4mm UWA Astro Professional (4mm WO UWAN) an ED80?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Kerste
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

Ich bin grad auf der Suche nach einem Okular, um die Höchstvergrößerung an meinem ED80/600 sinnvoll abzudecken. Bislang vorhanden sind ein 5mm Hyperion (für meine Ansprüche astreines Bild) und ein 3,5mm Hyperion, das bei 171x erwartungsgemäß leicht matschig wird, wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Ideal wäre natürlich ein Zoom, um mich an die Höchstvergrößerung ranzutasten, aber da finde ich im interessanten Brennweitenbereich nur das TeleVue Nagler 3-6 mm mit mageren 50° Gesichtsfeld - das ist mir bei azimutaler, manueller Nachführung zu wenig. Das *entfernt*'sche Schiebezom funktioniert mit den Hyperions ja wohl auch nicht, wenn ich das System richtig verstanden habe...

Das 5mm Hyperion hab ich mit Zwischenringen/2"-Filtern mal auf 4mm/150x gebracht, da schien das Bild einwandfrei. Allerdings kostet ein weiteres 5er Hyperion mit Zwischenring ähnlich viel wie ein 4 mm UWAN von Astro Professional, ist bei Nacht nicht so gut vom "echten" 5mm-Okular zu unterscheiden, und die 80° Gesichtsfeld klingen reizvoll. Das wäre am Himmel sogar mehr Feld als im 5er Hyperion. Da macht mich der Preis natürlich stutzig...

Hat jemand Erfahrungen mit diesem Okular oder dem auf den ersten Blick baugleichen, aber teureren 4 mm UWAN von William Optics? Gibt's außer dem Label Unterschiede zwischen den Modellen von WO und AP? Laut Sven Wienstein sind die ja baugleich, und Carsten Reese auf Astro-Okulare klingt auch recht angetan von den WO - ähnliche Leistungsklasse wie die Hyperions, ein Tick weniger Augenabstand und großes nutzbares Gesichtsfeld. Den Augenabstand empfinde ich beim 3,5er Hyperion als gerade noch okay, aber da hilft bekanntlich nur selber durchschauen...

Spricht irgendwas gegen das 4mm Astro Professional am ED80 (f/7,5), was ich übersehen habe, oder gibt's noch eine andere weitwinklige Alternative mit 3,7 bis 4 mm Brennweite in der Preisklasse bis ca. 200 Euro? (Damit dürfte das Ethos SX 3,7mm wegfallen ;) )

Danke,
Alex
 
Hallo Alex,

ich kenne mehrere dieser Okulare (28er, 16er, 7er unter William UWAN und Lacerta UWA
Link zur Grafik: http://www.teleskop-austria.at/bild/oku1-uwa-la-0.jpg
Vermarktung. Sie sind absolut identisch in Qualität und Abbildungsleistung. M.E. sehr gute WW-Okulare mit, für so komplexen Aufbau sehr guter Transmission und Achsschärfe und diesbezüglich durchaus vergleichbar mit Seers, Nagler und co. Bei den langen Brennweiten hapert es etwas an der Randschärfe ab F/6 und schneller. Warum sollten die AP-UWA da aus der Reihe tanzen?
Ich habe übrigens auch viele passende Zooms gefunden! ;)
Beispiele:
Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/uwan7zoom_ausgefahren%20.jpg
UWAN 7-4mm
Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/widescan%20001.jpg
Widescan III mit 3fach Barlow (ca. 7-4 mm)


Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Du sagst, das Hyperion 5mm genüge deinen Ansprüchen? Dann denk mal über die HR-Planetary oder die noch preiswerteren UWA (werden als Fehllieferung angeboten) nach, die z.B. von M. Ludes und W.Ransburg für 39€ verkauft werden. Ich habe das 5mm UWA am INTES MN 66 mit dem Hyperion 5mm verglichen. Kontrast und Transmission sind beim Hyperion eindeutig schlechter. Mein Hyperion habe ich längst wieder verkauft.
Gruß
Achim
 
hallo Alex,

es ist wie Günther *entfernt* sagt, die Uwans fallen alle vom selben Band. William hat die Exklusivität verloren und seither gibts Marken-Inflation. Die UWANs sind IMHO sehr gute Okulare, und mit der Zoommöglichkeit werden sie noch interessanter.

Ich habe auch einige Hyperions und bin ganz zufrieden mit ihnen, vor allem das Einblickverhalten finde ich gut. Sie haben weniger Kidneybeaning als die UWAN oder gar Speers und sind auch tagsüber verwendbar. Über 13mm ist mit der Okularasti zu gross, da habe ich lieber die originalen LVWs, die sind astrein. Zoomen mit Zwischenringen habe ich ganz schnell aufgegeben, weil sich dann sehr leicht Staub auf der inneren Feldlinse festsetzt, und der wird scharf abgebildet - man wird ihn nur sehr schwer wieder los.
Zoomset wirds konstruktionsbedingt in absehbarer Zeit leider wohl keines für die Hyperions geben.

lg Tommy
 
Hallo allerseits,

danke für die Infos. Ich dachte mir bereits, dass WO und AP sich nur im Aufdruck unterscheiden, aber gut, das zu bestätigt zu kriegen.

Die längeren Hyperion-Festbrennweiten hab ich nicht (die decken bei mir das Hyperion Zoom und das 36er Aspheric ab, die ja einen anderen optischen Aufbau haben), und die Planetary HR haben mir dann doch zu wenig Gesichtsfeld. Im Verein haben wir ein etwas langbrennweitigeres HR - nicht schlecht und sein Geld wert, aber nichts, was mich reizt.

Auf Dauer würde ich die Hyperions auch nicht ständig auseinanderschrauben, das ist nur was, um ein Okular dauerhaft auf die Wunschbrennweite zu bringen oder mal eine Brennweite zu testen. Daher wäre ein zweites Hyperion mit eingebauten Finetuningringen fällig geworden - was dann etwa die selbe Preisklasse wie ein UWAN von AP wäre, nur mit weniger Gesichtsfeld.

Mal sehen, ob ich auf dem ATT ein günstiges Angebot für ein 4mm UWAN finde.

Besten Dank und schönes Wochenende,
Alex
 
Hi, Alex...

Was willst Du mit dem 4er UWAN ??

Verkaufe die Hyperions und hol Dir das UWAN in "7"mm.
Das ist ein 7,8er - mit der *entfernt*´schen Hülse wird es ein 7,5 - 4mm...

Exakt das nutze ich und bin sehr zufrieden damit.


Gruß und CS

Der Jan
 
Hi!

Das wäre nochmal ein starker Fuffi mehr, ich weiß noch nicht, ob es mir das (zurzeit) Wert ist. Auch weil ich das 5er Hyperion sehr angenehm finde vom Einblick, während das UWAN näher am 3,5er Hyperion liegen soll... Aber bis zum ATT kann ich ja noch ein paar mal drüber schlafen, und bislang ist es eher ein Gedankenspiel. Ich müsste das Schiebezoom auch mal in der Hand halten, obwohl ich da prinzipiell nicht abgeneigt bin.

Gruß,
Alex
 
Hi, Alex...

Komme dieses Jahr leider nicht zur ATT - sonst hätte ich es Dir gerne mal mitgebracht.
Ist ne feine Sache. :)

Gruß und CS

Der Jan
 
Hi!

Dann hoff ich mal, dass ich am ATT Zeit und Geld hab ;)

Beim letzten Teleskoptreffen hab ich leider kein Schiebezoom gesehen, und das UWAN, das da war, hab ich vor lauter Quatschen übersehen...

Bis dann,
Alex
 
Hi,

ich habe das gleiche Problem gehabt und habe, da leider meine Gradifikation für 2009 dank Weltwirtschaftskrise ziemlich mau war, bei TS ein 4mm Planetary geholt.

Das ist ziemlich genau an der max. sinnvollen Vergrößerung und bringt bei Planeten und Mond ein tolles Bild am 80/600er!

Und das ganze ziemlich unschlagbar im Preis, bis - vielleicht - irgenwann ein "besseres" Okular in den Koffer wandern kann.

Gruß
T.E.
 
Hi Alex,

an meinem 72mm f/6 Megrez habe ich auch das 4mm UWA als das Okular mit der höchsten Vergrößerung im Einsatz. Ich nenne auch ei 7mm Burgess Okular mein eigen.

Vorteile der UWA/Planetary/etc. a.m.S.

- leicht und kompakt
- 5 Linsig, FMC
- sehr scharfes und helles Bild
- randscharf bei f/6 oder f/5

Aber auch Nachteile

- Einblickverhalten
- nur 58° GF
- am Tage/Dämmerung Kidney Bean

So kommt das 7mm z.B. beim Mond/Planeten auch an meinem Dobson zum Einsatz, währen bei Deep Sky das 8/5mm Hyperion den Zuschlag erhalten. Das 4mm konnte ich noch nicht an meinem Dobson testen, da muss aber auch das Seeing gut bis sehr gut sein (375x)

Gruß
Lots
 
Hi!

Der ATT rückt näher, und jetzt muss ich doch noch mal fragen - welche Brennweiten liefert mir das 7er UWAN mit dem AstroZoom?
Zitat von Blinddarm1:
Verkaufe die Hyperions und hol Dir das UWAN in "7"mm.
Das ist ein 7,8er - mit der *entfernt*´schen Hülse wird es ein 7,5 - 4mm...
Zitat von http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=30&lng=de#oku1-uwa-la (Lajos' Laden):
RUNDUM SORGLOS PAKET:
AstroZoom Adapter mit 7mm Lacerta Ultra Wide Angle Okulare (ergibt einen 4,8mm-6,8mm Zoomokular mit 82grad Sehfeld)
Was stimmt jetzt - 7,5-4mm wär noch okay, 6,8-4,8mm wäre dagegen zu wenig, da kann ich von der Vergrößerung gleich beim 5er Hyperion bleiben ?)

Gruß,
Alex
 
Hi Alex,

naja... ich sehe da selbst bei nur ähnlicher Vergrößerung in den UWAN/Lacerta mehr Potenzial als im Hyperion. Das Zoomen ist da ein Bonus oben drauf.
Ich bekomme erst über den ATT eines in die Finger, mache dann Sterndurchlaufmessungen. Mit meinem 4mm Planetary hätte ich die schon machen können, hab's mir aber verbaselt, weil ich eine 21-Minuten-Messung mit dem 30mm UWA nochmal machen musste... war leider der falsche Polaris (ß UMi - Vollmond und neuer Standort) gewesen, schief durchgelaufen :(

Clear Skies
Sven
 
hallo Alex und Sven,

gerade erhalte ich die Nachricht dass die Zoomhülsen für das 7mm UWAN aus der Elox gekommen und damit fertig sind fürs ATT. Den Zoomfaktor gemessen hat noch niemand, denn das sind die ersten Hülsen die produziert wurden. Es sind also bloss Schätzwerte, die UWAN sind aber laut Günther relativ sensibel auf Abstandsänderung zur Barlow, der Zoomfaktor sollte also respektabel sein. Lets looken!

lg Tommy
 
Hi Sven,

zumindest beim 5er Hyperion hab ich mit der Okularprojektion schon rumgespielt. Optik alleine ist nicht alles, die Gewinde haben ihren Nutzen...

=> Tommy: Dann reservier mir mal ein Set aus 7er und Zoom-Hülse und überlegt euch einen hübschen Messepreis ;) Ich schreib dann auch über meine Eindrücke ;)

Vielleicht bohr ich das 5er Hyperion dann auf etwas weniger als 4mm auf - je nachdem, was das 7er UWAN letztlich bringt.

Gruß,
Alex
 
Hallo Alex,

die Angaben auf meiner HP zum UWAN Zoomset auf Basis des 7 mm Okulars wurden gemessen und waren für die mir vorliegende Musterkonfiguration zutreffend.

Die neue Produktion enthält eine Änderung bezüglich der Eintauchtiefe der Barlow und liegt damit mit der Ausgangsbrennweite näher an der Ursprungsbrennweite es verwendeten Okulars. Genaue Messungen sind hier noch nicht erfolgt.
Da liegt das Problem, denn die Nennbrennweite ist 7 mm, aber verschiedene Tests (u.a. im der IS-Sonderheft veröffentlicht, also nicht nur von mir) ergaben, dass das Okular bei 7,8 mm Brennweite liegt.
Die Brennweitenspanne von ca. 7,5 bis 4 mm ist für die neuen Sets realistisch.
Wenn das dann tatsächlich getestet und durch harte Fakten bestätigt ist, wird die Angabe auf meiner HP aktualisiert.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Alex,

das ging heute Nacht etwas schnell, daher noch ein Nachsatz:
Die genannte Brennweitenspanne Für das 7er UWAN/Lacerta UWA/ pp lässt sich zusätzlich etwas nach unten schieben, man kann das Zoomokular durch Veränderung der Einstellung auch von 7 mm oder 6,5 mm an abwärts betreiben.
Ich werde in Essen auch am Stand von Lajos anzutreffen sein.

Gruß
*entfernt*
 
Hi!

Danke für die Info, die Ankündigung auf deiner Seite hatte ich noch gar nicht gesehen - nur eine (mangels Trennlinien) etwas unübersichtliche Tabelle, die ich jetzt aber nicht mehr wiederfinde...

Dann bis Samstag!

Gruß,
Alex
 
Hallo allerseits,

Gestern Nacht war es mal so was ähnliches wie klar (5mag im Zenit, noch ca. 1mag in 40° Höhe), und gestern kam auch der Rest vom Zoom-Okular, daher liefer ich mal das Ende der Geschichte nach.

Nachdem ich ein 3,7mm-Okular gesucht und diesen Thread hier durchgemacht hatte (sowie letzten Samstag 3 Stunden Stau am Kreuz Hilden, auf der Fahrt zum ATT :mauer: ), stand auf dem ATT dann ein 7mm UWA mit AstroZoom-Hülse von Günther auf dem Plan. Das größte Problem war, den Stand von Lajos als solchen zu erkennen... Nach einem kurzen, aber netten Gespräch mit Günther schlug ich dann zu und steckte das Okular gleich ein. Das eigentliche Zoomset kam eine Woche später per Post - jetzt hab ich wohl einen Prototyp, frisch aus der Dreherei: Neben dem normalen Verstellen per Ziehen ist es jetzt auch per Drehen möglich. Das spricht mich mehr an (so kenn ich's vom Hyperion, und auch die Zieh-Zooms von Speers-Waler oder TeleVue finde ich nicht hübsch - egal, wie gut sie sein mögen), diese Version konnte ich auf dem ATT aber noch nicht mitnehmen.

Letzte Woche hatte ich also erstmal nur das nackte Okular. Der erste Eindruck im Vergleich zum Hyperion: Oh wie niedlich! Und da sollen 82° Gesichtsfeld reinpassen?

Link zur Grafik: http://www.kerste.de/A-de-Bilder/Oku-roh.jpg
Hyperion 36mm, Hyperion Zoom, Lacerta 7mm UWA, Hyperion 5mm

Der erste Test am Tag war okay: Das unverzoomte Okular hat etwa den selben Schärfepunkt wie das Hyperion Zoom und ein ordentliches Gesichtsfeld - leider muss man dafür in das Okular reinkriechen, da bin ich mehr Augenabstand gewöhnt. Ansonsten wird das Gesichtsfeld doch beschnitten. Da ist gerade das 5mm-Hyperion angenehmer im Einblickverhalten - das mag an der größeren Augenlinse liegen, keine Ahnung. An der Bildqualität hab ich aber nichts zu meckern, die Dachziegel vom Nachbar sehen gut aus...

Am Samstag kam dann die frisch bearbeitete Zoomhülse - massives Metall kann man der Post bedenkenlos anvertrauen ;) Mit der Hülse kam auch ein passendes Drehpack für das verzoomte Okular - für mich eine der überflüssigsten Erfindungen der Welt, meine Okulare stecken samt Fernrohr im Rasterschaumstoff meines Teleskopkoffers. Nach dem Umbau bringt mir der 1,25"-Deckel vom Okular auch nichts mehr, aber ich hab noch einen 2"-Deckel aufgetrieben, so passt das umgebaute Okular dann doch in den Koffer. (Andere Leute wiederum zahlen Geld für diese Drehpacks - jeder, wie er's mag)

Das Okular ist schnell umgebaut: In der Hülse versenken, den 1,25"-Stutzen festschrauben, das Okular auseinander schrauben und auf das vorgesehene Gewinde vom Zoomset schrauben, beide Teile ineinander stecken, fertig. Das System funktioniert somit genau so wie kommerzielle Zoomokulare, bei denen ebenfalls der Abstand zwischen Barlowelement und dem augenseitigen Linsenblock verändert wird. Wie es sich für einen Prototyp gehört, dreht es sich nicht ganz so ruckelfrei wie ich es vom Hyperion Zoom gewohnt bin; fairerweise muss ich aber sagen, dass es sich als klassisches Schiebezoom in der senkrechten Führungsschiene sanfter bewegen lässt. Aber ich wollte ja unbedingt eine Testversion frisch von der Werkbank :/ Der Mechanismus funktioniert jedenfalls so oder so, und das Okular macht dann auch gleich mehr her:

Link zur Grafik: http://www.kerste.de/A-de-Bilder/Oku-Zoom.jpg
Das umgebaute UWA. Zu erkennen sind die Führungsschienen für Drehzoom (links) und Schiebezoom (rechts).

Da die Zoomhülse ein 2"-Filtergewinde hat, habe ich das Barlowelement des UWA nicht ganz auf Anschlag eingesteckt, sondern halte etwas Abstand - in einer ruhigen Minute werde ich mal probieren, wie weit ich gefahrlos gehen kann, ohne auf einem Filter aufzusitzen. Leider hat sich dadurch und durch den Umbau der Fokus verschoben, beim Wechsel vom Hyperion- aufs AstroZoom hab ich mir 1,5 cm Weg eingehandelt (zumindest für terrestrisch).

Und wie verhält sich das ganze am Himmel? Gestern kurz nach Mitternacht bin ich endlich zum Firstlight gekommen - allerdings nicht meinem eigenen ED80, sondern mit einem fast im Originalzustand, dafür mit Nachführung - leider ohne 1:10-Untersetzung, Leuchtpunktsucher und Click-Lock.

Auf der Liste sichtbarer Objekte für 80mm aus der Innenstadt heraus standen Albireo, Saturn und M13 sowie Epsilon Lyrae. Albireo war hübsch und ruckzuck so hoch vergrößert, dass Beugungsringe zu sehen waren, Epsilon Lyrae war auch kein Problem: Zwei schöne, saubere Sternpaare. Saturn konnte problemlos so hoch vergrößert werden, dass das Bild matschig wurde (wie früher mit dem 3,5mm Hyperion), auch die ideale Höchstvergrößerung war gut zu finden (und genau darin sehe ich den größten Nutzen von Zoom-Okularen: Um sich an die Höchstvergrößerung ranzutasten). M13 hat auch bei hoher Vergrößerung noch viel Platz um sich rum, ich muss mir trotzdem mal den Mond anschauen, um ein Gefühl für das Gesichtsfeld zu kriegen - aber auch mit dem Zoom-Einsatz kann ich die 82° nicht bequem auf einmal überblicken.

Erstes Zwischenfazit vom Neukauf:
  • Das Zoomset funktioniert auch als Drehzoom gut, auch wenn mein Prototyp vielleicht doch noch mal einen Tropfen Öl (oder eine Kunststoffschraube) erhält; als Schiebezoom ist's noch besser. Das Geld war's wert. :super:
  • Das 7mm-UWA ist ein nettes Okular, dessen großes Gesichtsfeld ich aber nicht komplett überblicken kann - der Augenabstand ist zu gering. Die Augenmuschel zum Hochdrehen ist nett gemeint, ich hab sie trotzdem unten gelassen und das Okular dann mit der Hand gegen Reflexe durch Umgebungslicht abgeschirmt.
  • Mein Ziel, die Höchstvergrößerung vom ED80 auszureizen, hab ich erreicht - ich hab nur keinen blassen Schimmer, welche Vergrößerungen ich jetzt hab. Um die Austrittspupille zu messen, brauch ich was besseres als einen Zollstock...
  • Schade: Die Zoomhülse steht im Okularauszug (bzw. der Baader-Clicklock-Klemme) über, die Baulänge ist wohl mit den überlangen Hülsen vergleichbar, die TS an seine 2"-Okulare schraubt. Mit Filter wird das evtl. interessant, so ist's nur ein Schönheitsfehler.
  • Das 5er Hyperion behalte ich wahrscheinlich trotzdem, da das Einblickverhalten besser ist - gerade für Beobachtungen in der Öffentlichkeit ist das günstiger als die Zoom-Möglichkeit vom Lacerta. Vielleicht verlänger ich die Brennweite per Finetuning-Ring noch ein wenig auf 4mm, mal sehen.
  • Mein altes 3,5er Hyperion sitzt jetzt an einem FirstScope 76 :)
Das Set war also sein Geld wert, und ob ich jetzt ca 70° bequem oder 82° mit Auge-ins-Okular-pressen überblicke, ist Jammern auf hohem Niveau. Daher nochmal danke für alle, die mich von der Festbrennweite abgebracht haben ;)

Und mittlerweile ziehen schon wieder Wolken auf - Biergarten- statt Astro-Wetter.

Gruß,
Alex

Nachtrag: Ich hab grad gemerkt, dass ich mit der Vergrößerung ziemlich hoch gegangen bin - je nach Positionierung der Barlow in der Hülse ist auch deutlich weniger Vergrößerung machbar. Mal sehen, was der optimale Wert wird...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Alex,

schöner Bericht. Kurze Anmerkung: Liegt nicht an der Größe der Augenlinse. Muss man anders herum sehen. Okulare mit größerem Augenabstand haben den Schnittpunkt der Strahlenbündel des Feldes in größerem Abstand von der Linse, dadurch laufen sie vom Auge her betrachtet bis zur Linse weiter auseinander und die Linse muss größer werden. Macht man bei einem korrekt aufgebautem Okular mit kleiner Augenlinse die Augenlinse größer, würde bei gleichen Krümmungen die zusätzliche Linsenoberfläche (die teuer ist) nicht vom Licht genutzt. Erst eine größere Feldblende und damit ein größeres Bildfeld würde mehr Augenlinse nutzen - die 82° sind aber nunmal schon da, durch größeres Feld wird nicht mehr Feld überblickbar.

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Danke für die Info. Je näher ich ans Okular gehe, desto weiter wandert der Bildfeldrand nach außen, und immer mehr vom Himmel wird sichtbar, daher meine Vermutung, dass da die Fassung der Augenlinse vignettieren könnte. Ist blöd zu beschreiben, aber vergleichbar mit dem Blick durch ein Fenster - je näher ich rangehe, desto mehr sehe ich, bis irgendwann der Fensterrahmen bzw. die Hauswand im Weg ist...

Für mich interessant finde ich, dass das 7mm UWA alleine mir keinen Aufpreis zu den vorhandenen Hyperions wert wäre (der Vorteil im Bildfeld wird für mich durch das Einblickverhalten ausgeglichen); mit der Zoom-Option sieht das ganze aber gleich ganz anders aus. Auf absehbare Zeit werde ich wohl keine Okulare mehr kaufen - Ziel erreicht :)

Wenn's mal wieder klar wird, werde ich mit der Positionierung der Barlowlinse rumexperimentieren, heute gab's erst mal ein schönes Gewitter.

Gruß,
Alex
 
Hi Alex,

was da vignettiert ist Deine Iris, das heißt bei Nacht wird der Einblick besser weil die Iris weiter aufgeht - daher sollte man gerade bei WW-Okus den Einblick nicht am Tage beurteilen (für alle, die mitlesen).

Was das 7mm UWA angeht war ich damit vom Einblick her zufrieden. Natürlich ist ein Hyperion oder LVW deutlich bequemer, aber ich persönlich finde es nicht unbedingt notwendig. Wenn ich so 12mm Augenabstand bekomme, bin ich schon ganz zufrieden. Fragt sich halt, wie man die Prioritäten setzt und es ist gut, wenn das jeder individuell tut.

Bei der Barlow sollte weniger Abstand zum Okular zu mehr Augenabstand führen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Leute,

zunächst mal mein Dank an Alex für den Bericht und den Test der neuen Drehzoomlösung beim *entfernt* Zoomset.
Ein paar Anmerkungen:
-Die Führungsnut für das Drehzoom wird derzeit noch aufwändig und nachträglich errodiert, was eine raue Oberfläche im Bereich der Führung ergibt. Ein anderes Verfahren ist in Arbeit, noch handelt es sich um Testprototypen und wir prüfen, wie die Akzeptanz ist.
-Das UWA Zoomset hat eine relativ lange Steckhülse, wie das eingestellte Vergleichsbild zeigt.
Man muss diese Hülse nicht bis zum Anschlag im OAZ versenken, sondern hat hier Freiheitsgrade, um die Fokuslage an das Teleskop anzupasen und dem OAZ im optimalen Verfahrbereich arbeiten zu lassen.
-In dieser Steckhülse wiederum befindet sich die Barlowaufnahme und der Zoommechanismus. Hier sind nochmals deutlich Veränderungen im Ausgangsabstand zwischen Barloewelement und Restokular möglich, wodurch die Ausgangsbrennweite und die erreichbare Minimalbrennweite verändert werden können.
Je tiefer man das Barlowelement in der Barlowaufnahme fixiert, um so geringer Brennweiten sind zu erzielen.
Da man sich hier auch immer weiter von der Ausgangsbrennweite der Okulare entfernt, wird auch der Augenabstand in Extermstellung merklich geringer.
Im Falle des 7er UWA/UWAN für mich noch so, das das komplette Feld problemlos erreichbar ist, für Alex schon problematisch. Das liegt an individuellen menschlichen Unterschieden (Augenhöhlenform pp). Auch ist es eine Sache der Gewöhnung und oder von Empfindlichkeiten, die Augenmuschel tatsächlich auf Druch zu bringen und als Auflage/Führung zu nutzen.
-Grundsätzlich kann man das Barlowelement so weit unten positionieren, dass es bei auf einer geraden Fläche stehender Zoomhülse ebenfalls auf der Fläche aufsitzt, ohne Gefahr zu laufen, dass eingeschraubte Filter Schaden nehmen. Die haben dann immer noch den durch ihr eigenes Gehäuse vorgegebenen Abstand. Das ist die unterste vorgesehene Stellung.
Schiebt man das Barlowelement bei umgedrehtem Okular bis an den Boden der eingefahrenen Zoomeinsatzhülse nach oben, ist die oberste mögliche Stellung erreicht und damit die Stellung, von der aus man mit dem zoomen nahe der Ausgangsbrennweite des verwendeten Okulars beginnt. Hier ist auch der Augenabstand bei Okularen die einen knappen Abstand haben, am angenehmsten und verändert sich beim Zoomen kaum merklich.

Die Zoomsets beiten also reichlich Spielraum, um die jeweils gewünschten, optimalen Vergrößerungs- und AP-Werte zu erzielen.
Messungen und absolute Angaben zum Zoombereich sind recht aufwändig, sie werden aber für die obere und untere Maximalstellung des Barlowelements ermitteln.
Das das Okular etwa 7,8 mm Ausgangsbrennweite hat, liegen die Eckwerte bei 7,5 mm und (in Maximalstellung) ca. 3 mm Brennweite.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben