Aryaa
Mitglied
Hallo,
Letzten Dezember habe ich angefangen einen astronomischen Globus zu bauen. Auf die Idee bin ich gekommen, nachdem ich beim surfen auf diverse kaufbare Globen gestoßen bin. Allerdings konnte ich keinen finden, der sich für die praktische Astronomie eignet (BSP KaufGlobus ). Deshalb wollte ich meinen eigenen Globus entwerfen, den ich für die Beobachtung nutzen kann. Der Globus hat einen Durchmesser von 50 cm und eine Grenzgröße von 8.6 mag (knapp 90.000 Sterne). Auf der linken Seite ist mein erster Versuch mit 25 cm Durchmesser zu sehen.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrali/wp_20180212_21_51_33_pro.jpg
Programmieren
Zuerst habe ich im Internet nach Datenbanken von Sternen und Deep Sky Objekten gesucht. Die Daten habe ich in einem Textdokument gespeichert und dann mit einem selbst geschriebenen Javaprogramm eingelesen.
Für die Projektion habe ich die Wölbung umgekehrt. Somit sind die Sternbilder nicht Spiegelverkehrt zu sehen und können mit dem Himmel abgeglichen werden. Die Alternative ist, dass man die Erde gedacht in die Mitte der Kugel setzt. Dann ist aber alles Spiegelverkehrt.
Beim Kartendesign habe ich mich für eine Grenzgröße von 8,6 m entschieden. Der Durchmesser der Sterne ist abhängig von der scheinbaren Helligkeit. Das ergibt eine Sternanzahl von knapp 90.000. Sternbildlinien habe ich von Hand eingezeichnet.
Die Milchstraße habe ich als Grauschimmer hinterlegt.
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrail/wp_20180507_13_36_41_pro.jpg
Doppelsterne, die heller als 5 mag sind und mindestens 0.5 `` Abstand habe, haben eine Querstrich bekommen.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrprr/wp_20180507_13_39_32_pro.jpg
Bei den Deep Sky Objekte habe ich die Liste von Takis 8.5m Atlas verwendet. Das sind ca. 2500-3000 Objekte. Für die Schriftstärke und die Umrandungsstärke der Deep Sky Objekte habe ich wieder eine Funktion in Abhängigkeit von der scheinbaren Helligkeit genommen. Die Helligkeit der Füllung ist abhängig von der Flächenhelligkeit. Zusätzlich habe ich die Schrift von sehenswerten Objekte (Vereinigung aus Karkoschka (da sind alle Messier schon dabei), Caldwell, 110 best of NGC) fett gedruckt.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpri/wp_20180507_13_42_02_pro.jpg
Am Ende habe ich noch viele Schriftzüge von Hand verschoben oder gelöscht, da es Überlappungen gab.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpaa/wp_20180507_13_43_11_pro.jpg
Kleben
Im inneren der Kugel befindet sich eine 50 cm Styroporkugel, die ich zuerst lackiert habe um eine bessere Oberfläche zu bekommen. Bei 50 cm Durchmesser erhält man einen Maßstab von 2,2 ° pro cm. Das entspricht ca. dem Deep Sky Reiseatlas (minimal kleiner).
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpoa/vergleich.jpg
Nun habe ich mit einem din A3 Drucker 24 nördliche, 24 südliche und 2 Polkappen Segmente gedruckt. Die Segmente habe ich mit Kleister aufgeklebt. Dabei gab es einige Probleme, da sich die Papier Segmente gedehnt haben (war ein paar mal recht frustriert). Habe dann mehrere Probedrucke gemacht um die Größe genau an meine Kugel anzupassen. Trotzdem gibt es an manchen Stellen leichte Versätze. Diese fallen bei der Benutzung draußen auf dem Feld aber nicht ins Gewicht.
Ständer
Am Ende habe ich noch einen Ständer gebaut. Die Kugel wird dabei auf 3 Teflon Mödelgleitern gelagert.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpoi/wp_20180507_13_48_57_pro.jpg
Mir ist aufgefallen, dass die einzelnen Rektaszensionsgrade immer genau eine Stunde versetzt kulminieren. Es gibt genau einen Tag im Jahr, wo 0h Rektaszension um 0 Uhr, 1h um 1h Uhr … kulminieren. An den anderen Tagen ist das ganze lediglich um ein paar Stunden verschoben (6 Monate später um 12 h). Mit dieser Information habe ich einen Ring angefertigt, der Mir auf der Datumslinie immer den akutellen Offset anzeigt.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrplr/wp_20180507_14_24_20_pro.jpg
Mit Hilfe des Ständers lässt sich der akutell sichtbare Himmelsauschnitt für jeden Punkt auf der Erde darstellen. Deshalb habe ich den Ständer so gebaut, dass immer nur die Hälfte der Kugel sichtbar ist. Der Datumsring ist somit der Horizont (Berge und natürliche Hindernisse wurden natürlich vernachlässigt)
Um die Kugel einzustellen muss der Himmelspol auf die Höhe des Breitengrades des Standortes geneigt werden. Dann muss auf die akutelle Uhrzeit das nötige Offset für die Kulmination addiert werden. Den erhaltenen Rekataszensionsgrad stellt man auf Kulmination (höchsten Stand). Man bekommt sozusagen eine 3 D drehbare Sternkarte ohne Verzerrung, was man bei der Aufnahme von oben gut sehen kann.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpia/wp_20180507_14_26_24_pro.jpg
Ausblick
Für das Beobachten habe ich mir noch eine Gesichtsfeldschablone von meinem Sucher gebastelt.
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrppi/wp_20180507_14_28_00_pro.jpg
Nach ein paar Nächten auf dem Feld kann ich sagen, dass ich meinen Atlas nur noch verwende wenn ich eine sehr hohe Detailstufe brauche, oder zu wenig Platz habe um die Kugel mitzunehmen. Ich kam in allen Nächten ohne Atlas aus. Es ist sehr angenehm, dass man nicht umblättern muss und die Karte kein Ende hat. Außerdem kann ich Freunden auf der Kugel sehr schnell etwas zeigen.
Gruß Jonas
P.s. Ach ja Südhimmel ist natürlich auch drauf:
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrpwa/wp_20180507_14_28_25_pro.jpg
Letzten Dezember habe ich angefangen einen astronomischen Globus zu bauen. Auf die Idee bin ich gekommen, nachdem ich beim surfen auf diverse kaufbare Globen gestoßen bin. Allerdings konnte ich keinen finden, der sich für die praktische Astronomie eignet (BSP KaufGlobus ). Deshalb wollte ich meinen eigenen Globus entwerfen, den ich für die Beobachtung nutzen kann. Der Globus hat einen Durchmesser von 50 cm und eine Grenzgröße von 8.6 mag (knapp 90.000 Sterne). Auf der linken Seite ist mein erster Versuch mit 25 cm Durchmesser zu sehen.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrali/wp_20180212_21_51_33_pro.jpg
Programmieren
Zuerst habe ich im Internet nach Datenbanken von Sternen und Deep Sky Objekten gesucht. Die Daten habe ich in einem Textdokument gespeichert und dann mit einem selbst geschriebenen Javaprogramm eingelesen.
Für die Projektion habe ich die Wölbung umgekehrt. Somit sind die Sternbilder nicht Spiegelverkehrt zu sehen und können mit dem Himmel abgeglichen werden. Die Alternative ist, dass man die Erde gedacht in die Mitte der Kugel setzt. Dann ist aber alles Spiegelverkehrt.
Beim Kartendesign habe ich mich für eine Grenzgröße von 8,6 m entschieden. Der Durchmesser der Sterne ist abhängig von der scheinbaren Helligkeit. Das ergibt eine Sternanzahl von knapp 90.000. Sternbildlinien habe ich von Hand eingezeichnet.
Die Milchstraße habe ich als Grauschimmer hinterlegt.
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrail/wp_20180507_13_36_41_pro.jpg
Doppelsterne, die heller als 5 mag sind und mindestens 0.5 `` Abstand habe, haben eine Querstrich bekommen.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrprr/wp_20180507_13_39_32_pro.jpg
Bei den Deep Sky Objekte habe ich die Liste von Takis 8.5m Atlas verwendet. Das sind ca. 2500-3000 Objekte. Für die Schriftstärke und die Umrandungsstärke der Deep Sky Objekte habe ich wieder eine Funktion in Abhängigkeit von der scheinbaren Helligkeit genommen. Die Helligkeit der Füllung ist abhängig von der Flächenhelligkeit. Zusätzlich habe ich die Schrift von sehenswerten Objekte (Vereinigung aus Karkoschka (da sind alle Messier schon dabei), Caldwell, 110 best of NGC) fett gedruckt.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpri/wp_20180507_13_42_02_pro.jpg
Am Ende habe ich noch viele Schriftzüge von Hand verschoben oder gelöscht, da es Überlappungen gab.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpaa/wp_20180507_13_43_11_pro.jpg
Kleben
Im inneren der Kugel befindet sich eine 50 cm Styroporkugel, die ich zuerst lackiert habe um eine bessere Oberfläche zu bekommen. Bei 50 cm Durchmesser erhält man einen Maßstab von 2,2 ° pro cm. Das entspricht ca. dem Deep Sky Reiseatlas (minimal kleiner).
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpoa/vergleich.jpg
Nun habe ich mit einem din A3 Drucker 24 nördliche, 24 südliche und 2 Polkappen Segmente gedruckt. Die Segmente habe ich mit Kleister aufgeklebt. Dabei gab es einige Probleme, da sich die Papier Segmente gedehnt haben (war ein paar mal recht frustriert). Habe dann mehrere Probedrucke gemacht um die Größe genau an meine Kugel anzupassen. Trotzdem gibt es an manchen Stellen leichte Versätze. Diese fallen bei der Benutzung draußen auf dem Feld aber nicht ins Gewicht.
Ständer
Am Ende habe ich noch einen Ständer gebaut. Die Kugel wird dabei auf 3 Teflon Mödelgleitern gelagert.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpoi/wp_20180507_13_48_57_pro.jpg
Mir ist aufgefallen, dass die einzelnen Rektaszensionsgrade immer genau eine Stunde versetzt kulminieren. Es gibt genau einen Tag im Jahr, wo 0h Rektaszension um 0 Uhr, 1h um 1h Uhr … kulminieren. An den anderen Tagen ist das ganze lediglich um ein paar Stunden verschoben (6 Monate später um 12 h). Mit dieser Information habe ich einen Ring angefertigt, der Mir auf der Datumslinie immer den akutellen Offset anzeigt.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrplr/wp_20180507_14_24_20_pro.jpg
Mit Hilfe des Ständers lässt sich der akutell sichtbare Himmelsauschnitt für jeden Punkt auf der Erde darstellen. Deshalb habe ich den Ständer so gebaut, dass immer nur die Hälfte der Kugel sichtbar ist. Der Datumsring ist somit der Horizont (Berge und natürliche Hindernisse wurden natürlich vernachlässigt)
Um die Kugel einzustellen muss der Himmelspol auf die Höhe des Breitengrades des Standortes geneigt werden. Dann muss auf die akutelle Uhrzeit das nötige Offset für die Kulmination addiert werden. Den erhaltenen Rekataszensionsgrad stellt man auf Kulmination (höchsten Stand). Man bekommt sozusagen eine 3 D drehbare Sternkarte ohne Verzerrung, was man bei der Aufnahme von oben gut sehen kann.
Link zur Grafik: https://img3.picload.org/image/doagrpia/wp_20180507_14_26_24_pro.jpg
Ausblick
Für das Beobachten habe ich mir noch eine Gesichtsfeldschablone von meinem Sucher gebastelt.
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrppi/wp_20180507_14_28_00_pro.jpg
Nach ein paar Nächten auf dem Feld kann ich sagen, dass ich meinen Atlas nur noch verwende wenn ich eine sehr hohe Detailstufe brauche, oder zu wenig Platz habe um die Kugel mitzunehmen. Ich kam in allen Nächten ohne Atlas aus. Es ist sehr angenehm, dass man nicht umblättern muss und die Karte kein Ende hat. Außerdem kann ich Freunden auf der Kugel sehr schnell etwas zeigen.
Gruß Jonas
P.s. Ach ja Südhimmel ist natürlich auch drauf:
Link zur Grafik: https://img1.picload.org/image/doagrpwa/wp_20180507_14_28_25_pro.jpg