40mm oder 50 mm Öffnung

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centre_sirius

Mitglied
Hallo!

Warum haben eigentlich Ferngläser mit 50mm Öffnung so oft 7fache Vergrößerung. Bekanntlich hat man da eine Austrittspupille von 7,1 mm, die man sowieso kaum ausnutzen kann. Ich ziehe demnächst nach Mannheim. Auch wenn ich am Stadtrand wohnen werde, werde ich die 7,1 mm wohl nie erreichen. Wäre in so einem Fall ein 7*40 besser?
Ich überlege derzeit, ob ich mir das 7*50 Nobilem von Docter, das 7*40 von Docter oder gleich das Zeiss Dialyt 7*42 kaufe. Sollte man mit einm 7*50 nicht mehr sehen als mit einem 7*40, da kann man sich ja das Mehr an Gewicht sparen und gleich die leichtere Variante kaufen.

Gruß

cs
 
Hallo, Du hast offensichtlich noch nicht sehr viel eigene Erfahrung - also lies Dir mal erst ein bißchen was an
(z.B. bei Frank Schäfer's Fernglasseite hier in Astronomie.de, in meinem letzten Kommentar zu diesem Thema
im thread "neues Minolta Glas für 100€" und auf anderen Fernglasseiten)
Bevor Du Dir so ein teures Glas (das Dialyt liegt bei 1000€) kaufst, solltest Du Dir meiner Meinung nach auch
schon ein bißchen eigene Meinung gebildet haben - mein Kollege kauft sich zum Beispiel in Kürze vermutlich
ein 20x80 bei www.teleskop-service.de - wohnt auch in Mannheim. Und ich würde Dir bei diesem Himmel
mal zum Ausprobieren erst mein "Lieblingsglas billig" das Olympus DPSR 10x50 für ca.90€ bei www.foto-erhardt.de
empfehlen, wenn ich nicht gerade bei Frank Schäfer gesehen hätte, daß Foto-Koch das neue, wasserdichte Minolta
Classic Sport 10x50 mit BaK4 Prismen und voll multivergütet für 100€ hat! (link im oben genannten thread Minolta...)

In Mannheim und sonst bei "schlechtem Himmel" ist ein 10x50 mit Pupille 5 und WW-Okularen 65° sicher das Optimum.

Gruß
Korrekturbeitrag von hanz eingefügt vom Boardmaster
 
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Hi

Vielleicht hilft es Dir weiter, wenn Du dich nicht auf die Vergrösserung beschränkst. Muss die Vergrösserung zwingend immer 7-fach sein? Ich denke kaum. Zudem bevorzuge ich persönlich eher 10 fach, denn ich habe den Subjektiven Eindruck ertwas mehr zu sehen. Für mich ist die Grösse der Austrittspupille insoftern wichtig, dass es nicht weniger als 5 mm sein sollten. Aus diesem Grunde kannst Du Dir ja auch Vergrösserungen von 8,9 oder 10 fach anschauen. mit einer grösseren Vergrösserung erscheinen die Obkekte etwas grösser, was sicher angenehm ist.

Viele Grüsse

PS: Weitere Infos zu Ferngläser findest Du auf meiner HP http://avila.notrix.net . (Dieser Hinweis soll nicht so knallhart gemeint sein, wie mein Vorgänger geschreiben hat.)
 
Als ich im Netz von Gläsern mit über 8mm AP (10x80, 9x80) gelesen habe, habe ich auch erstmal mit dem Kopf geschüttelt und mich gefragt, was das soll.

Dann hatte ich mal die Möglichkeit ein Glas mit weniger als 2mm AP Probesehen zu dürfen und war über den relativ schwierigen Einblick doch eher enttäuscht. Denn bisher besaß ich nur Gläser mit mittlerer und großer AP (4,75 und 7,1mm). Erst da wurde mir klar, dass so eine große AP auch am Tage durchaus nützlich ist, da man das Glas im Bereich der AP-Größe "verwackeln" kann, "ohne aus dem Bild zu rutschen".

Man merke also: Eine größtmögliche Austrittspupille erleichtert den Einblick ungemein und hat damit sogar am Tage seine Berechtigung. Man nutzt so die große AP auch aus, obwohl sich die Pupille selbst gar nicht soweit öffnet. Seit dieser Erkenntnis sage ich nichts mehr gegen große AP's. Probiert es mal aus. Besonders im Vergleich zu solch Mini-AP-Gläsern wie 30x50, 30x60 etc. Der einzig wirkliche Nachteil von Gläsern mit größerer AP ist die i.A. größere Bauform und das damit verbunden größere Gewicht. Aber für die großen Teile hat man ja ein entsprechendes Stativ!

 
Hallo,

ich bevorzuge auch die 10x-Vergrößerung mit 50er Öffnung. Beim freihändigen Halten wackeln die wegen größerer Massenträgheit (Gewicht) weniger als jene mit 40er. Auch sieht man mit ihnen in der Dämmerung (terristische Beobachtung) und am Sternenhimmel bei halbwegs guter Sicht m.E. am besten. Das muss aber jeder für sich selbst testen. Habe ein paar dieser Gläser verglichen. Ergebnisse (englisch) hier:

http://groups.google.de/groups?hl=de&lr=&ie=UTF-8&selm=bfeda78c.0305010825.57b3b500%40posting.google.com

Auch der Rest dieses Threads ist ganz interessant. Wenn Astronomie mein alleiniges Interesse wäre, wäre meine Entscheidung übrigens wahrscheinlich zugunsten des 10x56 Victory ausgefallen, weil es von den getesteten Ferngläsern der beste "Lowlight-Performancer" ist. Vorher hätte ich aber noch einmal die Farbkorrektur unter astronomischen Beobachtungsbedingungen gecheckt.

Gruß

Steve
 
Re: Fernglas mit AP über 7mm?

Hallo Ber,

also jetzt mal ganz neugierig: Hast du tatsächlich jemals ein Fernglas "8 mm AP" und mehr gesehen?
Würde mich schon interessieren ...
Meinereinem ist so etwas noch nicht untergekommen (außer in den Phantasie-Beschriftungen gewisser rotgetönter Gläser :-)) ) ... die größte nominelle AP. die ich kenne (und habe), ist ein japanisches 9x65-Porro unter dem "Lichter"-Label, immerhin ohne AP-Abschattung durch die Prismen (JB-Code müßte ich nachschauen). Nachgemessen habe ich aber nicht ...

Gruß+cs,
Dietmar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Fernglas mit AP über 7mm?

Grüß Dich!
Also irgendwie versteh ich grade nicht, worin Deine Zweifel bestehen. Rechne doch mal 50 durch 7. Bei mir ist das grösser sieben, wenn auch unwesentlich. Von den 11*80 Ferngläsern ganz zu schweigen...
cs, Norman
 
Re: Fernglas mit AP über 7mm?

Hallo Norman,

danke für den Hinweis auf meine mißverständliche Angabe "mehr als 7 mm AP" ... hab's schon geändert!

Gruß+cs,
Dietmar
 
Re: Fernglas mit AP über 7mm?

Hallo Dietmar,

für militärische Zwecke - insbesondere für die Marine - wurden durchaus 10x80-Gläser gebaut, u.a. auch von Zeiss. Für die Nutzung bei Dunkelheit wurden die Pupillen der "Beobachter" mit Augentropfen erweitert, zumindest ist mir dies berichtet worden.

Gruß + cs
Martin
 
Re: Augentropfen

Haha! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Das gefällt mir mit den Augentropfen. Nicht immer nur die Ferngläser verbessern, sondern auch die Augen. 9 mm Pupillenöffnung und dazu ein 7*63. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Astronomie-Hardliner-Augentropfen demnächst in ihrer Apotheke.
 
Re: Fernglas mit AP über 7mm?

Hallo Martin,

ja, die alten "Flak-Gläser" kenne ich (1930-1945, Deutschland und Japan), die sind ja teilweise auch im Seeger (spezieller: Rohan, Stephen. Eyes of the Wehrmacht: An illustrated guide to the German World War II 10x80 Binoculars. Vol. l. Bradbury: Rohan Optical Press, 1996, 136 Seiten). Stefan Ü. hat hier eines schön beschrieben. Getoppt wird es u.a. noch vom Zeiss 20x200 ...

Und vor ein paar Tagen auf ebay gab es eines, das für 400 Euro nicht wegging - mir war es auch zu teuer für die zu erwartende Leistung, jetzt es wieder eingestellt ( ebay Flakglas ).

Mir geht es aber um im Handel, eventuell sogar neu, zu erwerbende neuere Ferngläser, nicht um einzelne Antiquitäten - gibt es da wirklich welche mit AP > 8mm, und wo?

Zu den WeltkriegsII-Nachtflugbeobachtern: Die Erweiterung der Pupillen mit Augentropfen müßte jedenfalls doch eigentlich zu gewaltigen Einbrüchen in der Sehschärfe führen ???

Baader jedenfalls hält in deren Okularbroschüre bis zum Alter von 20 Jahren auch Pupillenöffnungen von 8mm für tabellarisch aufführbar ... Zitat: "Das an völlige Dunkelheit adoptierte Auge hat bei einem jungen Menschen einen Pupillendurchmesser von 8 mm."
( pdf Baader-Okularbroschüre )

Und ich weiß schon bis heute nicht, ob nicht schon bei AP=7mm nicht doch die einbrechende Sehschärfe zu einer gewissen Nivellierung der Qualitätsunterschiede zwischen guten und sehr guten Gläsern führt :-))) (siehe auch hier: Frage )
Wer kann weiterhelfen?

Gruß+cs,
Dietmar
 
Wozu ein 7x50 am Tag?

> Mir geht es aber um im Handel, eventuell sogar neu, zu erwerbende neuere Ferngläser, nicht um einzelne Antiquitäten

Hallo Dietmar,

eine Rarität fällt mir noch ein, ein echter Klassiker: das Hensoldt Nacht-Dialyt 7x56. Das wurde sogar bis in die 50-er Jahre noch gebaut. Ansonsten hatte beispielsweise Optolyth mal ein 8x63 im Programm (ist aber schon seit ein paar Jahren eingestellt). Auch Seeadler hat noch ein 8x63 (das kommt möglicherweise sogar noch aus Japan).

Nochwas zum 7x50: Ber liegt mit seinen Bemerkungen zur großen AP eigentlich richtig. Das 7x50 ist ja nun schon seit 70 Jahren (oder mehr?) das klassische Marineglas schlechthin. Natürlich kann man die Lichtstärke und optische Leistung mit 2-3mm Augenpupille am Tag nicht nutzen. Bei rauhem Sehgang ist das Beobachten mit einem 7x50 aber deutlich einfacher, da man die Augenpupillen so besser im Bereich der Austrittspupillen des Fernglases halten kann und das Sehfeld nicht so schnell aus den Augen verliert. Ist ja auch klar, wenn der Schiffsboden schön schwankt, dann hat man an einem 7x50 bestimmt mehr Freude wie an einem 8x20 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Für den normalen Gebrauch am Tag ist aber ein Glas mit 4 oder 5mm AP vollkommen ausreichend. Wenn man einigermaßen ruhige Hände hat, dann dürfte es nicht schwerfallen, ein 10x40 oder 10x50 freihändig (ohne Verlust von Einblickkomfort oder Teilen des Sehfelds) zu nutzen. Es sei denn, man ist bei der Beobachtung nicht mehr ganz nüchtern ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Frank.
 
Beweis für Erddrehung

Vor allem: Wenn man so richtig einen "in der Krone hat", dann kann man wunderbar sehen, wie sich die Erde dreht.

Als Kind habe ich das immer nicht geglaubt, dass sich die Erde dreht, bis ich es später auf die Art dann mal selber gesehen habe.

Das war für mich dann der Beweis, das sie sich dreht. ;-)

Meine letzten Worte bevor ich zu Boden ging waren da: "Und sie dreht sich doch." ;-)
 
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