70/420ED "beschlagen", eine Optik zum Wegschmeissen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Walter41

Aktives Mitglied
Hallo Forum,

habe kürzlich mal mein "Guideskope" etwas näher betrachtet und musste feststellen, dass die Linse innen eigenartig beschlagen ist.
Es handelt sich hierbei um einen kleinen "NoName" ED70/420-Refraktor im pseudo "Carbon-Tubus". Eingesetzt wird das Ding hauptsächlich als Guide-Scope mit dem MGEN (1. Version). Nun, das geht auch in diesem eher schlechten Zustand noch relativ gut. Wenn ich mit dem Okular durchschaue, schaust hingegen eher schlecht aus. Halos um hellere Sterne sind gut sichtbar.
Auf den beigefügten Bildern sieht man recht schön, dass das Objektiv auf der Innenseite eigenartig beschlagen ist. Tauniederschlag oder Feuchtigkeit ist das mit Sicherheit nicht. Kann man so etwas reinigen und wenn ja, wie?
Das Teil ist ca. 15 Jahre alt und war recht preisgünstig, soweit ich mich erinnern kann um € 350 herum....

Hier das recht schön Teleskop von aussen. Pseudo-Carbon-Tubus:
ED420 1.jpg


Das Objektiv von schräg vorne aufgenommen:
ED420 2.jpg


Eine zweite Aufnahme: (Die Reflexion auf 12 Uhr ist eine Deckenleuchte....)
ED420 3.jpg


Und hier ein Bild durch den Tubus von hinten:
schaut richtig grauslich aus...

ED420.jpg


LG Walter
 
Schon mal einen Reinigungsversuch unternommen?
Objektiv vom Tubus runterschrauben und auf gehts.
90%iger unvergällter Alkohol aus der Apotheke oder 100%iges Isopropanol, Klopapier oder Brillenputztuch, und Q-Tips für schwierige Stellen.
Wenns zwischen den Linsen ist wirds bissl fieser, wegen der nachher nötigen Objektivjustage.

LG
Olli
 
Wegschmeissen würd ich da mal nix. Da musst erstmal das Objektiv ausbauen, Spannring vom Objektiv schrauben und die Linsen ausheben. Linsen markieren und Linsenpaket auseinanderheben. Evtl. die Linsen in lauwarmen, destillierem Wasser mit etwas Spülmittel einweichen lassen.
Dachte zuerst an Fungus, sieht aber nicht so aus.
 
Hallo,
hatte das selbe Problem mit diesem 70/420 (bei TS hieß das INED70). Ich habe es folgendermaßen gelöst, da ich keinen Weg fand das Objektiv abzunehmen:
-Fokuseinheit abnehmen (die drei Stiftscheauben lösen). Dann kommt man mit einer langen mit einem Leinentuch umwickelten Pinzette an die hintere Linse.
-Leinentuch mit 90% Alkohol oder Brillenputzmittel tränken und vorsichtig den Belag entfernen.

Bei mir war nur die hintere Oberfläche so verschmutzt wie Du es beschrieben hat.
Grüße Klaus
 
Ich kenne das Gerät nicht, denke aber schon, dass man die Linse raus bekommt.
Immerhin hat man sie auch rein bekommen.
Der schwarze Ring mit der Schrift könnte eingeschraubt sein.
Es scheint so, als wären radial Löcher drin, entweder um mit einem Werkzeug anzusetzen, oder es sind Sicherungsschrauben drin ...
 

Anhänge

  • Tubus.jpg
    Tubus.jpg
    21,8 KB · Aufrufe: 181
Hi,

Ich hatte letztens auch so ein Problem mit einem neuen 56mm Okular.
Ich habe das Okular etwas gewärmt mit dem Föhn und danach in einen Plastikbeutel gemacht und mit dem Staubsauger die Luft rausgezogen.
Nach zweimal war wieder gut zwischen den Linsen.
Musste nichts auseinander schrauben.

Clear skies,
- Martin
 
Hallo zusammen,

jetzt habe ich mich, dank Eurer Ratschläge, mal daran getraut und habe versucht, das Teil zu zerlegen. Nun, Madenschrauben zur Sicherung sind hier keine vorhanden, der Tubus als solches ist auf beiden Seiten (OAZ und Objektiv) mit einem Gewinde versehen und lässt sich einfach auseinanderschrauben: Das schaut dann genau so aus:
ED420 10.jpg


Das Objektiv sieht hier von Hinten nicht sehr berauschend aus:

ED420 7.jpg

Und von Vorne ist es auch nicht viel besser:

ED420 6.jpg

Also habe ich mich mal daran gemacht und das Teil versucht zu säubern. Destilliertes, lauwarmes Wasser mit einem Schuss Spülmittel und einem frischen Wetterx.
Getrocknet mit einem frischen Baumwolle-Tuch abgetupft und mit einem Brillenputz-Tuch aus Mikrofaser sauber gemacht:
Nach der ganzen Prozedur schaut das dann so aus:

ED420 2.jpg


bzw. so:
ED420 1.jpg


Ich denke das ist kein Vergleich zu vorher. Das Linsensystem habe ich nicht auseinandergeschraubt, da die Fassung mit Kleber fixiert ist:
ED420.jpg


Es befindet sich zwar minimaler Schmutz auf einer kleinen Stelle zwischen den Linsen, das habe ich aber vernachlässigt.
Und ja, der "Pseudo-Carbon-Tubus" ist gar kein Pseudo-Karbon. So wie das aussieht, ist das sogar echtes Carbon, merkt man auch am Gewicht vom Tubus. Federleicht. Eventuell am Gewinde auch zu erkennen.
ED420 9.jpg


Insgesamt scheint die Operation gelungen zu sein. Bin schon gespannt, wie sich das optisch machen wird. Leider ist das Wetter zur Zeit alles andere als "CS".

In diesem Sinne,

LG Walter
 
Servus Walter!

Gratulation zum erfolgreiche Retrofit! Die Halos sind mit Garantie weg! ;)
 
Betreffend dieser sogenannten "Optical-Wonder"-Reinigungsmittelchen oder Isopropanol usw.:
So ganz glücklich bin ich mit diesen Substanzen bisher noch nie geworden. Habe hier so ein Fläschchen "Optical Wonder". Wenn ich das anwende, dann ist das "Optical Wonder" in einer Wolkenbildung bzw. Schlieren auf der Optik zu sehen. Das ganze Chemie-Graffl für die Glasreinigung ist größtenteils ein Unfug. Insbesondere die ganzen Glasreiniger, die man im Supermarkt angepriesen bekommt sind der letzte Dreck.
Das zeigt sich dann schon wenn man eine banale Fensterscheibe streifenfrei sauber bekommen möchte. Mit diesen "Optical Wonder" wird man sein blaues Wunder erleben und bekommt meist alles andere als eine streifenfrei saubere Scheibe. Gleiches gilt auch für die Brillenputzmittel und -Putztücher (Kann ein Lied davon singen als Brillenträger!). Oder beim Reinigen der Autoscheiben (insbesondere die Windschutzscheibe innen!!).
Aus meiner Erfahrung geht das am besten so:
Man nehme lauwarmes Leitungswasser (geht bis DH ca. 5, d.h. relativ weiches Wasser), ein kleiner (!) Spitzer Spülmittel und einen Wettex, der frisch sein musst. Ein Lappen mit dem man die fettige Pfanne gespült hat, geht natürlich nicht. Damit wird die Glasoberfläche sorgfältig vom Fett und Schmutz gereinigt (egal ob Windschutzscheibe, oder Linse vom Teleskop) und mit einem sauberen Baumwoll-Tuch getrocknet. Letzteres muss wirklich sauber sein. Ein mit Flüssig-Waschmittel in der Maschine gewaschenes Baumwolletuch (Geschirrhangerl) geht nicht (!)
-> Das Baumwolltuch muss mit mindestens 60°C in der (unbelasteten) Waschmaschine mit einem einfachen Pulver-Waschmittel (keine Duftstoffe, kein Weichspüler und ähnliches Glumpert) gewaschen werden. Die Waschmaschine sollte am besten mit Flüssigwaschmittel und Weichspüler niemals in Berührung gekommen sein.
Damit erreicht man wirklich streifenfreie und schlierenfreie Glasflächen. Bei der Brillenreinigung mache ich das immer unter fließendem, lauwarmen Wasser, etwas Spülmittel (wenig!) auf das Glas und mit den Fingern vorsichtig reinigen. Nachher mit obigem, sauberen Baumwolltuch trocken und man hat eine perfekt saubere Glasoberfläche.
Und wenn man nun auf den Gedanken kommen möchte, die Glasflächen nach der Reinigung mit einem Papier wie einer Küchenrolle etc. zu reinigen, kann ich nur davor warnen! Diese Papiertücher sind erstens mit teils sehr harten Fasern produziert, d.h. Kratzgefahr und zudem oft mit Duftstoffen versaut (insbesondere Hygiene_Tücher). und machen die ganze Glasreinigung mit Schmierereien zunichte.

LG Walter
 
Hallo Walter

Ich verzichte nach viel Erfahrung auch auf die ganze Chemie die es im Handel geben tut um meine Optik zu pflegen, destilliertes Wasser nehm ich mit spriter Spüli, langt gut etwas einnässen ziehen lassen und nur mit mehreren frischen Tempo Original von Tempo, sind fusselfrei das Wasser abwischen, danach nur mit frischen neuem Mikrofassertuch, kauft meine Frau immer bei QVC, Sauber wischen.

Manfred
 
Heute war ich beim Optiker, weil ich die Schlieren vom Flattener meines Apochromaten nicht wegbekommen hab. Es war ein gebrauchtes Modell, daher weiss ich nicht, ob die paar Staubfussel zwischen den Linsen schon ab Werk drin waren, oder ob der Vorbesitzer mal zerlegt und geputzt hatte.
Beim Optiker hatte ich bei der Abholung keine Taschenlampe zur Durchsicht dabei, da sah es auf den ersten Blick und ohne Lesebrille noch gut aus. Als ich dann u zu Hause mal mit 2 Watt LED durchgeleuchtet habe, bin ich fast umgefallen!
Nicht nur dass die Fussel zahlreicher waren, es waren auch noch haarige Fasern (ich tippe auf Watte) dabei. Zum Glück war die Reinigung kostenlos, sonst wäre ich geplatzt...

Für mich kam nur mehr eine professionelle Reinigung, also per Versand ins Labor, in Frage. Sofort hab ich hier im Forum die Suche gestartet, und bin dann auf diesen Thread gestossen. Ich dachte mir, einmal versuche ich es noch. Bis auf Mikrofasertücher hatte ich alles da: Weiches Wasser aus der Leitung, Tempo Taschentücher, Nitril Handschuhe, Spüli, Wettex. Das ganze habe ich dann zwei mal gereinigt, weil ich beim ersten Mal einen Fleck auf der hinteren Linse auf der Innenseite hinterlassen habe, es war auch noch ordentlich Staub von den Tempos zwischen den Linsen. Ich konnte möglichst viel davon raus bekommen, indem ich die Gewindehülse und die Linsen mit dem Foto-Blasebalg (mit Staubfilter) kräftig angeblasen habe, und zwar von unten, so dass der Staub rausfallen konnte. Nach dem Zusammenbau hatte ich nur mehr maximal 1/4 der ursprünglichen Menge an Staub im Flattener und konnte alle Schlieren und Flecken entfernen.

Jetzt mache ich mal Tests mit dem gereinigten Flattener, vielleicht schicke ich ihn doch noch ein, um den ganzen Staub raus zu bekommen.
Danke für die Tips, die waren echt Gold wert, weil mit Ethanol 90 und Isopropanol nie was schlierenfrei zu bekommen war.
 
Moin,
Schau mal, ob sich am inneren Ring der Frontlinse eine, bzw. zwei Kerben dieser Art befinden.
Dann kannst du den Ring mit einem speziellen Werkzeug aufdrehen und die Linse reinigen.
Die Tipps hier dafür sind schon reichhaltig und wirksam.
Viel Erfolg!

VC & CS
Peter
 

Anhänge

  • IMG_6763.JPG
    IMG_6763.JPG
    238,5 KB · Aufrufe: 148
  • IMG_6764.JPG
    IMG_6764.JPG
    449,2 KB · Aufrufe: 135
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben