4 Zoll Fraunhofer F 15

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Optikbastler

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Hallo,

heute möchte ich meinen letzten Selbstbau vorstellen, der vor kurzem fertig wurde.
Reverend Coyote hat sich bereiterklärt auf seiner Homepage ein paar Bilder davon zu hosten da ich noch immer keine eigene Homepage habe, ist aber in Auftrag.

Hier nun die Beschreibung vom Bau.

Eigentlich sollte das Teil ein Richfieldrefraktor werden.
Dazu hatte ich gebraucht ein älteres Fraunhofer Dublet von
William Optiks ohne Fassung gekauft, 4 Zoll/F 6,8 .

Für diese Linsen wurde nun zuerst eine Fassung gebaut. Sie ist aus massivem Aluminium gedreht und wird mittels 3 Federbelasteter Schrauben auf einer Art Vorschraubring der auf dem Tubus sitzt befestigt.
Diese Schrauben ersetzen die üblichen Zug/Druck Kombinationen und vereinfachen die justage des Objektivs.
Die sehr starken Federn sind in tiefen Einsenkungen im Rand
des Gehäuses versteckt. Der außen-Durchmesser des Gehäuses beträgt 129mm. ( Material war 130, 1mm abgedreht)
Die Linsen liegen hinten auf einer Kante auf, ein Ring aus Cartonage zwischen Glas und Metall. Vorne werden Sie von einem Gewindering gehalten, ebenfalls mit Zwischenlage
Cartonage. Das Gewinde ist M111x1, DIN ist es wahrscheinlich nicht, aber metrisch.

Als nächstes ging es an den Okularauszug. Crayforddesign
wurde nach kurzer Überlegung wieder verworfen bzw aufs nächste mal vertagt.
Der Auszug wurde ebenfalls aus massiv Alu gedreht und in den
rückwärtigen Teil wurde eine Messingbuchse eingeschrumpft.
Diese Buchse ist 25 mm lang, darin läuft das eloxierte Auszugsrohr mit sehr geringem Spiel, etwa 0,05 mm .
Das Auszugsrohr hat außen etwas unter 60mm, innen 2Zoll.
Es trägt eine Polyamidzahnstange Modul 0,75 und wird von einem kleinen Messingritzel aus einem Stellmotor angetrieben.
Das genaue fertigen der Bohrungen für die Welle erfordert natürlich genaues messen und etwas rechnerei. Dagegen war das Stellknöpfe anfertigen ein Selbstgänger <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Die Antriebswelle läuft in Sinterbuchsen aus Bronze.
Das Auszugsrohr kann mit einer federbelasteten Schraube M6
gehemmt und mit einer weiteren Schraube M6 geklemmt werden.
Beide Schrauben drücken mit einem Einsatz aus Kunststoff
auf das Auszugsrohr. Der Verfahrweg beträgt 120mm.

Als Tubus war ein Kanalrohr vorgesehen, außen 110 mm, innen
104mm.

Zu dem Zeitpunkt wurde im Biete Board ein 4 Zoll/F15 Objektiv angeboten, wie es auch vom Teleskopservice
angeboten wird. Weil ich schon lange nach so was Ausschau gehalten hatte habe ich dieses ohne lange zu überlegen gekauft.

Nun wurde der Plan etwas geändert. Die Fassung der Objektives ist teilweise aus Kunststoff, wenn auch sehr genau gefertigt. Allerdings passte der Vorschraubring nicht auf den von mir vorgesehenen Tubus. Also wurde die beschriebene Linsenfassung nochmals geändert und zwar um
1mm aufgedreht weil die Linsen 105 mm außen messen und etwa
5mm tiefer gedreht weil sie dicker als die zuerst vorgesehenen sind. Soviel gab das Material gerade noch her. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> Der freie Durchlaß mit 102 mm wurde beibehalten, so haben die Linsen etwas mehr Auflage.

Jetzt wurde ein neues, längeres Kanalrohr gekauft. Diese so-
genannten HT-Rohre halte ich bei diesen kleinen Durchmessern für absolut ausreichend was die Stabilität
angeht. Dabei sind sie noch ein schönes Stück billiger als Pertinax.
In den Tubus wurden noch 3 Kegelblenden eingebaut und von außen verschraubt. Dann die Geschichte innen mit Schultafellack geschwärtzt und außen mit Acryllack mit Schaumstoffroller beschichtet. dazu sind mindestens 4 Durchgänge notwendig, dann erzielt man eine schöne seidenmatte Oberfläche, die nach dem aushärten keine Fingerabdrücke zeigt und abwaschbar ist.
Alle innenliegenden Aluteile von Linsenfassung bis OAZ
wurden ebenfalls mit Schultafellack behandelt.

Dann wurde noch eine Taukappe aus einem etwas größeren Kunststoffrohr gefertigt. In diese integriert ein
Rest vom Gewindering der Linsenfassung, somit läßt sich die Taukappe etwa 3 Gewindegänge vorne in die Fassung schrauben.

Zuletzt wurden noch zwei Rohrschellen gedreht, gebohrt und dann geteilt. die wurden am Ende einer 400x45x10mm Aluplatte mittels Schrauben befestigt. Die Platte hat entsprechende schräge Ausfräsungen und ist damit EQ5 kombatibel.

Das ganze Ding ist schon ganz schön lang, 1,53m vom OAZ bis Ende
Taukappe, wiegt ziemlich genau 6kg, mit den Rohrschellen und der Platte. Die EQ 5 trägt es sehr stabil.
Die Gesamtbauzeit ging über 8 Monate, komprimiert waren es nicht mehr als 2 Wochen. Der Löwenanteil davon zwischen Weihnachten und hl.3 Könige.

Der Refraktor soll parallel zu meinem 10 Zoll/F5 Newton in
der Gartensternwarte montiert werden, allerdings so daß er leicht abzubauen ist und auch mal tranportiert werden kann.

First Light steht noch aus, das liebe Wetter. Da ich beruflich in kürze auch wieder für längere Zeit weg bin muß
das halt noch etwas warten.

Anzuschauen ist es mit dem plank polierten Alu, welches ich
so liebe, jedenfalls sehr schön <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ich denke daß die Bilder vom Reverend morgen verfügbar sind,
ihm jedenfalls schon jetzt vielen Dank für die Unterstützung.

Herzliche Grüße

Hans
 
Gratuliere,

ist ja ein edel Teil geworden der Refraktor.
Wann wird es die ersten Astrobilder geben von diesem Ding?

CS! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
hi hans, gratuliere zum gelungenen gerät.
es ist gut, daß du auch kegelblenden einsetzt.
hauptsache, die kante ist messerscharf.
solltest du dennoch reflexe bekommen, so kannst du die schneide bzw. komplette kegelblende auch mit mattem lack schwärzen.
ansonsten, bin auf dein ersten eindrücke gespannt.
laß mal was hören, wie es sich so angeht.
schöne grüße!
wolf
 
Hallo Wolf,
Hallo Josef,

vielen Dank für die Blumen.

@ Josef, die fotografiererei steckt bei mir absolut in den
Kinderschuhen, ich beobachte eigentlich nur visuell.

@ Wolf, Die Kegelblenden hab ich vor dem Einbau noch geschwärzt. Das Bild zeigt sie unmittelbar nach dem Drehen.

Ich werde meine Eindrücke nach dem first light hier schildern, kann aber noch etwas dauern weil ich morgen erst mal weg muß.

Grüße

Hans
 
Hallo Hans,

ist wirklich sehr schön geworden der Refraktor, Gratulation! Die Drehteile gefallen mir besonders gut. Du hast sogar den OAZ selber gemacht, staun.

Andreas
 
Hi,
Tolle Arbeit-dein neuer 4"f15
Kegelblenden:wieviel mußt man an der schärfsten Kante stehen lassen,das der Drehmeißel keine Ausrisse reinfrisst? 1mm od 0,5 mm
Sind Führungsrohr und Flansch deines OAZ aus einem Stück?wenn nicht,wie haste die Teile verbunden?
wie du weißt,arbeite ich an einer grösseren version,
lasse arbeiten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" /> ,aber da ein gewinde vorsehen,würde mir zu teuer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" /> werden.
Sorry,das hier mit mein krimskram ankomme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />
Gruß Marc
 
Hallo Marc,

danke für das Lob. Die Kante der Kegelblenden ist ich sage mal sehr "scharf". Gemessen hab ich es nicht, aber ich schätze mal 0,1-0,2mm.
Ich hab solange den Kegel ausgedreht bis es zum vorgebohrten
bzw. ausgedrehten Durchmesser auslief. Also, wenn das in einer Aufspannung gemacht wird und das Werkstück absolut rund läuft gibt es keine Probleme soweit runterzudrehen.

Ja, Führungsrohr und Flansch des OAZ, ich nenne das "Gehäuse", sind aus einem Teil. Darin eingeschrupft die Messingbuchse in der dann das eigentliche Auszugsrohr läuft,
wie ich kürzlich an anderer Stelle beschrieben habe.Der Innendurchmesser der Messingbuchse wurde erst nach dem einschrumpfen auf Maß gedreht.

Marc, kein sorry, austausch ist wichtig und es gibt keine
dummen Fragen.

Grüße

Hans
 
Hallo Andreas,

auch vielen Dank fürs Lob.
Der OAZ ist mittlerweile der dritte den ich so gebaut habe.
Es gibt noch einen 2 Zoll auf meinem Newton und einen 11/4 Zoll an einem kleinen Refraktor den ich aber schon länger nicht mehr habe.
Nächstesmal werde ich wohl mal das System Crayford versuchen.
Allerdings, ohne Dreh und Fräsmaschine geht sowas wohl kaum.

Gruß

Hans
 
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