6" Achromat

JP-Stardust

Aktives Mitglied
Hallo,
als Ergänzung im Bereich um 150mm Öffnung überlege ich derzeit, mir einen 6" Achromaten in kompakter (sprich f/5 oder f/6) Bauart anzuschaffen - ja, über den inherenten Farbfehler weiß ich Bescheid.
Als Kriterien für die Wahl wären mir eher Verarbeitung, optische Vergütung, Schärfe und Abbildungsqualität (pers. Erfahrungen?) wichtig. Und natürlich auch der Preis...

Zur Auswahl stehen:
* Bresser Messier AR-152S/760
* SkyWatcher Star Travel 150/750
* TS 152/900 Rich-Field

Alternativ käme für mich ggf. auch ein klassisches GSO-Cassegrain 154/1848 in Betracht - allerdings habe ich da wegen der Kollimation etwas Bedenken.
Zudem sind die oben erwähnten Refraktoren mit großem Gesichtsfeld besser für die Beobachtung geeignet.

Den Bresser 152S favorisiere ich derzeit auch wegen des aktuell reduzierten Preises. Der TS 152 RFT ist optisch sicherlich herausragender, aber auch fast doppelt so teuer.
Danke für eure Erfahrungen/Meinungen!


CS Jan
 
Hi,
als Achromat würde ich so ein Gerät nicht bezeichnen, eher als Kometensucher. Irritierend ist Deine genannte Alternative Cassegrain 154/1848 - eine ganz andere Geräteklasse für andere Beobachtungsobjekte.
Das führt mich zu der Frage:

Was willst du beobachten?

Ich würde mir so einen schweren Farbwerfer nicht mehr antun wollen, denn ich wüsste nicht was man damit beobachten soll. Eigentlich ist so ein Gerät für nichts zu gebrauchen.

Grüße
Andreas
 
Hallo Jan,
ein Achromat 150/750 hat einen RC-Wert von 15,4.
Der Farbfehler kann schon bei 20x Vergrößerung sichtbar werden, je nach Toleranzgrenze.
Die Objekte die man damit in der Regel beobachtet sind eigentlich auch Fernglas Objekte?
Ein Vergleich mit dem Cassegrain ist schwierig.
LG
 
Hallo Jan

das ist im wesentlichen das was ich auch habe und seit mehr als 20 Jahren einsetze.
Die EQ5 Montierung sollte passen, das kleine Sucherfernrohr hat 0 Wert, und der Spiegel ist vermutlich ohne Schutz versilbert, d.h. nach einigen Jahren zu ersetzen. Die Fokussierung ist vermutlich die alte Zahnradmechanik, für die Feinfokussierung wird ein Helikaleinsatz von Baader oder ähnlich, benötigt.

Optisch ist es ein klassischer (F/5 schneller) Fraunhofer BK7/F2, mit dem chromatischen Fehler 0,33mm für H-beta/545nm und für H-alpha/545nm, wie an meinem Skywatcher gemessen.

Mit einigen Okularen verträgt sich dieser Sky-Watcher sehr gut und der chromatische Fehler wird sogar reduziert, aber ausgerechnet sind es einige der Carl Zeiss und Leica Okulare, die man aber immer noch auf der eBay findet.

Wenn ich noch einmal vor einer solchen Entscheidung stünde, dann würde ich diesen TS Sky-Watcher wegen seiner kurzen Bauweise und durchaus guter Qualität, wieder kaufen. Aber, mein Schwerpunkt sind die galaktischen Nebel HII, OIII, IFN und die Molekülwolken. Und bislang habe ich davon über 700 beobachtet.

LG,
Jiri
 
Ich hatte eine zeitlang einen guten 120/600 FH. Mit einem 31mm 80° 2" Okular war das ein tolles Richfield Gerät. Für DeepSky Nebel und Kometen war der sehr gut zu gebrauchen. Aber, wie hier schon angemerkt, schon bei mittleren Vergrößerungen wird der Farbfehler sehr deutlich sichtbar.
 
Hallo!
Die EQ5 Montierung sollte passen, das kleine Sucherfernrohr hat 0 Wert, ...
Du sprichst über den Skywatcher, oder?

Denn den Bresser, der hier als Alternative genannt wird, gibt es auch nur als OTA, das Paket inklusive Montierung muss man gar nicht nehmen, wenn man schon eine hat. Der derzeitige Preis ist dann schon ziemlich attraktiv, am günstigsten momentan übrigens bei Netto (wo ich eigentlich immer nur hingehe, um Lebensmittel zu kaufen). Der beiliegende Sucher ist ein 8x50, in meinen Augen durchaus brauchbar. Bei meinem x-mal teureren C8 war ein 6x30 dabei, den konnte man wirklich direkt in die Tonne treten.

Die Fokussierung ist vermutlich die alte Zahnradmechanik, für die Feinfokussierung wird ein Helikaleinsatz von Baader oder ähnlich, benötigt.
Auch hier wieder der Bresser zum Vergleich: Die Fokussierung ist ein „Hexafoc“, vor ungefähr 10 Jahren sehr ausgiebig auf diesem Forum hier beworben. Angeblich ganz OK, eine Untersetzung lässt sich bei Bedarf nachrüsten. Wobei man die meines Erachtens nur zum Fotografieren braucht, und ob das mit so einem Fernrohr wirklich jemand machen will?

Ich habe durch diesen Bresser noch nicht durchgeschaut, aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis scheint der mir schon ziemlich interessant zu sein. Neu bekommt man für dieses Geld bei 150 mm Öffnung nichts Vergleichbares, zumindest keinen Refraktor. Und wie sehr einen der Farbfehler stört, kann man nur durch Ausprobieren feststellen.

Grüße
Maximilian
 
Hallo,

Ich hatte auch eine Zeit lang auf der Wunschliste den 6 Zoll TS Weitfeld wie den GSO CC 8Zoll, ich habe es gelassen da der CC mir zu viel Obstruktion hat visuell und nicht optimiert ist, der kleine 6 Zoll Bruder ist dabei noch ein Stück schlimmer. Auch sehe ich die Qualität der Verspiegelung etwas fraglich bei diesen GSO wo ich schon einen RC habe für Foto. Justierung ist nicht so tragisch wenn man sich das mal ausgearbeitet hat, kostet vielleicht 250€ eine Cam mit längerem CS Objektiv zur Justage.
Warum ich mir nicht den Version 2 von dem TS 6 Zoll AC angeschafft habe war das bei Version 2 der Backfokus ~25-30mm verkürzt wurde, und kein Fan bin manuell unter die Okulare im Dunklem die 2 Zoll Filter einzuschrauben. Bei Version 1 konnte man noch locker ein Filterrad dazwischen benutzen. Gut da man bei Version 2 mit 2 Zoll Accessories das nicht mehr machen kann visuell, ist er gleich ausgeschieden. Visuell will ich da unbedingt ein grosses Filterrad dazwischen.
Der Farbfehler sehe ich als nicht so tragisch solange man sich auf das Weitfeld beschränkt, Jupiter auch mit Filtern wird da sicher nicht viel im Detaille.
Auch bei meinem kurzen 82mm AC Bino ist das auch kein "no-go" gewesen. Im Gegenteilich sehe den recht gut was er ist und was man sehen kann.
Bresser hat reduziertere Preise, aber der OAZ entspricht sicher nicht meiner Vorstellungen.
Habe lieber die anderen Chinesischen mit ordentlichen OAZ´s. Auch die Taukappen bei Bresser ist nicht was ich haben möchte. Nein.
Bei mir auch der größte ausschlagende Faktor war die Lichtverschmutzung unter meinem Himmel, da lohnen sich solche größere Visuelle Teleskope nicht mehr für die wenige male. Eye&Teleskop ist dabei sehr hilfsreich beste Hints zu geben.

Clear skies,
- Martin
 
Moin Jan!

Ich habe über 15 Jahre einen Orion (USA) 120/600 mm (baugleich Skywatcher) besessen und diesen auch ausgiebig benutzt. Daß man mit so einem Gerät "nichts anfangen" kann, ist natürlich Unsinn. Ebenso wird der Farbfehler von so Einigen hier dramatisch überbewertet. Inwieweit einen ein bißchen Farbe im Blick stört, sollte am besten jeder für sich selbst beurteilen. Ich benutze solche Optiken zur Kometen- oder Sternfeldbeobachtung. Wenn man es mit der Vergrößerung nicht übertreibt, kann man damit natürlich auch alles andere am Himmel beobachten. Wie geschrieben, immer die persönliche Toleranz wegen des Farbfehlers im Hinterkopf.

Ich stand übrigens auch schon vor der Frage: "gehst du gleich auf 150 mm bei diesem Richfielder?" - Ich hab's dann sein lassen: der 120er ist doch deutlich leichter, dadurch besser zu montieren und leistet nun wirklich nicht deutlich weniger als 30 mm mehr Glas, das man herumwuchten muß.

Gewicht ist nämlich so eine Sache. Gerade die Bresser-Optik mit ihrem Petzval-Design wiegt ordentlich. Ich besitze zur Zeit das Modell 127/635 mm, was gut einen Meter lang ist und AFAIR gut 8 Kilo wiegt. Daneben habe ich seit Mai auch noch einen Skywatcher 120/1000 mm FH, der bei nahezu gleicher Baugröße aber deutlich weniger wiegt.
Wenn man das Ganze nun auf eine Gewichtsklasse höher bringt, wird zum Einen der Schleppfaktor höher und die Monteriungsfrage dringender.
Die EQ-5 ist m.E. für so einen kurzen Sechszöller schon hart an der Tragfähigkeitsgrenze. Mein SW 120/1000 kam auf einer EQ-4 alter Bauart - auch das geht so gerade noch fürs Visuelle bei wenig Wind. Die kurzen Richfield-Refraktoren eigene sich übrigens sehr gut, sie in dobson-ähnliche Montierungen zu setzen. ich hatte mir früher so etwas auch gebaut (und - wie geschrieben - so lange im Einsatz gehabt).
 
Hi Jan,
aus der genannten Auswahl habe ich aus Erfahrungen, die allerdings schon einige Jahre her sind, den TS f/6 den es unter div Labeln gab, am besten in Erinnerung. Für mich wäre und war er dennoch kein Kandidat für den eigenen Bestand.
Auch aus Preisgründen, die Du ja selbst auch nennst, habe ich für Großfeld eine Weile 6" f/5 gehabt und nun einen 5" f/5 Newton mit 2" OAZ.
Das liegt ein Stück weit sicher daran, dass ich seit langem nur noch weitestgehend farbfehlerfreie Teleskope im Besitz habe und nutze und über die Zeit was den FF angeht recht empfindlich geworden bin. Ab einem gewissen Maß stört er mich mehr als die Obstruktion. Nebeneffekt ist die universellere Einsetzbarkeit der Spiegel mit denen ich auch am Planeten Freude habe. Das gilt für mich, ist aber vllt. als Gedanke für Dich von Hilfe.
CS
 
Hallo an alle,
vielen Dank für die Erfahrungsberichte und hilfreichen Meinungen!
Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht, mir doch lieber keinen 6" f/5 anzuschaffen und mich mit meinem 115/805 Triplet, 7" Maksutov und 8" f/4 Newton zufrieden zu geben...
DANKE :y:
 
Jetzt bin ich allerdings doch nochmal bei einem 6" Mak oder Cassegrain gelandet. Auch hier stünden 3 Modelle zur Auswahl:

Bresser MC-152/1900
Skymax 150/1800
TS Cassegrain 154/1848

Klar, hier rein zur visuellen und fotografischen Verwendung an Mond/Planeten.

Welches Gerät davon wäre eurer Erfahrung nach am sinnvollsten?
 
Ich habe den sw 150 Maksutov. Bei dem steht durch Abschattung am Blendensystem nur etwa 138mm Öffnung zur Verfügung. Beim TS Casaegrain ist es wohl ähnlich. Zieht man die Effekte der Obstruktion bei der Planeten Beobachtung noch ab, wirst Du damit keinen Gewinn gegenüber Deinem 115er Apo am Planeten erzielen.

Viele Grüße
Jürgen
 
Danke sehr, Jürgen! Das werde ich bedenken müssen - aktuell gibt es allerdings den Bresser MC-152 als BWare für 445 Euro. Das macht dann schon Lust, dieses Gerät zu kaufen...:unsure:
 
Danke sehr, Jürgen! Das werde ich bedenken müssen - aktuell gibt es allerdings den Bresser MC-152 als BWare für 445 Euro. Das macht dann schon Lust, dieses Gerät zu kaufen...:unsure:
Irgendwo im Forum wurde erwähnt das der Bresser das Problem mit der Abschattung nicht hat, da stünde also immerhin die volle Öffnung zur Verfügung.

Viele Grüße
Jürgen
 
> und mich mit meinem 115/805 Triplet, 7" Maksutov und 8" f/4 Newton zufrieden zu geben...

Du hast doch ein 7" Mak, oder habe ich Tomaten auf den Augen? :oops:
Was willste den noch mit einem Sechszöller daneben?

Von den drei genannten wird dem Bresser die beste Performance beschinigt, das hatte ich bisher auch so gelesen.
Svbony bringt in diesen Wochen eine neue Serie Maks auf den Markt - die Besonderheit: forcierte Verspiegelung mit 99%...
 
Danke Winnie - ja, Du hast Recht.
Ich brauche daneben keinen Sechszöller mehr, aber vielleicht werde ich mich von einer der anderen Geräte auch trennen. Wer weiß...
 
Moin Jan!

Ich habe über 15 Jahre einen Orion (USA) 120/600 mm (baugleich Skywatcher) besessen und diesen auch ausgiebig benutzt. Daß man mit so einem Gerät "nichts anfangen" kann, ist natürlich Unsinn.
Winnie,

wenn Du einen 120/600 mit einem 150/750 in Sachen Farbfehler als ähnlich und vergleichbar ansiehst zeigt mir, dass du dich mit dem Thema nicht gut auskennst. Praktisch alle die so einen 150/750 haben oder hatten, konnten diesen nicht gut nutzen. Fotografisch unbrauchbar, visuell für Vergrößerung ab 25x unbrauchbar. 25x bedeutet ein 30 mm Okular und AP=6. Wohl dem der AP6 nutzen kann, am Himmel als auch mit den eigenen Augen.

Als was willst Du damit genau machen? Bekanntermaßen für der Farbfehler ja auch zu Verlusten bei den Objektdetails.

Grüße
Andreas
 
Jetzt bin ich allerdings doch nochmal bei einem 6" Mak oder Cassegrain gelandet. Auch hier stünden 3 Modelle zur Auswahl:

(...)

Welches Gerät davon wäre eurer Erfahrung nach am sinnvollsten?

Wenn man wie Du einen 7"-Maksutov im Regal liegen hat, keines davon. Sie alle bieten ein minimal schlechteres Bild bei etwas geringerem Gewicht. Ist es das wert? Ich denke nicht.
Du bist teleskopmäßig ziemlich gut aufgestellt. Wenn es etwas leichtes, mobiles zwischen 115mm Apo und 7" Mak sein soll, würde ich eher auf einen 5" oder 6" Newton gehen. Leicht, schnell ausgekühlt, gut azimutal zu montieren. Viele erfahrene Beobachter nutzen Geräte dieser Größe zum Schnellspechteln. Ich auch, ich habe einen 6"-Gitterrohrdobson auf einem Stativ. Der steht in fünf Minuten im Garten oder liegt mit gesamtem Zubehör im Auto. Ein hervorragendes Teleskop. Ich hatte auch eine Weile einen Skywatcher 130PDS auf einer Vixen Porta. Funktioniert ebenfalls sehr gut und ist schnell einsatzbereit.

Bis dann:
Marcus
 
Ich besass den etwas kleineren Bresser 127/635. Die Optik war gut. Was mich da stoerte, war Hexafoc OAZ (einer der schlechtesten, die ich je benutzt habe) sowie nur maesige Transmission, weil die hintere Petzval Gruppe ohne Multiverguetung auskommt. Und das Teleskop war zu lang, weil die Taukappe fest sitzt und laest sich nicht verschieben, wie ueblich. Aus diesen Gruenden habe ich das Teleskop verkauft und den TS 152/900 gekauft:
- Deutlich schwerer
- Excellente Bildqualitaet (fuer einen Luftspalt achro mit f/6, versteht sich...)
- Sehr guter OAZ

Ich setze das Teleskop ein fuer:
- Deep Space Objekte, mit Vergroesserungen zwischen 22,5x (Lacerta 40ED) bis 112,5x (SVBony 8-16 bei 8mm)
- Bedeckungen von Sternen durch Kleinplaneten (digitale Videotechnik, bis etwa 12,5 magnitudo)
 
Zuletzt bearbeitet:
@Orionsieben :

> wenn Du einen 120/600 mit einem 150/750 in Sachen Farbfehler als ähnlich und vergleichbar ansiehst

Was unterstellst du mir da? Ich habe mich nie über den Farbfehler eines 150/750 geäußert. Ich hatte geschrieben, daß es Unsinn sei, daß man mit so einem Teil nichts anfangen könnte. Also bleib mal bei den Aussagen, erfinde nichts dazu und bezichtige nicht andere, daß sie keine Ahnung haben, Kollege!
Zu deiner Beruhigung: Meinen 120/600 hatte ich ca. 20 Jahre lang im Einsatz und habe da durchaus "ein paar Mal" durchgeguckt. ;)

> Praktisch alle die so einen 150/750 haben oder hatten, konnten diesen nicht gut nutzen.

Du scheinst ja mit allen Nutzern dieses Geräts in Kontakt zu stehen und den vollen Durchblick zu haben.
Dann erzähl mal weiter vom Pferd - es wird noch interessant, denke ich!
 
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