerät.

Nutzen würde ich den 4-Zöller zunächst visuell, photographisch ist vorerst noch nichts geplant. Also sollte es schon ein Dreilinser werden, rein visuell hätte ich gegen einen guten Zweilinser nichts einzuwenden, aber photographisch wäre das wohl nicht so optimal, oder?

Viele Grüße.

Andreas
 
Hallo Andreas,

kommt wirklich ganz drauf an, was Du machen willst! Mit f/6 ist als Zweilinser so einfach kein Vollapo mehr drin, jedenfalls nicht ohne CaF2. Als Dreilinser geht dann wieder eine richtig gute Optik. Aber die Frage stellt sich, ob man die braucht, bzw. ob man einen Dreilinser mit unzuverlässiger Fassung braucht/will. Wenn Du f/6 nur wegen der Baulänge anführst, dann kann ich mir die Anforderung an die Höchstvergrößerung, ergo Dreilinser, gut Vorstellen. Wenn Du eher Deepsky schauen willst und deshalb f/6 wählst, weil damit alles zwischen 7mm und 0,5mm AP mit Weitwinkel-Bildfeld geht, dann mag ein Zweilinser ja auch reichen, wenn ein Restfarbfehler bei hoher Vergrößerung akzeptabel ist. Nach diesem Kriterium habe ich meinen 110/655 Megrez angeschafft.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Andreas,

der TMP APO 105/650 ist sicher eine sehr feine Sache für visuelle Anwendung als auch für Fotografie. Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob es denn nicht sinnvoller wäre, das Geld in einen grösseren Newton zu investieren, da diese Optiken vom "Sehvergnügen" fürs gleiche Geld sicher wesentlich mehr zu bieten haben (für das Geld eines TMP-APO bekommst einen richtig guten 30cm-Newton) als ein APO. Das kann man dann visuell am Himmel nicht vergleichen, sind zwei komplett verschiedene Welten.
Bei den China-Optiken wäre ich etwas vorsichtig. Hier scheint es wohl eine recht grosse Serienstreuung zu geben und davon betroffen sind wohl alle China-Geräte, ob die nun von Williams oder APM kommen, ist da zweitrangig. Wenn man hier ein gutes Exemplar erwischt, ist das sicher voll in Ordnung, andernfalls kann man auch recht leicht einen Fehlgriff machen.
Weiters besteht natürlich auch die Möglichkeit, sich ein gebrauchtes Gerät zu kaufen. Ich habe mir z.B. einen TeleVue NP101 (101mm Öffnung F5,4) gebraucht gekauft und einen recht langen Leidensweg mit dem Teil hinter mir. Mittlerweile ist das Ding aber wieder im Bestzustand und liefert wirklich saubere Ergebnisse. Warte momentan auf besseres Wetter, damit ich meine neuen Okis damit ausprobieren kann....

LG Walter
 
Guten Morgen,

jetzt muß ich erst einmal sortieren. Also: Einen Newton habe ich schon. Der Apo soll ihn hinsichtlich Schnellspechteln, Weitfeld und Transportabilität ergänzen. Der Länge sind beim Handgepäck im Flieger Grenzen gesetzt, deswegen ist bei einer Brennweite von 650 mm bzw. f/6,3 einfach Schluß.

Dass William Optics mitunter Probleme bei den Linsenfassungen UND der optischen Qualität hat, habe ich auch schon gehört. Insbesondere die 132 mm sind da wohl betroffen. Von den 110 bzw. 98 mm Modellen habe ich bisher nichts schlechtes gelesen, wohl aber, dass diese Objektive in Russland hergestellt werden sollen und nicht in China, wie die großen 132 mm. Erfahrungsberichte aus erster Hand zum 98 mm Williams oder den 100/600 ED-Zweilinsern aus Taiwan habe ich bisher nirgendwo finden können. Also nichts negatives, aber auch nichts positives. ?)

Hallo Frank, Danke für den Link. Aber so wie es aussieht, ist das Gerät schon reserviert. Ich werde mal nach der Webseite des Herstellers suchen. Was mich bei den im Thread angeführten Testprotokollen stutzig macht, ist die Deaktivierung von Astigmatismus und sphärischer Aberration. Sonst ist das von der Papierform her sicher eine sehr schöne Optik und das Teleskop auch äußerlich gelungen.

Danke bis hierhin und viele Grüße.

Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

jedenfalls spricht Dein Einsatzzweck eher für einen ED Zweilinser, der gerade wegen Widefield eigentlich auch nicht länger als f/6 sein darf. Solche Geräte sind selten. Es ist ein Anwendungszweck, den die Billighersteller nicht sehen.

William Optics verbaut Objektive von sehr vielen Quellen. Unter den Fotooptiken sind zwar auch TMB Objektive, ob die aber immer aus Russland kommen, ist eine anzweifelbare Meinung. Für die Äußerung solcher Zweifel gehen in den USA auch schonmal Leute gezwungenerweise offline. Wird also was dran sein, sage ich dazu.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

wenn ich fragen darf:

Bei meinem 110/770er 2linser stört mich schon ein wening die Kopflastigkeit, wie sieht das nach euren Erfahrungen mit den 3linsern aus?

Danke vorab.
 
Hallo Andreas,

dass da steht "reserviert" heisst nur, dass ich das Ding
gekauft habe - und ich kann es wirklich empfehlen. Der
Hersteller hat natürlich ein paar mehr davon ;-)
Wenn es dich näher interessiert, schick' mir eine PN.

Gruß,
Frank
 
Hallo Dominique,

bei meinem 110/655 hängt es davon ab, die Rohrschellen nicht zu weit auseinander zu montieren, so dass man passend schieben kann.

f/7 finde ich für den hier genannten Zweck zuviel. Kein Weitwinkel mehr bei maximaler AP.

7mm AP "mal f/7" führt zu 49mm Okularbrennweite, somit 50°, mit Verzeichnung maximal 55°. Bei f/6 sind es 42mm und in der Gegend geht es mit Verzeichnung auf 70° (z.B. LVW 42, aber auch 41mm Panoptic). Wäre für Widefield sicher Zielvorgabe.

Clear Skies
Sven
 
Hi Doc,

dein Beitrag auf den ich hier antworte zeigt daß du dich ja
selbst schon richtig gut auskennst :super:

Ich war selbst schon auf den 4"f6,5 aufmeksam geworden, habe aber
wegen der deaktivierten Parameter Asti und Coma davon Abstand genommen.

Dazu kommt noch daß die angegebenen Warte für die Zernikes von
Z0 bis Z24 für die Fringe XP Test Reporte für 510nm und 560nm
exakt gleich sind.
Außerdem fehlt ein (das heißt eigentlich 2 I-Gramme, eines für
510nm und eines für 560nm) original I-Gramm welches man selbst
mit geeigneter Auswertesoftware überprüfen könnte.

Schade, denn auf dem Papier scheint diese ölgefügte Optik
mit ihren 3 verschiedenen Gläser vielversprechend zu sein.


Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen, denn in der Werbung
ist kein Sterntest zu sehen.


Dann wurde weiter oben Werbung für den 107/700mm APM gemacht.
Da ist vielleicht der "Einführungsthread" ganz interessant:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/620202


Dann schrieb jemand:
Dass William Optics mitunter Probleme bei den Linsenfassungen UND der optischen Qualität hat, habe ich auch schon gehört.
Man hört vieles wenn der Tag lang ist. Aber ich stime in einem Punktbzu:
Wenn der Optikhersteller Optiken mit ungeeigneter Fassung anliefert
hat der Vertreiber (gleich ob der nun William oder AT oder XY heißt)
ein Problem, bzw der Käufer der Teleskope.
Von den 110 bzw. 98 mm Modellen habe ich bisher nichts schlechtes gelesen, wohl aber, dass diese Objektive in Russland hergestellt werden sollen und nicht in China, wie die großen 132 mm.
Woher hast du daß diese Optiken in Russland gefertigt werden?!
Auf der Seite von William Optics habe ich keine Angaben dazu gefunden
wo die 110mm und 98mm Dreilinser hergestellt werden.
Willaim Optics verbaut Objektive aus den verschiedensten Quellen.


4" Apo und Planeten:
Wenn ein 200mm Newton schon vorhanden ist könntest du mit dafür
geeigneten Okularen, einer Rolle Veloursfolie und einen Lüfter
für weniger Geld viel mehr am Planeten sehen.

Widefield:
Da sehe ich als Ergänzung zum 8" Newton das wesentlche Einsatzziel.
Wenn deinHimmel zu Hause, oder in erreichbarer Entfernung,
sehr dunkel ist solltest du einen Austrittspupille von bis zu
7mm erreichen können, zumindest 6m sollte aber drin sein.
Das Ganze aber mit einem Weitwinkelokular. So bis 40mm - 42mm
kann ein 2" Okular inclusibe VErzeichnung weitwinkelig sein.
Also sollte das Teleskop dann nicht lichtschwächer als f/6
oder 6,6 oder so sein.


Andere dreilinsige 4" Apochromaten:
102mm f/7 ("nur" noch 6mm AP mit 41mm Panoptik) Dreilinser aus China
der unter verschiendenen Namen verkauft wird, exemplarisch hier
als Noname:

www.teleskop-werkstatt.de/ED-APO-102.html

Beim gleichen Händler findet sich auch ein 102/660mm FPL-53 Dreilinser:

http://www.teleskop-werkstatt.de/ED-APO-Bosma_Omega_FPL53_102mm.html

Außerdem finden sich viele verschiedene Zweilinser von f/6 bis f/7
weiter Dreilinser, teils vom selbsen Hersteller, aber unter
den verschiedensten Labels verkauft.

Photographie:
Wenn das der wichtigste einsatzzweck sein soll, dann achte
auf einen zur Optik gerehneten Flattener!
Nur so ereichst du die optimale Abbildung über ein großes Feld hinweg.
Aufkeinen Fall solltest du dir eonen Komakorrektor als "Flattener"
auf`s Auge drücken lassen!

Bei allen Chinateleskopen die leut Händler teure Glassorten
verbaut haben sollen solltest du den Händler bitten dir eine Kopie
der "Melt-Data" zukommen zu lassen. Aber Achtung:
Aus dem Glaskatalog des Glasherstellers kopierte "Glas-Data"
helfen dir natürlich nicht weiter.

CS,Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank


Konntest du schon mit diesem Instrument beobachten, oder ist das eine Aussage des Verkäufers?

Die zwei Auswertungsprotokolle von Fringe XP sind leider nutzlos und nichtssagend, was die optische Qualität betrifft.
Es wurden ja alle wichtigen Aberrationen "Removed", also deaktiviert und da ist es auch kein Wunder einer Optik Strehl 0.994 zu bescheinigen :confused:

Beim ersten Protokoll ist zwar die Sphärische Aberration aktiviert, doch könnten Koma und Astigmatismus, den Strehl ebenfalls gnadenlos in den Keller ziehen!

Mich persönlich würden solche Protokolle von einem evtl. Kauf erst einmal abschrecken, weil es einfach unprofessionell ist alle Therme zu deaktivieren, was soll damit bezweckt werden?!

Es kommt leider immer wieder vor, dass die Messtechnik für Verkaufszwecke missbraucht wird (Messmarketing) und eine Qualität dem Kunden suggeriert wird, welche gar nicht vorhanden ist.
Der Unbedarfte Kunde kann dies leider oft nur schwer nachprüfen und nachvollziehen, wo und wie geschummelt wurde.

Deshalb würde ich erst einmal fragen wer diese Protokolle erstellt hat.
Der Hersteller, oder ein Hobbyprüfer.
So wie die Protokolle aussehen wohl eher ein Hobbyprüfer, denn ein seriöser Hersteller oder Prüfer würde mit seinem Namen unterschreiben und hätte einen Header, mit seinem Firmenlogo oder ähnlichem.

Bei den Öl-APOs ist es so, dass diese sehr empfindlich auf Druck des Vorschraubrings oder der Linsenstellschrauben reagieren, da ja keine Distanzplättchen vorhanden sind, die diesen Druck weiterleiten könnten.
Der Ölfilm wird an der Druckstelle verdrängt und es entsteht Astigmatismus, oder Koma, oder beides.

Gruß Uwe
 
Zitat von KaStern:
Von den 110 bzw. 98 mm Modellen habe ich bisher nichts schlechtes gelesen, wohl aber, dass diese Objektive in Russland hergestellt werden sollen und nicht in China, wie die großen 132 mm.
Woher hast du daß diese Optiken in Russland gefertigt werden?!

Hallo Karsten - aus erster Hand habe ich das natürlich nicht. An mehreren Stellen wird im WWW behauptet, dass die Linse von Astreya designed bzw. sogar direkt hergestellt wird. Google hat mir das mehr oder weniger zufällig ausgespuckt. Überprüfen kann das wohl niemand.

Ich könnte es natürlich drauf ankommen lassen. Einfach mal einen FLT-98 bestellen und im Zweifel auf das Fernabsatzgesetz berufen. :pfeif: Was außerdem ein (zugegebenermaßen beklopptes) Argument für den FLT-98 sein könnte: Birkmaier von ICS in Augsburg hat den als eine der ganz wenigen Chinaröhren in seinem Angebot. Sonst gibts doch da nur Takahashi und anderes edles Zeug.
 
Hi Spacedoc,

wenns ums Visuelle geht - vor allem Weitfeld, dann rate ich Dir von einem so teuren Gerät ab. hatte selber ein paar Jahre 4"-Apos (TMB, Televue) entsprechend genutzt. Weiß ja nicht, welche Okus du hast - aber vielleicht wäre neben dem Kauf eines günstigeren Richfielders da eine Investition in dieser Richtung eine bessere Option?

Beste Grüße,
Norman
 
Hi Doc,

Hallo Karsten - aus erster Hand habe ich das natürlich nicht. An mehreren Stellen wird im WWW behauptet, dass die Linse von Astreya designed bzw. sogar direkt hergestellt wird. Google hat mir das mehr oder weniger zufällig ausgespuckt. Überprüfen kann das wohl niemand.

du könntest sowohl William Optics als auch Astreya anschreiben
und fragen. Das Preisniveau spricht aus meiner Sicht dagegen
daß diese Optiken in Russland gefertigt werden.

William warb vor einiger Zeit damit daß ein Optik Designer
mit russischem klingendem Namen ein Optik designed habe.
Ich finde das jetzt nicht, aber ich bin auch zu faul zum suchen.

Argument für den FLT-98 sein könnte: Birkmaier von ICS in Augsburg hat den als eine der ganz wenigen Chinaröhren in seinem Angebot.

Gucksuda:

http://www.williamoptics.com/globalDealers/europe.php#germany

Ich schätze daß jeder der genannten Händler dir jede WO Optik
besorgen kann die du haben möchtest.

CS,Karsten
 
Hallo,

ich habe seit knapp 1 Jahr ein Williams FLT98 in einer Special Edition, von Williams persöhnlich selektiert. Davon gibt es nur 10Stk. Sonderfarbe weiß/blau. Der russische Optik Designer heißt übrigens Andrey A. Strakhov.
Verarbeitung ist super, der große 3,5" Auszug hällt auch schwereres CCD-Equipement sehr gut. Bei mir sind es 2,2 Kg + Kabel. Verliert auch im Zenit nicht den Fokus. Die Optik ist auch sehr gut. Ich kann den WO wärmstens empfehlen.

Grüße
Marcus



 
Hallo Uwe,


> Konntest du schon mit diesem Instrument beobachten, oder
> ist das eine Aussage des Verkäufers?

eigene Tests am Wochenende.

> Die zwei Auswertungsprotokolle von Fringe XP sind leider
> nutzlos und nichtssagend, was die optische Qualität betrifft.
> Es wurden ja alle wichtigen Aberrationen "Removed", also
> deaktiviert und da ist es auch kein Wunder einer Optik Strehl
> 0.994 zu bescheinigen

Stimmt - und daher habe ich das Ding einfach mal gekauft,
weil ich wissen wollte, was GPU da so produziert. Solche
Protokolle sind immer wieder Augenwischerei. Entweder vertraue
ich dem Hersteller, dann brauche ich kein Protokoll. Oder
ich vertraue ihm nicht, dann vertraue ich seinen Protokollen
erst recht nicht. Also hilft nur durchgucken ;-)

Übrigens scheint GPU keine Protokolle für Marketing-Zwecke
zu (mis-)brauchen (die hat ja nur der Forenverkäufer hier
angegeben). Deren Philosophie ist ja eher die
"under-the-sky-experience-rules", der ich durchaus was
abgewinnen kann. An Meßwerten kann ich mich den ganzen
Tag im Labor ergötzen, Spass haben möchte ich mit einem
guten Instrument - und da bin ich bei dem kleinen GPU
mehr als angenehm überrascht.

> Der Ölfilm wird an der Druckstelle verdrängt und es entsteht
> Astigmatismus, oder Koma, oder beides

Gibt es irgendwelche Belege für diese Theorie? Wieviel Druck
soll denn da ausgeübt werden, um die armen ein, zwei Ölmoleküle zu verdrängen?

cs,
Frank
 
Hallo Marcus,

Du meinst Du kannst die 10 wärmstens empfehlen... wenn es denn 10 sind und nicht nur das Märchen von den 10...

Natürlich kann William Yang gerne 10 Optiken aussuchen, auch aus 100, er kann die auch unterschreiben oder sonstwas, aber entweder ist eine Serie von 10 viel zu klein oder aber man kann von den 10 überhaupt nicht auf die Macken der restlichen 990 Stück schließen, weil diese 10 eben selektiert waren.

Ich persönlich habe William Optics derweil bei so vielen Falschangaben ertappt, die natürlich gern im Sinne der "Kundenzufriedenheit" ausgefallen sind, dass ich solche Aussagen über "streng limitierte Auflage, weltweit nur 10 Stück" nur noch lustig finde. So werden auch immer diese "Sondergedenkprägungen" beworben - höchste Wertsteigerung, längst vergriffen, und daher jetzt schon der hohe Wert, den der Münzhändler mit Metallwert abzüglich Einschmelzkosten beziffert...

Schön, wenn Du ein gutes Teleskop hat. Sei Dir unbenommen. Schön, dass eine ganze Reihe Kunden mit William Optics zufrieden sind. Aber wenn man schon von vornherein eine Empfehlung ausspricht aufgrund eines Gerätes, was man so gar nicht mehr bekommt, muss es doch im eigenen Kopf klingeln, dass man nur ein Sprachrohr für anderer Leute Marketing ist, ohne dass man weiß, was man da anpreist.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

wo nicht viel ist, gibt's auch nicht viel zusammenzudrücken.
Ne, mal im Ernst: Mich interessiert einfach, ob es konkrete
Beispiele für diesen Effekt gibt. Wie groß wäre denn die
denkbare "Verkippung"?
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass wir da in
einen praktisch relevanten Bereich geraten, solange der
Ölfilm insgesamt "(nach-)fliessen" kann.
Die viel größere Gefahr ist doch, einen der äußeren
Linsenkörper durch Druck / Fassungsspannungen quasi
"einseitig" zu verformen - allerdings geht mir gerade
das Licht auf, dass Uwe vermutlich genau diese "Standardgefahr"
meinte und nicht wirklich auf ein "Verkippen" hinauswollte.

cs,
Frank
 
Langsam etwas off-topic, aber weil es angesprochen wurde,
interessiert es ja vielleicht doch. Ich habe den Hersteller
mal explizit auf die Diagramme angesprochen. Hier mit
Einverständnis die Originalantwort:

The lens was measured by a BATH interferometer, which is by
nature an off-axis interferometer. So, even if the lens is
absolutely perfect, just because it is measured outside
theoptical axis (the light path of the interferometer has a
slight "V" shape) it will ALWAYS show astigmatism, because it
is a natural and unavoidable aberration of EVERY triplet (or
doublet) lens, including all achromats and APOs where the
lenses are in one group.

Coma is made in the air spaces when the members are not
centered. But this is an oil spaced lens WITHOUT AIR SPACE,
so, coma is not a problem here. But some coma is created in
the Bath interferometer (when the collimator lens is not
orthogonal to the light path ... but it can NOT be orthogonal
to BOTH "legs" of the "V" shaped light path ... obviously).

Also, it is an industry standard that coma and astigmatism is
not taken into account ... except when the measurement is made
by someone who does not know about the above facts.

Astigmatism can be removed by adjustig the orthogonality of
the lens ... so, it is usually NOT taken into account even
when a lens is measured using an on-axis interferometer.


Soweit also Herr Gyulai, aber fangt jetzt bitte keinen
"Protokoll/Meßwertkrieg" an. Ich wollte auf die ursprüngliche
Frage dieses Threads einfach auf eine möglicherweise
interessante und noch recht unbekannte Alternative hinweisen.

Natürlich habe ich (und vermutlich auch sonst niemand) noch
keine Langzeiterfahrung mit einem GPU-Triplet (auf meinem
steht #0001 ;-). Meins macht aber zumindest einen sehr
hochwertig verarbeiteten Eindruck mit einer ausgezeichneten
Vergütung (die Linse ist schlicht nicht zu sehen, egal bei
welchem Einblickswinkel, profitiert natürlich auch von der
Ölfügung), definitv keinem Asti, und wirklich farblosen
Sternen (ich meine zwar, bei 200x einen Hauch Rot erhascht zu
haben, aber das war ein "indirektes Einmalerlebnis", das
nochmal verifiziert werden muss, zumal ich nur ein 3mm Radian
zur Verfügung hatte).

Im direkten Augenwechsel-Vergleich (je ein Nagler-Zoom)
zwischen GPU und TMB, kann ich dem GPU keine Schwäche
bescheinigen - kurz, ich hab' ein neues Reiseteleskop
und bin gespannt, ob wir noch mehr von GPU hören werden.

Gruß,
Frank
 
Wer misst misst Mist

Hallo Frank,

das Blabla kennen wir auch aus einer anderen Testecke. Antwort ist aber: Um zu erkennen, ob die Linse wirklich Asti zeigt (was sehr wichtig ist, weil das ein übler und häufig anzutreffender Fehler ist), gehört die Linse um 90° gedreht und eine 2. Messung, beide mit Asti=ON durchgeführt. Das vom Asti, was mitdreht, kommt aus der Linse. Was gleich bleibt, stammt aus dem Messaufbau.
Koma=Off bedeutet natürlich auch, dass man Zentrierkoma nicht mit misst. Bei so einer Messung kann man also nicht erkennen, ob die Optik dezentriert ist.

Ergo... kann man sich solche Messungen unter Umständen besser ganz sparen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Wer misst misst Mist

Hi to all and sorry for off-topic but I felt the need to give an answer to some issues around here

I will write in English so if anyone can help with translation, I will be glad and thanks in advance!

1) the GPU unit being an oilspaced triplet is by design aplanatic (no coma) so if one is testing with interferometer like Bath (off-axis), of course it will have coma and of course this will not be a real measure of a lens so it must be disabled.

2) Frank I told you #0001 is an inscription of mine and was made to differentiate the lenses...simple as that :-).
The batch of lenses Mr Gyulai made (as far as I know from the discussions we have had) was of 20 lenses and I think he has sold almost all of them (please ask him more details as I'm don't know more)

With no offence intended but I think some of you have prejudices when Eastern Europe is involved. I felt that myself in different occasions and everytime was without reason.
I have sold an 130mm f/7 Astreya superapo 2 years+ ago to an German astronomer and after all this time he opens a thread on a reknowed optician website who makes tests in Germany, and blames it on the Romanian seller the intervention someone in Germany made in the lens.....proof that my lens showed no problem when I owned it is in the pictures I took with it and are on my website and I have won with them a national contest in astrophoto...

anyway, the conclusion is to better ask questions and not judge before even someone has the chance of giving an explanation.
Those tests are what Mr Gyulai provided for the lens and are taken in Fringe XP using his Bath Interferometer....if he lied, I lied myself without intention and sorry for that, wasn't intended....otherwise...Frank has one of the two OTAs I have and he is very pleased.

I'm not representing here the interest of any manufacturer , I'm just an astronomer from Romania living in Poland now....that maybe can have his opinions.

all the best
Catalin




 
Re: Wer misst misst Mist

Ja, immer lustig zu hören "ich hab' nicht gemessen,
weil ich das falsche Meßinstrument hatte, aber hier ist
das Meßergebnis" ... Warum sich da die semiprofessionelle
Szene nicht mal eine gewisse Selbstverpflichtung zu
einheitlichen, vergleichbaren Mindeststandards auferlegt,
ist mir schleierhaft. (Na gut, dann könnte nicht jeder mehr
seine eigene Meßbude aufmachen...)

so long,
Frank
 
Optiktest ? Aufgepaßt !

Hallo Frank,

The lens was measured by a BATH interferometer, which is by
nature an off-axis interferometer. So, even if the lens is
absolutely perfect, just because it is measured outside
theoptical axis (the light path of the interferometer has a
slight "V" shape) it will ALWAYS show astigmatism, because it
is a natural and unavoidable aberration of EVERY triplet (or
doublet) lens, including all achromats and APOs where the
lenses are in one group.

Coma is made in the air spaces when the members are not
centered. But this is an oil spaced lens WITHOUT AIR SPACE,
so, coma is not a problem here. But some coma is created in
the Bath interferometer (when the collimator lens is not
orthogonal to the light path ... but it can NOT be orthogonal
to BOTH "legs" of the "V" shaped light path ... obviously).

Also, it is an industry standard that coma and astigmatism is
not taken into account ... except when the measurement is made
by someone who does not know about the above facts.

Astigmatism can be removed by adjustig the orthogonality of
the lens ... so, it is usually NOT taken into account even
when a lens is measured using an on-axis interferometer.

tut mir leid, aber nach dieser Aussage von Herrn Gyulai kann ich
mir keinen GPU Apo mehr kaufen den ich nicht zuvor selbst von
einem unabhängigen Tester ohne Hang zum abschalten wichtiger Parameter
wie Asti und Koma vermessen wurde. Oder aber wenn ich den Apo
am Himmel ausgiebig testen konnte.

Ein Apo kann selbstverständlich auf der Achse Astigmatisch sein.
Ein Apo kann auch auf der Achse komatös sein. Die Anwesenheit
dieser Fehler per se auf das Interferometer zu schieben ist
meiner Ansicht ach abenteuerlich.

In Endeffekt wurde der Apo nun lediglich auf sphärische Aberration vermessen,
wobei die Tatsache daß sich die angegebenen Zernikes zwischen
den beiden Höhenplots nicht unterscheiden darauf hindeuten,
daß hier auch nicht 2 verschiedene Messungen vorliegen!
Und diese Optik wurde auf trefoil, tetrafoil, etc vermessen.
Diese Auswertung ist wegen des fehlens zweier üblicher und nicht
seltener Fehler meiner Ansicht nach damit schlicht für die Tonne.

Wie Sven schon schrieb kann und muß man Asti, wenn mit dem Bath-Interferometer
gemessen wird, durch mehrre Messungen und jeweils um 90° gedrehtem Prüfling
überprüfen. Dies schmeckt aber manchem "Tester" nicht
(Mehrarbeit, Zeitaufwand, schlechtere Knete-Zeit-Relation)
und unterbleibt deshalb. Sehr bedauerlich. Aus eigener Erfahrung
mit meinem Spiegel kann ich nur abraten sich auf eine I-Gramm Auswertung
zu verlassen bei der Asti abgeschaltet ist, denn bei mir
wurde so der Asti des Spiegels kaschiert und der Strehlwert
fiel mit 0.98 zu hoch aus, mit dem Asti des Spiegels betrug
der Strehlwert "nur" noch 0.91
Diesen Asti konnte ich in sehr guten Nächten am Stern sehen.
Was ja der Grund war warum ich den Spiegel damals testen ließ...

CS,Karsten
 
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