Hallo Markus,
Eure Berechnungen und simulationen in Ehren aber inwieweit entsprichen diese reelllen Optiken ?
Oslo und sicher auch andere Optikdesign Programme simulieren stur das was eingegeben wird, ohne Rücksicht ob das jetzt tatsächlich der realen Situation entspricht oder nicht.
Es werden lediglich optische Flächen welche die Grenze zwischen 2 Medien mit unterschiedlichem Brechungsindex darstellen analysiert.
Wie diese im mechanischen Zusammenhang stehen ist dem Programm egal, es ist dem Programm auch egal ob das Medium fest, flüssig oder gasförmig ist, alles was das Programm in der Simulation berücksichtigt ist die Brechzahl für die gefragte Wellenlänge.
Es ist an dem Benutzer der Software hier alles bis ins kleinste Detail zu durchdenken und dann exakt so eizugeben wie es der Realität entspricht, dann entspricht auch die Simulation einer realen Optik.
Genau da liegt der knackpunkt, gerade wenn dann wie hier verschoben und gekippt wird muss der mechanische Zusammenhang sämtlicher Komponenten bei diesen Aktionen berücksichtigt werden.
Bitte um Nachsicht das auch ich hier beim ersten Anlauf nicht alles bedacht habe, mit diesem speziellem Problem hab ich mich auch erst seit 3 Tagen beschäftigt.
Ich denke aber nun alle Stolpersteine beseitigt zu haben und eine der Realität entsprechende Simulation abzuliefern.
Punkt 1
Die Simulation in meinem letzten Beitrag hier welche bei einer Verschiebung um 0,1mm bei der Ölgefügten Optik ein ähnliches Ergebnis wie das von Pal bringt sollte richtig sein und wirklich der Realität entsprechen.
Punkt2
Pal erhält aber für die Luftspaltoptik einen sehr schlechten Wert, das wurde hier auch nicht infrage gestellt wenn ich da nichts überlesen habe sondern Du hattest das Ergebnis der Ölgefügten Optik angezweifelt.
So hatte auch ich das nicht infrage gestellt und einen wie sich herausstellt falschen Schluss daraus gezogen.
Ich habe mir nun Gedanken gemacht warum der Luftspalt jetzt so viel schlechter ist.
Hier wurde als Begründung die unterschiedlichen Radien genannt.
Das ist offensichtlich nicht der Grund.
Würde man bei Verwendung gleicher Radien tatsächlich eine so deutliche Verringerung der Empfindlichkeit für Dezentrierung erreichen hätte man auch beim Luftspalt sicher diesen Kompromiss gemacht und auf die beiden zusätzlichen Freiheitsgrade verzichtet.
Der sich ergebende Nachteil wäre kleiner als der Vorteil der wesentlich unproblematischeren Zentrierung.
Ich habe nun nach der eigentlichen Ursache gesucht, wenn man sich die Situation mal Grafisch veranschaulicht erkennt man leicht das es an dem Keilfehler der „Luftlinse“ liegt der entsteht wen eine Linse verschoben wird.
Siehe Bild 5 im Anhang.
Verschiebt man also in Oslo einfach eine Linse Simuliert das Programm die Situation so wie in Bild 5 Überzogen dargestellt.
Das ergibt dann ein sehr schlechtes Ergebnis
Ich habe das an einem Luftspalt Triplet 150 f/8 ausprobiert und komme zu folgendem Ergebnis
Korrekte Stellung der Linsen
PV 0,0248 Strehl 0,999
um 0,1mm verschoben
PV 0,433 Strehl 0,74
Dieses ist ähnlich dem von Pal.
Nun muss man überlegen ob die in Bild 5 dargestellte Situation überhaupt der Realität entspricht.
Wenn einem Klar ist das auch bei einem Luftspalt die Linsen nicht freischwebend im Raum stehen sondern mechanisch verbunden sind muss genau überlegt werden was bei einer Verschiebung passiert.
Der Luftspalt wird in der Regel durch Abstandsplättchen bestimmt, die jeweiligen Linsen sind also wenn auch nur am Rand mechanisch in Berührung.
Folglich hat eine Verschiebung einer Linse zwangsläufig auch eine Verkippung zur Folge.
Es besteht damit in dem Punkt kein Unterschied zur ölgefügten Optik.
Damit kann es auch zu keinem Keilfehler der Luftlinse Kommen.
Richtig ist es also auch beim Luftspalt gleichzeitig mit einer Verschiebung auch eine Verkippung vorzunehmen so wie in Bild 6 dargestellt.
Ich habe also den notwendigen Kippwinkel errechnen und in Oslo eingegeben.
Das Ergebnis ist jetzt ein ganz anderes
Korrekte Stellung der Linsen
PV 0,0248 Strehl 0,999
um 0,1mm verschoben und 0,0209 Grad verkippt
PV 0,033 Strehl 0,992
Das sollte jetzt der realen Situation entsprächen.
Pal hat also nicht bei der Ölgefügten Optik etwas falsch gemacht sondern offensichtlich bei dem Luftspalt die Kippung nicht eingegeben.
Real schneidet der Luftspalt also wesentlich besser ab als von Ihm angegeben.
also nimm kontakt zu Riccardi auf
Ich hab da leider keine E-Mail Adresse von ihm.
Nach einigem hin und her scheine ich aber nun auch selbst die hoffentlich nun endgültig richtige Lösung gefunden zu haben.
Grüße Gerd